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    2017 war ein seltsames Jahr für die Avocado

    2017 war ein seltsames Jahr für die Avocado


    Als das Jahr 2016 sich seinem ersehnten Ende zuneigte, waren wir sicher: 2017 kann nur besser werden. Vielleicht war das ein wenig naiv von uns. Denn das vergangene Jahr war ein sehr seltsames, und dazu haben Avocados ihren Teil beigetragen. Hat die...

    Als das Jahr 2016 sich seinem ersehnten Ende zuneigte, waren wir sicher: 2017 kann nur besser werden. Vielleicht war das ein wenig naiv von uns. Denn das vergangene Jahr war ein sehr seltsames, und dazu haben Avocados ihren Teil beigetragen.

    Hat die Brunch-Frucht es endlich geschafft, sich über den ganzen absurden Rummel unserer Welt zu erheben und einen würdigen Moment im Rampenlicht bekommen? Oder steht die Avocado nach wie vor für eine Konsumkultur, bei der bodenständige Menschen ohne Superfood-Allüren nur mit dem Kopf schütteln können?

    Wer weiß. Wir jedenfalls nicht. Aber wenn wir uns mal ansehen, was es im vergangenen Jahr für Avocado-Storys gegeben hat, dann stellen wir fest: Diese Beere (ja, Avocados sind Beeren) spaltet die Gemüter wie sonst nur Durian, Pizza Hawaii und Foie Gras.

    Die ganze Übersicht findest du bei MUNCHIES.

    Menschen haben uns ihr schreckliches erstes Tattoo erklärt

    Menschen haben uns ihr schreckliches erstes Tattoo erklärt


    Man bekommt im Leben oft eine zweite Chance. Auf das erste Tattoo trifft das leider nicht zu. Du kannst dich lediglich herausreden – zu jung, zu viel Alkohol, keine Ahnung und so weiter. Zwar besteht die Möglichkeit, das Ganze entweder weglasern oder...

    Man bekommt im Leben oft eine zweite Chance. Auf das erste Tattoo trifft das leider nicht zu. Du kannst dich lediglich herausreden – zu jung, zu viel Alkohol, keine Ahnung und so weiter. Zwar besteht die Möglichkeit, das Ganze entweder weglasern oder überstechen zu lassen, aber auch das kann in die Hose gehen. Im schlimmsten Fall bleibt dir die Erinnerung an deine unüberlegte Entscheidung ein Leben lang.

    Damit ich verstehe, was Menschen zu solchen Entscheidungen treibt, haben mir Freunde und Kollegen ihre schreckliche erste Tätowierung erklärt – betrunkene Tätowierer, abgelaufene Tinte und schlecht gezeichnete Genitalien inklusive.

    Merlijn, 19 Foto: bereitgestellt von Merlijn

    VICE: Wie genau ist das mit deinem Nippel passiert?
    Merlijn: Mein erstes Tattoo wurde durch David Bowie und meinen alten Spitznamen "Thunder Tits" inspiriert. Einige meiner Freunde spielten damals in einer Band und hatten einen Song über eine Superheldin, die Blitze aus ihren Brüsten schießen konnte. Während eines Auftritts schlüpfte ich mal in die Rolle dieser Superheldin und bekam so den Spitznamen verpasst.

    Ein paar Monate später entschied ich mich dazu, David Bowies berühmten Donnerblitz auf meine Brust tätowieren zu lassen – mit meinem Nippel an der Stelle seines Auges. Ein Kollege erklärte sich bereit, mit einer geliehen Tattoo-Maschine ans Werk zu gehen. Im Gegenzug verlangte er nur zwei Sixpacks Bier und eine Flasche Wodka.

    Auch bei VICE: Tätowieren in Albaniens verlassenen Kommunisten-Bunkern

    Wie lief das Tätowieren ab?
    Wir trafen uns bei dem Typen, dem die Tattoo-Maschine gehörte. Zuallererst stellten wir fest, dass die rote Tinte abgelaufen war. Deswegen verzögerte sich das Ganze um drei Stunden, weil der Kollege erstmal ans andere Ende der Stadt fahren musste, um neue Farbe zu besorgen. Ich wurde derweilen immer nervöser und versuchte, mich mit dem mitgebrachten Wodka zu beruhigen.

    Als die Nadel endlich surrte, wurde mir schnell klar, dass mein gewünschtes Motiv an dieser Körperstelle für einen Tattoo-Neuling doch recht heftig war. Weil die Schmerzen zu stark wurden, brachen wir nach der Hälfte ab. Das Ganze ist jetzt schon eineinhalb Jahre her, aber ich bin immer noch nicht dazu gekommen, die Tätowierung fertigstellen zu lassen.

    Bereust du dein erstes Tattoo?
    Keine Ahnung. Ich fand danach heraus, dass der Blitz erst die dritte Tätowierung war, die mein Kollege je gestochen hat ... Außerdem hatte er die Nacht davor wohl durchgemacht.

    Hast du aus dieser Erfahrung etwas gelernt?
    Nicht wirklich. Kurz darauf hat mir ein Kumpel in DIY-Manier eine Zahnbürste auf meine Wade gestochen. Zum Glück hat ein professioneller Tätowierer dieses Tattoo zumindest ein wenig richten können.

    Megan, 24 Foto: bereitgestellt von Megan

    VICE: Das sieht echt nicht gut aus.
    Megan: Ich weiß. Könnte auch von einem Dreijährigen stammen, der mit einem Kugelschreiber auf meinen Rippen ausgerastet ist, oder?

    Wie kam es dazu?
    Ich arbeite gerade in einer Bar in Laos. Meine Kollegen und ich wollten uns das Logo der Bar stechen lassen. Wir zogen Streichhölzer, um zu schauen, wer als erstes ran muss. Ich verlor natürlich. Weil Tattoos in Laos illegal sind, zogen wir das Ganze in einer zwielichtigen Bar durch. Ich war total nervös, der Tätowierer gab mir zur Beruhigung viel Whisky und ein paar Kurze. Ich war also rotzevoll, als er anfing – und mir fiel gar nicht auf, dass auch er schon gut einen sitzen hatte. Als meine Kollegen danach das Tattoo sahen, wollte plötzlich keiner mehr. Ergo: Ich bin jetzt die Einzige mit diesem hässlichen Etwas.

    Warst du da nicht sauer auf deine Kollegen?
    Nicht wirklich. Ich hätte wahrscheinlich genauso reagiert. Zuerst habe ich das Ganze schon bereut, aber inzwischen finde ich es ziemlich witzig. Ist ja eine schöne Erinnerung an meine Zeit hier in Laos.

    Manon, 28 Foto: bereitgestellt von Manon

    VICE: Wer ist Henk?
    Manon: Mein Ex-Freund.

    Interessant. Bitte erzähl ein bisschen mehr.
    Ich war 18 und seit ungefähr vier Monaten mit Henk zusammen, als ich mit Freundinnen in den Urlaub flog. Natürlich vermisste ich ihn total und heulte jedes Mal, wenn wir telefonierten. An einem der Strände befand sich ein Tattoo-Studio und ich reihte mich in die ganzen 18-Jährigen ein, die sich dort ihre erste Tätowierung stechen ließen. Weil ich Henk damals für die Liebe meines Lebens hielt, entschied ich mich für seinen Namen als Motiv. Keine meiner Freundinnen versuchte, mich aufzuhalten.

    Wie denkst du heute über das Tattoo?
    Ich war fast vier Jahre lang glücklich mit Henk zusammen und wir gingen auch im Guten auseinander. Ich ärgere mich jetzt nicht, wenn ich das Tattoo sehe, aber ein bisschen Reue ist da schon – ich meine, da steht "Henk" auf meinem Fuß. Zum Glück scheint hier in den Niederlanden nur dreimal im Jahr die Sonne, deswegen bekommen es andere Leute kaum zu Gesicht.

    Jonna, 21 Foto: bereitgestellt von Jonna

    VICE: Wie kam es zu deinem ersten Tattoo?
    Jonna: Ich war 19 und studierte Design. Für ein Projekt sollten wir ein Wandbild für ein Theater entwerfen. Wir projizierten unsere Zeichnung an eine Wand und als ich davor stand, befand sich dieser kleine Sketch eben genau auf meinem Rücken. Einer meiner Freunde zeichnete das Ganze schnell mit einem Stift nach und schlug später vor, dass ich mir das doch tätowieren lassen solle.

    Wie haben die Mitarbeiter des Tattoo-Studios reagiert?
    Zuerst lachten sie und dachten, ich wolle sie verarschen. Deswegen musste ich auch im Voraus bezahlen. Diese Reaktion fand ich ziemlich scheiße. Ich diskutierte dann auch mit ihnen darüber, dass Kunst nicht immer ästhetisch sein muss.

    Bereust du die Tätowierung?
    Nein, ich finde sie immer noch cool. Wer sagt denn, dass Tattoos immer schön sein müssen? Inzwischen gibt es sogar einen dazugehörigen Instagram-Account, weil meine künstlerischen Freunde – und auf Partys manchmal sogar Fremde – Zeug um mein Tattoo herum malen.

    Nicole, 16 Foto: bereitgestellt von Nicole

    VICE: Was ist da denn passiert?
    Nicole:
    Vor gut einem Jahr hatte ein Tätowierer einen Facebook-Contest laufen, bei dem man ein Tattoo für nur 25 Euro gewinnen konnte. Eine meiner Freundinnen gewann und ich fragte den Typen, ob ich eine Tätowierung zum gleichen Preis bekommen könnte. Er willigte ein.

    Wie ging es dann weiter?
    Normalerweise arbeitet der Typ in einem normalen Studio, aber uns tätowierte er bei sich zu Hause. Einen Ausweis musste ich nicht vorzeigen. Er ging wohl einfach davon aus, ich sei älter. Meine Freundin war zuerst dran und ihre Tätowierung ging klar. Deswegen war ich guter Dinge. Als er mit meinem Tattoo halb fertig war, meinte er aber: "Huch, das habe ich jetzt ein bisschen versaut." Er wollte es dann noch irgendwie geradebiegen, indem er die Buchstaben und das Motiv etwas dicker machte.

    Warst du damals mit dem Ergebnis zufrieden?
    Zu Hause dachte ich wirklich, dass das Tattoo eigentlich ganz OK aussehe – abgesehen von einigen Schnitzern wie dem komischen "i". Irgendwann werde ich es bestimmt richten lassen.

    Martijn, 19 Foto: bereitgestellt von Martijn

    VICE: Was genau ist das da auf deiner Wade?
    Martijn: Bei einer Hausparty hatte ein Typ mal seine Tätowiermaschine dabei. Ich dachte mir: "Ein kostenloses Tattoo? Auf gehts!" Ich wollte ein Motiv, das mir für den Rest meines Lebens Freude bereitet. Also entschied ich mich für eine Vulva.

    Wer hat die Vorlage gezeichnet?
    Ich holte mir ein Blatt Papier und ließ alle Partygäste zeichnen. Meine einzige Vorgabe: Die Schamlippen mussten so groß wie möglich sein. Letztendlich musste ich mich zwischen meiner eigenen Zeichnung und der einer Freundin entscheiden. Nachdem ich mich mit meinen Schwestern per SMS beraten hatte, fiel meine Wahl auf die Zeichnung der Freundin.

    Bereust du das Tattoo?
    Nein, mir war ja von Anfang an bewusst, dass da keine gute Tätowierung bei rumkommen würde. Ich kann auch heute noch darüber lachen. Und das ist alles, was zählt. Die meisten Leute erkennen sowieso erst, dass es sich um eine Vulva handelt, wenn ich es ihnen sage. Und falls ich das Ganze jemals bereuen sollte, kann ich ja immer noch irgendein Insekt draus machen lassen.

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    Es gibt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum Paare Babysprache verwenden

    Es gibt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, warum Paare Babysprache verwenden


    Egal ob Dauergrinsen oder Nasenküsse – frisch verliebte Pärchen in der Öffentlichkeit können bei mir schon mal Brechreiz auslösen. Allerdings gibt es eine Sache, die schlimmer ist, als frischgebackenen Turteltauben beim Züngeln zuzusehen: ihnen...

    Egal ob Dauergrinsen oder Nasenküsse – frisch verliebte Pärchen in der Öffentlichkeit können bei mir schon mal Brechreiz auslösen. Allerdings gibt es eine Sache, die schlimmer ist, als frischgebackenen Turteltauben beim Züngeln zuzusehen: ihnen dabei zuzuhören, welche gruseligen Kosenamen sie sich geben. Warum genau bestehen Erwachsene darauf, sich gegenseitig als "Mausepups" oder "Schnuckiputzi" zu bezeichnen?

    Die meisten Experten sind sich einig, dass derartige Sprache in einer romantischen Beziehung die Bindung festigt. Wenn du deinen Freund "Babe" nennst oder ein richtig schlimmer Mensch bist und "Knuffelbärchen" sagst, dann machst du also eure Beziehung stärker. Aber warum funktioniert das? Wie an so vielen Dingen im Leben sind auch hieran eure Eltern schuld.

    Weiterlesen auf Broadly.

    Dieses Video zeigt, wie Polizisten auf Demonstranten einprügeln

    Dieses Video zeigt, wie Polizisten auf Demonstranten einprügeln


    Was genau geschehen ist, kann Marian Ramaswamy nicht sagen, so schnell ging es. "Ich bin Ordner, hören Sie auf, die Demo anzugehen", habe er noch gerufen, erzählt er VICE. Dann hätten Polizisten angefangen, auf ihn einzuschlagen. Die Beamten greifen...

    Was genau geschehen ist, kann Marian Ramaswamy nicht sagen, so schnell ging es. "Ich bin Ordner, hören Sie auf, die Demo anzugehen", habe er noch gerufen, erzählt er VICE. Dann hätten Polizisten angefangen, auf ihn einzuschlagen. Die Beamten greifen ihn. Ramaswamy merkt, dass er hinter die Polizeikette geschleift wird. Sie drücken ihn zu Boden und ein Polizist setzt sich auf ihn. Er bekommt kaum noch Luft, weil ihm ein Mikro, das er zur Koordination der Demo trägt, in den Hals drückt. "Als ich versucht habe, den Polizisten, der auf mir sitzt, darauf aufmerksam zu machen, zog er mich schmerzhaft nach oben und fragte hämisch, ob es jetzt besser sei", erzählt Ramaswamy. Es war nicht besser, das Mikro drückt noch stärker als zuvor. Ramaswamy kommt laut eigener Aussage erst im Polizeiwagen wieder einigermaßen zu sich. Später erfährt er: Gegen ihn liegt eine Anzeige wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung vor.

    Die Taten sind am vergangenen Samstag auf einer Demonstration in der Göttinger Innenstadt passiert. 600 Teilnehmer hatten sich versammelt, um gegen die bundesweite Durchsuchungsaktion der Hamburger Sonderkommission "Schwarzer Block" einige Tage zuvor auf die Straße zu gehen. Am Mittwoch wurde dann ein Video der Geschehnisse auf YouTube veröffentlicht. Darin ist zu sehen, wie der Kopf der Demo in der Roten Straße auf eine Polizeikette zugeht und diese leicht zurückdrängt. Ob die Gruppe von hinten gedrückt wird oder selbst auf die Beamten zugeht, ist im Video nicht erkennbar. Daraufhin schlagen einige Beamte der eingesetzten Braunschweiger Beweis- und Festnahmeeinheit (BFE) mit ihren Schlagstöcken die Demonstranten. Andere treten immer wieder scheinbar willkürlich auf die Menschen in der ersten Reihe ein, die hinter einem Banner stehen.

    Das Video zeigt ebenfalls, wie Ramaswamy, durch eine weiße Armbinde klar erkennbar als Demo-Ordner, zwischen den teilweise vermummten Demonstranten und den schlagenden Polizisten steht. Mehrere Beamte schubsen ihn, einer prügelt mit seinem Schlagstock immer wieder mit großer Wucht auf ihn ein, bevor er Ramaswamy mit der linken Faust mitten ins Gesicht schlägt. Ramaswamy fällt zu Boden, wird von anderen Beamten weggetragen und durch ein Knie im Genick fixiert. "Hilfe", krächzt er deutlich hörbar in dem Video. "Ich wehre mich nicht." Anschließend wird er von zwei Beamten hochgehoben, sein Körper hängt aber nur noch schlaff herunter. "Der ist bewusstlos, holen Sie mal einen Krankenwagen", ruft ein Mann hinter der Kamera. Und immer wieder hört man eine Frau, mutmaßlich die Mutter von Ramaswamy, aufgebracht rufen: "Das ist mein Kind." Die Polizisten reagieren nicht, schirmen Ramaswamy stattdessen von den Umstehenden ab.

    Noch am Tag zuvor habe er an einem Kooperationsgespräch mit Polizei und Ordnungsamt teilgenommen, sagt Ramaswamy, das sei gut verlaufen. Bei der Demonstration selbst habe er es dann plötzlich mit einem anderen Einsatzleiter zu tun gehabt, der "nicht mehr so entspannt war". Als die ersten Demonstranten an der Spitze mit Polizisten aneinandergeraten, stellt sich Ramaswamy an der Seite zwischen Protestzug und Polizei. Auch mit dem Einsatzleiter versucht er zu kommunizieren, wie er VICE berichtet – ohne Erfolg. Kurz darauf liegt er auf dem Bürgersteig.

    "Das Video spricht für sich", sagt Rechtsanwalt Sven Adam, der Ramaswamy vertritt, in einer Pressemitteilung. "Es wurde nun Strafanzeige wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung im Amt erstattet und eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Göttingen gerichtet auf Feststellung der Rechtswidrigkeit dieser enthemmten Gewalt erhoben", so Adam, der das Video unverpixelt an die Staatsanwaltschaft übermittelt hat. Darin sei keine Straftat von Ramaswamy zu sehen. "Aber dafür erhebliche Gewalt von Polizisten gegen den Ordner und diverse Polizeikameras, die das Geschehen filmen." Auch gebe es ein Foto, auf dem einer der eingesetzten Beamten mutmaßlich einen Quarzhandschuh trägt, sagt der Rechtsanwalt gegenüber VICE. Deren Gebrauch ist für Polizisten verboten, der Bundesgerichtshof stufte sie 2012 als "gefährliches Werkzeug" ein.

    Adam meint, dass es schwierig werden könnte, die beteiligten Polizisten zu ermitteln. In Niedersachsen gebe es keine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte. Zu den Anzeigen gegen seinen Mandanten sagt er zudem: "Leider ist es sehr häufig so, dass Polizeibeamte nach recht rüden Ingewahrsamnahmen quasi als Reflex eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schreiben."

    Am Tag der Demonstration teilte die Polizei in einer Pressemitteilung noch mit, dass die Veranstaltung "weitestgehend störungsfrei" verlaufen sei. Demnach seien die Beamten unvermittelt von einer größeren Gruppe Demonstranten von hinten angerannt und angegriffen worden. In dem Video ist davon nichts zu sehen. Einer der mutmaßlichen Angreifer sei ergriffen und überwältigt worden. "Die Begutachtung des Demonstranten durch eine hinzugezogene Rettungswagenbesatzung ergab keine Hinweise auf bei dem Polizeieinsatz erlittene Verletzungen oder die zuvor beschriebene Bewusstlosigkeit", so die Polizei. Ramaswamy hingegen legte VICE ein Attest vor, das ihm am Folgetag Prellungen und andere Verletzungen bestätigte. Er ist derzeit noch krankgeschrieben und nimmt laut eigener Aussage Schmerzmittel.

    Am Donnerstag widersprach die Polizei dann – aufgrund von "mangelndem Informationsfluss" – der eigenen Stellungnahme, dass es keine Störungen bei der Demo gegeben habe: "Zu diesem Zeitpunkt lagen dem Gesamteinsatzleiter die Schilderungen zu den Ereignissen aus der Roten Straße noch nicht vollständig vor", zitiert das Göttinger Tageblatt das Polizeipräsidium. Anwalt Sven Adam ist sauer, dass sich die Polizei trotz der mehr als dürftigen Informationslage noch am Tag der Demonstration zu Wort gemeldet hat: "Das war zum Teil schlichtweg falsch. Gerade bei der Pressearbeit der Polizei sollte doch eine besondere Sorgfaltspflicht herrschen."

    Gegenüber VICE erklärte die Pressestelle der Polizei: "Es gibt einen Strafantrag und dieser wurde von der Staatsanwaltschaft Göttingen übernommen. Wir können und dürfen dazu nichts mehr sagen." Die Staatsanwaltschaft Göttingen bestätigt, dass ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen unbekannte Polizeibeamte eingeleitet wurde. "Der Anzeige war ein Video beigefügt, das den Tathergang darstellen soll", so ein Sprecher. Wegen der laufenden Ermittlungen könnten jedoch keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

    Laut Göttinger Tageblatt habe die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Mitglieder der Braunschweiger Einheit an die Polizeiinspektion Göttingen übergeben. Somit ermittelt jetzt die Polizei Göttingen gegen die Polizei Braunschweig.

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    Anlass der Demonstration waren zwei Hausdurchsuchungen in Göttingen am Dienstag zuvor, die sich laut Polizeiaussagen gegen mutmaßliche Organisatoren der Hamburger G20-Proteste im Juli dieses Jahres richteten. Bundesweit nahmen Beamte am Morgen des 5. Dezembers insgesamt 24 Wohnungen und linke Zentren ins Visier. Nach Angaben der "Antifaschistischen Linken International" verletzten Beamte bei den Durchsuchungen in Göttingen zwei Personen, die Polizei widersprach dieser Aussage. Auch in diesem Fall werde es Anzeigen gegen Polizisten geben, sagt Sven Adam.

    In einer der durchsuchten Göttinger Wohnungen lebt Ramaswamys Familie. Meinhart Ramaswamy ist Kreistagsabgeordneter der örtlichen Piratenpartei, seine Frau Annette Physiotherapeutin. Vor gut einem Jahr wurden sie vor eben jener Wohnung von einer Gruppe Neonazis aus dem Göttinger Umland bedroht. Damals wurde der Polizei vorgeworfen, nicht rechtzeitig vor Ort gewesen zu sein. Nun kamen die Beamten in den frühen Morgenstunden. Der Durchsuchungsbeschluss war gegen Annette Ramaswamy gerichtet, die selbst nicht wusste warum – sie sei beim G20-Gipfel nur mitgelaufen. Sie sagte dem NDR: "Was in diesem Durchsuchungsbefehl steht, damit habe ich überhaupt nichts zu tun. Das befremdet sehr und es macht Angst."

    Angst macht auch, dass Polizisten nicht zum ersten Mal anonym auf Demonstranten einknüppeln. Es ist fraglich, ob die Polizisten in den Ermittlungen gegen ihre Kollegen wirklich etwas herausfinden können – und wollen.

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    Hunderte kleine Kinder wurden seit dem Ausbruch der Gewalt in Myanmar getötet

    Hunderte kleine Kinder wurden seit dem Ausbruch der Gewalt in Myanmar getötet


    Dieser Artikel ist zuerst auf VICE News erschienen.734. Das sei allein die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die im ersten Monat seit Beginn der brutalen Offensive gegen die muslimische Minderheit in Myanmars Provinz Rakhaing-Staat getötet wurden,...

    Dieser Artikel ist zuerst auf VICE News erschienen.

    734. Das sei allein die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die im ersten Monat seit Beginn der brutalen Offensive gegen die muslimische Minderheit in Myanmars Provinz Rakhaing-Staat getötet wurden, heißt es in einem Bericht der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

    Zwischen dem 25. August und dem 24. September sollen demnach mindestens 6.700 Rohingya gewaltsam ums Leben gekommen sein.

    Die Zahlen sind noch vorsichtige Schätzungen. Sie basieren auf sechs großes Umfragen, die die Hilfsorganisation unter den vertriebenen Rohingya in Cox's Bazar, Bangladesch, durchgeführt hatte. Dort leben momentan über 600.000 Menschen, die vor den Sicherheitskräften ins nördliche Nachbarland geflohen sind. Ärzte ohne Grenzen sagt, dass die tatsächlichen Zahlen wahrscheinlich noch viel höher sind.

    Auch von VICE: Cash for Kim – Wie sich nordkoreanische Zwangsarbeiter in Polen zu Tode schuften können

    Um sich ein Bild vom Ausmaß der aktuellen Krise zu machen, befragte die Hilfsorganisation jeden Haushalt zu getöteten Familienangehörigen. Hochgerechnet auf die ganze Rohingya-Bevölkerung ergibt sich ein erschreckendes Bild der Gewalt, der die verfolgte Minderheit ausgesetzt war.

    Die Zahlen sind erschütternd. Der Großteil der gewaltsamen Tötungen – 69,4 Prozent – geschah durch Erschießen. Fast 9 Prozent wurden lebendig in ihren Häusern verbrannt, 5 Prozent zu Tode geprügelt, 2,6 Prozent starben durch sexuelle Gewalt und 1 Prozent durch Landminen.

    Auch kleine Kinder wurden nicht verschont. Fast 60 Prozent der getöteten Kinder unter fünf Jahren wurden erschossen, 15 Prozent verbrannten in ihren Häusern und über 2 Prozent starben durch Landminen.

    Diverse Berichte verschiedener internationaler Hilfsorganisationen – inklusive der Vereinten Nationen – kamen zu dem Ergebnis, dass Myanmars Sicherheitskräfte systematisch getötet, gefoltert, vergewaltigt und Brände gelegt haben, um die Rohingya permanent aus Rakhaing-Staat zu vertreiben. Der UN-Menschenrechtskommissar spricht von einem aufkeimenden Genozid.

    Fehlender Zugang zu den betroffenen Gebieten lässt den Vertretern nichts anderes übrig, als grobe Schätzungen über die wahren Ausmaße der Gewalt anzustellen. Ein führender UN-Vertreter geht davon aus, dass allein in den ersten zwei Wochen der Offensive mindestens 1.000 Rohingya getötet wurden – diese Zahl sei aber sehr wahrscheinlich noch viel höher.

    Ein Bericht von Human Rights Watch vom letzten Monat dokumentiert, wie Myanmars Sicherheitskräfte systematisch Vergewaltigungen von Rohingya-Frauen und -Mädchen als Teil ihrer Strategie einsetzten.

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    Heulsuse der Woche: Katholische Kirche vs. prügelnder Autofahrer

    Heulsuse der Woche: Katholische Kirche vs. prügelnder Autofahrer


    Es ist mal wieder an der Zeit, sich über ein paar Menschen zu wundern, die mit der Welt nicht fertigwerden. Heulsuse #1: Die katholische Kirche Der Vorfall: Sophia Thomalla lässt sich für eine Werbekampagne wie Jesus am Kreuz ablichten. Die...

    Es ist mal wieder an der Zeit, sich über ein paar Menschen zu wundern, die mit der Welt nicht fertigwerden.

    Heulsuse #1: Die katholische Kirche

    Der Vorfall: Sophia Thomalla lässt sich für eine Werbekampagne wie Jesus am Kreuz ablichten.

    Die angemessene Reaktion: Die Provokation ignorieren und somit eben nicht das tun, was sich der Lotterieanbieter von der Kampagne erhofft.

    Die tatsächliche Reaktion: Der Provokation voll auf den Leim gehen und der Kampagne somit überhaupt erst Presse verschaffen.

    Es ist immer so eine Sache mit Sophia Thomalla. Wenn sie in den Medien auftaucht, dann meistens nicht mit Aktionen, die sie irgendwie sympathischer machen. Erst diese Woche wieder zementierte sie ihre Rolle als Feminismus-Gegnerin, als sie sich bei Sandra Maischberger gegen #MeToo aussprach, als sie sagte: "Diese ganze Kampagne ist eine Beleidigung für die wahren Vergewaltigungsopfer!" Aktuell schafft es das Model allerdings nicht nur, progressive Stimmen gegen sich aufzubringen – sondern auch die katholische Kirche.

    In einer Werbekampagne für Lottohelden gibt Thomalla nämlich den Jesus und lässt sich kreuzigen. Der dazugehörige Slogan: "Weihnachten wird jetzt noch schöner." Das ist schon alleine deswegen ein bisschen albern, weil Christen an Weihnachten Jesus’ Geburt und nicht seine Auferstehung feiern (das passiert an Ostern). Und auch sonst scheint die Kampagne offensichtlicher "Bitte regt euch auf!" zu brüllen, als wenn sie tote Hundewelpen zeigen würde.

    Die katholische Kirche tappte trotzdem in die PR-Falle – und ist vor allem deswegen eine Heulsuse, weil sie somit überhaupt erst dazu beiträgt, dass über die Provokation gesprochen wird. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, ließ seiner Empörung über das Kreuzigungsmotiv gegenüber der Bild freien Lauf. "Das ist nicht einmal Kunst. Nur geschmacklos und dumm", sagte er und erklärte, dass "andere Künstler" mit dieser Art von Tabubruch zumindest intelligent umgegangen seien. Sein Fazit: "Es ist erbärmlich, dass ein Unternehmen glaubt, nur durch Verletzung religiöser Gefühle werben zu können."

    Das mag nicht ganz falsch sein, aber wenn es um die geschmacklose und dumme Verdrehung christlicher Werte geht, könnte die katholische Kirche erst mal bei der CSU und AfD anfangen.

    Foto: imago | Ralph Peters Heulsuse #2: Ein cholerischer Autofahrer

    Der Vorfall: Rettungssanitäter eilen dem Opfer eines Schlaganfalls zu Hilfe und parken dabei das Auto eines Mannes zu.

    Die angemessene Reaktion: Wegfahren, nachdem der Sanitäter freundlicherweise den Krankenwagen zur Seite bewegt hat – und sich bedanken.

    Die tatsächliche Reaktion: Dem Sanitäter ins Gesicht schlagen.

    Berlin ist ein hartes Pflaster. Das wissen nicht nur die Menschen, die regelmäßig Deutschrap hören, sondern auch jeder, der schon einmal in der Hauptstadt Auto gefahren ist. Insbesondere Parkplätze sind knapp und haben schon für die ein oder andere Handgreiflichkeit gesorgt. Was einem Rettungssanitäter bei einem Notarzteinsatz im Bezirk Prenzlauer Berg passierte, ist aber selbst für Berliner Verhältnisse ungewöhnlich.

    Die Rettungskräfte parkten vor einem Haus in der Thomas-Mann-Straße, um einem Schlaganfall-Patienten zu helfen. Als der Sanitäter der Malteser Hilfsdienste dem Notarzt ins Haus folgen wollte, klopfte laut Berliner Morgenpost ein Mann an die Scheibe des Fahrzeugs. Seine Forderung: Der Rettungssanitäter solle seinen Wagen ein Stück zurücksetzen, damit er ausparken könne. Obwohl der 47-Jährige dem Wunsch umgehend nachkam, wurde der Unbekannte plötzlich gewalttätig. Er öffnete die Fahrertür und schlug dem Sanitäter mehrfach ins Gesicht.

    Der kam glücklicherweise mit leichten Verletzungen davon und musste im Krankenhaus nur ambulant behandelt werden. Laut einem Sprecher der Feuerwehr seien die körperlichen Schäden allerdings nicht das Schlimmste an dem Vorfall. Deutlich schwerer sei es für den Sanitäter, psychologisch damit umzugehen, dass er scheinbar grundlos und aus dem Nichts angegriffen wurde. Der aggressive Autofahrer, gegen den mittlerweile ein Strafantrag wegen Körperverletzung gestellt wurde, floh nach dem Angriff übrigens zu Fuß vom Tatort.

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    Mein Leben als internationaler Ketamin-Schmuggler

    Mein Leben als internationaler Ketamin-Schmuggler


    "Typische Gangster sind tendenziell ziemliche Psycho-Wichser", sagt Gav. "Die wollten natürlich mitmischen, aber hatten überhaupt keinen Plan, was sie da eigentlich trieben. Schon das Vokabular war anders. Es ging um Liter, nicht um Kilos; um Volumen,...

    "Typische Gangster sind tendenziell ziemliche Psycho-Wichser", sagt Gav. "Die wollten natürlich mitmischen, aber hatten überhaupt keinen Plan, was sie da eigentlich trieben. Schon das Vokabular war anders. Es ging um Liter, nicht um Kilos; um Volumen, nicht um Gewicht." Mitte der 1990er hatten die Allerwenigsten Ketamin als Freizeitdroge überhaupt auf dem Schirm – und das auf beiden Seiten des Gesetzes. Offiziell war das Dissoziativum nur als Arzneistoff eingestuft. Die Polizei hatte keinen blassen Schimmer. "Ein Bekannter von mir wurde mit einer Ladung in Pulverform verhaftet und musste den Beamten sogar noch den Namen der sichergestellten Substanz buchstabieren. Ein paar Wochen später bekam er einen Anruf: 'Sie können vorbeikommen und ihr Eigentum abholen.' Keta war damals so legal, dass die Polizei es dir wieder zurückgegeben hat!"

    Gav heißt eigentlich anders, möchte aber verständlicherweise nicht seinen echten Namen hier lesen. Über die Londoner Hausbesetzer- und Partyszene war Gav Mitte der 90er mit Ketamin in Kontakt gekommen. 1996 kaufte er einen Liter für etwa 500 Britische Pfund, kochte ihn auf 50 Gramm Pulver runter und verkaufte den Großteil zu je 30 Britischen Pfund das Gramm. "Kein wirklich großes Geschäft", erinnert er sich, "aber ein netter Bonus, wenn du nach der Uni von Sozialhilfe lebst. Außerdem waren damit größtenteils die Ausgaben fürs Wochenende gedeckt."

    Eine erste Gelegenheit, sein Geschäft etwas auszubauen, bot sich Gav, als Freunde von ihm Urlaub in Goa machten. Aus den geplanten zwei Wochen waren sechs Monate geworden und irgendwann fragten sie ihn, ob er nicht ein Paket für sie annehmen könnte. Als Aufwandsentschädigung würde es einen Liter gratis geben. Gav willigte ein. Indien war damals – und ist auch heute noch – der größte Ketaminproduzent der Welt. Das Anästhetikum wird dort für die legale human- und tiermedizinische Anwendung hergestellt. Im Gegensatz zu heute konnte man Ketamin damals allerdings noch problemlos direkt bei den Herstellern oder in Apotheken kaufen. Gavs kleine Aufwandsentschädigung hatte seine Freunde gerade mal 100 Pfund gekostet. Als er das erfuhr, witterte er sofort ein Geschäft: "Ich meinte nur: 'Das sind zwei Pfund pro Gramm! Jesus, wie viel Kohle sich damit machen lässt! Wollt ihr wieder zurück? Kann ich mitkommen?!'" Einen Monat später saß er mit einem Freund in einer Chartermaschine nach Goa.

    Auch bei Vice: "High Society" – Die Wahrheit über Ecstasy

    Damals war das alles noch komplettes Neuland. "Fast das ganze Ketamin, das in Europa im Umlauf war, stammte zwischenzeitlich von einer Person – aus einem winzigen Laden am Straßenrand in Goa", erinnert sich Gav. "Jemand hatte entdeckt, dass du es dort einfach in der Apotheke kaufen konntest. Niemand stellte irgendwelche Fragen."

    Bei ihren ersten Trips kauften Gav und sein Geschäftspartner "Stoff für etwa 1.000 oder 1.500 Pfund" und schickten die zehn bis fünfzehn Liter über den winzigen lokalen DHL-Shop zurück nach Großbritannien. Das Keta aus der Apotheke kam in großen Kartons voller Zehn-Milliliter-Ampullen. Für den Versand mussten diese geöffnet und der Inhalt gewissenhaft in Literflaschen gefüllt werden. "Das Zeug aus den Glasampullen in die Flaschen zu kippen, hat ewig gedauert", erzählt Gav. "Das war eine Heidenarbeit, dir haben danach beide Hände geblutet. Wenn dir die Flüssigkeit in eine Wunde gelaufen ist, hat das unfassbar wehgetan – ziemlich ironisch, wenn man bedenkt, dass das ein Schmerzmittel ist."

    Das Ketamin füllten sie in Flaschen für Rosenwasser und schickten es problemlos durch den Zoll

    Die Flaschen, in die sie das flüssige Ketamin füllten, waren eigentlich für Rosenwasser gedacht. Warum gerade Rosenwasser? "Ich bin nicht auf die Idee mit dem Rosenwasser gekommen, aber auf den Flaschen stand, dass der Inhalt auch für 'religiöse Zwecke' benutzt werden kann. Dementsprechend waren sie von der Einkommenssteuer befreit und gingen problemlos durch den Zoll. Bingo!"

    Sobald Abfüllung und Versand erledigt waren, musste der Abfall entsorgt werden. Keine ganz leichte Angelegenheit, wie sich herausstellen sollte. "Du kannst nicht einfach alles in den Müll schmeißen. Das wäre viel zu auffällig. Irgendjemand hatte irgendwo ein großes Loch entdeckt – eine verlassene Baustelle mitten im Dschungel. Wir sind dann nachts mit dem Moped von der Straße abgefahren, natürlich ohne Licht – du willst ja auf keinen Fall gesehen werden. Wir waren fast blind, nicht nur, weil es stockdunkel war, sondern weil wir auch noch total drauf waren. Blind und high haben wir dann diese riesigen Jutesäcke voll mit winzigen Glasampullen durch den Dschungel geschleppt. Überall Affen und Schlangen, die dir an die Wäsche wollen, und du bist auf der Suche nach einem großen dunklen Loch im Boden, in das du natürlich nicht reinfallen willst. Ein Vollmond hat die ganze Sache auf jeden Fall erheblich erleichtert."

    Anfangs erledigten sie noch alles außer der Abfüllung in der Dunkelheit – und selbst die Fummelarbeit machten sie nach Möglichkeit in Ferienwohnungen fernab der Touristenzentren, in denen die Polizei auf der Suche nach schnellem Schmiergeld gerne ihre Runden drehte. "Irgendwann haben wir aber gemerkt, dass sich der Morgen viel besser für solche Sachen eignet. Morgens kommt niemand auf die Idee, dass du irgendwas im Schilde führen könntest. Und die Polizei ist auch noch nicht unterwegs."

    Daheim in Großbritannien musste derweil die Logistik aufgebaut werden. Die Rosenwasser-Pakete brauchten willige Empfänger. "Am Anfang war das Risiko noch extrem gering", erinnert sich Gav. "Du konntest alles in einem Paket an eine Adresse schicken. Zehn bis fünfzehn Flaschen. Die Auslagen waren schließlich nicht besonders hoch. Aber als unser Geschäft wuchs, haben wir angefangen, das Risiko auf mehrere Empfänger zu verteilen."

    Aufs Gavs Gehaltsliste standen irgendwann nicht nur die Empfänger selbst, sondern auch Personen, die ihm neue Adressen vermittelten. Bezahlt wurde mit Geld oder Drogen – vorzugsweise Letzteres. "Am Anfang ging alles noch an den gleichen Ort. Gegen Ende schickten wir Pakete in alle Ecken des Landes. Manche Empfänger kannte ich persönlich, andere nicht." Da viele zur Miete in WGs mit regelmäßigen Mitbewohnerwechseln lebten, war die Kombination aus fiktivem Namen und echter Adresse oft kein Problem. Und so lange die Empfänger das Paket nicht öffneten, hatten sie auch nichts zu befürchten: "Solange du es nicht öffnest, bist du nicht für den Inhalt verantwortlich – selbst wenn es an deinen Namen adressiert ist", sagt Gav.

    Der Ketamin-Handel in Großbritannien lief problemlos – etwa 10 Jahre lang

    Weil die Droge relativ neu in der Partyszene war und Gav gute Kontakte in der Londoner Hausbesetzerszene und dem europäischen Teknival-Zirkus hatte, beherrschte er bald den Markt. "In der Ecke, aus der ich stamme, waren wir die Einzigen. Der Rest war fast ausschließlich in London. Für mich war das extrem praktisch. Die Cops in der Hauptstadt waren besser und gewitzter. Wenn es also irgendwo Probleme geben würde, dann in London. Und wenn dort etwas schiefgelaufen wäre, hätten wir gewusst, dass wir die Sache an den Nagel hängen müssen. Dann lief aber alles problemlos – und das etwa zehn Jahre lang."

    Ganz so einfach war es dann aber doch nicht, besonders nicht für jene, die diese Betätigung als ernsthafte Karriereoption ins Auge gefasst hatten. "Viele waren darin absolut furchtbar. Entweder haben sie sofort das ganze Geld ausgegeben oder die ganzen Drogen einfach alle selbst konsumiert. Du brauchst schon eine gewisse Willensstärke. Das ist so, als würdest du dir einen Weinkeller anlegen: Das geht schließlich auch nicht, wenn du sofort alles wegsäufst. Aber das ist leichter gesagt, als getan, vor allem bei so kleinen Mengen. Entweder lässt du komplett die Finger von dem Zeug, das du verkaufst, oder du hast einfach so viel davon, dass ein bisschen Selbstbedienung keinen Schaden anrichtet."

    Um überhaupt an solche Mengen zu kommen, musste Gav den Geldfluss erhöhen (das Problem mit den fummeligen Ampullen und den blutenden Händen mal hintenangestellt). Anfangs hatte sich Gav noch größtenteils über Sponsoren finanziert: Leute, die ihm 250 Pfund vorstreckten und im Gegenzug einen Liter Ketamin bekamen. Die restlichen 150 Pfund wurden in noch mehr Ketamin investiert. Schon bald aber hatte Gav keine Lust mehr auf das Generve unruhiger Geschäftspartner, die ständig Angst hatten, dass er sich mit ihrer Kohle aus dem Staub gemacht haben könnte.

    Als Gav plötzlich von seiner Bank eine Kreditkarte angeboten bekam, änderte sich alles. Er fing an, in England von der Kreditkarte zu leben und dabei Papiergeldreserven für seine immer häufiger stattfindenden Geschäftsreisen nach Indien zu sammeln. Mit den Gewinnen zahlte er dann die Schulden von seiner Kreditkarte ab. Natürlich waren seine Kontoaktivitäten auch dem wohlwollenden Blick des automatisierten Bankensystems nicht entgangen, das daraufhin netterweise sein Dispolimit weiter ausbaute. Schon bald öffnete Gavin weitere Konten und ließ auch dort das Überziehungslimit soweit wachsen, bis er für diese Konten eine Kreditkarte angeboten bekam. Irgendwann war er so weit, dass er in einer Art wöchentlichem Ritual sein ganzes Geld von einem Konto aufs andere manövrierte und so mit einer Karte die andere abbezahlte. Dabei achtete er stets darauf, dass jedes Konto mit mindestens einem Penny überzogen blieb. Diese Kombination aus reger Benutzung und Dauerschulden machte jedes einzelne seiner Konten für die Banken attraktiv. Irgendwann hatte er auf einer der Karten einen Kreditrahmen von 21.000 Britischen Pfund. Das Geschäft florierte.

    Gav schmuggelte 20.000 Pfund in den Seitentaschen seiner Cargohose durch Flughäfen

    Bei jedem Businesstrip machte Gav etwa 200 Prozent Profit. Aber natürlich brauchte er Scheine in indischer Währung. "Du kannst da drüben nicht einfach deine Kreditkarte benutzen. Bei einem Blick auf deinen Kontoauszug sieht sonst auch der dümmste Ermittler, was los ist."

    Also blieb ihm nichts anderes übrig, als Bargeld durch verschiedene Flughäfen zu schmuggeln. Dafür stopfte er sich 20.000 Pfund in die Seitentaschen seiner Cargohose. "Ich wurde richtig gut darin, die Metalldetektoren am Flughafen auszutricksen", erinnert er sich. "Ich kaufte mir Plastikgürtel und solche Sachen. Hätte ich meinen Gürtel ausgezogen, wäre mir die Hose mit dem Gewicht der ganzen Scheine wahrscheinlich runtergerutscht. Abgetastet zu werden, war das Letzte, was ich wollte."

    Auch bei VICE: Welche Rolle Ketamin in der Suchttherapie spielen könnte

    In Indien angekommen stand Gav vor dem Problem, die ganzen britischen 50er in indische Rupien umzutauschen. Von Telefonzellen aus fragten sie an, wie viel die Stuben maximal eintauschten, ohne einen Ausweis zu verlangen. Dann klapperten sie eine nach der anderen ab. "Die Inder liebten unsere 50-Pfund-Scheine", aber es gab einen Haken. "Wenn du heute nach Indien gehst, bekommst du problemlos einen 1.000-Rupien-Schein. Das sind etwa 20 Pfund. Damals bekamst du mit wirklich großem Glück einen 500-Rupien-Schein, mit etwas Glück einen 100er, meistens hattest du aber nur einen Haufen 50er. Die waren noch nicht mal einen Pfund wert. Als wir etwa 50 Liter pro Trip machten, hatten wir 5.000 von diesen Scheinen. Wir liefen mit Rucksäcken voller Geld durch die Gegend. Einmal füllten ein Freund und ich einen ganzen Kleiderschrank mit Geld. Wir brauchten den ganzen Tag, um es zur Apotheke zu bringen – wir mussten ständig hin und zurück. Es war verrückt."

    Irgendwann begann man in Indien, britisches Geld zu akzeptieren, und damit war das Problem Geschichte. Aber nicht nur das, auch um die Abfüllung der Rosenwasser-Flaschen kümmerten sich jetzt Einheimische. Die lokale Wirtschaft begann sich anzupassen.

    Auch wenn Gav nie hundertprozentig dahintergekommen ist, vermutet er, dass sich zwei Brüder aus dem Gastronomiegeschäft als Mittelsmänner im Geschäft etabliert hatten. Auch im lokalen DHL-Shop hatte man sich jetzt auf das eigentümliche Exportgeschäft eingerichtet. "Im Grunde hatten sie keinen Bock mehr darauf, dass ständig Leute bei ihnen ankamen. Vor dem Laden war andauernd eine riesige Schlange und alle wollten das Gleiche: Rosenwasser für religiöse Zwecke nach Großbritannien schicken." Sie gingen sogar in Hotels, um für die Pakete die Namen und Adressen in Großbritannien zu sammeln. "Irgendwann hast du das Zeug gar nicht mehr selbst zu Gesicht bekommen."

    Am Anfang machte das nur eine kleine Gruppe armer und fertiger Leute

    Mit der Vereinfachung der Logistik begannen auch die geschäftstüchtigen Psychonauten aufzustocken: "Ein Apotheker sagte mal zu mir: 'Als ihr Leute das erste Mal hier aufgetaucht seid, hat mich jemand nach 20 Litern gefragt, und ich wusste nicht, ob ich die Bestellung erfüllen kann. Ich habe ewig gebraucht, das zu organisieren. Jetzt kauft jeder, der in meinen Laden kommt, direkt 200 Liter."

    Von der anfänglichen Diskretion konnte keine Rede mehr sein. "Als ich zum ersten Mal dort war, war da nur eine sehr kleine Gruppe von uns – ziemlich arme und fertige Leute, die da rumgestolpert sind und einfach ihr Ding gemacht haben. Weil das in so einem kleinen Rahmen geschah, wusste auch niemand, was wir taten. Wir redeten mit niemandem – wahrscheinlich auch, weil wir meistens viel zu high waren. Vielleicht war das unser Vorteil. Wenn du sabbernd am Boden liegst, kannst du schlecht von deinem Schmuggelgeschäft erzählen."

    Aber das änderte sich, erzählt Gav: "Irgendwann kam jeder Trottel für eine Keta-Fuhre nach Indien. Am Anfang habe ich noch zwei bis drei Wochen gebraucht, um 2.000 Pfund zu machen. Später hatte ich das gleiche Geld in drei Tagen. Wenn du so weit warst, hattest du schon das ganze Programm mit Jetskis, Paragliding und Speedbootfahren durch, das lokale Bier schmeckte so beschissen, dass du angefangen hast, es mit Limo zu mischen. Irgendwann hingst du nur noch in deinem Hotelzimmer rum, hast BBC-Nachrichten in Dauerschleife geguckt und zwischendurch deinen Kopf in den Kühlschrank gehalten, um etwas Koks zu ziehen. Das hattest du natürlich genau dann von ein paar Nigerianern gekauft, als deine Klimaanlage den Geist aufgab. Hättest du das Zeug nicht im Kühlschrank gehabt, hätte es sich bei der Luftfeuchtigkeit einfach aufgelöst. Ich verbrachte mehr Zeit damit, stumpf auf meinen Rückflug zu warten, als irgendwas Sinnvolles zu tun."

    Zu seinen Hochzeiten machte Gav "etwa zwei Riesen pro Woche" – steuerfrei versteht sich. Den Verkaufspreis an seine Dealer hielt er bewusst niedrig, damit diese ordentlich Profit damit machen und ihn verlässlich bezahlen konnten. Aber der Boom war eindeutig vorbei. "Irgendwann machen es zu viele, es wird zu bekannt und dann bricht einfach alles zusammen."

    Etwa 2004, erinnert sich Gav, "war klar, dass es bergab ging". Leute wurden bei der Ausreise am Flughafen von der indischen Einwanderungsbehörde aufgehalten, aber auch in der Heimat lief nicht mehr alles rund. Beim Beobachten der DHL-Sendungsverfolgung war Gav aufgefallen, dass der gleiche Vorgang, der fünf Jahre lang etwa fünf Minuten gedauert hatte, plötzlich bis zu zwei Wochen in Anspruch nahm.

    Der Zufall startete das Geschäft – Selbstüberschätzung beendete es

    Und auch an anderer Stelle wurde die Lage brenzlig. "Ein DHL-Bote, der eins unserer Pakete in England auslieferte, meinte an der Haustür nur: 'Also, es geht mich ja nichts an, aber vorne an der Ecke steht ein Haufen Polizisten.' Andere Pakete erreichten ihre Empfänger verziert mit dem schwarz-gelben-Tape der Zollbehörde: 'Zur Inspektion geöffnet'. Hier und da fehlten einzelne Flaschen. Vielleicht waren sie aus den Boxen gefallen? Wir waren uns aber ziemlich sicher, dass uns die Leute bei der Versandfirma auf die Schliche gekommen waren und einfach ein paar klauten. Das Risiko, dass sich jemand beschwert, war schließlich nicht sehr hoch."

    Wenn es eine Art Zufall war, der das ganze Geschäft überhaupt erst ermöglicht hatte, so war es am Ende ein Akt der Selbstüberschätzung, der alles zusammenstürzen ließ. "Da war dieser Italiener, der anfing, flüssiges Koks in Rosenwasser-Flaschen zu füllen und zurückzuschicken. Sie haben ihn erwischt, aber natürlich war die Polizei danach aufmerksamer. Sie schauten sich an, was alles durch den Zoll ging, und irgendwann waren sie fest davon überzeugt, ein riesiges Kokainschmuggelgeschäft entdeckt zu haben. Hatten sie aber nicht. Es war nur dieser eine Typ, der dann ziemlich lange Zeit im Knast gelandet ist. Was auch gut ist. Der hat die Sache nämlich für alle versaut."

    Gav erinnert sich noch an einen Satz aus Howard Marks' Autobiographie Mr. Nice. "Der ging in etwa so: 'Versuch das nicht nachzumachen. Es funktioniert so nicht mehr.' Nun, das Gleiche gilt für Keta: Leider würde das heute so auch nicht mehr funktionieren."

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    Wir haben Menschen gefragt, was sie mit den Nacktfotos ihrer Ex-Partner gemacht haben

    Wir haben Menschen gefragt, was sie mit den Nacktfotos ihrer Ex-Partner gemacht haben


    Sich gegenseitig zu zeigen, wie man ist, und den nackten Körper des anderen zu erkunden, ist sehr intim und extrem reizvoll. Es erfordert Vertrauen und schafft auch welches. Jede gute Beziehung ist voller Liebe und Respekt – warum sollte man da nicht...

    Sich gegenseitig zu zeigen, wie man ist, und den nackten Körper des anderen zu erkunden, ist sehr intim und extrem reizvoll. Es erfordert Vertrauen und schafft auch welches. Jede gute Beziehung ist voller Liebe und Respekt – warum sollte man da nicht auch intime Fotos mit dem Partner austauschen? Diese Gruselgeschichten, bei denen die Bilder am Ende auf dem Twitter-Profil des Ex landen, werden einem selbst schon nicht passieren. Davon ist jeder überzeugt, der schon mal selbst ein Nudie verschickt hat. Aber was passiert mit den Fotos, wenn sich mit dem Update eures Facebook-Beziehungsstatus auch eure Ex-Partner verändern? Wenn der Ex-Partner dies verlangt, müssen die Bilder gelöscht werden – das urteilte der Bundesgerichtshof 2015.

    Wir haben Menschen gefragt, ob sie die Nacktbilder ihrer Ex-Partner und -Partnerinnen nach der Trennung gelöscht haben. Und teilweise erschreckende Antworten bekommen.

    Marlon*, 30

    VICE: Löschst du die Nacktfotos deiner Freundinnen, wenn die Beziehung in die Brüche geht?
    Marlon: Ich habe von all meinen Exen alle Nacktfotos von meinem Handy gelöscht – bis auf jeweils eines. Ich habe ein schlechtes Gedächtnis und möchte mich manchmal daran erinnern, wie sie nackt aussehen. Wenn ich in sentimentaler Stimmung bin, schau ich mir eines dieser Fotos an und denke an die gute Zeit, die wir hatten. Die schwierigen Momente unserer Beziehung blende ich dann völlig aus.

    "Sentimentale Stimmung" klingt sexuell.
    Sentimental kann auch etwas Sexuelles sein, muss es aber nicht. Mir auf die Fotos einen runterzuholen, mache ich sehr selten. Ich glaube, das ist insgesamt nur ein oder zwei Mal passiert.

    Haben deine Ex-Freundinnen auch Nacktfotos von dir?
    Klar. Die Fotos, die ich von ihnen habe, wurden mir in 90 Prozent der Fälle auch von ihnen geschickt. Der Fairness halber sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich auf meinen externen Festplatten alle Nacktfotos horte – auch die, die ich von meinem Handy gelöscht habe. Da sind alle Bilder drauf, die ich jemals aufgenommen habe, sogar die verschwommenen. Manchmal denke ich, ich sollte die Nacktfotos einfach alle löschen, aber dann müsste ich konsequenterweise gleich die kompletten Fotos aus dieser Zeit löschen. Nur die Nacktfotos zu entfernen, weil darauf jemand nackt ist, fände ich überholt. Außerdem wäre es mir zu viel Arbeit, die unter den 10.000 Bildern rauszusuchen.

    Martha*, 31:

    VICE: Würde ich bei dir Nudes deiner Ex-Partner finden?
    Martha: Ex-Partner, Ex-Liebschaften – so ziemlich jeden, den ich heiß finde, habe ich früher oder später abgelichtet: als Einzelbild vor oder nach dem Sex oder währenddessen, mit Nippelblitzern von mir. Dick Pics, die ich selber bekomme, behalte ich nur, wenn die Penisse sehr schön sind – dann aber mit dem kompletten Whats-App-Verlauf. Random Dick Pics ohne ansprechende Groschenroman-Nachrichten haben bei mir keine lange Überlebensdauer.

    Sie wissen also, dass es die Bilder gibt?
    Ich bin Fotografin, die Objekte meiner längeren Begierde sind sich darüber im Klaren, dass ich die Fotos mache, um sie zu behalten und irgendwann auch zu veröffentlichen.

    Auch bei VICE: Skirt Club: Der Nacktfoto-Leak

    Was machst du mit den ganzen Penisbildern?
    Manche schmachte ich an einsamen Winterabenden an, mit anderen erfreue ich meinen auf Schwänze stehenden Freundeskreis. Sharing is caring! Hauptsächlich arbeite ich aber an einer Dick-Pic-Fotoserie – das ist nur der Arbeitstitel –, in der ich zunächst die Fotos meiner ehemaligen Liebhaber nutzen werde. Im Laufe der Zeit will ich aber auch andere fotografieren.

    Wie groß ist deine Sammlung? Und hast du einen Favoriten?
    Von meinen Exen habe ich etwa 20 Bilder. Mein Lieblingsbild ist ein wunderschöner Schwanz, mit dem der Träger leider nicht umgehen kann. Er ist groß und sehr formschön und das Drumherum sehr ästhetisch tätowiert. Den will ich auch unbedingt nochmal richtig für meine Dick-Pic-Serie in Szene setzen, aber ein Treffen kam noch nicht zustande. Vielleicht stört es ihn, dass ich jetzt in einer monogamen Beziehung lebe.

    Leo*, 25:

    VICE: Hast du noch Nacktfotos von deinen Ex-Freundinnen?
    Leo: Nur von einer, wir waren mit 18 etwa ein halbes Jahr zusammen. Sie war die heißeste auf unserer Schule und hat irgendwann im Sommer eine Party bei ihren Eltern im Keller geschmissen. Gegen Ende waren wir total besoffen und alle Pärchen haben auf einer Couch rumgemacht – auch wir. Das ging eine ganze Weile so, bis sie oben ohne eingepennt ist. Ich habe mit meinem Handy ein Foto davon gemacht, das muss noch irgendwo in der Cloud vergraben sein. Wenn du willst, suche ich es dir raus.

    Bitte nicht. Weiß sie überhaupt, dass das Foto existiert?
    Wir haben an dem Abend nicht miteinander geschlafen, aus Rache habe ich das Nacktbild von ihr gemacht. Sie weiß davon nichts.

    Moment. Du hast sie nackt fotografiert, weil sie nicht mit dir schlafen wollte?
    Genau. Sie ist halt eingeschlafen, als wir rumgemacht haben. Ich finde das nicht problematisch, wir waren Teenager. Da passiert sowas schon mal. Ich habe kein schlechtes Gewissen – vielleicht fände sie es sogar selbst lustig. [Anm. d. Red.: Wir haben Leo ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sein Verhalten problematisch und sogar strafbar ist und er das Foto löschen soll. Fotos oder Videos, die im Privaten – also etwa im Schlafzimmer – heimlich aufgenommen werden, können mit einer Höchststrafe von zwei Jahren Freiheitsentzug geahndet werden. Das trifft auch zu, wenn eine Person heimlich fotografiert wird, während sie betrunken ist oder unter Drogen steht.]

    Rabea*, 26

    VICE: Wie viele Nackfotos von deinen Ex-Freunden hast du?
    Rabea: Ich mag all meine Ex-Freunde eigentlich noch sehr und habe guten Kontakt mit ihnen, deswegen hab ich deren Fotos auch nie gelöscht oder verbrannt oder so. Das sind aber meistens ziemlich normale Bilder. Ich habe es immer vermieden, Nacktfotos zu machen oder zu verschicken. Wobei… Neulich habe ich einen Ordner auf meinem Laptop durchstöbert und dabei eins entdeckt.

    Überraschung!
    Ja, das hat mich ziemlich melancholisch gemacht. Ich habe mich an die gemeinsamen Zeiten erinnert und an die Trennung. Wenn ich mir alte Fotos anschaue, denke ich immer an die Heartbreaks. Insgesamt fühle ich mich dann eher schlecht.

    Weiß dein Ex, dass du das Nacktfoto von ihm hast?
    Wir hatten eine Fernbeziehung, da haben wir Cybersex ausprobiert. Irgendwann habe ich heimlich einen Screenshot gemacht. Von ihm habe ich aber auch so Fotos gemacht, auf denen er nackig ist und seinen Pimmel in der Hand hält. Er weiß, dass ich die habe, ich habe sie ja damals mit meinem Handy aufgenommen. Aber ich kann sie nicht löschen: Da sieht sein Gesicht so süß drauf aus.

    Mathias*, 26

    VICE: Wenn ich jetzt auf dein Handy schauen würde, wie viele Nacktfotos würde ich finden?
    Mathias: Leider sehr viele. Aber ich versichere dir: keines von mir, meiner Freundin oder sonst einer Frau, die ich kenne.

    Sondern?
    Ich habe viele Freunde, die in diversen WhatsApp-Gruppen die Nacktbilder ihrer Tinder-Eroberungen stolz vorzeigen. Diese Bilder landen dann meistens auch in meiner Mediathek und irgendwann habe ich aufgegeben, sie (oder auch die "Kluge Sprüche"-Bilder meiner Tante) zu löschen.

    Was sagt deine Freundin dazu?
    Die versteht einerseits Frauen nicht, die die ihrer Meinung nach oberste Regel missachten: Zeige auf Nacktbildern nie deinen Kopf. Andererseits sagt sie, dass meine Freunde armselige Arschlöcher sind, dass sie so intime Bilder an ihre Freunde schicken, um Bestätigung zu bekommen. Ich muss gestehen, dass ich mir einfach jedes Mal denke: Jeder, der Bilder macht, muss damit rechnen, dass sie irgendwo herumliegen und für andere sichtbar werden. Mir tun die meisten Frauen aber leid, weil sie nicht wissen, mit was für Assis sie zusammen sind oder waren. Ich muss aber auch sagen, dass ich einige Kumpels habe, die sagen: "Nee, die Fotos will ich nicht zeigen, weil die Frau mir am Herzen liegt und ich ihr Vertrauen nicht missbrauchen will." Bei Ex-Freundinnen schwindet dieser Respekt aber schnell …

    Vielleicht solltest du dir mal neue Freunde suchen. Wie sieht das in deiner Beziehung aus, schickt ihr euch Nacktbilder?
    Nee, wir machen so etwas nicht. Ich würde nie ein Bild von mir verschicken, weil ich mir nicht sicher bin, dass die nicht doch irgendwann im Internet landen. Irgendwie hatte ich auch immer Freundinnen, die so etwas nicht gemacht haben.

    * Namen geändert

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    So tricksen sich faule Studierende zum Abschluss

    So tricksen sich faule Studierende zum Abschluss


    Partys, Billigalkohol, jeden Freitag frei – das Studium ist für viele eine Zeit, in der sie sich noch mal so richtig ausleben können, bevor sie den Rest ihres Lebens am Schreibtisch fristen und ihr Highlight des Tages darin besteht, wenn irgendein...

    Partys, Billigalkohol, jeden Freitag frei – das Studium ist für viele eine Zeit, in der sie sich noch mal so richtig ausleben können, bevor sie den Rest ihres Lebens am Schreibtisch fristen und ihr Highlight des Tages darin besteht, wenn irgendein Kollege eine sehr private Nachricht versehentlich an das komplette Büro schickt. Abseits aller Klischees haben Studierende in der Realität aber trotzdem mehr als genug zu tun. Zwischen Praxissemester, Hausarbeit und Nebenjob bleibt oft wenig Zeit für ein Privatleben. Die Lösung: so wenig Energie und Aufwand wie möglich in sein Studium investieren. Wir haben Dinge gesammelt, die faule Menschen machen, um durchs Studium zu kommen.

    Nie wieder in die Bibliothek

    Wer studiert, muss Bücher wälzen. Viele Bücher. Und verbringt während des Studiums wahrscheinlich mehr Zeit in Bibliotheken als im kompletten Rest seines Lebens. Oder? Das lässt sich vermeiden. Die Bibliothek eurer Hochschule hat vielleicht alles zur Metamorphose der griechischen Ikonografie zur Zeit des Dritten Reichs, aber in der Regel findet ihr alles, was ihr braucht, im Internet.

    Dienste wie Google Scholar suchen euch in Sekundenschnelle passende Artikel, Aufsätze und Literatur. Zusätzlich gibt es auch bei der ganz herkömmlichen Google-Suche einen Trick: Wollt ihr euch für eure PowerPoint-Präse ein bisschen inspirieren, gebt nach euren Suchbegriffen einfach "filetype:ppt" in das Suchfenster ein. Wenn ihr auf der Suche nach Aufsätzen oder Berichten seid, ersetzt das "ppt" durch "pdf" oder "doc".

    Auch auf VICE: Dieser Berliner hat ein ganzes Zimmer als Bällebad

    Moment, werden jetzt einige von euch sagen. Was, wenn es an meiner Hochschule nicht gern gesehen wird, wenn wir ausschließlich mit Internetquellen arbeiten? Lasst uns diese Frage mit einer Gegenfrage beantworten: Woher will eure Dozentin oder euer Dozent wissen, dass ihr das Buch nicht selbst in der Hand gehalten habt? Gerade die kostenlose Google-Büchervorschau eignet sich perfekt dazu, einzelne Textstücke zu zitieren und dabei den Eindruck zu erwecken, ihr hättet euch durch Hunderte Seiten Stoff gearbeitet. Wenn alle Stricke reißen und die Zeit knapp ist, könnt ihr übrigens durchaus von Wikipedia zitieren, nur eben nicht direkt. Gebt einfach die Quellen an, die Wikipedia angibt. Wir sind als Gesellschaft nicht dadurch weitergekommen, dass wir jeden Tag aufs Neue das Rad erfunden haben.

    Seiten schinden, ohne dass es auffällt

    Es gibt Themen, über die kann man gar nicht genug Worte verlieren. Den Soundtrack von der ersten deutschen Netflix-Serie Dark zum Beispiel. Bei Hausarbeiten ist das anders, die Themen sind meistens eher zäh. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, Seiten zu füllen, ohne tatsächlichen Inhalt liefern zu müssen. Man darf es eben nur nicht zu offensichtlich machen.

    Am naheliegendsten ist es, erst einmal an Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand zu drehen. Weil in vielen Fällen allerdings beides vorgegeben wird (die Hochschulen sind ja auch nicht ganz dumm), müsst ihr ein bisschen kreativer werden. Wir präsentieren: den Zeichenabstands-Trick. In Programmen wie Word lässt sich nämlich auch der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben und Satzzeichen einstellen. Solange ihr einen Zeichenabstand von 0,5pt nicht überschreitet, fällt das kaum auf – und kann, je nach Textlänge, ganze Seiten gut machen. Wenn es euer Thema zulässt, könnt ihr außerdem mit Zwischenüberschriften, Unterpunkten, Einschüben, Aufzählungen, visualisierten Statistiken und neuen Absätzen arbeiten. Wichtig ist nur, dass ihr dazwischen auch noch "richtigen" Text habt.

    Text, der beispielsweise aus einer sehr intensiven und langgezogenen Auswertung einer Umfrage besteht, die ihr selbst durchgeführt habt. Auf Seiten wie SurveyMonkey, Polldaddy oder Limesurvey lassen sich in wenigen Minuten Online-Befragungen erstellen, die ihr einfach an alle Menschen schickt, die euch mögen – oder bei denen ihr noch was gut habt. So generiert ihr unaufwendig speziell auf euer Thema zugeschnittene Informationen, die außer euch niemand hat.

    Erfolgreich abschreiben – im Zweifelsfall bei euch selbst

    Auch wenn das Schreiben gemeinhin gerne als der anstrengendste Part hingestellt wird, sind es eigentlich die von euch zusammengetragenen und ausgewerteten Informationen, die wirklich benotet werden. Weil ihr gerade bei spezifischeren Themen aber nicht unbedingt aus einem endlosen Quellen-Pool wählen könnt, macht es durchaus Sinn, sich anzugucken, was eure Mitstudierenden und/oder ihr selbst zu dem Thema schon mal geschrieben haben.

    "Es hat bei mir wirklich zweimal funktioniert, dass ich mehr oder weniger dieselbe Hausarbeit mit anderem Titel und zu einem anderen Thema abgegeben habe", erklärte beispielsweise ein Kollege, der im Bereich Geisteswissenschaften studiert hat. "Ich habe natürlich alles ein bisschen angepasst, aber die Literatur und die These waren ähnlich." Wenn ihr im ersten Semester also schon einmal zu einem ähnlichen Bereich geforscht und Arbeiten abgegeben habt, warum nicht zwei Semester später bei einem anderen Dozenten oder einer anderen Dozentin noch einmal darauf zurückgreifen?

    Ähnliches gilt auch für Referate, gerade, wenn ihr in der Themenwahl relativ frei seid. Eine Bekannte von euch studiert dasselbe wie ihr an einer anderen Hochschule oder hat in einem ähnlichen Bereich schon mal einen Vortrag zu halten? Leiht euch ihre Präsentation aus und benutzt diese als Recherchegrundlage. Das kann ein guter Startpunkt sein, aber schreibt natürlich nicht einfach bei ihr ab.

    Foto: Pixabay | Pexels | CC0 Gruppenarbeiten und Referate sind eure Freunde

    Ganz allgemein gibt es keinen Grund, sich vor Referaten zu fürchten. Wenn ihr nicht gerade panische Angst davor habt, vor Menschen zu reden, sind sie eher eine Art Joker. Wichtig ist nur, dass ihr eine grobe Vorstellung davon habt, wie man Dinge ansprechend visualisiert, oder euch zumindest an folgende Grundregeln haltet: viele gute Fotos, keine PowerPoint-Schriftanimationen, im Zweifelsfall immer Helvetica nehmen und nur so viel Text wie zwingend nötig auf die Folien packen. Je weniger ihr auf Präsentationsfolien stehen habt, auf umso weniger können sie euch festnageln.

    Da Menschen ganz allgemein schlecht darin sind, anderen über einen längeren Zeitraum aufmerksam zuzuhören, geht es vor allem darum, dass ihr den Eindruck vermittelt, kompetent zu sein. Nicht darum, was ihr unterm Strich an Information vermittelt. Zusätzlich klug ist es, einen Mitstudierenden im Vorfeld dazu zu überreden, euch eine sehr spezifische Frage zu stellen, die ihr dann natürlich beantworten könnt – denn ihr habt euch ja darauf vorbereitet. Wie bei so vielen Dingen im Leben werden auch Projekte für die Uni dann besser, wenn andere Menschen beteiligt sind. Was uns direkt zur nächsten vermeintlichen Horrorvorstellung vieler Studierenden bringt, die in der Realität eigentlich ziemlich super sind: Gruppenarbeiten.

    Allein statistisch gesehen ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr mit irgendjemandem in einer Gruppe landet, der ein echter Streber ist. Oder zumindest Angst davor hat, dass er von den anderen Gruppenteilnehmern runtergezogen wird. Bietet euch zu Beginn der "Wer macht was?"-Verhandlungen also am besten für eine Aufgabe an, die im ersten Moment anstrengend klingt, euch aus der Ausarbeitung des Stoffs aber zum Großteil raushält. Sich um das Layout der Arbeit oder die Präsentation kümmern, zum Beispiel. Oder ihr übernehmt einfach das Vortragen. Falls mehrere aus der Gruppe vortragen, solltet ihr in jedem Fall immer den ersten Teil übernehmen. Die Einführung ins Thema und den Lebenslauf der zu behandelnden Person bekommt ihr nach wenigen Minuten auf Wikipedia hin.

    Geheimwaffe mündliche Mitarbeit

    Vorsorge ist besser als Nachsorge. Was sich bei Arztbesuchen bewährt hat, gilt auch im Studium, genauer gesagt bei der mündlichen Mitarbeit. Für viele Dozentinnen und Dozenten ist die nämlich immer noch elementar, wenn es um die Benotung geht. Grundsätzlich gilt: Es lohnt sich, zu Beginn des Kurses ein, zweimal wirklich vorbereitet zu sein und sich in diesem Zeitfenster so viel wie möglich einzubringen. Sei das nun, indem ihr euch meldet und Fragen beantwortet, oder sehr spezifische Fragen stellt. Beides vermittelt nämlich den Eindruck, dass ihr aufmerksam und interessiert seid. Und es fällt auch nicht mehr ganz so schwer ins Gewicht, wenn ihr den Rest des Semesters im Halbschlaf verbringt oder erst gar nicht zur Vorlesung kommt.

    Diese These bestätigt uns übrigens eine Kollegin, die selbst mal an einer Hochschule gelehrt hat: "Ich glaube, das könnte auch systematisch funktionieren. Wirklichen Eindruck macht man nur am Anfang und Ende des Kurses. Den Mittelteil des Semesters vergessen alle." Sollte es zu dem überraschenden Fall kommen, dass ihr auch ohne jegliche Vorbereitung ganz zufällig etwas wisst: Meldet euch sofort. So geratet ihr seltener in die Verlegenheit, überraschend aufgerufen und befragt zu werden.

    Nicht alles lesen

    Wenn ihr wirklich gezwungen seid, Dutzende Seiten in kürzester Zeit in euer Gehirn zu hämmern, dann kann es sinnvoll sein, sich das Thema Lesetechniken ein bisschen genauer anzuschauen. Im Internet gibt es etliche Seiten, die einem dabei helfen können, schneller und effektiver zu lesen. An manchen Hochschulen gibt es sogar private Kursanbieter, die einen in kostenpflichtigen Seminaren in die Geheimnisse des "Speed Readings" einweihen wollen. Noch besser als schnell zu lesen ist aber natürlich: nicht alles lesen. Und gerade bei einigen US-amerikanischen Texten reicht es völlig aus, immer nur den ersten und den letzten Satz jedes Absatzes zu lesen. Wie eine Kollegin erklärt, folgen Essays und wissenschaftliche Texte dort nämlich einem strengen Schema und selbst jeder einzelne Absatz folgt einem ähnlichen Muster. Er beginnt oftmals mit der These, darauf folgen Argumente für oder gegen diese These mit zugehörigen Beispielen, und er endet mit einer Zusammenfassung. Es reicht also völlig, die These und die Zusammenfassung zu lesen.

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