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    Ein Ex-Gefangener der Taliban dachte, Donald Trump als US-Präsident sei ein Scherz

    Ein Ex-Gefangener der Taliban dachte, Donald Trump als US-Präsident sei ein Scherz


    Der Kanadier Joshua Boyle befand sich fünf Jahre lang in der Gefangenschaft der Taliban. Am 11. Oktober wurde der 34-Jährige zusammen mit seiner Frau Caitlan Coleman und ihren drei Kindern endlich befreit – alle drei wurden in Gefangenschaft geboren,...

    Der Kanadier Joshua Boyle befand sich fünf Jahre lang in der Gefangenschaft der Taliban. Am 11. Oktober wurde der 34-Jährige zusammen mit seiner Frau Caitlan Coleman und ihren drei Kindern endlich befreit – alle drei wurden in Gefangenschaft geboren, eins davon ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Sie wurden vom pakistanischen Militär und Geheimdienst gerettet, während der Mission kam es zu einer blutigen Schießerei mit den Kidnappern, bei der sich die Sicherheitskräfte schützend vor die Familie stellten.

    Als sie entführt wurden, reisten Boyle und Coleman gerade durch Afghanistan, keiner von beiden hatte Verbindungen zum Militär oder dem Geheimdienst. Während der Gefangenschaft bekam die Familie absolut nichts mit von der Außenwelt. Für sie war der jetzige US-Präsident Donald Trump also weiterhin bloß ein Geschäftsmann und Reality-TV-Star. Im Gespräch mit dem Toronto Star erzählte Boyle nun, dass man ihm vor der Aufnahme eines Lebensbeweis-Videos schließlich mitgeteilt habe, dass Trump inzwischen das politische Oberhaupt der USA sei.

    "Es kam mir nicht einmal in den Sinn, dass meine Entführer das ernst meinen könnten", sagte er.

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    Boyle und Coleman wurden 2012 während einer Wanderung in der afghanischen Provinz Ghazni entführt. Zu diesem Zeitpunkt war die Frau im fünften Monat schwanger.

    Gegenüber Toronto Star sagte der Kanadier, dass die Entführer seine Frau vergewaltigten und die Familie in winzigen unterirdischen Zellen leben musste. Coleman hatte ein weiteres Kind zur Welt gebracht, seine Tochter sei jedoch von den Taliban getötet worden. Gegen diese Vorwürfe hat sich die Miliz bereits gewehrt und behauptet, dass Coleman eine "natürliche Fehlgeburt" erlitten habe.

    In einem vom pakistanischen Militär veröffentlichten Video erzählt Boyle, dass seine Kinder nach der Befreiung zum ersten Mal Tageslicht gesehen hätten. "Diese Kinder haben vor drei Tagen noch nicht mal gewusst, wie eine Toilette aussieht. Sie kannten dafür nur einen Eimer." Vor der Befreiung hätten sie keine Ahnung gehabt, was eine Lampe ist. Und eine Tür wäre für sie bis dahin nur ein metallischer Gegenstand gewesen, der ihnen vor der Nase zugeschlagen wurde und der ihnen die Freiheit raubte, so der Kanadier weiter.

    "Und jetzt sehen sie normale Häuser, essen richtiges Essen und bekommen Geschenke. Jetzt haben sie alles."

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    Wie Arbeiter für Haribo-Goldbären unter unmenschlichen Bedingungen schuften

    Wie Arbeiter für Haribo-Goldbären unter unmenschlichen Bedingungen schuften


    "Kann Spuren von Sklavenarbeit enthalten" ist ein Satz, den man nicht so oft in Lebensmittelbeschreibungen liest. Doch genau das wirft ein Reporterteam der ARD dem Unternehmen Haribo vor. Drei Zutaten eines Goldbären kennt jeder: Fruchtsaft, Gelatine...

    "Kann Spuren von Sklavenarbeit enthalten" ist ein Satz, den man nicht so oft in Lebensmittelbeschreibungen liest. Doch genau das wirft ein Reporterteam der ARD dem Unternehmen Haribo vor.

    Drei Zutaten eines Goldbären kennt jeder: Fruchtsaft, Gelatine und der Rest ist Zucker. Eine weitere, eher unbekanntere Zutat ist das umstrittene Karnaubawachs. Dieses Wachs sorgt dafür, dass die Bären glänzen und nicht aneinander kleben.

    Reporter der ARD-Sendung Markencheck fanden heraus, dass das Palmenwachs von brasilianischen Arbeitern unter menschenverachtenden Bedingungen hergestellt wird. Für ihre Recherche reiste das Team nach Brasilien, um die Zustände der Plantagen zu dokumentieren. Die Karnaubapalme wächst dort nur in drei Regionen, Piauí, Ceará und Rio Grande do Norte und das aus der Pflanze gewonnene Wachs umfasst, laut ARD einen Exportwert von 100 Millionen Euro.

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    Die Palmenplantagen sehen aus wie ein Gelände für Bombentests: verlassenes Ödland, umringt von Stacheldraht. Einige Farmen umfassen mehrere Quadratkilometer. Die Arbeiter arbeiten bei 40 Grad im Schatten und schlafen nachts in Lastwagen, sind weder bei Arbeitsbehörden gemeldet noch krankenversichert. Statt Zugang zu sauberem Trinkwasser zu haben, müssen sie sich aus dem Fluss bedienen. Die für das Wachs benötigten Palmwedeln haben scharfe Stacheln. Ein Arbeiter erzählt den ARD-Reportern, dass seine Hand von einem herunterfallenden Strunk fast zerteilt wurde. Um die Palmwedel abzuschneiden, benutzten die Arbeiter zwölf Kilogramm schwere Stangen mit angebrachten Klingen. Die Arbeiter tragen dabei weder Handschuhe noch andere Schutzkleidung und können, je nach Ertrag, mit einem Tageslohn von 40 Real rechnen – umgerechnet 10 Euro.

    Foto: imago | AGB Photo

    Viele der Arbeiter wohnen direkt auf den Plantagen. Die Reporter stießen dabei auch auf Minderjährige, die illegal arbeiten. Ein Farmer stellte keine Toilette bereit. Die Arbeiter müssen in die Büsche ausweichen und sich statt mit Toilettenpapier mit Blättern oder Holzstücken reinigen. Ein Vertreter des brasilianischen Arbeitsministeriums sagte den ARD-Reportern, dass die Arbeiter "wie Gegenstände behandelt werden; schlechter als Tiere". Als die Reporter ihm eine Packung Goldbären zeigen, nennt er sie "ein Produkt aus unmenschlichen Arbeitsbedingungen".

    Haribo behauptet, nichts von den Umständen gewusst zu haben. Auf eine Anfrage der ARD antwortet der Konzern, dass ihnen ein "Verstoß gegen ihre Richtlinien nicht bekannt sei". Weiter heißt es: "Wir danken Ihnen für den Hinweis und werden dieses Thema auch proaktiv über unsere Lieferanten nachverfolgen."

    Zum Thema Kinderarbeit äußerte sich Haribo nicht. Eine weitere Anfrage der Reporter blieb ebenfalls unkommentiert.

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    Wir haben mit einer Wärmebildkamera getestet, wie heiß die Erotik-Messe Venus wirklich ist

    Wir haben mit einer Wärmebildkamera getestet, wie heiß die Erotik-Messe Venus wirklich ist


    Der Berliner Oktober ist nicht unbedingt dafür bekannt, mit tropischen Temperaturen reihenweise Menschen dazu zu bringen, sich ihre Kleidung vom Körper zu reißen. Trotzdem versammeln sich seit 20 Jahren Hunderte Nackte und etwa 30.000 großteils...

    Der Berliner Oktober ist nicht unbedingt dafür bekannt, mit tropischen Temperaturen reihenweise Menschen dazu zu bringen, sich ihre Kleidung vom Körper zu reißen. Trotzdem versammeln sich seit 20 Jahren Hunderte Nackte und etwa 30.000 großteils ekstatische Beobachter ebenjener auf der Venus – und brachten der Erotik-Messe den ehrenhaften Ruf ein, eine die heißeste Messe überhaupt zu sein. Ob alles, was man dort sieht, tatsächlich sexy ist, darüber kann man streiten.

    Wissenschaftlich testen kann man allerdings, wie es wirklich um die Körpertemperaturen der dildoreitenden Pornodarstellerinnen steht. Schaffen sie es im metallicfarbenen Mikro-Bikini unbeschadet durch den deutschen Herbst? Wir wollten es erkunden und haben uns eine Wärmebildkamera von Flir ausgeliehen.

    Die Termografiekamera misst Infrarotstrahlungen und Temperaturen bis zu 2.000 Grad Celsius und hat dabei eine Genauigkeit von etwa zwei Grad. Normalerweise wird sie dazu genutzt, den Brandherd in Flammen stehender Gebäude zu finden. In ihrem Fokus bei der Venus: ausgepeitschte Hintern, schwitzende Glatzen und Silikonbrüste.

    Eine Live-Sexshow auf der Pornhub-Bühne | Grey HuttonAlle Fotos: Grey Hutton Auf jeder kurz vorher angefassten DVD hinterlassen die Männer Temperaturabdrücke Manch einer bleibt nach einer Sex-Show mit nass geschwitztem Haaren zurück Eine Frau bei einer Vagina-Straffungskur Die kältesten Hände der Venus hatte wohl die Masseurin im linken Bild Wärmer als erwartet: abmontierte Sexpuppen-Köpfe Die Wärmebild-Kamera nimmt auch die Wärme-Reflektionen der gemessenen Personen auf

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    Ich habe das

    Ich habe das "Daniela Katzenberger"-Magazin gelesen, damit ihr es nicht müsst


    Egal, was ihr über Daniela Katzenberger denkt: Wenn es einen Preis für die meisten Fotos einer Person in einem Magazin gäbe, würde er demnächst auf ihrem pinken Schminktisch stehen. Mit rekordverdächtigen 96 Bildern seiner Namensgeberin liegt das...

    Egal, was ihr über Daniela Katzenberger denkt: Wenn es einen Preis für die meisten Fotos einer Person in einem Magazin gäbe, würde er demnächst auf ihrem pinken Schminktisch stehen. Mit rekordverdächtigen 96 Bildern seiner Namensgeberin liegt das Magazin Daniela seit Mittwoch zwischen den Petras, Brigittes und Barbaras der Zeitungsläden – und veranschaulicht in einem pinken Ton-in-Ton-Gemisch auf Papier, dass es tatsächlich noch eigenartigeres Katzenberger-Merch gibt als einen Klodeckel mit ihrem Gesicht drauf.

    Man kann Daniela Katzenberger vieles vorwerfen: dass sie lange Zeit die wohl merkwürdigsten Augenbrauen Deutschlands hatte, eine etwas anstrengende Stimme besitzt oder sich zur Geburt ihrer Tochter Sophia im Reality-TV den Bauch aufschneiden ließ. In einer Sache ist "die Katze" aber seit ihrem ersten Goodbye Deutschland-Auftritt 2009 konsequent: der Vermarktung ihrer Person. Bisher konnten ihre Fans mit strassbesetzten Emblem-Klobürsten Scheiße abkratzen, beim Katzenberger-Partyspiel komasaufen und ihre Köpfe nach einem anstrengenden Tag in orangefarbenen Daniela-Katzenberger-Stöckelschuhen auf das Nackenkissen der gleichnamigen Badezimmer-Kollektion betten. Nun gibt es "die Katze" also auch als Magazin, mit einer Erstauflage von 100.000 Exemplaren. Um unserem Bildungsauftrag gerecht zu werden – und damit ihr es nicht müsst – haben wir uns eines davon gekauft.

    "Ich nehm dich mit in meine pinkfarbene Katzenwelt"

    Es ist alles andere als ein leeres Versprechen, das Katzenberger im Vorwort ihres Magazins erhebt: Sie nimmt uns mit in ihre Welt – und die ist ziemlich pink. Die "Katzen-Redaktion" hat die 31-Jährige zu Hause auf Mallorca besucht, beim Dreh begleitet und in der Maske fotografiert. Statt RTL 2 und Vox mit Werbeeinblendungen bekommen wir hier die Dokusoap in gedruckter Form. Die 84-seitige Homestory der Daniela Katzenberger beginnt mit einem Klassiker der Blogger-Szene: What's in my bag? Wir erfahren Aufregendes: Wenn Katzenberger ihren Louis-Vuitton-Shopper packt, nimmt sie ihr "Pfft-Pfft to go" (so nennt sie offenbar Deo) und ihren Schlüssel mit, an dem ein Foto ihres Mannes mit der Aufschrift "Heisse Nacht Cordalis" (so heißt ein Duett mit seinem Vater Costa aus dem Jahr 1999) hängt.

    Wirkt die Katze mit ihrem immerhin authentisch wirkenden Dauergrinsen noch immer auf seltsame Art sympathisch und nahbar, kommt ihr Ehemann Lucas Cordalis im Magazin alles andere als "heiß" daher. In einer Exklusiv-Story über die Geschichte ihrer Liebe beschreibt Daniela, wie der heute 50-Jährige sie vor vier Jahren "rumgekriegt" hat: Nachdem sie ihm ihre Nummer nicht geben wollte, bombardierte er ihre Mutter Iris mit WhatsApp-Nachrichten und stand kurzerhand einfach vor der Haustür der Familie in Ludwigshafen. "Ich machte die Tür auf [und] hatte einen fetten Kuss mitten auf dem Mund", schreibt Katzenberger. Das anschließende Gespräch vor dem Gästeklo ihrer Mutter fasst sie als "romantisch" zusammen. Und lehrt uns: Cordalis mag zwar etwas aufdringlich und scheinbar auch kein Anhänger der "Consent Culture" sein, aber das ist in ihrer Welt offenbar kein Problem.

    In ihrer neuen Rolle wird Katzenberger zur Undercover-Stripperin

    In ihrem Magazin führt Daniela nun nicht mehr durch ihre Fotogalerie oder die fragwürdigen Pick-up-Strategien ihres Mannes, sondern zeigt ungeschminkte Promi-Frauen, die sie schön findet, stellt ein Kinderdorf in der Nähe ihrer Heimat Ludwigshafen vor und stellt Looks zusammen, mit denen die Leserinnen ihren Style imitieren können. "Wir [...] glauben an ihre Strahlkraft als Marke", zitiert der Verlag Bauer Media in der offiziellen Vorstellung des Magazins dessen Geschäftsführer. Zwischen die Selbstvermarktung und die Charity-Arbeit hat die Redaktion noch mehr Selbstvermarktung gepackt: Wir erfahren, dass es ab Anfang November einen Kriminalroman mit Daniela als Ermittlerin "Michaela 'Mieze' Moll" geben wird (in ihrem ersten Fall wird sie undercover als Stripperin in einer Tabledance-Bar eingesetzt) und man mehr Looks der Katze auf ihrer 2016 veröffentlichten App Love & Style entdecken kann. Im Grunde macht Katzenberger nur das, was die Kardashians zu Multimillionären gemacht hat – nur eben sehr deutsch.

    Es folgt eine weitere Reihe typischer Frauenmagazin-Artikel mit Marken-Dropping und Katzenberger-Anstrich: was sie kocht, mit welchem Wecker sie morgens aus dem Bett kommt, welche Bücher sie (neben dem demnächst erscheinen Kriminalroman mit ihr) liest und was sie im Herbst mit ihrer Tochter Sophia bastelt ("Mädelsdinge" wie Mandalas). Weil die meisten Frauen in der Katzenberger-Welt anscheinend gerne Prinzessinnen sind, werden diese Klischees in allen möglichen Rubriken mindestens so ausgedehnt wie die Gesichtshaut von Schwiegervater Costa Cordalis: rosa Nagellacke, rosa Hochzeitstorten, rosa Sitzpuffs und ein Moodboard für ein Mädchenzimmer, das von der Farbwahl bis zum Kinderbett in Form einer Kutsche so ziemlich alle Geschlechterklischees vereint. In einem anschließenden Interview mit zwei Fans (eine davon trägt ein rosa Outfit) erzählt Daniela, dass sie sich für ihre Tochter wünscht, dass diese später einmal "beim Arzt oder beim Anwalt arbeitet".

    Es ist keine große Überraschung, dass Daniela Katzenberger in ihrer Zeitschrift nicht nur farblich, sondern auch inhaltlich auf eindimensionale Bilder zurückgreift. Die wenigsten Frauenmagazine sind literarische Epen, und wenn Katzenberger ihre Leserinnen im Editorial mit "Hallo meine Liebe" grüßt, erinnert es eher an die vielen YouTuberinnen, die aus ihren Kinderzimmern Tipps für die beste Hautcreme oder das neueste Drogerie-Deo in die Welt hinaussäuseln als an berühmte Frauenrechtlerinnen wie Bell Hooks. Und im Grunde ist das Daniela Katzenberger-Magazin genau das – ein gedrucktes Vlog.

    Dabei ist ihr eigenes Leben als Geschäftsfrau eher progressiv: Oft ist sie wegen der Arbeit im Ausland, das Smartphone wird teilweise zum wichtigsten Kommunikationsmittel für sie und ihre Tochter, schreibt Katzenberger auf der letzten Seite ihrer Zeitschrift. Am Ende vermarktet sie sich eben vor allem selbst – und womöglich macht es Daniela Katzenberger auch im gleichnamigen Magazin so, wie sie vor sechs Jahren ihr erstes Buch betitelt hat: Sei schlau, stell dich dumm.

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    Schusswaffen, Geld und Drogen – Der Hintergrund zur Großrazzia bei den Hells Angels in NRW

    Schusswaffen, Geld und Drogen – Der Hintergrund zur Großrazzia bei den Hells Angels in NRW


    Es ist eine der größten Razzien der letzten Jahre in Nordrhein-Westfalen: 700 Polizisten durchsuchen seit sechs Uhr morgens zahlreiche Wohnungen und Geschäfte im ganzen Bundesland. Die Razzia richtete sich gegen Mitglieder des Hells-Angels-Chapters...

    Es ist eine der größten Razzien der letzten Jahre in Nordrhein-Westfalen: 700 Polizisten durchsuchen seit sechs Uhr morgens zahlreiche Wohnungen und Geschäfte im ganzen Bundesland. Die Razzia richtete sich gegen Mitglieder des Hells-Angels-Chapters "MC Concrete City" und eine Untergruppe namens "Clan 81 Germany", die beide am frühen Morgen vom Innenminister Herbert Reul verboten worden waren.

    Bei der Razzia wurden bisher insgesamt 13 Messer, ein Gewehr, ein Revolver und eine Armbrust sichergestellt, erklärte Reul auf einer Pressekonferenz. Dazu kamen noch geringe Mengen Betäubungsmittel und 60.000 Euro Bargeld. Außerdem beschlagnahmte die Polizei "neun Motorräder, fünfzehn Kutten und elf Glücksspielautomaten", sagte der Innenminister.

    "Die Mitglieder des Vereins sind nachweislich kriminell", hatte Reul vorher in einem Statement erklärt. "Ihr Alltag besteht aus Gewalt, Waffen, Drogen und Zwangsprostitution. Deshalb ist es wichtig, dass die NRW-Polizei jetzt schnell und robust wieder für Recht und Ordnung sorgt."

    Der "MC Concrete City" ist eine in Erkrath (bei Düsseldorf) gegründete Ortsgruppe der Hells Angels. Die Rocker scheinen sich teilweise aus einer ortsansässigen libanesischen Großfamilie zu rekrutieren. Im August und im September waren Hells Angels in zwei Massenschlägereien zwischen libanesischen Großfamilien in Erkrath verwickelt.

    Bei der ersten Schlägerei trafen circa 40 mit Knüppeln bewaffnete Männer aufeinander, dabei wurden drei Polizisten verletzt. Beim zweiten Mal, knapp einen Monat später, eskalierte es noch weiter: Ungefähr 175 Männern belagerten eine Bar, in der sich etwa 25 der Rockerszene nahestehende Libanesen verbarrikadiert hatten. Die Polizei, durch die Erfahrung aus dem Vormonat gewarnt, rückte diesmal gleich mit Bereitschaftspolizei, Hundestaffel und einem Hubschrauber an.

    Diese Schlägereien hatten offenbar den Ausschlag für die Behörden gegeben, die Erkrather Angels genauer unter die Lupe zu nehmen. "Das versetzt die Bürger in Angst und Schrecken, da geht Vertrauen in den Rechtsstaat verloren", erklärte Innenminister Reul auf der Pressekonferenz. Im Zuge der Beobachtungen stießen die Ermittler dann noch auf weiter Straftaten.

    Im April besuchte Bushido den örtlichen Hells-Angels-Boss in Mönchengladbach

    "Der Verein verfolgt eine Gebiets- und Machtentfaltung auf dem kriminellen Sektor gegenüber verfeindeten OMCGs (Outlaw Motorcycle Gangs), insbesondere aber auch gegenüber verfeindeten libanesischen Großfamilien", zitiert die Bild aus der ihr vorliegenden Verbotsverfügung. "Insbesondere für die Drogengeschäfte wollen sie keine Konkurrenz im räumlichen Bereich in und um Erkrath."

    Dass sich Rocker mit libanesischen Großfamilien verbünden oder bekriegen, ist in Nordrhein-Westfalen kein ganz neues Phänomen: In Duisburg, berichtet die RP Online, machten sich Ermittler schon vergangenes Jahr Sorgen um einen "unheilvolle Allianz" zwischen den örtlichen Hells Angels und einer vor allem im Stadtteil Marxloh ansässigen libanesischen Familie. Die Hells Angels in Mönchengladbach sollen sich sogar mit den Berliner Abou Chakers verbündet haben, ebenfalls eine berühmt-berüchtigte libanesische Großfamilie. Im April besuchte der Rapper Bushido, der enge Verbindungen zu einigen Abou Chakers hat, den örtlichen Angels-Boss sogar in seinem Laden in Mönchengladbach.

    Voraussichtlich erwarten uns demnächst noch mehr Meldungen dieser Art: Die Behörden wollen kriminellen Hells Angels weiter das Leben schwermachen. Auf der Pressekonferenz erklärte Innenminister Reul, dass es gut möglich sei, dass bald weitere Chapter verboten und zerschlagen werden.

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    Diese Künstlerin macht aus deinem WG-Dreck Kunst

    Diese Künstlerin macht aus deinem WG-Dreck Kunst


    Pulvis et umbra sumus, Staub und Schatten sind wir – Horaz Als wir bei Elisa klingeln, werfen unsere Körper lange Schatten am Haus entlang. Die Strahlen der Abendsonne fallen zwischen den Miets- und Bürohäusern von Berlin-Schöneberg hinab. Wir...

    Pulvis et umbra sumus, Staub und Schatten sind wir – Horaz

    Als wir bei Elisa klingeln, werfen unsere Körper lange Schatten am Haus entlang. Die Strahlen der Abendsonne fallen zwischen den Miets- und Bürohäusern von Berlin-Schöneberg hinab. Wir sind gute Gäste und haben etwas mitgebracht: keine Flasche trockenen Weißwein, kein Taboulé, dafür zwei halbvolle Staubsaugerbeutel mit dem Dreck des VICE-Büros. Elisa wird aus deren Inhalt ein Kunstwerk formen.

    Im Winter vor zwei Jahren lag Elisa Jule Braun schlaflos in einem Bett in London, als sie auf die Idee kam, Staubbilder zu machen. "Ich dachte über Spuren von Menschen nach, da erblickte ich am Boden ganz viele Staubmäuse und Flusen." Staub, sagt die 27-Jährige, sei eine solche Menschenspur, eine, die von unsichtbarer Hand in die Welt kommt, die sich überall ablegt, "aber eigentlich möchte man ihn weghaben". Das erste Werk entstand später in Berlin. Nachdem Elisa ihren Master in Visueller Anthropologie gemacht hatte, begann sie vor einem Jahr, Bildende Kunst an der UdK zu studieren. Mit ihrem Freund, ebenfalls Künstler, zog sie in die 96 Quadratmeter große Wohnung nahe des S-Bahn-Rings. Im Wohnzimmer hängt es nun, das Bild Nummer eins.

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    Ein ein Meter mal ein Meter schwarzer Rahmen umschließt einen weißen Hintergrund und ein Quadratmeter Sichtglas. Die oberen zwei Drittel des Bildes sind leer, am Boden liegen mehrere Schichten Dreck – Staub, Sand, Krümel, ausgeblichener Klebestreifen, abgeschnittene Waschhinweise von zwei Oberteilen, Haare. Halb sieht es aus wie ein erstarrter Sturm im Sanduhrglas, halb wie eine verwaiste Ameisenfarm. Das Bild strahlt eine angenehme Ruhe aus, selbst für Menschen, die keine Staubforscher sind und sich vor dem Blick unter den eigenen Kühlschrank fürchten.

    "Am Anfang wirkten die unterschiedlichen Schichten wie Jahresringe, mittlerweile ist etwas einheitlicher geworden", sagt Elisa. Ein Jahr lang hatte sie den Staub von sich und ihrem Freund gesammelt, vier Staubsaugerbeutel sind so voll geworden. Zwischendurch hatten sie renoviert. Am Boden unter dem großen Bild hat Elisa vier weitere Bilder aufgereiht, jedes ein Viertelquadratmeter groß, 50 Zentimeter mal 50 Zentimeter voll mit Dreck und Geschichten. "Humus Humana" heißt die Serie, menschlicher Nährboden. "Der Hausstaub ist die tote Substanz des Menschen", sagt Elisa. Er bestünde zu einem Großteil aus toten Hautschuppen, Haaren, Klamottenabreibungen.

    Es dauere drei bis vier Monate, bis die Spender einen Staubsaugerbeutel voll hätten, sagt Elisa. Mit Hilfe von über 100 VICE-Kollegen ging es bei uns schneller. Der Inhalt unseres einen halbvollen Staubsaugerbeutels wurde in den letzten Wochen auf der Etage von Buchhaltung, Videoteam und Sales eingesaugt, der andere im Erdgeschoss in der Redaktion

    Jeder Staub erzählt die Biografie seiner Verursacher. Wie die des "messihaften" Untermieters. Eine Freundin Elisas war verreist, ihr WG-Zimmer hatte sie für die Zeit einem Unbekannten überlassen. Als ihre Mitbewohner nach ein paar Wochen in das Zimmer kamen, hatte er dort alles mit Joint- und Pizzaresten zugemüllt. Elisas Bild ist das Dokument dieser Zwischenmiete. Neben den zahllosen Krümeln und einer Dame-Figur leuchtet ein pinkfarbenes Post-it hervor. "meja" steht darauf. "Das ist von meiner Freundin selbst, sie lernt Indonesisch." Elisa findet, der Staub sehe ganz fröhlich aus.

    Sie will zwei Arten von Staubmenschen erkannt haben: "Die einen räumen immer alles gleich weg, dann bleiben nur noch ein paar Flusen und Pflanzenreste zurück. Die anderen lassen erstmal alles liegen – da wird später auch schon mal eine Socke oder ein Kondom eingesaugt." In den über über zehn Staubsaugerbeuteln, die man ihr bislang gespendet hat, hat sie gesehen, dass der Staub nach Silvester ins Rötliche geht, weil sich Böllerreste unter ihn mischen, und dass die Hundehaare eines Podencos den Staub wiederum ganz fein und schwarz machen. Im Beutel einer jungen Familie offenbarten sich Kinder und – mutmaßlich genervte – Eltern in Form von Puzzleteilen und Ohrstöpseln, im Beutel einer Frauen-WG glitzerte es.

    Sieben Bilder hat Elisa bereits angefertigt, sieben weitere Staubsaugerbeutel liegen auf dem Tisch. Elisa hat sie mit kleinen Schildern versehen, auf denen sie Name, Saugzeitraum, Wohnungstyp und Preis notiert hat – wie bei frisch obduzierten Leichen. Sie muss husten, einmal, zweimal. Ihre Augen werden feucht. Sie hatte uns gewarnt: Die Staubkünstlerin hat eine Stauballergie. Neben den Beuteln liegen drei Atemmasken aus dem Baumarkt, ein Paar rote Gummihandschuhe und eine Schere.

    Ihre Mutter hat gerade ein Bild bei ihr geordert. Elisa soll dafür Dreck von ihr und ihrem Bruder, ebenfalls Künstler, für die Mutter zusammenpacken. Elisa denkt aber auch größer. Gerade versucht sie, eine Freundin, die im Bundestag arbeitet, zu überreden, für sie Staub aus dem hohen Hause zu klauen. Außerdem würde sie gerne von ihrem ganzen Hauskomplex hier mit rund 230 Einheiten eine Staub-Studie über alle ihre Nachbarn machen.

    Elisa wühlt im Dreck der VICE-Redaktion (rechts). "Oh, ein paar Tampon-Verpackungen, Haare, Schokoriegelpapier." Keine verklebten Folienbeutel, keine vollen Kondome, keine leeren Mikroreaktionsgefäße. Sie ist enttäuscht. Staubpartikel wirbeln durch die Luft

    Elisas Bilder kann man auch kaufen. Das große Bild mit dem Dreck von ihr und ihrem Freund kostet 1.865 Euro. Das entspricht dem damaligen Kaufpreis pro Quadratmeter der Schöneberger Eigentumswohnung, in der sie wohnen kann. Andere Bilder kann man nicht kaufen, aber mieten. Ihr Material stammt aus Mietwohnungen, die monatliche Leihgebühr für das Bild berechnet sich nach dem Mietpreis der Wohnung. Wenn das Bild nur einen Viertelquadratmeter groß ist, setzt Elisa die Gebühr mit einem Viertel des Quadratmeterpreises der Miete gleich. So kann das eine Bild 6.000 Euro kosten und ein anderes für zwei Euro verliehen werden. Wenn Elisa die Bilder ausstellt, packt sie zudem noch das Klingelschild der Staubverursacher dazu.

    Elisa legt auch den Dreck aus dem ersten Stock des VICE-Büros auf das Bild. Die größte Überraschung: ein Streifen Klopapier – ohne Flecken. "Da hätte ich mir von einem solch skandalösen Magazin wie VICE ehrlich gesagt mehr erwartet", sagt Elisa.

    Warum ist der eine Mensch mehr wert als der andere, obwohl beide doch nur Dreck machen? Elisa hinterfragt mit ihrer Kunst die Preise auf dem Immobilienmarkt, aber auch die im Kunsthandel. Das Intime – den Dreck – verbindet sie mit dem Übergeordneten – dem Ringen der Menschen um Wohnraum. "Aber so können sich auch Leute mit wenig Geld Kunst zu Hause aufhängen." Bislang sie noch kein Bild verkauft, aber zwei vermietet.

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    Du kannst James Corden irgendwie nicht leiden? Ein Brite erklärt dir warum

    Du kannst James Corden irgendwie nicht leiden? Ein Brite erklärt dir warum


    Hollywood erlebt seit Tagen einen Schock nach dem anderen. Nach allen erschreckenden Enthüllungen um Harvey Weinstein kommt nun als Neustes die reichlich späte Erkenntnis, dass James Corden gar kein so sympathischer Kerl ist. Vergangenes Wochenende...

    Hollywood erlebt seit Tagen einen Schock nach dem anderen. Nach allen erschreckenden Enthüllungen um Harvey Weinstein kommt nun als Neustes die reichlich späte Erkenntnis, dass James Corden gar kein so sympathischer Kerl ist. Vergangenes Wochenende nutzte der Comedian bei einer Wohltätigkeitsgala die äußerst ernste Situation, um ein paar der schlimmsten pseudo-provokativen Scherze zu machen, seit Ricky Gervais das letzte Mal die Golden Globes moderiert hat. Hätte er mal lieber ein paar weitere Runden mit Michelle Obama um den Block gedreht.

    Sieh selbst und schau dir das Video hier unten an. OK, Witze kann man das eigentlich nicht nennen. Vielmehr steht da ein Typ auf der Bühne und wiederholt Vorwürfe sexueller Gewalt, um dann zu sagen: "Hahaha, wie ist der denn drauf?"

    Corden, der anscheinend mit dem beschuldigten Filmproduzenten Harvey Weinstein befreundet ist, hat sich seitdem via Twitter entschuldigt und angegeben, er habe "den Täter" bloßstellen wollen – nicht seine Opfer. Manche sehen in der amerikanischen Schreibweise des Wortes "behavior" allerdings auch einen Hinweis darauf, dass die Entschuldigung von einer PR-Person verfasst wurde. Corden ist Brite.

    Wie dem auch sei, das Kind ist in den Brunnen gefallen. Durch diese Aktion – und durch seine etwas zu freundliche Begegnung mit Sean Spicer, dem ehemaligen Pressesprecher des Weißen Hauses unter Trump: Auf der Emmy-Afterparty gab Corden ihm einen Kuss. Jetzt scheint es US-Amerikanern und dem Rest der Welt langsam zu dämmern: James Corden ist ziemlich ... schlimm?

    Tja, das hätten wir euch auch schon vor Jahren sagen können, hättet ihr uns bloß gefragt. Stattdessen hat ihm Hollywood seine Schwiegersöhnchen-Masche abgekauft und ihm sogar eine eigene Late-Show und Rollen in Blockbuster-Filmen gegeben. Die Grammys durfte er auch schon moderieren. Nicht, dass wir das irgendjemandem wirklich übelnehmen können. Corden ist schon gut in dem, was er tut. Er stellt sich vor die Kamera und grinst sich schüchtern ins Herz deiner Mutter – er erklärt dermaßen ausführlich, wie dankbar er doch ist, hier sein zu dürfen, wie sehr er seinen Vater liebt, wie toll Adeles Musik ist und wie sehr er sich seines Übergewichts bewusst ist, dass es einem schlichtweg den Magen umdreht. Und ehe du dich versehen hast, wird er in seiner Heimat auch schon mit einem Ritterorden ausgezeichnet.

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    Aber auch wenn er seine Witze vorträgt wie ein Schuljunge, der vor der Klasse die Erlöse der letzten Tombola bekanntgibt, darfst du nicht vergessen, dass das alles nur gespielt ist. Es ist eine zynische Performance, die er seit etwa 2008 aufführt, nachdem Rob Brydon ihm den Rat gab, sich in der Öffentlichkeit nicht mehr wie ein blödes Arschloch aufzuführen. Seitdem ist seine Karriere von Stimmrollen in putzigen Animationsfilmen und rührenden Interviews mit Gary Barlow geprägt. Liebst du Corden nicht einfach auch? Willst du ihm nicht in die Wange kneifen und ihn knuddeln, bis er platzt? Nein. James Corden ist kein guter Junge. James Corden ist ein professioneller Wichser, der sein Geld damit verdient, liebenswert zu tun.

    Du glaubst uns immer noch nicht? Wir haben Beweise ­– Videobeweise, um genau zu sein. Hier ist jeder Moment, in dem James Corden einfach nur unerträglich war.

    'Horne and Corden'

    Kurz nach Gavin and Stacey – der Sitcom, die Corden zu der faden und unansprechenden Figur gemacht hat, die er heute ist – galten James und sein Co-Star Mat Horne als das heißeste Gespann der britischen Comedyszene. Leider aber gab sich niemand große Mühe, ihnen echte Witze zu schreiben, worauf es zu einer andauernden Durststrecke furchtbarer Fernsehauftritte kam, die mit der unterirdischen Sketch-Show Horne and Corden schließlich ihren traurigen Höhepunkt fand. Sie war so mies, dass einer der besten Running-Gags der Serie darin bestand, dass der voluminöse Mann sein T-Shirt hochzog, um seinen – richtig geraten – voluminösen Bauch zu präsentieren. Daneben gab es dann noch diesen großartigen Sketch, in dem Superman und Spiderman ... rumknutschen! Komischerweise wurde das Ganze nach nur einer Staffel abgesetzt.

    "Shout" mit Dizzee Rascal

    Das hier ist der Grund, warum die Wiederauferstehung von Grime als ernstzunehmender Kulturform nicht weniger als ein Wunder war: James Corden hatte der Szene eigentlich den Todesstoß verpasst. Ja, ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass dieser Song selbst den britischen Fußball auf dem Gewissen hat. Es war der passende Soundtrack für eine Weltmeisterschaft, bei der die englische Nationalmannschaft ganze drei Tore erzielte. Noch schlimmer als der Song selbst ist vielleicht nur der Umstand, dass der durch und durch mittelschichtsgeprägte Corden sich hier als liebenswürdiger Arbeiterklassen-Held präsentiert.

    Corden rappt "Gold Digger" für Chris Moyles

    Corden und Moyles, das sind zwei Säulen des zeitgenössischen britischen Humors – und hier sind sie endlich vereint. 2011 gehörte noch zu dieser wundervollen Ära, in der pseudo-selbstironische Bemerkungen von de facto Prolls als Gipfel der leichten Unterhaltung galten – einer Zeit, in der "weißer Mann rappt" zum Standard-Repertoire eines britischen Comedians gehörte. Nein, wir weinen dieser Zeit keine Träne nach.

    Der große Patrick-Stewart-Beef von 2010

    Ich weiß, dass Patrick Stewart hier technisch gesehen das Nachsehen hat. Dass dann aber trotzdem meine ganzen Sympathien in diesem bizarren Clash an den unbeholfenen Stewart gehen, bestätigt wiederum nur, wie unausstehlich Corden eigentlich ist. Während sich Stewart hier etwas übernimmt und nicht wirklich die richtigen Pointen parat hat, um sich mit auch nur irgendjemandem anzulegen, offenbart die hämische Schadenfreude, mit der Corden in dessen Erniedrigung aufgeht, einen düsteren Abgrund seines Charakters. Außerdem: "Wenn du die Jonas Brothers magst, dann bedeck deinen Bauch", ist meiner Meinung nach ein erstklassiger Diss.

    'Lesbian Vampire Killers'

    Nach Horne and Cordon kam Lesbian Vampire Killers – ein ernsthaft humorloser Film, den selbst die britische Boulevardzeitung Daily Express als "schlecht geschrieben" bezeichnete.

    Die frechen Keira-Knightley-Gags

    Hier ist unser fröhlicher Spitzbube, wie er 2008 eine Reihe zunehmend detaillierter Anspielungen über "brutalen" Sex mit Keira Knightley macht, um ein paar Lacher abzugreifen. Zum Glück hat sich seitdem einiges geändert.

    Die ganze Werbung

    Das Großartige an James Corden ist, wie breit sich seine Jedermann-Routine einsetzen lässt. Vor einem Jahr hieß es noch "We Buy Any Car", jetzt ist es der Versicherer Confused.com, der sein zartes Gemüt für die total witzige und bestimmt bald viral gehende #SheepWhisperer-Kampagne verpflichtet hat. Mal schauen, was als Nächstes kommt. Wir sind gespannt!

    One Chance – Einmal im Leben

    Ja, James Corden hat in einem Paul-Potts-Biopic mitgespielt. Der Film über den Arien-Underdog, der 2007 Britain's Got Talent gewann, stellt vielleicht die perfekte Synthese von Cordens zynischem Spiel auf der Klaviatur britischer Sentimentalitäten dar. Die Biografie des liebenswürdigen Außenseiters, der allen Widrigkeiten zum Trotz seinen verdienten Ruhm erlangt, ist genau der Mythos, den Corden der Welt über sich erzählt hat – wieder und immer wieder. Und wer hat den Streifen produziert? Natürlich Harvey Weinstein.

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    Fotos: Wie Spanien geschlossen gegen die tödlichen Waldbrände kämpft

    Fotos: Wie Spanien geschlossen gegen die tödlichen Waldbrände kämpft


    Als Wirbelsturm Ophelia am 16. Oktober auf Nordeuropa traf, verfärbte sich über England und Wales nur der Himmel. In Irland hingegen starben drei Menschen durch die über 160 km/h starken Windböen, Hunderttausende Häuser und Geschäfte standen...

    Als Wirbelsturm Ophelia am 16. Oktober auf Nordeuropa traf, verfärbte sich über England und Wales nur der Himmel. In Irland hingegen starben drei Menschen durch die über 160 km/h starken Windböen, Hunderttausende Häuser und Geschäfte standen plötzlich ohne Strom da.

    Aber besonders in Südeuropa spüren die Bewohner die Folgen von Ophelia deutlich: Wegen der starken Winde und der ungewöhnlich hohen Temperaturen lassen sich verheerende Flächenbrände in Portugal und in Galicien im Nordwesten Spaniens kaum unter Kontrolle bringen, der Sturm heizte die Feuer noch zusätzlich an. In den vergangenen Tagen sind in den Feuern – die laut den lokalen Behörden absichtlich von Brandstiftern gelegt wurden – mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen.

    In Portugal kämpften Berichten des Guardian zufolge am Sonntag über 6.000 Feuerwehrleute gegen mehr als 500 Brände. Das sei die höchste Anzahl von Feuern an einem einzelnen Tag in mehr als zehn Jahren. Portugal hat sogar Marokko und seine europäischen Nachbarn um Hilfe gebeten.

    Der Fotograf Felipe Carnotto verbrachte das Wochenende in Galicien – genauer gesagt in den Städten Vigo und Pontevedra –, um die Lage zu dokumentieren. Dort organisieren sich Bürger selbst in WhatsApp-Gruppen, um gemeinsam gegen die tödlichen Waldbrände anzukämpfen. Ihre Waffen: Eimer voller Wasser, Äste und improvisierter Gesichtsschutz.

    Einwohner des Dorfs Valladares kurz vor Vigo bekämpfen mit Ästen und Eimern voller Wasser das Feuer Die Behörden vermuten, dass die Brände in Portugal und Galicien absichtlich gelegt wurden. Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Valladares, Galicien Die Wildfeuer erreichten auch die Gemeinde von As Neves in der Provinz Pontevedra. Mit Ausnahme von Rettungsfahrzeugen waren die Straßen für alle Autos gesperrt Anwohner bilden im Zentrum von Vigo eine Menschenkette, um Wasser schnell weiterreichen zu können Vigo, Galicien

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