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    Video: Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt im Dezember zurück

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    Hintergrund sind vor allem die hohen Verluste der CDU Sachsen bei der Bundestagswahl, bei der die AfD stärkste Kraft im Land...

    Hintergrund sind vor allem die hohen Verluste der CDU Sachsen bei der Bundestagswahl, bei der die AfD stärkste Kraft im Land wurde.

    Astronautin erklärt: So funktioniert eine Toilette im Weltall - Spoiler: Urin wird recycelt

    Astronautin erklärt: So funktioniert eine Toilette im Weltall - Spoiler: Urin wird recycelt


    Wer auf der ISS arbeitet, muss gut zielen können wenn er aufs Klo geht. Die Anlage ist eher klein, doch es ist eine absolute Hightech-Toilette. Esa-Astronautin Samantha Christoforetti erklärt, wie's...

    Wer auf der ISS arbeitet, muss gut zielen können wenn er aufs Klo geht. Die Anlage ist eher klein, doch es ist eine absolute Hightech-Toilette. Esa-Astronautin Samantha Christoforetti erklärt, wie's geht.

    Dramatischer Schwund: Forscher schlagen Alarm: Gefährliches Insektensterben in Deutschland

    Dramatischer Schwund: Forscher schlagen Alarm: Gefährliches Insektensterben in Deutschland


    Die Zahl der Fluginsekten ist in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen. In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab, berichten Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden im Fachmagazin...

    Die Zahl der Fluginsekten ist in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen. In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab, berichten Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden im Fachmagazin "PLOS ONE". Die Analyse bestätigt erste, im Sommer vorgestellte Ergebnisse.

    Die Publikation liefere den Beleg, dass der Schwund nicht nur einzelne Standorte betrifft, sondern "wirklich ein größerflächiges Problem" ist, sagt Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle, der nicht an der Untersuchung beteiligt war. Fachleute vermuten schon lange, dass die Zahl der Insekten in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen ist.
    Verlässliche Daten sind allerdings rar.

    Honig Altglas_10.45Caspar Hallmann von der Radboud University in Nijmegen (Niederlande) und seine Mitarbeiter werteten nun Daten aus, die seit 1989 vom Entomologischen Verein Krefeld gesammelt worden waren, also von ehrenamtlichen Insektenkundlern. Diese hatten in insgesamt 63 Gebieten mit unterschiedlichem Schutzstatus in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und in Brandenburg sogenannte Malaise-Fallen aufgestellt. Das sind zeltartige Netze, in denen Fluginsekten in einen Sammelbehälter geleitet und getötet werden.

    Die meisten Standorte wurden nur in einem Jahr des Studienzeitraums untersucht, einige in zwei, drei oder vier Jahren. Die Fallen wurden innerhalb einer Saison in regelmäßigen Abständen geleert. Für die Analyse wurde jeweils die Gesamtmasse darin gefangener Insekten bestimmt. Dann verglichen die Forscher, wie sich in einzelnen Lebensräumen - etwa in Heidelandschaften, Graslandschaften oder auf Brachflächen - die Biomasse über die Zeit verändert hatte.

    Forscher untersuchten Millionen Insekten

    Die Methodik der Forscher sei in Ordnung, urteilen Fachkollegen. "Die Tatsache, dass an vielen Probestellen nur einmal Proben genommen wurden, spielt für die Validität der Daten keine Rolle", sagt etwa Johannes Steidle von der Universität Hohenheim. Dies zeige auch eine Teilanalyse der mehrfach beprobten Standorte. "Sie kommt zum selben Ergebnis wie die Hauptanalyse mit allen Probestellen."

    Bienensterben Heftstück20.50Insgesamt landeten 53,54 Kilogramm wirbellose Tiere in den Fallen - Millionen Insekten. Die Auswertung zeigte, dass im Verlauf der vergangenen 27 Jahre die jährliche Gesamtmasse im Mittel um gut 76 Prozent abgenommen hat. Am stärksten war der Verlust in der Mitte des Sommers, wenn am meisten Insekten herumfliegen. Er betrug knapp 82 Prozent. "Ein Schwund wurde bereits lange vermutet, aber er ist noch größer als bisher angenommen", sagte Erstautor Hallmann.

    Auf der Suche nach möglichen Gründen für den Insektenschwund untersuchten die Wissenschaftler etwa den Einfluss von Klimafaktoren, der landwirtschaftlichen Nutzung und bestimmter Lebensraumfaktoren. Die Analyse brachte jedoch keine eindeutige Erklärung. So gab es insgesamt einen positiven Zusammenhang zwischen Insektenbiomasse und Temperatur - der im Untersuchungszeitraum festgestellte Anstieg der Durchschnittstemperatur von einem halben Grad Celsius sollte sich also, wenn überhaupt, positiv auf den Bestand an Insekten ausgewirkt haben.

    Intensivierte Landwirtschaft im Visier

    Vermutlich spiele die intensivierte Landwirtschaft samt dem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie der ganzjährigen Bewirtschaftung eine Rolle, erklären die Forscher. Untersucht haben sie dies aber nicht. Fast alle Untersuchungsstandorte - 94 Prozent - waren von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben. Es sei denkbar, dass Insekten in den Schutzgebieten zwar zunächst gediehen, die Insekten dann aber auf den angrenzenden Ackerflächen verschwänden, heißt es.

    Teja Tscharntke ist Agrarökologe an der Georg-August-Universität Göttingen. Seiner Meinung nach sei die Intensivierung der Landwirtschaft eine plausible Ursache für den Rückgang. Zu den Faktoren gehörten unter anderem große Felder, nur wenige schmale Feldränder und wenige Hecken und Gehölze.

    Der deutsche Bauernverband pocht hingegen auf weitere Untersuchungen. "In Anbetracht der Tatsache, dass die Erfassung der Insekten ausschließlich in Schutzgebieten stattfand, verbieten sich voreilige Schlüsse in Richtung Landwirtschaft", sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken. "Die neue Studie bestätigt und betont ausdrücklich, dass es noch dringenden Forschungsbedarf zum Umfang und den Ursachen des dargestellten Insektenrückgangs gibt."

    Bienen Schwarm

    Weitreichende Folgen für Ökosysteme

    Laut Settele vom UFZ könnten auch Klimaveränderungen nicht ganz als Ursache ausgeschlossen werden. "Zum Beispiel können klimatische Effekte auf der Landschaftsebene, wie höhere Temperaturen, in Kombination mit erhöhtem Stickstoffeintrag zu dichterer Vegetation und dadurch kühlerem Mikroklima führen, was Effekte kaschieren kann."

    Was immer die Gründe für den Insektenschwund sind - sie haben einen weit verheerenderen Effekt als bisher erkannt, fassen die Autoren der aktuellen Studie zusammen. Der Verlust der Insekten wirke sich kaskadenartig auch auf andere Lebewesen aus und habe weitreichende Folgen für die Ökosysteme insgesamt. Die Ursachen und das geografische Ausmaß müssten dringend genauer erforscht werden.

    Dieser Ansicht ist auch Alexandra-Maria Klein, Landschaftsökologin von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Weitere Langzeitdaten seien nötig - aber wir sollten "nicht auf diese Ergebnisse warten, bis wir unsere Landnutzung ändern", sagt sie. "Dies könnte für einige Insekten zu spät sein."

    Mücken tagsüber 20.50
     

    Entrüstung über Trumps Umgang mit Schicksal gefallener Soldaten

    Entrüstung über Trumps Umgang mit Schicksal gefallener Soldaten


    Mit seinem Umgang mit dem Schicksal gefallener Soldaten hat US-Präsident Donald Trump eine Welle der Empörung ausgelöst. Laut Zeugenberichten fertigte Trump die Witwe eines Soldaten grob am Telefon ab. Ihr Mann habe sicherlich "gewusst, worauf er sich...

    Mit seinem Umgang mit dem Schicksal gefallener Soldaten hat US-Präsident Donald Trump eine Welle der Empörung ausgelöst. Laut Zeugenberichten fertigte Trump die Witwe eines Soldaten grob am Telefon ab. Ihr Mann habe sicherlich "gewusst, worauf er sich einließ, als er sich verpflichtete", soll er der Frau gesagt haben. "Aber ich vermute, es tut trotzdem weh", fügte Trump demnach hinzu.

    Trump wies die von der oppositionellen Abgeordneten Frederica Wilson erhobenen Vorwürfe zurück. Diese habe seine angeblichen Worte "komplett erfunden", schrieb er am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter. Vor Reportern sagte der Präsident später, er habe mit der Witwe eine "nette Unterhaltung" gehabt.

    Trump führte an, er habe Beweise dafür, dass die Abgeordnete der Demokraten seine Worte falsch wiedergegeben habe. Allerdings präsentierte er solche Beweise nicht. Wilsons' Darstellung wurde unterdessen von der Mutter des Anfang Oktober im westafrikanischen Niger gefallenen 25-jährigen Soldaten David Johnson gestützt.

    Trump habe sich gegenüber ihrem Sohn und der Familie "respektlos verhalten", sagte die trauernde Mutter der Zeitung "Washington Post". Der Präsident hatte die Witwe angerufen, während diese auf dem Weg zum Flughafen von Miami war, um die sterblichen Überreste ihres Mannes in Empfang zu nehmen. Johnsons Mutter und die Abgeordnete befanden sich ebenfalls in dem Wagen.

    Wilson berichtete in US-Fernsehsendern, sie habe Trumps Worte über die Freisprechanlage mitangehört. Dessen Äußerungen seien "schrecklich" und "unsensibel" gewesen, sagte sie dem Sender MSNBC. Trump habe in einem nüchternen Ton gesprochen und "beinahe geklungen, als würde er scherzen".

    Wilson bezeichnete den Präsidenten als "kranken Mann": "Er ist kaltherzig, und er empfindet für niemanden Mitleid oder Mitgefühl." Die Witwe habe während des Telefonats geweint und sei danach zusammengebrochen. Das Schlimmste für sie sei gewesen, dass sich Trump nicht an den Namen ihres Mannes habe erinnern können.

    Die 24-Jährige hat zwei Kinder und ist mit einem dritten Kind im sechsten Monat schwanger. Ihr Mann war während eines Anti-Terror-Einsatzes in einen Hinterhalt geraten. Dabei wurde er zusammen mit drei weiteren US-Soldaten getötet.

    Trump sah sich in den Tagen nach dem Vorfall mit kritischen Fragen konfrontiert, warum er nicht öffentlich dazu Stellung bezog. Er reagierte daraufhin zu Wochenbeginn mit der Ankündigung, dass er die Hinterbliebenen anrufen werde. Zugleich warf er seinem Amtsvorgänger Barack Obama und anderen früheren Präsidenten vor, solche Anrufe oft versäumt zu haben.

    Frühere ranghohe Mitarbeiter Obamas wiesen die Anschuldigungen empört zurück. Ex-Justizminister Eric Holder forderte Trump auf, "mit den verdammten Lügen aufzuhören". Er erinnerte daran, dass Obama im Jahr 2009 persönlich die sterblichen Überreste von insgesamt 18 in Afghanistan gefallenen Soldaten und anderen US-Bürgern in Empfang genommen habe.

    Für Entrüstung sorgte Trump auch dadurch, dass er den Tod des Sohns seines Stabschefs John Kelly zu instrumentalisieren suchte. "Sie könnten General Kelly fragen, ob er einen Anruf von Obama bekommen hat", sagte er in einem Radiointerview. Damit wollte er offenbar andeuten, dass Kelly keinen Kondolenzanruf Obamas erhalten habe.

    Der Ex-General hatte seinen Sohn im Jahr 2010 in Afghanistan verloren. Der Leutnant wurde dort durch eine Mine getötet. Kelly selber hat es stets strikt vermieden, den Tod seines Sohnes politisch zu instrumentalisieren.

    Der frühere Verteidigungsminister Leon Panetta bezeichnete Trumps Bemerkung über Kellys Sohn als unter der Würde des Amtes. Dies erwecke den Eindruck, "dass es für diesen Präsidenten keinen heiligen Boden gibt", sagte Panetta der "Washington Post".

    News des Tages:

    News des Tages: "Nicht schlagen" - Kaliningrads Bürgermeister erteilt Verhaltenstipps für Fußball-WM


    Die News des Tages im Überblick.+++ 19.34 Uhr: Erster Tag der Sondierungsgespräche +++CDU, CSU und FDP haben nach ihrer ersten Gesprächsrunde auf dem Weg zu einem Jamaika-Bündnis mit den Grünen ein positives Fazit gezogen. CDU-Generalsekretär Peter...

    Die News des Tages im Überblick.

    +++ 19.34 Uhr: Erster Tag der Sondierungsgespräche +++

    CDU, CSU und FDP haben nach ihrer ersten Gesprächsrunde auf dem Weg zu einem Jamaika-Bündnis mit den Grünen ein positives Fazit gezogen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sprach in Berlin von einem "ersten, sehr konstruktiven, guten Austausch". FDP-Generalsekretärin Nicola Beer hob die "sachliche, lösungsorientierte Atmosphäre" hervor.
    Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte: "Der Start passt." Die Gespräche in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft seien "von gegenseitigem Respekt und Freude geprägt" gewesen. Es sei nicht nur über organisatorische Fragen, sondern auch schon über "diverse Themen" geredet worden. Vor Journalisten merkte Scheuer später an, es sei gar "zu Aktionen des Lächelns" gekommen.

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    +++ 19.12 Uhr: Schießerei in den USA: Drei Tote +++

     Bei einer Schießerei in einem Gewerbegebiet im US-Bundesstaat Maryland sind drei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter konnte vom Tatort in Edgewood im Nordosten Marylands fliehen, wie Bezirkssheriff Jeffrey Gahler erklärte. Der Schütze wurde demnach als ein 37-Jähriger identifiziert. Er habe mit dem Unternehmen zu tun gehabt, auf dessen Gelände sich die Schießerei ereignete.

    "Es scheint ein gezielter Angriff auf diese Firma gewesen zu sein", erklärte Gahler. Die Opfer waren demzufolge Angestellte einer Küchenplanungsfirma, die mit Granit handelt. Die genaue Beziehung des mutmaßlichen Täters zu dem Unternehmen erläuterte Gahler nicht. Der Verdächtige sei vorbestraft und habe mit einer Pistole geschossen, erklärte der Sheriff.

    US-Politiker erwägen Verschärfung des Waffengesetzes

    +++ 17.59 Uhr: AfD-Abgeordneter verurteilt +++

    Für seine Beteiligung an einem Überfall auf Fußball-Fans ist der neu in Bundestag gewählte rheinland-pfälzische AfD-Politiker Sebastian Münzenmaier zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Die Bewährungszeit setzte das Amtsgericht Mainz auf drei Jahre an. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass Münzenmaier sich der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht hat. Der 28-Jährige erklärte, das Urteil sei eine "Unverschämtheit", "reine Spekulation" und "ein Witz".

    Münzenmaier hat nach Ansicht des Gerichts anderen Mitgliedern der Ultra- und Hooliganszene des 1. FC Kaiserslautern geholfen, vor fünf Jahren Fans des Fußballvereins Mainz 05 aufzulauern und sie zu verprügeln. Dabei soll er die Ortsunkundigen an einer Tankstelle abgeholt und zum Stadion gebracht haben. Dort sei die Attacke "mit Wissen und Wollen" von Münzenmaier geschehen, sagte Richterin Anne Werner. Münzenmaier muss auch 10 000 Euro Strafe zahlen.

    +++ 17.40 Uhr: Frontex: Zunahme der Fluchtbewegungen aus Maghreb-Staaten +++

    Wieder machen sich mehr Migranten aus den Maghreb-Staaten über das Mittelmeer auf den Weg nach Europa. Diesen Trend haben neue Frontex-Zahlen bestätigt. Zwar kamen im September mit rund 5600 insgesamt wieder deutlich weniger Migranten in Italien an als im Vorjahresmonat, teilte die EU-Grenzschutzagentur in Warschau mit. Die Zahl der Ankünfte aus Algerien und Tunesien nehme aber zu, weshalb die Zahl der Ankünfte im September höher gewesen sei als im August. Migranten setzten demzufolge auch von der Türkei aus nach Italien über. Das könnte auch erklären, warum in der vergangenen Woche die Zahl der Ankünfte fast durchgängig höher lag als in der Vergleichswoche im Oktober 2016, wie aus Zahlen des italienischen Innenministeriums hervorgeht.

    +++ 17.13 Uhr: "Nicht schlagen" - Kaliningrads Bürgermeister erteilt Verhaltenstipps für WM +++

    Nett und gastfreundlich sollen sie sein und bloß niemanden schlagen: Der Bürgermeister von Kaliningrad hat seinen Bürgern am Mittwoch Verhaltenstipps für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 gegeben. Am besten sollten die Bewohner die russische Enklave während der WM-Spiele verlassen, erklärte er in einer Radioansprache.

    "Ich rufe alle dazu auf, gastfreundlich und nett zu sein und niemanden zu schlagen", sagte Bürgermeister Alexander Jaroschuk im Radiosender Komsomolskaia Prawda. "Falls Sie Englisch sprechen, helfen Sie den Touristen, geben Sie ihnen Ratschläge, unterhalten Sie sich mit ihnen." Weiterhin bat er um freiwillige Mithilfe bei Aufräumaktionen vor den Spielen.

    Insgesamt vier Begegnungen der Fußball-WM sollen zwischen Juni und Juli 2018 im komplett neuen Stadion von Kaliningrad stattfinden. Dieses soll nach seiner Fertigstellung Ende 2017 rund 35.000 Zuschauern Platz bieten.

    +++ 16.19 Uhr: Französischer Senat besiegelt neues Anti-Terror-Gesetz +++

    Das französische Parlament hat das neue Anti-Terror-Gesetz besiegelt, das den Behörden auf Dauer Sonderbefugnisse gibt. Nach der Nationalversammlung stimmte am Mittwoch auch der Senat in Paris zu. Staatschef Emmanuel Macron rief zu einer harten Anwendung der neuen Vorgaben auf, die am 1. November in Kraft treten.

    +++ 16.10 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück +++

    Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) tritt zurück. Damit zieht der 58-Jährige die Konsequenz aus dem schlechten Ergebnis der sächsischen CDU bei der Bundestagswahl, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus der CDU.

    +++ 15.10 Uhr: Vier britische Missionare in Nigeria entführt +++

    Chronologie Maddie McCann_15UhrMutmaßliche Rebellen haben vier britische Missionare in Nigeria entführt. Nach Angaben eines Polizeisprechers von Mittwoch werden die Entführten, darunter ein Paar, wohl seit fünf Tagen festgehalten. Die Motive der Entführung waren zunächst unklar. Nach Augenzeugenberichten wurden die vier Missionare am 13. Oktober im Süden des Landes in der Nähe der Stadt Warri von fünf Rebellen verschleppt. Die Polizei erklärte, es gebe eine Rebellengruppe in der Region und vermutete diese hinter der Entführung.

    +++ 14.52 Uhr: Räumarbeiten nach Eroberung Al-Rakkas gehen weiter +++

    In der eroberten Dschihadistenhochburg Al-Rakka gehen die Räumarbeiten nach dem Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiter. "Wir durchkämmen heute weiter das Gelände und befreien die großen Straßen von Minen", sagte der Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte, Talal Silo. Bislang sei noch kein Bürger in die fast komplett leere Stadt zurückgekehrt, weil es nach wie vor zu gefährlich sei. Das kurdisch geführte SDF-Bündnis hatte die heimliche Hauptstadt der Dschihadisten am Dienstag nach Monatelangen Kämpfen für befreit erklärt. Mehr als 3000 Menschen starben Menschenrechtlern zufolge bei den Gefechten - davon waren mehr als ein Drittel Zivilisten.

    +++ 14.20 Uhr: Vergewaltigung einer Camperin: Staatsanwältin fordert 13 Jahre Haft +++

    Im Prozess um die Vergewaltigung einer jungen Camperin in Troisdorf bei Bonn hat die Staatsanwältin eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren für den Angeklagten gefordert. Das teilte ein Gerichtssprecher mit - zum Schutz der Opfer war die Öffentlichkeit bei den Plädoyers ausgeschlossen. Am Donnerstag will das Bonner Landgericht sein Urteil in dem aufsehenerregenden Fall verkünden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte die 23-Jährige und ihren Freund im April beim Zelten in der Siegaue überfallen und mit einer Astsäge bedroht. Der 31-Jährige soll dem Paar etwas Geld und eine Lautsprecherbox gestohlen und dann die Frau in der Nähe des Zeltes vergewaltigt haben. Die Staatsanwältin wirft dem Asylbewerber aus Ghana besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit räuberischer Erpressung vor. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

    +++ 13.44 Uhr: AfD-Fraktion in Iserlohn wechselt geschlossen zur "Blauen Fraktion" +++

    Die AfD-Fraktion im Stadtrat von Iserlohn im Sauerland hat sich aufgelöst und ist in eine sogenannte Blaue Fraktion übergegangen. Das bestätigte Fraktionssprecher Alexander Langguth. Dem "Iserlohner Kreisanzeiger" hatte er zuvor gesagt, die "Blaue Fraktion" sei die erste bundesweit. Sie orientiert sich an der von Ex-AfD-Chefin Frauke Petry gegründeten "Blauen Partei". Die neue Fraktion habe den Wechsel am Dienstag in einer Ratssitzung mitgeteilt, bestätigte eine Stadtsprecherin. In der "Blauen Fraktion" sitzen landesweit bekannte Gesichter. Langguth, der auch Landtagsabgeordneter ist, ist vor kurzem bereits aus der AfD ausgetreten, ebenso wie der Landtagsabgeordnete Frank Neppe. Der Aderlass prominenter AfD-Vertreter hatte Ende September begonnen, als die bisherige Parteichefin Petry und ihr Ehemann, der damals noch amtierende NRW-Landtagsfraktionschef Marcus Pretzell, der AfD den Rücken kehrten. In Iserlohn saßen seit der Kommunalwahl 2014 drei AfD-Mitglieder im Rat. Die Partei hatte in der 93.000-Einwohner-Stadt 6,11 Prozent der Stimmen geholt.

    +++ 13.26 Uhr: Chinas Staatschef Xi eröffnet Parteitag mit Kampfansage +++

    China soll es nach dem Willen der Staatsführung auf absehbare Zeit keine Lockerung der politischen Verhältnisse geben: Mit einer Kampfansage an politische Gegner eröffnete Staatschef Xi Jinping am Mittwoch den Parteitag der Kommunistischen Partei in Peking. In der Großen Halles des Volkes rief er die Delegierten auf, sich gegen jegliche Versuche zur Wehr zu setzen, die Führerschaft der Partei in Frage zu stellen.

    Das Land trete in eine "neue Ära" ein, in der die Partei einen "Sozialismus nach chinesischer Art" praktiziere, sagte Xi, der zuvor unter dem Beifall der Delegierten in Begleitung seiner Vorgänger Hu Jintao und Jiang Zemin die Große Halle des Volkes betreten hatte.

    +++ 12.25 Uhr: Zalando steigt ins Beauty-Geschäft ein +++

    Der Online-Händler Zalando will sein Modesortiment mit Kosmetikartikeln ergänzen und steigt ab kommendem Frühjahr ins Beauty-Geschäft ein. Der Vorstoß auf den Markt mit Kosmetik- und Hautpflegeprodukten oder Parfüms sei eine "logische Erweiterung unseres Sortiments", sagte Co-Chef Rubin Ritter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Zunächst werden die Produkte in Deutschland verkauft, später sollen womöglich weitere Märkte wie Frankreich, die Benelux-Länder und Österreich folgen.

    +++ 12.24 Uhr: Air-Berlin-Pilot nach "Ehrenrunde" vom Dienst suspendiert +++

    Air-Berlin-Pilot zur Ehrenrunde_12.30Nach dem aufsehenerregenden Flugmanöver der letzten Air-Berlin-Maschine aus den USA nach Düsseldorf ist der Pilot des Flugzeugs suspendiert worden. Die Besatzung sei derzeit nicht im Flugdienst, teilte Air Berlin am Mittwoch mit. Dies sei ein "normaler Prozess" bei der Untersuchung derartiger Vorfälle. Zuvor hatte die ZDF-Sendung "Frontal 21" (Dienstagabend) darüber berichtet.

    Das Flugzeug mit mehr als 200 Passagieren aus Miami war am Montag kurz vor der Landung durchgestartet und nach links über den Düsseldorfer Airport abgedreht. Nach einer Runde brachte der Pilot Flug AB 7001 sicher auf den Boden. "Frontal 21" zitiert den Piloten mit den Worten: "Wir wollten ein Zeichen setzen, einen würdigen und emotionalen Abschluss."

    +++ 12.17 Uhr: Haftstrafe wegen Laserpointer-Attacke auf Polizeihubschrauber +++

    Weil er die Piloten eines Polizeihubschraubers mit einem starken Laserpointer geblendet hatte, ist ein Mann zu einem Jahr und sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 22-jährigen Krankenpfleger unter anderem des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und der versuchten gefährlichen Körperverletzung schuldig. Bei einem solchen Angriff seien katastrophale Konsequenzen möglich, hieß es im Urteil. Der Angeklagte hatte zuvor pauschal gestanden. Zu dem Angriff war es bei Straßenkrawallen linksautonomer Gruppen im Stadtteil Friedrichshain gekommen. Der vorbestrafte 22-Jährige hatte laut Anklage einen mit drei Beamten besetzten Hubschrauber anvisiert, der den Bereich der Rigaer Straße ausleuchten und festgestellte Straftaten mittels Videotechnik dokumentieren sollte. 55 Sekunden lang habe das grüne Licht den Hubschrauber getroffen. Die Insassen seien unverletzt geblieben, weil sie sich mit Nachtsichtbrillen und durch das Verändern ihrer Sitzposition schützen konnten. 

    +++ 11.50 Uhr: Emden ist Scheidungshauptstadt - Kempten am beständigsten +++

    Deutsche Scheidungshauptstadt ist einem Bericht zufolge Emden in Ostfriesland. Dort wurden im Jahr 2015 zwar 246 neue Ehen geschlossen, aber zugleich 204 Paare getrennt, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Daten der Statistikämter des Bundes und der Länder berichtet. Auf eine neue Ehe kamen also 0,83 Scheidungen. Es folgten demnach Mönchengladbach und Leverkusen mit Quoten von 0,72. Am beständigsten waren dem Bericht zufolge die Einwohner von Kempten im Allgäu mit einer Quote von 0,09. Auf 347 neue Ehen kamen hier 2015 nur 32 Scheidungen. Es folgten demnach in Mecklenburg-Vorpommern der Landkreis Vorpommern-Rügen mit einer Quote von 0,13 und der Landkreis Rostock mit einer Rate von 0,15. Insgesamt gaben sich im Jahr 2015 in Deutschland 400.115 Paare das Jawort - bei 163.335 Scheidungen.

    +++ 11.19 Uhr: Twitter will stärker gegen sexuelle Belästigung vorgehen +++

    Twitter will seine Nutzungsbedingungen verschärfen, um gegen die Verbreitung von Nacktfotos und gegen sexuelle Belästigung in dem sozialen Netzwerk vorzugehen. Künftig werde Twitter "mit sofortiger und endgültiger Wirkung Konten sperren, die es als die Quelle oder den Ursprung von Mitteilungen identifiziert, die nicht genehmigte Nacktheit zeigen", erklärte das Unternehmen. Der Begriff der "nicht genehmigten Nacktheit" wird laut Twitter erweitert und umfasst künftig voyeuristische Fotos sowie Bilder, bei denen Frauen unter den Rock fotografiert wird. "In Anbetracht der Tatsache, dass die abgebildeten Menschen im Allgemeinen nicht von der Existenz der Bilder wissen, werden wir nicht verlangen, dass sich die Zielperson meldet, um die Beiträge zu löschen", erklärte der Konzern.

    Man sei sich darüber im Klaren, dass auf Twitter ein ganzer pornografischer Zweig bestehe. Allerdings sei es fast unmöglich, in jedem Fall zu bestimmen, ob die Inhalte mit der Zustimmung der gezeigten Menschen verbreitet würden. Das soziale Netzwerk habe sich daher dazu entschieden, die entsprechenden Beiträge zu löschen, "um die Opfer zu schützen". Außerdem will Twitter in Zukunft jedem Nutzer ermöglichen, unerwünschte sexuelle Inhalte zu melden. Die Neuerungen sollen in den kommenden Wochen in Kraft treten.

    +++ 10.50 Uhr: Streit um Mindestgröße bei Polizei +++

    Darf eine Mindestgröße für einen Polizisten vorgeschrieben werden? Darüber urteilt heute der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. Die Richter müssen klären, ob eine solche Mindestgröße diskriminierend ist. Wer in Deutschland zur Polizei will, muss viele Voraussetzungen erfüllen. Neben körperlicher Fitness ist vor allem die Körpergröße entscheidend. Da Polizisten damit rechnen müssen, auch in handfeste Auseinandersetzungen zu geraten, haben es zu kleine Bewerber schwer: In den meisten Bundesländern liegt die Messlatte nämlich bei mindestens 1,60 Metern - für Frauen und Männer gleichermaßen. Bayern zum Beispiel erwartet sogar 165 Zentimeter, Nordrhein-Westfalen macht einen Unterschied zwischen den Geschlechtern und verlangt 163 bei Frauen und 168 bei Männern. Doch wegen ihrer Größe abgelehnte Kandidaten ziehen zunehmend vor Gericht: So erklärte das Oberverwaltungsgericht Münster zum Beispiel den entsprechenden Erlass des NRW-Innenministeriums im September für unzulässig. Keine Mindestgrößen gelten derzeit allein in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern.

    +++ 10.40 Uhr: Angeklagter bestreitet tödliche Schläge gegen demenzkranken Vater +++

    Ein 39 Jahre alter Mann, der seinen demenzkranken Vater mit einem Kantholz erschlagen haben soll, hat die Vorwürfe vor Gericht zurückgewiesen. Er habe seinem Vater nie auf den Kopf geschlagen, sagte die Verteidigerin des Angeklagten am Leipziger Landgericht in dessen Namen. Seine Kopfverletzungen habe sich der Vater bei Stürzen zugezogen. Frühere Aussagen, in denen er die Vorwürfe teils eingeräumt hatte, stimmten nicht. "Ich wollte den Tod meines Vaters nicht", hieß es in der verlesenen Aussage. Nur an einem Tag habe er ihm aus Wut mehrfach mit dem Kantholz gegen den Oberkörper gestoßen. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, seinen 72 Jahre alten Vater im März 2017 erst mit dem Kantholz geschlagen und dann sich selbst überlassen zu haben. Der Vater starb anderthalb Tage nach der mutmaßlichen Attacke. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft war der Sohn mit der Pflege seines Vaters überfordert.

    +++ 10 Uhr: Tote Teenager in Gartenlaube: Vater äußert sich umfassend +++ 

    Im Prozess um die tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung von sechs Teenagern in einer Gartenlaube in Unterfranken hat sich der Besitzer des Häuschens umfassend zu den Hintergründen geäußert. "Nach wie vor bin ich fassungslos wie und warum das passieren konnte. Ich begreife das einfach nicht", ließ der 52-Jährige vor dem Landgericht Würzburg von seinem Verteidiger verlesen. "Ich will aber keine Schuld von mir weisen", las Strafverteidiger Hubertus Krause weiter vor. Der Mann aus Arnstein steht wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung vor Gericht. In seiner Gartenlaube starben im Januar sechs Teenager an einer Kohlenmonoxidvergiftung, darunter zwei seiner eigenen Kinder. Schuld war ein im Technikraum des Häuschens aufgestellter Stromgenerator, der nicht für Innenräume geeignet war. Der Anklageschrift zufolge soll der 52-Jährige zudem eine wackelige Abgasableitung gebastelt haben, die im Laufe des Abends zusammengebrochen war. Deshalb konnte sich das tödliche Gas unbemerkt in der Hütte verteilen.

    +++ 9.45 Uhr: Sänger Ed Sheeran muss nach Unfall Konzerte absagen +++

    Ed Sheeran muss nach seinem Fahrradunfall etliche Auftritte absagen. "Ein Besuch bei meinem Arzt hat Brüche in meinem rechten Handgelenk und linken Ellenbogen bestätigt", so der Sänger auf Instagram. Geplante Konzerte in Taipei, Osaka, Seoul, Tokio und Hongkong müsse er daher streichen. "Ich warte mal ab, wie es mit der Heilung vorangeht, bevor wir über später geplante Auftritte entscheiden." Auf seiner Tournee sollte Sheeran demnächst unter anderem auch auf den Philippinen und in Indonesien, Singapur und Malaysia auf der Bühne stehen. In einem Nachsatz stellt das Team des Sängers klar, dass es nicht der 26-Jährige selbst war, der diese Zeilen geschrieben hat - "weil seine beiden Arme in Gips beziehungsweise bandagiert sind". Ein Foto zeigt einen rechten Arm, der bis zu den Fingern eingegipst und mit einer schwarzen Bandage umwickelt ist. Am Montag hatte Sheeran seinen 16 Millionen Followern auf Instagram von seinem Fahrradunfall berichtet, dazu ein Foto seiner Blessuren veröffentlicht.Ed Sheeran ist verletzt

    +++ 9.39 Uhr: Eilklagen zu Ausstieg aus EZB-Anleihekaufprogramm in Karlsruhe gescheitert +++

    Die Deutsche Bundesbank kann sich vorerst weiterhin am umstrittenen milliardenschweren Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) beteiligen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erklärte Eilklagen des ehemaligen CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler und weiterer Euroskeptiker auf Erlass einer einstweiligen Anordnung zum Ausstieg aus dem Programm für gescheitert. Die Verfassungshüter wiesen die Anträge als unzulässig zurück, weil solch eine Anordnung die Entscheidung in der Hauptsache vorwegnehmen würde.

    +++ 9.25 Uhr: Mindestlohn am Bau steigt - Einigung in dritter Verhandlungsrunde +++

    Tausende Beschäftigte am Bau in Deutschland erhalten ab 1. Januar 2018 einen höheren Mindestlohn. In der dritten Verhandlungsrunde einigten sich die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt und die Arbeitgeber auf ein deutliches Plus in zwei Schritten, wie beide Seiten mitteilten. Demnach steigt der bundesweit geltende Mindestlohn für Ungelernte am Bau zum Beginn des neuen Jahres von 11,30 auf 11,75 Euro und ab 1. März 2019 auf 12,20 Euro. Das entspricht dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie zufolge einem jährlichen Plus von rund vier Prozent. Der Mindestlohn für Facharbeiter in Westdeutschland wächst in zwei Schritten von 14,70 Euro auf 15,20 Euro und in Berlin von 14,55 Euro auf 15,05 Euro. Dies entspreche einem Plus von jährlich etwa 1,7 Prozent. 

    +++ 8.36 Uhr: NRW-Arbeitsminister unterstützt Transfergesellschaft für Air Berlin +++

    Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat sich für eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin ausgesprochen. Er sagte der "Rheinischen Post", er würde sich "freuen, wenn eine Transfergesellschaft eingerichtet werden kann". Damit würden die von Arbeitslosigkeit bedrohten Air-Berlin-Beschäftigten eine professionelle Unterstützung bei der Suche nach neuer Arbeit erhalten. Laumann stellte allerdings Bedingungen: Die beteiligten Firmen müssten "zumindest die Kosten für die Sozialversicherungsbeiträge tragen". Die Bundesagentur für Arbeit würde das Transferkurzarbeitergeld in Höhe des Arbeitslosengeldes zahlen, sagte er weiter. Staatlich gestützte Transfergesellschaften sollen soziale Härten bei Kündigungen abfedern, indem entlassene Mitarbeiter eine Übergangsanstellung erhalten. Aus dieser heraus können sie sich für neue Jobs bewerben.

    +++ 7.29 Uhr: Harvey Weinstein tritt als Verwaltungsrat seiner Firma zurück +++

    Immer mehr Frauen werfen US-Starproduzent Harvey Weinstein sexuelle Übergriffe vor - jetzt ist der 65-Jährige als Verwaltungsrat seiner eigenen Firma zurückgetreten. Dies berichteten US-Medien und beriefen sich auf eine Stellungnahme der Weinstein Company. Eine Woche zuvor hatte die Produktionsfirma Weinstein Company ihren Mitbegründer bereits als Vorstandschef gefeuert. Auch die Oscar-Akademie hatte Weinstein aus ihrem Verband ausgeschlossen. Der Skandal war nach einem Bericht der "New York Times" ins Rollen gekommen, wonach der einflussreiche Hollywood-Produzent über Jahrzehnte Schauspielerinnen und Mitarbeiterinnen seiner Firma belästigt und in einigen Fällen missbraucht hat. Der Zeitung zufolge hielt Weinstein mindestens acht Frauen mit Schweigegeld davon ab, an die Öffentlichkeit zu gehen. Weinstein bestreitet, Frauen zum Sex gezwungen zu haben.

    Oscar Akademie wirft Weinstein raus 8.55

    +++ 6.48 Uhr: Großeinsatz - Durchsuchungen im Rockermilieu in 16 NRW-Städten +++

    Mehr als 700 Polizisten haben am Morgen in 16 nordrhein-westfälischen Städten Wohnungen und Geschäfte im Rockermilieu durchsucht. Hintergrund ist ein Verbot einer im Großraum Erkrath aktiven Gruppe der Hells Angels und deren Teilorganisation Clan 81 Germany durch das Innenministerium, wie die Polizei in Essen mitteilte. Demnach tritt das Verbot heute in Kraft. Die Beamten hätten nun zunächst die Aufgabe, die Betroffenen darüber zu informieren, sagte eine Polizeisprecherin. Außerdem seien Zufallsfunde von Beweismitteln nicht auszuschließen. Die Ermittler durchsuchten nach eigenen Angaben insgesamt über 50 Gebäude.

    +++ 6.05 Uhr: Warnung vor Hackerangriffen auf Autos +++

    Ungesicherte Datenschnittstellen im Auto können nach Experteneinschätzung zum Einfallstor für Hackerangriffe werden. Die Allianz-Versicherung fürchtet, dass es in den nächsten Jahren nicht bei den bisherigen vereinzelten kriminellen Attacken von Datendieben und -saboteuren bleiben wird: "Die Schutzmechanismen vor Hackerangriffen sind - gerade bei älteren Fahrzeugen - oft unzureichend", sagte Joachim Müller, Vorstand des Sachversicherungs-Vorstand bei der Allianz Deutschland. "Deshalb wird die Zahl der Angriffe auf vernetzte Fahrzeuge in den kommenden Jahren steigen." In der Autobranche gilt vor allem die OBD2-Schnittstelle als gefährdet, die seit Ende der neunziger Jahre in alle Fahrzeuge eingebaut ist. Diese ungesicherte Schnittstelle wurde bewusst offen gehalten und war ursprünglich für das Auslesen von Abgasdaten per Kabel in der Werkstatt gedacht, wie Maik Böres erläutert, Leiter "Future Mobility" bei BMW.

    +++ 5.55 Uhr: Greenpeace-Flugzeug in Brasilien abgestürzt +++

    Ein Flugzeug der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist im brasilianischen Amazonasgebiet abgestürzt. Eine 29-jährige Schwedin kam bei dem Unglück ums Leben, weitere vier Insassen erlitten Verletzungen, wie das Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf die Polizei und das schwedische Konsulat in Manaus berichtete. Auch Greenpeace bestätigte den Absturz der einmotorigen Cessna Caravan 208. Das Flugzeug fiel in den Fluss Negro im Nationalpark Anavilhanas, 100 Kilometer nordwestlich von Manaus. Die Ursachen des Unfalls waren vorerst unklar.

    +++ 5.53 Uhr: Chinas Staatschef Xi eröffnet Parteitag mit Kampfansage an politische Gegner +++

    Mit einer Kampfansage an politische Gegner hat Chinas Staatschef Xi Jinping den Parteitag der Kommunistischen Partei eröffnet. In seiner Eröffnungsrede in der Großen Halles des Volkes in Peking rief Xi die Mitglieder auf, sich gegen jegliche Versuche zur Wehr zu setzen, die Führerschaft der Partei zu unterminieren. Das Land trete in eine "neue Ära" ein, in der die Partei einen "Sozialismus nach chinesischer Art" praktiziere. "Die Aussichten sind gut, aber die Herausforderungen ernst", sagte Xi, der zuvor unter dem Beifall der Delegierten in Begleitung seiner Vorgänger Hu Jintao und Jiang Zemin die Große Halle des Volkes betreten hatte. Xi rühmte Chinas wachsenden Einfluss in der Welt und die Anstrengungen der Regierung, Armut und Ungleichheit im eigenen Land zu bekämpfen. Er verwies zudem auf seine Politik der "Null Toleranz" gegenüber Korruption in der Partei. 

    +++ 5.17 Uhr: Tusk will mit zweijähriger Reformagenda Brexit-Schock überwinden +++

    EU-Ratspräsident Donald Tusk hat ein ehrgeiziges Programm vorgeschlagen, damit sich die Europäische Union vom Brexit-Schock erholt: In einem Schreiben an die EU-Staats- und Regierungschefs schlug Tusk vor, in den kommenden zwei Jahren insgesamt 13 Gipfeltreffen abzuhalten. Zusätzlich zu den bereits geplanten Gipfeln will er informelle Treffen zu bestimmten Themen einberufen. Außerdem plädierte Tusk für eine neue Arbeitsmethode, bei der nicht zwangsläufig ein Konsens gesucht werden müsse. 

    +++ 5 Uhr: Prozess nach Kohlenmonoxid-Tod von sechs Teenagern beginnt +++

    Nach dem tragischen Tod von sechs Teenagern in einer Gartenlaube im unterfränkischen Arnstein beginnt heute Morgen der Prozess gegen den Vater zweier Opfer. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung in sechs Fällen vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Dem Vater gehört die Gartenlaube im Landkreis Main-Spessart, in der die jungen Leute bei einer Geburtstagsfeier Ende Januar an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben waren.

    Gartenlaube-Prozess_11Uhr

    +++ 4.06 Uhr: US-Richter stoppt jüngste Version von Trumps Einreiseverboten +++

    US-Präsident Trump ist mit seinen Einreiseverboten erneut von einem Gericht ausgebremst worden. Ein Bundesrichter im Bundesstaat Hawaii setzte gestern sein jüngstes Dekret zu großen Teilen vorläufig außer Kraft. Suspendiert wurden jene Teile der Verordnung, die hohe Hürden für die Einreise von Bürgern aus sechs mehrheitlich muslimischen Staaten errichten sollten. Die Verordnung hätte an diesem Mittwoch in Kraft treten sollen. Mit dieser Richterentscheidung wird eine neue Runde in dem seit Januar andauernden Gerichtsstreit um die Einreiserestriktionen eingeläutet. Bereits zwei frühere und noch rigorosere Verordnungen waren von diversen Gerichten zeitweise blockiert worden, was dann wiederum von der Regierung angefochten wurde. Auch gegen die jüngste Entscheidung aus Hawaii dürfte das Justizministerium vorgehen. Letztlich wird der Streit damit vom Obersten Gericht entschieden werden.

    Wunde, rote oder blutige Brustwarzen : Probleme beim Stillen:

    Wunde, rote oder blutige Brustwarzen : Probleme beim Stillen: "Die Verzweiflung ist oft sehr groß"


    Im Interview mit Anna Hofer, selbstständige psychologische Beraterin und Stillberaterin für Köln und Umgebung, gibt es ganz konkrete Tipps für Mütter, die unter Schmerzen stillen.NIDO: Stillen kann am Anfang wehtun. Wie sind denn Ihre Erfahrungen...

    Im Interview mit Anna Hofer, selbstständige psychologische Beraterin und Stillberaterin für Köln und Umgebung, gibt es ganz konkrete Tipps für Mütter, die unter Schmerzen stillen.

    NIDO: Stillen kann am Anfang wehtun. Wie sind denn Ihre Erfahrungen aus der Praxis? Haben mehr Frauen in den ersten Tagen Schmerzen oder nicht?

    Anna Hofer: Das Thema wunder beziehungsweise schmerzender Brustwarzen ist ein immer wiederkehrendes in meinen Beratungen. Oft unmittelbar nach der Geburt, nach dem Milcheinschuss. Oft beißen diese Frauen aber auch die Zähne zusammen und kämpfen viele Wochen mit dem Schmerz, ehe sie sich an eine Stillberaterin wenden. Die Verzweiflung ist dann oft sehr groß, ebenso der Wunsch nach einer schnellen Lösung.

    Woran liegt es, dass manche Frauen in den ersten Tagen Schmerzen haben und andere nicht? Ist es schlicht die Gewöhnung und Veranlagung? Oder Glück und Pech?

    Der Anteil der Frauen, die aus physiologischen Gründen nicht stillen können, ist sehr gering. Trotzdem ist die Rate der Frauen, die in den ersten drei Monaten abstillen, sehr hoch. Tatsächlich sind es oftmals mehrere Faktoren, die für Schmerzen beim Stillen verantwortlich sind. Zum einen werden Frauen nicht immer gut auf das Stillen vorbereitet, insbesondere auf die körperliche Veränderung. Viele Frauen beschreiben mir in den Beratungen die Zeit unmittelbar nach der Geburt als Sprung ins kalte Wasser: Schwimm oder geh unter. Aufgrund der eklatanten Entwicklung der Betreuung durch Hebammen in den Kliniken, wie auch im Wochenbett, erfahren diese Mütter immer häufiger eine unzureichende Begleitung und Zuspruch.

    Schmerzen und Angst: Was tun, wenn's mit dem Stillen nicht klappt?

    Viele fragen sich: Ist das normal?

    Und sie fragen sich: Ist das, was da geschieht noch normal? Mache ich etwas falsch und wenn ja, was? Was kann ich ändern? Und wen kann ich um Rat fragen? Und dies alles geschieht zu einer Zeit des Ankommens im Elternsein, des Kennenlernens des eigenen Babys, der Erholung. Und wenn dann das Anlegen nicht optimal geschieht, das Baby zu selten gestillt wird, die Mutter aus diesem Stressgewitter nicht rauskommt, kann es zu Schmerzen und wunden Brustwarzen kommen.

    Eine Frau schrieb mir, ihr wurde geraten, ihre Brustwarzen im Vorfeld mit einem Spülschwamm abzuhärten. Wir hofften beide, es sei ein Scherz. Aber ist es generell eine gute Idee, die Brustwarzen aufs Stillen vorzubereiten? Und wenn ja, wie geht das konkret?

    Brüste raus!Die beste Vorbereitung ist die, sich bewusst zu machen, wie Stillen eigentlich funktioniert. Wenn wir die Zusammenhänge begreifen, wird das was wir tun und wie wir es tun, selbstverständlicher. Wenn wir in der Lage sind, auf die frühen Hungerzeichen unserer Babys zu achten, können wir uns in Ruhe in unsere Stillposition begeben. Ein weinendes Baby hat Stress und verursacht bei uns Stress. Das ist von der Natur so gewollt, hat aber beim Stillen oft den Effekt, dass wir uns beeilen, das Kind anzulegen und uns keine Zeit nehmen, Stillposition oder die Anlegeposition achtsam zu wählen.

    Das Baby ist da, das Stillen tut weh, die Brustwarzen sind wund und rot, vielleicht sogar blutig. Und nun?

    Ich kann hier an dieser Stelle keine allgemein gültigen Tipps geben. Und bei einem solchen Fall, würde ich diese Mutter auch bitten, zur Wundbehandlung ins Krankenhaus zu gehen oder ihren Frauenarzt aufzusuchen.

    "Wichtig ist die Ursache für die Schmerzen zu kennen"

    Mütter wünschen sich, ihre Kinder zu stillen und dann klappt es kaum, weil sie vor lauter Schmerzen Angst vor dem nächsten Anlegen haben. Wie kann diese Situation entspannt werden?

    Es herrschen in solchen Momenten ein unglaublicher Leidensdruck und eine hohe Frustration. Reden lassen und Zuhören helfen im ersten Moment sehr. Man schaut gemeinsam, ob eine Brust weniger schmerzbelastet ist und ggf. zweimal hintereinander zum Stillen angeboten werden kann. Oft bitte ich die Mütter, ihr Baby etwas eher als sonst zum Stillen abzuholen, damit es entspannter trinkt. Wir üben neue Stillpositionen und auch da ist es von Vorteil, wenn das Baby Appetit und keinen Hunger hat. So kann man die Stillposition ggf. noch einmal korrigieren, bevor das Baby ungeduldig wird.

    Brüste raus!

    Was halten Sie von Stillhütchen?

    Wie alle Stillhilfsmittel sind es eben nur Hilfsmittel. Eine gewisse Zeit, kann ein Stillhütchen im Fall von wunden Brustwarzen eine gute Lösung sein. Aber es ist wichtig, die Ursache für die Schmerzen zu kennen und nicht nur die Symptome zu behandeln.

    Was können Frauen noch machen, um das anfängliche Stillen zu erleichtern?

    Besucht in der Schwangerschaft eine Stillgruppe. Hört euch an, was diese Mütter erzählen! Ihre Erfahrungen sind ein wirklicher Schatz. Sprecht mit eurer Hebamme oder mit einer Stillberaterin und fragt sie Löcher in den Bauch! Und wenn euer Baby geboren ist: Hört auf die Signale Eures Körpers! Schmerzen sind Schmerzen und sollten als solche auch ernst genommen werden. Lasst Euch nicht mit den Worten "Das ist am Anfang nun mal so!" abspeisen. Holt Euch eine zweite Meinung.

    Jede Mutter muss entscheiden, ob sie weiter stillen will

    Was kann sonst noch helfen, wenn es so weh tut, dass Frauen aufgeben wollen? Der Gedanke an Freundinnen, die vollkommen ruhig stillen? Eine Monatsanzahl, die Frau "durchhalten" will?

    Das Beste fürs KindVon Durchhalteparolen halte ich persönlich wenig. Ich möchte vielmehr die Entscheidung unterstützen. Sowohl die, weiterzustillen als auch die, aufzuhören. Denn nur wenn wir das Gefühl haben, diese Entscheidung selbst getroffen zu haben, können wir gut mit ihr leben.

    Ab wann ist es nicht mehr der "Anfangsschmerz", in dem sich die Brustwarzen auf die neue Saugbewegung einstellen müssen, sondern stattdessen etwas, auf das eine Stillberaterin mal draufschauen muss.

    Ich bin immer für ein Vier-Augen-Prinzip. Manchmal haben wir einfach einen Tunnelblick und erfassen nicht alles, was diese Mutter gerade betrifft. Die weitere Meinung einer Stillberaterin kann immer von Vorteil sein und ist nicht an ein zeitliches Fenster gebunden. Ich rate eher: Wartet nicht zu lange, fragen kostet nichts und wenn mehrere Personen eine einhellige Meinung zu einem Befund haben, schafft auch dies Sicherheit und Ruhe. Und das ist es, was unsere Mütter doch brauchen.

    Wie finde ich eine gute Stillberaterin?

    Viele Stillberaterinnen haben eine eigene Website und sind über Google gut zu finden. Mein Ausbildungsinstitut DAIS (Deutsches Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung) hat alle ausgebildeten Stillberaterinnen auf ihrer Website gelistet, ebenso der Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen. Die Kolleginnen vom AFS (Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen) undder LLL (La Leche Liga) verfügen über ein weitreichendes Netz ehrenamtlicher Stillberaterinnen, die ihre Beratungen in Stilltreffs, via Telefon und/oder Email anbieten.

    Baby warnt seine Mutter vor Brustkrebs 1846

    Video: Polizei findet Waffen bei Razzia gegen Hells Angels

    Video: Polizei findet Waffen bei Razzia gegen Hells Angels


    Rund 700 Polizisten durchsuchten am Morgen Dutzende Wohnungen und Geschäftsräume in 16 nordrhein-westfälischen...

    Rund 700 Polizisten durchsuchten am Morgen Dutzende Wohnungen und Geschäftsräume in 16 nordrhein-westfälischen Städten.

    Religion: Fußwaschungen,

    Religion: Fußwaschungen, "Jesus"-Rufe, Freitagsgebete - Uni Hamburg hat nun einen Glaubens-Kodex


    Dürfen Studentinnen in den Prüfungen verschleiert sein? Sollen sich Vorlesungen nach den Gebetszeiten von Muslimen richten? Darf in einem Seminarraum laut gebetet werden? Mit diesen und ähnlichen Fragen sah sich die Leitung der Universität Hamburg...

    Dürfen Studentinnen in den Prüfungen verschleiert sein? Sollen sich Vorlesungen nach den Gebetszeiten von Muslimen richten? Darf in einem Seminarraum laut gebetet werden? Mit diesen und ähnlichen Fragen sah sich die Leitung der Universität Hamburg zuletzt wiederholt konfrontiert - und handelte.

    Die Uni regelt nach eigenen Angaben als bundesweit erste Hochschule seit Mittwoch in einem Verhaltenskodex, wie Studenten im Wissenschaftsbetrieb ihren Glauben leben und ausüben können. Ein Thema, in dem Konfliktpotenzial stecken könne, aber keineswegs müsse, sagte die Philosophie-Professorin Birgit Recki in der Hansestadt.

    Salafistenprediger organisierten Freitagsgebete

    Nikab an Schulen 16.46Eine Kommission aus zehn Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen unter Vorsitz von Recki hatte den sieben Punkte umfassenden "Verhaltenskodex zur Religionsausübung an der Universität Hamburg" erarbeitet. Zentrale Frage, die laut Uni-Präsident Dieter Lenzen im Raum stand: "Wie gehen wir im Alltag mit dem Thema um?"

    Handlungsbedarf sahen Lenzen und seine Mitstreiter, weil es zuletzt immer mal wieder Konflikte gegeben habe. So berichtete Recki etwa von organisierten Freitagsgebeten eines salafistischen Predigers in einem Uni-Institut - "ein Akt konfrontativer Religionsausübung". Oder von "aggressiver Schulmeisterei" junger Männer, die muslimische Studentinnen dazu bringen wollten, Kopftuch zu tragen.

    "Es geht nicht nur um Menschen muslimischen Glauben"

    11: Menschenrechtsgericht Verbot der Vollverschleierung in Belgien rechtens - 2313108d4a3a45a2Und Lenzen führte als Beispiel an, dass ein junger Mann immer wieder mit lauten "Jesus"-Rufen aufgefallen sei. "Es geht nicht nur um Menschen muslimischen Glauben", betonte die Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Uni, Franziska Hildebrandt. Der Kodex solle "das respektvolle und friedliche Miteinander bei der Ausübung verschiedener Glaubensüberzeugungen regeln", sagte Lenzen. Seine Uni habe sich als bundesweit erste einen "so fundierten Katalog" zu Fragen der Religionsausübung gegeben.

    Was aber bedeutet der Kodex konkret für das Leben an der Uni? Dies wird in einer zehn Punkte umfassenden "Ausführungsbestimmung des Präsidiums" geklärt. Dort heißt es etwa, dass religiöse Feste nur in dem eigens vor rund zehn Jahren eingerichteten "Raum der Stille" begangen werden dürfen. Und in dem mit Teppichen ausgelegten, etwa 35 Quadratmeter großen Zimmer mit gelben, roten und orangefarbenen Rechtecken an den Fenstern werde keine Form der Diskriminierung geduldet.

    Uni Hamburg lässt Vollverschleierung zu

    Debatte um Vollverschleierung (Update)Weiter wird klargestellt, dass Studenten religiöse Symbole wie das Kreuz oder den Davidstern verwenden und Kopfbedeckungen tragen können. Rituelle Handlungen sind indes nur so lange zulässig, wie sie nicht von anderen als aufgedrängt empfunden werden. "Dieses ist beispielsweise bei rituellen Fußwaschungen in sanitären Anlagen der Fall. Diese sind untersagt. Das gilt auch, wenn beispielsweise Gebete in Räumen der Universität oder auf dem Campus laut gesprochen werden", heißt es in der Ausführungsbestimmung.

    Zur Frage der Vollverschleierung muslimischer Frauen sagte Lenzen: "Wir lassen das ausdrücklich zu" - allerdings mit Einschränkungen. Demnach ist etwa bei Prüfungen zur Feststellung der Identität keine Vollverschleierung gestattet. Der Forderung einiger Studenten, die Vorlesungen nach den Gebetszeiten der Muslime auszurichten, erteilte die Kommission hingegen eine klare Absage.Joerges_Master_Burkini 16.57

    Liebe und Sex: Die Deutschen und die Liebe - was uns erregt

    Liebe und Sex: Die Deutschen und die Liebe - was uns erregt


    Liebe und Sex gehören zu den universalen Themen der menschlichen Existenz. Unzählige Songs, Romane und Filme verdanken ihr Dasein diesen menschlichen Urbedürfnissen. Jeder interessiert sich dafür, jeder macht eigene Erfahrungen - und ist mit...

    Liebe und Sex gehören zu den universalen Themen der menschlichen Existenz. Unzählige Songs, Romane und Filme verdanken ihr Dasein diesen menschlichen Urbedürfnissen. Jeder interessiert sich dafür, jeder macht eigene Erfahrungen - und ist mit Sicherheit auch neugierig, was bei den anderen so läuft. Antworten auf diese Fragen gibt die Statistik. Für das Buch "Wir Deutschen & die Liebe" hat der Wissenschaftsjournalist Christoph Drösser den Datenschatz des Marktforschungsinstituts YouGov nach spannenden und verblüffenden Zahlen über das Liebes- und Sexleben der Deutschen durchsucht. (Mehr über YouGov und die Methode der Datenerhebung finden Sie hier.)

    Der stern veröffentlicht in einer mehrteiligen Serie ausgewählte Statistiken aus dem Buch sowie eigene Auswertungen aus den YouGov-Daten, die in repräsentativen Umfragen erhoben wurden. 

    Der vierte Teil unserer Serie widmet sich dem Thema "Was uns erregt".Infobox "Wir Deutschen & die Liebe"

    Selbstbefriedigung - wann geht's los und wie geht's weiter?

    In der Pubertät sind Mädchen den Jungen in vielem voraus, aber mit dem Thema Masturbation beschäftigen sich Jungs deutlich früher als ihre Altersgenossinnen. Jungen befriedigen sich zum ersten Mal selbst mit 13,9 Jahren, Mädchen mit 16,7.

    (YouGov-Datenbasis: 1326 Befragte; Erhebungszeitraum: 01.06. - 08.06.2017)

    Der Unterschied zwischen den Geschlechtern bleibt auch im Erwachsenenalter deutlich. 57 % der Männer und nur 32 % der Frauen machen es sich mindestenseinmalwöchentlich selbst. 27 % der Frauen haben angegeben, nie zu masturbieren. Bei den Männern sind 21 % Onanie-Abstinenzler.

    (YouGov-Datenbasis: 1849 Befragte, die sich schon selbst befriedigt haben; Erhebungszeitraum: 01.06. - 08.06.2017)

    Kopf(porno)kino

    Fantasien sind ein wichtiger Teil von Sexualität. Manchmal beziehen sie sich auf bereits Erlebtes, manchmal entstehen im Kopf aber auch Bilder von sexuellen Situationen, mit denen wir keine Erfahrungen haben. Wie sehen diese Fantasien aus? Die Frage lautete: "Haben Sie manchmal Fantasien von sexuellen Handlungen, die Sie in der Wirklichkeit nicht praktizieren?"

    Fantasie

    Männer

    Frauen

    Sex mit zwei Partnern ("flotter Dreier")

    35 %

    18 %

    Sex mit wesentlich jüngerem Partner

    23 %

    8 %

    Sex in der Öffentlichkeit

    15 %

    12 %

    Gruppensex

    17 %

    8 %

    Sexspielzeuge

    11 %

    12 %

    Analverkehr

    16 %

    5 %

    Sex mit einvernehmlichen Gewalthandlungen (z.B. BDSM)

    9 %

    8 %

    Sex mit wesentlich älterem Partner

    10 %

    5 %

    Homosexuelle Handlungen

    6 %

    6 %

    (YouGov-Datenbasis: 2036 Befragte; Erhebungszeitraum: 01.06. - 08.06.2017)

    Besuche am "anderen Ufer"

    Dass sich Menschen als heterosexuell identifizieren, bedeutet nicht, dass sie nicht Fantasien von gleichgeschlechtlichem Sex haben oder diesen bereits ausprobiert haben.

    Zustimmung für folgende Aussagen

    Männer

    Frauen

    "Ich habe schon einmal im Traum homosexuelle Handlungen begangen."

    15 %

    18 %

    "Ich bin neugierig, wie sich gleichgeschlechtlicher Sex anfühlt."

    12 %

    22 %

    "Ich habe manchmal Verlangen nach gleichgeschlechtlichem Sex."

    9 %

    7 %

    "Ich hatte schon einmal gleichgeschlechtlichen Sex."

    9 %

    11 %

    (YouGov-Datenbasis: 1709 Befragte, die ihre sexuelle Orientierung als heterosexuell angegeben haben; Erhebungszeitraum: 01.06. - 08.06.2017) 

    Nur eine Nacht ...

    One-Night-Stands - einfach mal unkompliziert Sex haben ohne Verpflichtungen. Klingt verführerisch? Die Zahlen zeigen ein eher gemischtes Bild, was die Verbreitung von One-Night-Stands angeht.

    Hatten Sie schon einmal einen One-Night-Stand?

    Männer

    Frauen

    Ja, mehrmals

    36 %

    21 %

    Ja, einmal

    20 %

    28 %

    Nein

    40 %

    48 %

    Warum ist nicht mehr draus geworden? 65 % sagen: "Weil ich kein weiteres Interesse hatte." 26 % bedauern, dass der Partner nicht mehr wollte.

    (YouGov-Datenbasis: 2036 Befragte; Erhebungszeitraum: 01.06. - 08.06.2017)Schmuck_Namen_Sexpartner

    "Wie hieß die nochmal?"

    Blitzumfrage zwischendurch: Kennen Sie noch alle ihre Sexpartner mit Namen? Nein? Sie sind in guter Gesellschaft... Lediglich 42 % der Männer und 57 % der Frauen erinnern sich an die Namen aller Sexpartner.

    (YouGov-Datenbasis: 1970 Befragte, die schon einmal Sex hatten; Erhebungszeitraum: 06.04. - 12.04.2017)

    Pornografie - allzeit bereit

    Das Internet hat Pornografie einfach verfügbar gemacht und erspart peinliche Begegnungen in der Schmuddelecke der Videothek. Der schnelle Porno zwischendurch scheint zur Normalität zu gehören - für Männer.

    44 % der Männer konsumieren mindestens einmal pro Woche Pornografie, gegenüber 7 % der Frauen. 48 % der Frauen hingegen konsumieren niePornografie, im Vergleich zu 12 % der Männer.

    (YouGov-Datenbasis: 1869 Befragte, die schon einmal mit pornografischen Inhalten in Kontakt waren; Erhebungszeitraum: 23.05. - 30.05.2017)

    62 % der Pornografiekonsumenten haben schon einmal mit ihrem Partner/ihrer Partnerin zusammenPornos angesehen.

    (YouGov-Datenbasis: 1212 Befragte, die Pornografie konsumieren; Erhebungszeitraum: 23.05. - 30.05.2017)

    Käufliche Liebe Käuflicher Sex

    Und noch ein Thema mit riesigen Unterschieden zwischen den Geschlechtern: Prostitution. 26 % der Männer, aber nur 1 % der Frauen hatten schon einmal mit einem oder einer Prostituierten Sex gegen Bezahlung.

    (YouGov-Datenbasis: 1328 Befragte, die aktuell in einer Beziehung sind; Erhebungszeitraum: 23.05. - 30.05.2017)

    Und dann war da noch ...

    ... die Frage nach der sexuellen Attraktivität des eigenen Partners. 71 % der Männer finden ihre Partnerin sexuell attraktiv. Nur 58 % der Frauen sagen das über ihren Partner. Liebe und körperliche Anziehung sind halt doch nicht dasselbe.

    (YouGov-Datenbasis: 2056 Befragte; Erhebungszeitraum: 23.05. - 30.05.2017)

    Den Rest der Serie verpasst?

    Teil 1: "Die Deutschen und die Liebe - was uns anmacht, wie wir uns verlieben"

    Teil 2: "Die Deutschen und die Liebe - worauf wir beim Sex stehen, wie der Orgasmus gelingt"

    Teil 3: "Die Deutschen und die Liebe - wie wir lieben, warum wir fremdgehen"


    Kenias Oppositionsführer ruft zu Massenprotest bei Präsidentschaftswahl auf

    Kenias Oppositionsführer ruft zu Massenprotest bei Präsidentschaftswahl auf


    Kenias Oppositionsführer Raila Odinga hat seine Anhänger zu Massenprotesten bei der neu angesetzten Präsidentschaftswahl am 26. Oktober aufgerufen. Odinga sprach am Mittwoch vor tausenden Sympathisanten seiner Nationalen Super-Allianz (Nasa) in einem...

    Kenias Oppositionsführer Raila Odinga hat seine Anhänger zu Massenprotesten bei der neu angesetzten Präsidentschaftswahl am 26. Oktober aufgerufen. Odinga sprach am Mittwoch vor tausenden Sympathisanten seiner Nationalen Super-Allianz (Nasa) in einem Vorort der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

    "Die Proteste werden weiter gehen - am 26. Oktober wird es die größten Demonstrationen des ganzen Landes geben", sagte der Oppositionsführer seinen Unterstützern. Odinga hatte erst vergangene Woche verkündet, dass er aus dem Rennen um die Präsidentschaft austrete. Er begründete seine Entscheidung damit, dass notwendige Wahlreformen nicht umgesetzt worden seien. Am Mittwoch erklärte Odinga außerdem, dass es am 26. Oktober "keine Wahlen" geben werde. Wie er die Neuwahlen konkret verhindern wolle, erklärte der Oppositionsführer nicht.

    Knapp zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl ist die Sicherheitslage in Kenia äußerst angespannt. Augenzeugenberichten zufolge war am Montag ein 18-Jähriger Student in Kisumu im Westen des Landes durch eine Polizeikugel getötet worden. Am Freitag waren demnach zwei Demonstranten in der Stadt Bondo getötet worden, als sie vor einer Polizeiwache für freie Präsidentschaftswahlen demonstrierten.

    In einem für den afrikanischen Kontinent beispiellosen Schritt hatte der Oberste Gerichtshof des Landes den Sieg von Uhuru Kenyattas bei der Präsidetnschaftswahl Anfang August wegen Rechtsverstößen für ungültig erklärt. Deswegen mussten Neuwahlen angesetzt werden.

    Sondierungsgespräche: Union und Grüne beraten über Jamaika-Bündnis

    Sondierungsgespräche: Union und Grüne beraten über Jamaika-Bündnis


    Union und FDP haben den Anfang gemacht, nun führen Union und Grüne erste Gespräche über eine mögliche Jamaika-Koalition. Obwohl die Gespräche in den kommenden Tagen weitergehen, dürfte es bis zur Koalitionsbildung noch...

    Union und FDP haben den Anfang gemacht, nun führen Union und Grüne erste Gespräche über eine mögliche Jamaika-Koalition. Obwohl die Gespräche in den kommenden Tagen weitergehen, dürfte es bis zur Koalitionsbildung noch dauern.

    "Was ist das?": So sieht's aus, wenn ein Hip-Hopper einen der besten Rocksongs aller Zeiten hört


    Es gibt diese Songs, Filme oder Bücher, die ein Leben verändern. Bei denen man sich fragt, wie man vorher leben konnte, wie man die Welt ganz anders sehen konnte. Für Rockfans gehört sicherlich "Killing in the Name", der Song der US-amerikanischen...

    Es gibt diese Songs, Filme oder Bücher, die ein Leben verändern. Bei denen man sich fragt, wie man vorher leben konnte, wie man die Welt ganz anders sehen konnte. Für Rockfans gehört sicherlich "Killing in the Name", der Song der US-amerikanischen Band Rage Against the Machine, dazu. Viele werden sich daran erinnern, wie sie dieses Lied zum ersten Mal gehört haben und wie es damals fast einer Offenbarung gleichkam. Für Youtuber YouYouYou!!! gilt das auch. Aber der Reihe nach.

    Der Amerikaner betreibt den YouTube-Kanal "YouYouYou!!! Artist Album Marathons". Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich eine charmante Idee: YouYouYou!!! rezensiert Alben, in dem er sich ins Auto setzt, die Platte einlegt und seine Reaktion beim ersten Hören filmt. Normalerweise mag er eher Hip Hop, doch diesmal will er sich auch mit den Klassikern der Rockgeschichte bekanntmachen. Da sind Rage Against the Machine und ihr gleichnamiges Debütalbum eine naheliegende Wahl. 

    Rage against the Machine – begeisternder Gitarrenrock

    Beim ersten Song ist YouYouYou!!! schon nicht abgeneigt, aber noch nicht ganz überzeugt. Aber spätestens bei Minute 1:22 setzt sie dann ein, langsam, aber unaufhaltsam – die Offenbarung, von der wir sprachen. "Killing in the name of" läuft, die Gitarren schrammeln, "Wo willst du damit hin?", fragt sich der Youtuber. Er wird es herausfinden.

    "And now you do what they told ya", flüstert Sänger Zack de la Rocha durch die Autoboxen, immer wieder – "Das hast du schon mal gesagt", lacht YouYouYou!!!. Aber der Frontmann sammelt ja nur die Kräfte, um dann seine ganze Wut herauszuschreien: "Fuck you, I won't do what you tell me / Fuck you, I won't do what you tell me". Spätestens da gibt es dann auch für den eingefleischten Hip-Hopper kein Halten mehr: "Was ist das? Was ist das? Danke, dass ihr mir davon erzählt habt?" Und jeder, der mal zu "Killing in the Name" auf der Tanzfläche ausgerastet ist, wird ihn verstehen. 

    "Das ist kein Album, das ist eine Bewegung"

    Übrigens lohnt es sich bei dem Song durchaus, auch mal hinter die lauten Gitarren zu hören und auf den Text zu achten. So wie YouYouYou!!!: "Das ist ein Album, bei dem ich immer wieder auf Stopp drücken und sagen muss: Habt ihr gehört, was er gerade gesagt hat?" Denn der 1992 erschienene Hit rechnet gnadenlos mit Rassismus und Polizeigewalt in den USA ab – von seiner Aktualität hat er auch 25 Jahre später nichts verloren.

    Ebenso wie der Rest der hochpolitischen Debütplatte der Rocker aus Los Angeles. "Das ist kein Album, das ist eine Bewegung", lautet das treffende Fazit von YouYouYou!!!. "Meine Ohren haben gerade einen Orgasmus gehabt." Kaum zu glauben, dass ihm ein so bekanntes Stück so lange entgangen ist – aber für eine Begegnung eines Hip-Hop-Liebhaber mit Rockmusik ist es nie zu spät.

    HipHop Daddy 15:26

    Berlin: Finanzfrage in Brexit-Gesprächen

    Berlin: Finanzfrage in Brexit-Gesprächen "vielleicht nicht so wichtig"


    Der EU-Gipfel diese Woche in Brüssel wird von der wachsenden Sorge vor einem Brexit-Chaos begleitet. Bei dem am Donnerstag beginnenden Treffen sollte eigentlich Phase zwei der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen beginnen, doch in zentralen...

    Der EU-Gipfel diese Woche in Brüssel wird von der wachsenden Sorge vor einem Brexit-Chaos begleitet. Bei dem am Donnerstag beginnenden Treffen sollte eigentlich Phase zwei der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen beginnen, doch in zentralen Fragen stecken die Gespräche fest. Vor allem bei den Finanzforderungen der EU an London sind die Differenzen groß. Berlin ließ am Mittwoch vorsorglich verlauten, dass die Finanzfrage in den Brexit-Gesprächen "vielleicht nicht so wichtig" sei.

    Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen in Brüssel über den bisherigen Verlauf der Gespräche mit London beraten. Nach dem AFP vorliegenden vorläufigen Entwurf der Gipfelerklärung zum Brexit werden sie zwar "Fortschritte" in den Gesprächen über die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien "begrüßen" und "einige Fortschritte" bei der Nordirland-Frage feststellen. In der Finanzfrage fehlt es ihnen aber noch an einer "festen und konkreten Zusage" seitens Großbritanniens, "alle diese Verpflichtungen zu erfüllen".

    London bot bisher 20 Milliarden Euro zur Begleichung seiner Verpflichtungen gegenüber der EU bei einem Austritt an - aus Sicht Brüssels viel zu wenig. EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani sprach am Dienstagabend von "Peanuts". "Zwanzig Milliarden sind Peanuts. Das Problem sind 50 oder 60 Milliarden, das ist die wirkliche Situation", sagte Tajani dem britischen Sender BBC.

    Die EU verlangt von Großbritannien, nach dem EU-Austritt im März 2019 noch Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Sie werden von EU-Seite auf 60 bis 100 Milliarden geschätzt.

    EU-Chefunterhändler Michel Barnier sagte, weil es keine "großen Fortschritte" gegeben habe, könne er dem EU-Gipfel nicht empfehlen, die zweite Phase der Verhandlungen einzuleiten.

    Ein deutscher Regierungsvertreter äußerte sich dennoch "zuversichtlich, dass man da zu einer Lösung kommt" - auch wenn diese "mit Theaterdonner" zustande kommen werde. In den wichtigen Verhandlungen über die Rechte der EU-Bürger seien die Austrittsverhandlungen schon "sehr, sehr weit gekommen", sagte der Regierungsvertreter. "Und wenn man die Dimension der europäisch-britischen Beziehungen anguckt, dann sind die Finanzfragen vielleicht auch nicht so wichtig, wie sie jetzt gemacht werden".

    Ein Zugeständnis an London gibt es immerhin: Die EU soll sich zumindest intern schon auf Gespräche über die künftigen Beziehungen vorbereiten. Dies schließt auch eine mögliche Übergangsphase ein, die Theresa May im September vorgeschlagen hatte. In ihr sollen nach den Vorstellungen der Premierministerin britische Unternehmen wie bisher Zugang zum europäischen Binnenmarkt haben. Das Gleiche sollte für EU-Firmen auf dem britischen Markt gelten.

    Auch innenpolitisch steht May zunehmend unter Druck. Die Labour-Opposition warf ihrer Regierung vor, die Debatte über das sogenannte Repeal-Bill ("Aufhebungsgesetz") zu verzögern, das den Vorrang von EU-Recht nach dem Brexit aufheben soll. Die Brexit-Verhandlungen seien an einem "toten Punkt" und die Verzögerungen bei dem Schlüsselgesetz ein "weiterer Beweis für die Lähmung der Brexit-Strategie der Regierung", erklärte Labours Brexit-Experte Keir Starmer.

    Sollte sich die Lesung des Gesetzes bis in den späten November hinziehen, könnte es durch Kollisionen mit den Haushaltsberatungen zu Terminproblemen kommen.

    Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt nach Wahlschlappe gegen AfD zurück

    Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt nach Wahlschlappe gegen AfD zurück


    Dreieinhalb Wochen nach der Niederlage seiner sächsischen CDU gegen die AfD bei der Bundestagswahl hat Regierungschef Stanislaw Tillich seinen Rücktritt angekündigt. Er werde sein Amt im Dezember "in jüngere Hände übergeben", erklärte Tillich am...

    Dreieinhalb Wochen nach der Niederlage seiner sächsischen CDU gegen die AfD bei der Bundestagswahl hat Regierungschef Stanislaw Tillich seinen Rücktritt angekündigt. Er werde sein Amt im Dezember "in jüngere Hände übergeben", erklärte Tillich am Mittwoch in Dresden. Als seinen Nachfolger schlug er den Generalsekretär der sächsischen CDU, Michael Kretschmer, vor. SPD-Landeschef und Vizeministerpräsident Martin Dulig forderte in einer ersten Reaktion einen "Systemwechsel".

    Tillich will auch das Amt des CDU-Landesvorsitzenden abgeben, auch für diese Position schlug er Kretschmer als Nachfolger vor. Das Präsidium der sächsischen Union habe sich einstimmig hinter den Vorschlag gestellt, erklärten der Regierungschef und die Partei. Noch am Mittwoch sollte nach CDU-Angaben der Landesvorstand, am Donnerstag dann die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag beraten. Sein Landtagsmandat will Tillich behalten.

    Bis Dezember wolle er "mit vollem Engagement" seine Aufgaben als Ministerpräsident wahrnehmen, erklärte der scheidende Regierungschef. Sachsen stehe "vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen". "Für eine gute Zukunft Sachsens sind auch neue Antworten wichtig", erklärte Tillich. Dafür brauche es "neue und frische Kraft".

    Der 58-Jährige ist seit Mai 2008 sächsischer Ministerpräsident und geriet zuletzt immer stärker unter Druck. Bei der Bundestagswahl Ende September hatte die rechtspopulistische AfD die CDU in Sachsen hinter sich gelassen. Die AfD kam auf 27 Prozent - rund 20 Punkte mehr als bei der Bundestagswahl 2013. Tillichs CDU landete mit 26,9 Prozent auf dem zweiten Platz - ein Minus von fast 16 Punkten.

    Kretschmer ist seit 2005 CDU-Generalsekretär in Sachsen und saß von 2002 bis zur Bundestagswahl am 24. September im Bundestag. Bei der Wahl verlor er im Wahlkreis Görlitz gegen den AfD-Direktkandidaten. Die CDU erklärte am Mittwoch, es gelte nun, in der Koalition mit der SPD die gute Zusammenarbeit fortzusetzen. Dazu habe er mit SPD-Chef und Wirtschaftsminister Dulig telefoniert, erklärte Tillich.

    Dulig selbst sagte, es brauche in Sachsen nun "einen Systemwechsel, und ein Ministerpräsident muss dafür stehen, und das müssen wir besprechen". Tillichs Rückzug sei "konsequent". Die Politik der CDU habe in Sachsen "zu einer riesengroßen Vertrauenskrise geführt". Die Partei müsse nun sagen, welche Konsequenzen der Wechsel "für die inhaltliche Ausrichtung der Regierungsarbeit" habe, sagte Dulig.

    Die sächsische Linkspartei kritisierte Tillichs Entscheidung als verantwortungslos. Tillich habe "vor schwierigen Problemen regelmäßig die Flucht ergriffen" und entziehe sich nun der Verantwortung", erklärte der Linken-Fraktionschef im Dresdner Landtag, Rico Gebhardt. Zudem verkörpere Kretschmer keinen Neuanfang. Er stehe "für den Kampf um den puren Machterhalt der CDU".

    Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke erklärte, Tillichs Rücktritt sei "die einzig richtige und logische Reaktion auf die verfehlte Politik der vergangenen Jahre". "Sein verantwortungsloser Rechtskurs hat die AfD gestärkt, aber kein einziges Problem im Land gelöst", fügte er hinzu. Im sächsischen Landtag stellt die CDU die größte Fraktion, gefolgt von Linken, SPD, AfD und Grünen.

    US-Richter fahren Trump erneut bei Einreiseverboten in die Parade

    US-Richter fahren Trump erneut bei Einreiseverboten in die Parade


    Kurz vor dem geplanten Inkrafttreten neuer harscher US-Einreisebeschränkunen haben Richter das Vorhaben von Präsident Donald Trump abgeblockt. Zwei Bundesrichter in den Bundesstaaten Hawaii und Maryland setzten das Dekret großteils außer Kraft. Es...

    Kurz vor dem geplanten Inkrafttreten neuer harscher US-Einreisebeschränkunen haben Richter das Vorhaben von Präsident Donald Trump abgeblockt. Zwei Bundesrichter in den Bundesstaaten Hawaii und Maryland setzten das Dekret großteils außer Kraft. Es sollte an diesem Mittwoch wirksam werden und sah Einreiseverbote für Bürger aus sechs mehrheitlich muslimischen Staaten vor. Die Regierung kündigte an, die Blockade der Verordnung anzufechten.

    Beide Bundesrichter begründeten ihre einstweiligen Verfügungen damit, dass das Dekret eine Diskriminierung "aufgrund der Nationalität" darstelle. Es sei damit wahrscheinlich verfassungswidrig. Die von ihnen verfügte Aussetzung von großen Teilen des Erlasses gelten landesweit.

    Richter Theodore Chuang in Maryland argumentierte, die Regierung habe keinerlei Geheimdienstinformationen für eine terroristische Bedrohung präsentiert, die "einen Bann gegen ganze Nationalitäten rechtfertigt". Er folgerte, dass es sich bei dem Dekret um eine Umsetzung des von Trump im Wahlkampf angekündigten Einreisestopps für Muslime handele.

    Sowohl Chuang als auch sein Kollege Derrick Watson in Hawaii suspendierten solche Passagen der Verordnung, die sich auf die Bürger aus den sechs mehrheitlich muslimischen Ländern beziehen: Dies sind der Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Syrien und der Tschad. Lediglich die ebenfalls verhängten Einreiseverbote für alle Staatsbürger von Nordkorea und Regierungsvertreter aus Venezuela ließen sie gelten.

    Chuangs Beschluss ging allerdings nicht ganz so weit wie der seines Kollegen: Er ließ nur die Einreise von solchen Bürgern der sechs muslimischen Länder zu, die eine "glaubwürdige Beziehung" zu Menschen oder Organisationen in den USA haben. Dies können etwa Verwandte, Hochschulen oder Arbeitgeber sein.

    Mit den jüngsten Richterentscheidungen wird eine neue Runde in dem seit Januar andauernden Rechtsstreit um die Einreiserestriktionen eingeläutet, der letztlich vom Obersten Gerichtshof entschieden werden dürfte. Bereits zwei frühere und noch rigorosere Verordnungen waren von diversen Gerichten zeitweise blockiert worden, was dann wiederum von der Regierung angefochten wurde.

    Das Weiße Haus zeigte sich "zuversichtlich", dass seine angekündigte erneute Berufung erfolgreich sein werde. Die jüngsten Einreisebeschränkungen beträfen Staaten, die "nicht fähig oder nicht willens sind, wichtige Informationen für die Überprüfung von Anträgen bereitzustellen". Außerdem basierten die Einschränkungen auf Bedrohungsanalysen etwa zur Terrorgefahr.

    Durch die Aufnahme von Nordkorea und Venezuela in die Länderliste hatte Trump das Argument zu entkräften sucht, dass seine Pläne eine Diskriminierung von Muslimen darstellten. Die beiden früheren Verordnungen hatten sich lediglich auf muslimische Staaten bezogen.

    Nachdem mehrere Gerichte die damaligen Restriktionen ausgesetzt hatten, war das zweite Dekret dann im Juni vom Obersten Gericht gebilligt worden. Der darin verhängte Einreisestopp für Bürger galt jedoch nur für 90 Tage. Kurz nachdem dieser Zeitraum abgelaufen war, unterzeichnete Trump dann am 24. September die nächste Einreiseverordnung, die nun von den Richtern in Hawaii und Maryland in großen Teilen blockiert wurde.

    Die darin enthaltenen Einreisebeschränkungen sollen zeitlich nicht befristet sein. Die Regierung betonte jedoch, dass die Lockerung oder Aufhebung der Restriktionen möglich sei, wenn die betroffenen Staaten mit den US-Behörden ausreichend bei der Überprüfung von Reisewilligen kooperierten.

    Was die besonders umstrittene Aufnahme des Tschad - eines Partners der USA im Kampf gegen die Islamistengruppe Boko Haram - in Trumps Dekret betrifft, deutete die US-Regierung einen solchen Rückzieher bereits an. Außenamtssprecherin Heather Nauert sagte, die Regierung in N'Djamena habe einen "klaren Willen zur engen Zusammenarbeit" gezeigt. Die US-Regierung sei entschlossen, mit dem Tschad zusammenzuarbeiten, um die Überprüfung von Visaanträgen zu verbessern und die Beschränkungen aufzuheben.

    Irakische Armee verdrängt die Kurden aus fast allen umstrittenen Gebieten

    Irakische Armee verdrängt die Kurden aus fast allen umstrittenen Gebieten


    Die irakischen Regierungstruppen haben nach eigenen Angaben in nur 48 Stunden praktisch alle Gebiete wieder eingenommen, die die Kurden seit 2003 unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Armee teilte am Mittwoch mit, sie habe in der lange umkämpften...

    Die irakischen Regierungstruppen haben nach eigenen Angaben in nur 48 Stunden praktisch alle Gebiete wieder eingenommen, die die Kurden seit 2003 unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Armee teilte am Mittwoch mit, sie habe in der lange umkämpften Provinz Kirkuk ihre Ziele erreicht und auch Gebiete in Dijala und Ninive besetzt. Wegen des Konflikts sagten die Kurden die für den 1. November geplanten Parlaments- und Präsidentenwahlen ab.

    "Die Sicherheit in Gebieten von Kirkuk wurde wieder hergestellt", erklärte das Gemeinsame Einsatzkommando der irakischen Armee. So seien mehrere Ölfelder bei Kirkuk wieder unter Kontrolle. In verschiedenen Teilen der Provinz Dijala sowie in Gebieten der Ninive-Ebene seien wieder Truppen stationiert worden. Auch der Mossul-Staudamm sei unter Kontrolle der Regierungstruppen.

    Wie ein AFP-Journalist berichtete, waren auf den Straßen von Kirkuk nur noch Mitglieder der Regierungstruppen zu sehen. Die Kurden hatten die Stadt und umliegende Gebiete im Juni 2014 unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem die irakische Armee vor der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Flucht ergriffen hatte. Offiziell gehörte die Region weiter zu Bagdad.

    Die Wahlkommission der Kurdenregion teilte am Abend mit, die für den 1. November angesetzten Parlaments- und Präsidentenwahlen seien abgesagt worden. Das Mandat des Parlaments und die Amtszeit Barsanis waren bereits vor Jahren abgelaufen, doch waren die Wahlen wegen interner Streitigkeiten und des Konflikts mit der IS-Miliz wiederholt vertagt worden.

    In Erbil war zuvor eine Sitzung des Regionalparlaments auf unbestimmte Zeit vertagt worden, weil die beiden großen Parteien PUK und DPK wegen der Krise im offenen Streit liegen. Der DPK-Abgeordnete Farhan Dschohar sagte, die PUK habe die Wahlen erneut um zwei Jahre verschieben wollen, doch habe die DPK maximal acht Monate akzeptieren wollen.

    Kurdenpräsident Massud Barsani von der DPK warf seinen Rivalen mit Blick auf das Einschreiten der irakischen Armee vor, "den Weg für diesen Angriff geöffnet" zu haben, nachdem sich die Peschmerga der PUK vielerorts kampflos zurückgezogen hatten.

    Die Spannungen zwischen Bagdad und der kurdischen Regionalregierung in Erbil waren nach dem Referendum der Kurden vom 25. September eskaliert, bei dem diese fast geschlossen für die Unabhängigkeit stimmten. Als Reaktion darauf starteten die irakische Armee und verbündete schiitische Milizen eine Offensive, um die Kurden aus Kirkuk zu verdrängen.

    Kirkuk liegt nicht in der autonomen Kurdenregion, hatte jedoch an dem Unabhängigkeitsreferendum teilgenommen. Im Umfeld der Stadt liegen große Ölfelder, die für einen Großteil des Haushalts der Kurdenregion aufkamen. Ihr Verlust bedeutet einen schweren Schlag für die Kurden, da ein eigener Staat ohne diese Einnahmen kaum lebensfähig scheint.

    Die Kurden hätten "praktisch alle" Gebiete verloren, die sie seit 2003 besetzt hätten, sagte der Irak-Experte Cyril Roussel. Außerhalb der drei Provinzen der kurdischen Autonomieregion blieben ihnen nur noch 5000 bis 6000 Quadratkilometer in der Provinz Ninive sowie ein kleines Gebiet an der Straße zwischen Kirkuk und Erbil.

    Viele Kurden reagierten schockiert auf den Verlust der Gebiete. "Dies ist ein neues Anfal für Kurdistan", erklärte der Vize-Präsident der Kurdenregion, Kosrat Rassul. Er bezog sich damit auf die Anfal-Operation des Diktators Saddam Hussein im Jahr 1987 gegen die Kurden, bei der 3000 Dörfer zerstört und knapp 180.000 Menschen getötet worden waren.

    stern-Politiker-Ranking: Seehofer stürzt ab - Merkel nur noch knapp vorn

    stern-Politiker-Ranking: Seehofer stürzt ab - Merkel nur noch knapp vorn


    Der große Verlierer im ersten stern-Politiker-Ranking nach der Bundestagswahl ist Horst Seehofer. Der CSU-Chef verliert im Vergleich zur letzten Erhebung im August bei allen Befragten sieben Vertrauenspunkte – bei den CSU-Anhängern sogar acht – und...

    Der große Verlierer im ersten stern-Politiker-Ranking nach der Bundestagswahl ist Horst Seehofer. Der CSU-Chef verliert im Vergleich zur letzten Erhebung im August bei allen Befragten sieben Vertrauenspunkte – bei den CSU-Anhängern sogar acht – und teilt sich mit insgesamt 40 Punkten nun den vorletzten Platz mit der Linken-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht.

    Das Ranking, das vom Forsa-Institut für den stern erstellt wird, führt weiterhin Kanzlerin Angela Merkel mit 63 Vertrauenspunkten an – vier weniger als noch im August. Die über 1000 Befragten konnten Punkte zwischen 0 (kein Vertrauen) und 100 (sehr großes Vertrauen) vergeben, woraus dann der Mittelwert errechnet wurde. Merkels Verluste sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die CDU-Chefin nach dem faktisch vollzogenen Bruch der Großen Koalition von den Anhängern der SPD jetzt deutlich negativer bewertet wird.

    Schäuble dicht hinter Merkel auf Platz zwei

    Wolfgang Schäuble gewinnt einen Punkt hinzu und kommt mit 62 Vertrauenspunkten dicht hinter Angela Merkel auf Platz 2. Als künftiger Bundestagspräsident genießt er breites Vertrauen bei den Anhängern aller Parteien. Mit relativ großem Abstand folgt auf Platz 3 mit unveränderten 52 Punkten der noch amtierende Außenminister Sigmar Gabriel – vor FDP-Chef Christian Lindner mit 50 (plus zwei) und dem SPD-Vorsitzenden Martin Schulz mit 48 Punkten (minus zwei). Gleichauf mit Schulz rangiert der Grüne Cem Özdemir mit ebenfalls 48 Punkten (plus zwei).

    FDP-Vize Wolfgang Kubicki, der neu im Ranking ist, bekommt von allen Befragten 46 Vertrauenspunkte, von den eigenen Anhängern 58. Andreas Nahles, die neue Fraktionsvorsitzende der SPD und ebenfalls neu auf der Liste, folgt mit 42 Punkten. Etwas schwächer mit 41 Punkten bewertet wird die Grüne Katrin Göring-Eckardt (plus drei). Hinter ihr: Sahra Wagenknecht (plus drei) und Horst Seehofer mit jeweils 40 Punkten.

    Gauland Schlusslicht

    Schlusslicht (und ebenfalls neu) im stern-Politiker-Ranking ist AfD-Mann Alexander Gauland mit nur 14 Vertrauenspunkten. Er schneidet auch am schwächsten bei den eigenen Anhängern ab, von denen er lediglich 47 Punkte erhält. Mehr Vertrauen schenken die AfD-Wähler einem anderen Politiker auf der Liste: Horst Seehofer. Bei denen ist der CSU-Chef mit 53 Punkten nicht nur beliebter als bei den Anhängern der CDU (48 Punkte), sondern auch deutlich beliebter als Gauland.

    Datenbasis: Das Forsa-Institut befragte am 12. und 13. Oktober 2017 im Auftrag des Magazins stern 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.




    Mehr als Digitalisierung: Genießbar auch für Unter-30-Jährige: Das sind die jungen Themen einer Jamaika-Koalition

    Mehr als Digitalisierung: Genießbar auch für Unter-30-Jährige: Das sind die jungen Themen einer Jamaika-Koalition


    Was erwarten eigentlich junge Wählerinnen und Wähler von der nächsten Bundesregierung? Ihnen ist offenbar der Klima- und Umweltschutz wichtig, eine wirtschaftsliberalere Bundesrepublik mit schlankerem Staatsapparat, aber auch weniger Rechtspopulismus...

    Was erwarten eigentlich junge Wählerinnen und Wähler von der nächsten Bundesregierung? Ihnen ist offenbar der Klima- und Umweltschutz wichtig, eine wirtschaftsliberalere Bundesrepublik mit schlankerem Staatsapparat, aber auch weniger Rechtspopulismus - wenn man annimmt, dass nur die 18- bis 30-Jährigen den kommenden Bundestag gewählt hätten.

    So sind etwa die Grünen bei den jungen Wählern mit zwölf Prozent die viertstärkste Partei (laut "jetzt"), die FDP sogar die drittstärkste Kraft mit 13 Prozent. Die AfD hingegen kam bei den U-30-Wählern auf nur elf Prozent - und wäre damit auf dem letzten Platz dieser Altersgruppe gelandet. Sowohl CDU als auch SPD haben dagegen an Stimmen eingebüßt. Eine große Koalition - das will der junge Wähler offenbar nicht mehr. Was bleibt: ein Novum in der Bundesrepublik.

    Die sogenannte Jamaika-Koalition, ein Bündnis aus CDU/CSU, der FDP und Grünen. Nie zuvor hat es diese Konstellation auf bundespolitischer Ebene gegeben. Bereits die Sondierungsgespräche, die heute starten, dürften ein Kraftakt werden. Vom "Fluch der Karibik" ("Die Zeit") war schon im Vorfeld die Rede. Dabei könnte die Mischung aus konservativ, grün und liberal vor allem eine Mischung für ein junges Deutschland sein. 

    Von der Digitalisierung - bis zum Grundeinkommen?

    Sondierungsgespräche Jamaika_17.45Denn sowohl die Grünen als auch die FDP können durch ihre Struktur und Strategie geradezu "die Avantgarde" im Bündnis spielen, wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt. Themen wie die Digitalisierung, Investitionen in die Zukunft und Bildung - die unter der großen Koalition eher kurz geraten sind - finden in den Parteiprogrammen der kleinen Parteien viel Platz. So sprechen sich sowohl die Grünen als auch die FDP für einen Digitalminister aus. Darüber hinaus können sich beide potenziellen Partner vorstellen, den bundesweiten Netzausbau (Stichwort: schnelles Internet) durch den Verkauf von staatlichen Telekom-Aktien zu finanzieren. 

    Untere und mittlere Einkommen wollen sogar alle Parteien entlasten - die einen mehr, die anderen weniger. Generell liegt in der Steuerfrage eigentlich noch am wenigsten Konfliktpotenzial. Besonders FDP und CDU sind mit ihren Einstellungen nah beieinander. Das dürfte besonders junge Berufstätige freuen. In Schleswig-Holstein, wo bereits eine Jamaika-Koalition regiert, wird sogar über das bedingungslose Grundeinkommen diskutiert. Vielleicht schafft es das Thema damit sogar auf bundespolitische Ebene.

    Jamaika-Koalition (fast) im Einklang mit der Natur 

    Auch in der Energiepolitik - eine Herzensangelegenheit junger Wähler - könnten die Jamaika-Partner zusammenkommen, wenn alle Parteien Kompromisse eingehen. Die Grünen wollen die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke "sofort" dicht machen und bis 2030 ganz aus der Kohle aussteigen. Die Union erkennt den Ausstieg aus der Braunkohle als Thema an, ohne sich aber auf ein Datum festzulegen. Die FDP versteht sich als Partei des Wettbewerbs, des schlanken Staates und des freien Unternehmertums. Auch sie steht zu den Klimazielen von Paris und der EU, will aber Korrekturen und weniger Vorgaben. Beim Ausbau von Ökostrom dürfte es etliche Reibereien geben - die Grünen wollen mehr Tempo, die FDP mehr Wettbewerb. Unter dem Strich ist ein Kompromiss aber nicht unwahrscheinlich.

    Ein Zeichen gegen Rechts 

    Am wenigsten Wähler hat die AfD in der U-30-Wählergruppe gefunden. Ein klares Statement. Das die Jamaika-Koalition ebenfalls setzen könnte. Vorausgesetzt, die Parteien können ihre Differenzen bei der Flüchtlingsfrage aus der Welt schaffen - und den (Protest-)Wählern der AfD damit den Wind aus den Segeln nehmen.

    Lindner Klapper_13.10Leider ist das Thema vermutlich das dickste Brett, das zu bohren sein wird. Hier dürften aber zumindest FDP und Grüne an einem Strang ziehen, wenn es um Bürgerrechte geht und darum, die Union im Bestreben nach schärferen Sicherheitsgesetzen zu bremsen. Die Union hat sich intern geeinigt und das Ziel ausgerufen, den Zuzug auf 200.000 Menschen zu begrenzen. Die Grünen pochen vor allem auf den Familiennachzug. Ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte kommt wahrscheinlich, es gibt aber Streit über die Details.

    Klar: Die Einigung auf einen Kompromiss wäre nur der Anfang. Allerdings: "Schaffen Sie es sich zu einigen, könnten sie auch den gesamtgesellschaftlichen Streit befrieden und die Spaltung des Landes überwinden, die sich im Wahlergebnis ausdrückt", wie die "Stuttgarter-Zeitung" schreibt.

    Mehr (sexuelle) Gleichberechtigung

    Eine Jamaika-Koalition könnte aber auch "aus feministischer und queerer Sicht nicht das Schlechteste sein", schreibt "Vice". Dafür seien vor allem die Forderungen der FDP und Grünen verantwortlich, die unter anderem die Reproduktionsmedizin, LGBTQ-Rechte und dem Ausbau des Anti-Diskriminierungskatalogs im Grundgesetz um die sexuelle Orientierung anpacken wollen. So wolle etwa die FDP die Eizellenspende und nicht-kommerzielle Leihmutterschaft unter Auflagen erlauben, die Grüne fordere zur Schließung des Gender-Pay-Gaps ein Entgelgleichheitsgesetz inklusive wirksamen Verbandsklagerecht. "Dann könnten im Falle von ungleicher Bezahlung auch Verbände für Frauen übergreifend klagen", schreibt "Vice". Allerdings sei fraglich, "inwiefern diese Wünsche durch den konservativen Flügel der Union blockiert werden könnten." Auf diesem Themenfeld seien Kompromisse aber ein willkommener Anfang. Denn "so richtig viel tut sich in der Großen Koalition nicht, wenn es um Frauen und die Rechte queerer Menschen geht".18-Schwierige Gespräche in Berlin-5615852693001

    WPA2-Schwachstelle

    WPA2-Schwachstelle "Krack": Das können Sie gegen die Wlan-Sicherheitslücke tun


    Seit Montag warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor "Krack". Mit dieser Attacke ist es nach Einschätzung von Experten möglich, die WPA2-Verschlüsselung für Wlan-Netzwerke aufzubrechen, zu belauschen und zu...

    Seit Montag warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor "Krack". Mit dieser Attacke ist es nach Einschätzung von Experten möglich, die WPA2-Verschlüsselung für Wlan-Netzwerke aufzubrechen, zu belauschen und zu manipulieren. Über das Ausmaß der daraus resultierenden Gefahren, ist man sich jedoch uneins.

    Marc Bachmann, IT-Sicherheitsexperte beim Branchenverband Bitkom, ist sich sicher: Einen Anlass für eine "Hysterie" gibt es nicht. Die Sicherheitslücke soll nicht alle Verschlüsselungsverfahren in einem Netzwerk aushebeln können. Man könne das Internet über Wlan schon noch nutzen, auch für sensible Transaktionen, so Bachmann weiter. Aus Sicht mehrerer Fachleute geht der Appell des BSI, keine Bankgeschäfte oder Einkäufe mehr über ein drahtloses Netzwerk zu tätigen, daher zu weit.

    So können Sie sicher im Wlan surfen

    Passwort zu kompliziert 17.47Die praktische Gefahr, dass Hacker die WPA2-Schwachstelle für einen Angriff nutzen, wird von den Fachleuten als gering eingeschätzt, da die Angreifer sich in der Nähe des Wlan aufhalten müssten. Man müsse allerdings darauf achten, dass die Netzwerk-Verbindung durch eine zusätzliche Verschlüsselungsschicht geschützt sei, mahnt Bachmann. 

    Sicherheitsexperte Tim Berghoff der Firma G-Data rät Anwendern, eine "VPN-Software einzusetzen, die den gesamten Datenverkehr mit einer SSL-Verschlüsselung sichert und so vor fremden Zugriffen schützt". Der renommierte Sicherheitsforscher Brian Krebs empfiehlt Nutzern außerdem, beim Browser Erweiterungen wie HTTPS Everywhere verwenden, damit beim Surfen möglichst oft eine verschlüsselte Datenübertragung via HTTPS erfolge.

    Updates sollen Sicherheitslücke stopfen

    Mesh Router 1422Geräte- und Software-Anbieter arbeiten bereits daran, die Sicherheitslücke zu schließen. Microsoft hat das Problem bereits in seiner neusten Software-Aktualisierung berücksichtigt. Auch Apple schloss die Lücke bereits in den aktuellen Beta-Versionen seiner Betriebssysteme, die demnächst für alle verfügbar sein sollten. Entsprechende Sicherheits-Updates liefern auch Spezialisten für Netzwerk-Technik wpe Cisco, Intel, Netgear und Aruba. Experten gehen insbesondere beim Google-Betriebssystem Android davon aus, dass etliche Gerätehersteller Software-Aktualisierungen nur mit großer zeitlicher Verzögerung oder gar nicht liefern werden. 

    Für Privatpersonen gilt: Neue Updates sollten umgehend heruntergeladen und installiert werden. So kann die Gefahr, dass die Sicherheitslücke ausgenutzt wird, deutlich reduziert werden. Bis dahin ist es ratsam, sich als Anwender an den Hinweisen des BSI zu orientieren und das heimische Wlan wie einen öffentlichen Hotspot zu nutzen.

    Funny_WIFI 19.15

    Quadratisch, praktisch, geschützt: Ritter Sport gewinnt Marken-Streit ums Quadrat

    Quadratisch, praktisch, geschützt: Ritter Sport gewinnt Marken-Streit ums Quadrat


    Naschkatzen können Ritter Sport auf einen Blick von anderen Schokoladen unterscheiden: Das charakteristische Quadrat ist im Süßwarenregal einzigartig. Genau das stört jedoch die Konkurrenz. Sie gingen juristisch gegen das Patent auf das...

    Naschkatzen können Ritter Sport auf einen Blick von anderen Schokoladen unterscheiden: Das charakteristische Quadrat ist im Süßwarenregal einzigartig. Genau das stört jedoch die Konkurrenz. Sie gingen juristisch gegen das Patent auf das Schokoladenquadrat vor, scheiterten jedoch vor dem Bundesgerichtshof (BGH). 

    Klagen gegen Ritter Sport und Dextro Energy

    Eine ähnliche Klage lag auch gegen Dextro Energy vor. Das Unternehmen hatte sich ebenfalls eine dreidimensionale Marke für die Form des Traubenzuckers schützen lassen. Konkurrenten waren gegen diese Eintragungen im Markenregister vorgegangen und hatten vom Bundespatentgericht Recht bekommen. Der BGH war mit der Begründung dafür aber nicht zufrieden.

    Ritter Sport Schokopizza_16.15Zwar schließe das Gesetz einen Markenschutz aus, wenn die Form durch die "Art der Ware" vorgegeben werde oder erforderlich sei, um eine technische Wirkung" zu erreichen. Die Karlsruher Richter waren aber nicht davon überzeugt, dass im Fall der Schokoladenverpackung und der Traubenzuckertafeln diese Voraussetzungen vorlagen.

    Bundespatentgericht prüft Entscheidungen

    Der BGH hob am Mittwoch Entscheidungen des Bundespatentgerichts auf, das die Löschung von Markenrechten der Süßwarenhersteller angeordnet beziehungsweise bestätigt hatte. Das Bundespatentgericht muss nun klären, ob andere Gründe vorliegen, die einen Markenschutz ausschließen könnten.

    Ritter Sports Unternehmenssprecher Thomas Seeger zeigt sich zuversichtlich: Selbst wenn der Markenschutz fallen sollte, erwarte er nicht, dass die Konkurrenz komplett auf quadratische Tafeln umstellen würde. Außerdem: "Die Leute werden bei quadratischer Schokolade weiter an Ritter Sport denken und sonst an niemanden."Lebensmittel viele Kohlenhydrate_9Uhr