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    Kritik am Elektro-Autobauer:

    Kritik am Elektro-Autobauer: "Nicht wettbewerbsfähig": Tesla hat massive Qualitätsprobleme


    Wenn stimmt, was ehemalige oder auch noch aktive Mitarbeiter des schillernden Elektroauto-Herstellers Tesla erzählen, dann ist es mit der Herstellungsqualität nicht weit her. Nach diesen Darstellungen soll es so sein, dass die Autos, sobald sie die...

    Wenn stimmt, was ehemalige oder auch noch aktive Mitarbeiter des schillernden Elektroauto-Herstellers Tesla erzählen, dann ist es mit der Herstellungsqualität nicht weit her. Nach diesen Darstellungen soll es so sein, dass die Autos, sobald sie die Produktionsstraße des Werkes in Fremont, Kalifornien verlassen haben, gleich danach einen ersten Stopp einlegen müssen - zum Nachbessern.

    Das haben Mitarbeiter Vertretern gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters in den USA ausgeplaudert. Motto: "Built fast, fix later" ("Schnell bauen, später ausbessern"). Demnach hätten routinemäßige Prüfungen Qualitätsprobleme in mehr als 90 Prozent der nach der Montage inspizierten Modelle S und Model X aufgedeckt. Tesla sagt dazu, dass die Kontrollen ungewöhnlich streng sind, um selbst kleinste Unvollkommenheiten zu korrigieren.

    Zum Vergleich: Die effizientesten Autohersteller der Welt, Toyota zum Beispiel, müssen nach Angaben von Branchenexperten durchschnittlich weniger als zehn Prozent ihrer Autos unmittelbar nach der Fertigstellung nachbessern. Bei Tesla soll das genau umgekehrt sein, mault ein ehemaliger Supervisor. Es müsse so viel überarbeitet werden, nachdem die Autos eigentlich fertig seien, dass an der Stelle fürchterlich viel Geld verpulvert werde. Tesla sagt dazu, dass die Mehrheit der Produktionsmängel erstens geringfügig und zweitens innerhalb weniger Minuten behoben seien.

    Tesla Sicherheit

    Blechfugen, Knarzgeräusche, Lackkratzer

    Tesla-Chef Elon Musk hat zwar geschworen, das Unternehmen werde "der beste Hersteller der Welt", unterstützt von einer neuen, hochautomatisierten Montagelinie. Doch Arbeiter sprechen (anonym) davon, dass mitunter bis zu 2000 Autos auf Außenparkplätzen des Werkes auf ihre Nachbesserung warten würden. Tesla bestreitet auch dies. Doch der Consumer Report (so etwas wie die Stiftung Warentest) und auch das renommierte Marktforschungsunternehmen J.D. Power weisen darauf hin, dass die Probleme wohl deftiger als zugegeben sind. Vor allem mit zu großen Blechfugen (Karosserieblechlücken), fehlerhaften Türgriffen, Knarzgeräuschen in den Modellen S und X, Kratzern im Lack sowie oftmals schlechte Türausrichtungen, was auf die mangelnde Herstellungserfahrung des Unternehmens zurückgeführt wird.

    Fuhrerschein 1650Das Urteil von J.D. Power unterm Strich ist bitter und dürfte Tesla nicht erfreut haben: Die Gesamtqualität der Tesla-Fahrzeuge im Luxussegment ist "nicht wettbewerbsfähig“, da es an "Präzision und Liebe zum Detail" mangelt. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangte auch der Wallstreet-Analyst Toni Sacconaghi nach einer Fahrt mit dem neuen Model 3. Er schrieb im Internet, dass die Passform und das Finish "relativ schlecht" sind. Überdies beklagen sich Tesla-Besitzer in Webforen über nerviges Rasseln, fehlerhafte Software und schlechte Dichtungen, die Regenwasser in das Innere oder den Kofferraum sickern lassen würden.

    Die "schneckenlahmen" Deutschen werden gefährlich

    Tesla dürfte jetzt an einem Punkt angekommen sein, an dem sich das Wohl oder das Wehe des Konzerns entscheiden wird. Denn klar ist, dass langfristig nur 1-A-Qualität auf dem Weltmarkt zu verkaufen ist. Vor allem auch unter dem Gesichtspunkt, dass die immer wieder gerne als schneckengleich beschriebene lahme Konkurrenz von VW, BMW oder Daimler demnächst mit Tesla-Gegenmodellen auf den Markt kommen wird. Und wenn die drei deutschen Konzerne eines beherrschen, dann ist es das Können, Qualität zu liefern.

    Junk Yard 14.40Genau das jedoch scheint derzeit eines von zwei großen Problemen Teslas zu sein. Das zweite: Mindestens für das neue Model 3 werden nicht annähernd die anvisierten Stückzahlen erreicht. Pro Woche waren 5000 Stück geplant, bis jetzt sind es jedoch nur ein paar hundert. Die ambitionierten 5000 sollen nun erst ab Frühjahr 2018 erreicht werden. Solange Tesla von der Stückzahl her den Nimbus eines Nischenherstellers hatte, der die etablierte Konkurrenz mit seinen schicken Elektroautos ärgert und ihr in dem Segment sogar davon prescht, solange war alles relativ gut.

    Tesla braucht frisches Geld, damit der Laden läuft

    Aber jetzt, mit dem Model 3, wurde der Einstieg in den Massenmarkt gewagt. Da liegt die Latte in puncto Güte und Stückzahl bedeutend höher. Und bald sollen auch noch Elektrolastwagen gebaut werden. Hinzu kommt, dass Tesla noch nie einen Jahresgewinn ausgewiesen hat, sondern stattdessen angeblich jedes Quartal etwa eine Milliarde Dollar benötigt, um dem Laden am Laufen zu halten. Das bedeutet, dass ständig frisches Geld über Kapitalerhöhungen nachgeschossen werden muss. Bislang hat es der Ankündigungs-Weltmeister und Noch-Börsenliebling Elon Musk stets geschafft, neue Geldquellen anzuzapfen.

    Mehren sich jedoch Qualitäts- und Stückzahlprobleme, dann wird auch der enthusiastischste Tesla-Fan irgendwann seinen Geldbeutel geschlossen halten und keine neuen Anteile mehr zeichnen. Der Umsatz im dritten Quartal von Juli bis September lag knapp unter drei Milliarden Dollar. Das entspricht zwar einem Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Doch der Verlust stieg in den ersten neun Monaten 2017 deutlich auf knapp 1,5 Milliarden Dollar (Quartale eins bis drei 2016: 550 Millionen Dollar). Allein von Juli bis Ende September waren es 619 Millionen Dollar. Mehr Miese hat Tesla seinen Investoren bislang noch in keinem Quartal zuvor zugemutet. Die desolate Lage im Markt spiegelt sich an der Börse wider: Lag der Kurs des Tesla-Papiers im Juni noch bei 343 Euro, sackte er inzwischen auf unter 300 Euro.

    Autodiebstähle Deutschland Top 5 Autos 19.38

    Die News des Tages: Schwaches Ergebnis: CSU wählt Horst Seehofer erneut zum Parteichef

    Die News des Tages: Schwaches Ergebnis: CSU wählt Horst Seehofer erneut zum Parteichef


    Die Meldungen im Kurz-Überblick: Horst Seehofer als CDU-Chef wiedergewählt (11.33 Uhr)ICE-Züge fahren wegen Schnee langsamer (9.54)Unter Gefährdern sind mehrere Dutzend Frauen und Minderjährige (8.44)Zehntausende Philippiner fliehen vor...

    Die Meldungen im Kurz-Überblick: 

    Horst Seehofer als CDU-Chef wiedergewählt (11.33 Uhr)ICE-Züge fahren wegen Schnee langsamer (9.54)Unter Gefährdern sind mehrere Dutzend Frauen und Minderjährige (8.44)Zehntausende Philippiner fliehen vor herannahendem Tropensturm  (7.03 Uhr)Aufgebrochenes Watergate-Türschloss für 62.500 Dollar versteigert  (4.07 Uhr)Zwei Tote nach Erdbeben vor Indonesien (2.08 Uhr)

    Die Nachrichten des Tages:

    +++ 11.33 Uhr: Horst Seehofer mit 83,7 Prozent als CSU-Chef wiedergewählt +++

    Trotz der immensen Verluste bei der Bundestagswahl ist CSU-Chef Horst Seehofer erneut in seinem Amt bestätigt worden. Nach der demonstrativen Einigung mit seinem Rivalen Markus Söder erhielt er beim Parteitag in Nürnberg 83,7 Prozent der Stimmen - nach 87,2 Prozent vor zwei Jahren. Damit ist das Ergebnis ein neuer Tiefpunkt in der Zustimmung zu Seehofer.

    +++ 10.56 Uhr: ICE-Züge der Bahn fahren wieder planmäßig +++

    Die Deutsche Bahn lässt ihre ICE-Züge wieder mit normalem Tempo durch Deutschland rollen. Am Vormittag fuhren sie wegen des Wetters kurzzeitig etwas langsamer als sonst. Ab 11 Uhr sollen die Züge nach Angaben des Unternehmens wieder planmäßig fahren. Aufgrund der aktuellen Wetterlage sei mit keinen Schäden an den Zügen zu rechnen, sagte ein Sprecher. ICE-Züge können in der Spitze 230 bis 300 Kilometer pro Stunde fahren. Die Bahn wollte Reisende im Falle schlechter Wetterbedingungen über die Auswirkungen auf den Fahrplan informieren.

    +++ 10.22 Uhr: Drei Tote bei Tropensturm auf den Philippinen +++

    Der Tropensturm "Kai-Tak" hat auf den Philippinen drei Menschen in den Tod gerissen. Sechs Menschen wurden nach den Erdrutschen in den Provinzen Leyte und Eastern Samar noch vermisst, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Unter den Toten ist demnach ein zwei Jahre altes Kind. 40.000 Menschen mussten wegen des Sturms ihre Häuser verlassen.

    +++ 9.54 Uhr: ICE-Züge fahren wegen Schnee langsamer +++

    Die ICE-Züge der Deutschen Bahn fahren wegen des erwarteten Schneewetters seit heute Vormittag etwas langsamer als sonst. Die Drosslung der Geschwindigkeit gelte für das gesamte Wochenende, sagte eine Sprecherin am Morgen. Die Bahn hatte die maximale Geschwindigkeit vorsorglich auf 200 Kilometer pro Stunde reduziert. Reisende müssten auf wichtigen Strecken mit einer längeren Fahrzeit von zehn bis 20 Minuten rechnen.

    Der Konzern hatte angekündigt, die Anweisung an die Lokführer wieder aufzuheben, wenn sich die Wetterlage entspannen sollte. Am vergangenen Sonntag wurden laut der Bahn 19 Züge durch Schnee und Eis stark beschädigt. ICE-Züge können in der Spitze 230 bis 300 Kilometer pro Stunde fahren.

    Auf der Neubaustrecke der Bahn zwischen Berlin und München sei es am Vormittag zu keinen Zugausfällen oder größeren Verspätungen gekommen, sagte die Sprecherin. In der letzten Woche hatte es auf derStrecke immer wieder Probleme gegeben.

    +++ 8.44 Uhr: Unter Gefährdern sind mehrere Dutzend Frauen und Minderjährige +++

    Die Sicherheitsbehörden in Deutschland stufen mehrere Dutzend Frauen und Jugendliche als islamistische Gefährder ein – und trauen ihnen damit potenziell einen Terrorakt zu. Unter den aktuell rund 720 islamistischen Gefährdern gebe es einen niedrigen einstelligen Prozentanteil an Frauen und Minderjährigen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hatte zuletzt eindringlich vor einer Gefahr durch islamistische Frauen und Kinder gewarnt - insbesondere durch jene, die aus früheren Kampfgebieten der Terrormiliz IS zurückkehren.

    +++ 7.03 Uhr: Zehntausende Philippiner fliehen vor herannahendem Tropensturm +++

    Vor einem herannahenden Tropensturm haben sich zehntausende Menschen im Osten der Philippinen in Sicherheit gebracht. Es seien bereits mehr als 38.000 Menschen in Notlagern untergebracht worden, sagten Behördenvertreter. Die durch den Zyklon "Kai-Tak" ausgelösten heftigen Regenfälle haben auf den Inseln Samar und Leyte bereits für Überschwemmungen und Erdrutsche gesorgt.

    Es wurde erwartet, dass "Kai-Tak" mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern Samstagnacht im Norden von Samar auf Land treffen würde. Der staatliche Wetterdienst sagte vorher, dass der Sturm dann weiter zum Zentrum des Inselstaates ziehen werde.

    +++ 4.33 Uhr: Regierung und Opposition wollen Krise in Venezuela beilegen +++

    Nach Jahren der Konfrontation bewegen sich die Regierung und die Opposition in Venezuela vorsichtig aufeinander zu. Bei den Gesprächen über die Beilegung der politischen und wirtschaftlichen Krise hätten die verfeindeten Lager wichtige Fortschritte erzielt, sagte der Vermittler und dominikanische Präsident Danilo Medina. Demnach wollen beide Seiten die Verhandlungen am 11. und 12. Januar in Santo Domingo fortsetzen.

    Venezuela leidet unter einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro ließ zuletzt eine Verfassungsgebende Versammlung wählen und entmachtete damit das von der Opposition dominierte Parlament. Bei Protesten gegen die Regierung kamen in diesem Jahr bereits mehr als 120 Menschen ums Leben.

    News Nachricten Watergate

    +++ 4.07 Uhr: Aufgebrochenes Watergate-Türschloss für 62.500 Dollar versteigert +++

    Ein aufgebrochenes Türschloss, das 1972 den Watergate-Skandal ins Rollen brachte, ist in den USA versteigert worden. Das Schloss, das an der Tür zur Washingtoner Wahlkampfzentrale der Demokraten angebracht war, wechselte für 62.500 Dollar (etwa 53.100 Euro) den Besitzer, wie das Auktionshaus Nate Sanders mitteilte. Der 1,8 Kilogramm schwere Messingmechanismus wurde nach dem Einbruch im Sommer 1972 fast ein halbes Jahrhundert lang vom Hausmeister des Watergate-Gebäudes aufbewahrt. Es wurde auf einer Holztafel befestigt, zwei Dokumente bestätigen seine Echtheit.

    +++ 3.23 Uhr: SpaceX schickt erstmals wiederverwendete Rakete und Frachter ins All +++

    Erstmals hat das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX eine wiederverwendete Rakete und eine ebenfalls schon einmal eingesetzte unbemannte Raumkapsel ins All geschickt. Die Raumkapsel "Dragon" und die Rakete vom Typ Falcon 9 starteten gestern um 10.36 Uhr (Ortszeit, 16.36 Uhr MEZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida, wie SpaceX mitteilte. Morgen soll die "Dragon" bei der Internationalen Raumstation (ISS) ankommen. Drei Minuten nach dem Start trennten sich die Trägerrakete und die zweite Stufe der Rakete voneinander, auch die anschließende Landung der Trägerrakete glückte demnach. Damit konnte SpaceX bereits 20 Trägerraketen wieder sicher landen.SpaceX zeigt seine Fails_14Uhr

    +++ 2.21 Uhr: Untersuchung von Belästigungsvorwürfen gegen demokratischen US-Abgeordneten +++

    Die Ethik-Kommission des US-Repräsentantenhauses untersucht Belästigungsvorwürfe gegen den demokratischen Abgeordneten Ruben Kihuen. Das Gremium teilte in Washington mit, es habe eine Untersuchung eingeleitet, nachdem es von den öffentlichen Anschuldigungen gegen den 37-jährigen Politiker aus dem Bundesstaat Nevada Kenntnis genommen habe. Zwei Frauen werfen Kihuen vor, sie sexuell belästigt zu haben.

    +++ 2.08 Uhr: Zwei Tote nach Erdbeben vor Indonesien - Tsunamiwarnung aufgehoben +++

    Bei einem schweren Erdbeben sind auf der indonesischen Insel Java mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und sieben weitere verletzt worden. Zwei ältere Frauen seien im Bezirk Ciamis gestern am späten Abend von den Trümmern ihrer Häuser erschlagen worden, sagte Katastrophenschutzsprecher Sutopo Nugroho. Mindestens sieben Menschen seien an verschiedenen Orten im Westen der Insel verletzt worden. Im Bezirk Banyumas mussten 70 Patienten ein Krankenhaus wegen Gebäudeschäden verlassen. Mehr als 100 Häuser seien beschädigt worden oder zusammengestürzt.

    Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam hatte das Beben vor der Küste der Insel eine Stärke von 6,5. Es habe sich in 109 Kilometern Tiefe vor der Küste des Bezirks Cipatujah ereignet. Die indonesische Erdbebenwarte gab kurzzeitig eine Tsunamiwarnung für die Provinzen Westjava und Zentraljava heraus, die aber am frühen Morgen wieder aufgehoben wurde.

    +++ 1.52 Uhr: Bürgermeisterin rechnet vorerst nicht mit Rückkehr von Linda W. +++

    Seehofer als CSU-Vorsitzender wiedergewählt

    Seehofer als CSU-Vorsitzender wiedergewählt


    CSU-Chef Horst Seehofer ist im Amt bestätigt worden. Auf einem CSU-Parteitag in Nürnberg wurde er am Samstag mit einer Zustimmung von 83,7 Prozent wiedergewählt. Das Amt des Ministerpräsidenten will Seehofer im kommenden Jahr an den derzeitigen...

    CSU-Chef Horst Seehofer ist im Amt bestätigt worden. Auf einem CSU-Parteitag in Nürnberg wurde er am Samstag mit einer Zustimmung von 83,7 Prozent wiedergewählt. Das Amt des Ministerpräsidenten will Seehofer im kommenden Jahr an den derzeitigen bayerischen Finanzminister Markus Söder abgeben.

    Seehofer bekam bei der geheimen Wahl 664 der 793 gültigen Stimmen. Er bezeichnete das Votum als "gute Grundlage" für die kommenden Monate. Zuvor war die Rede davon, dass eine Zustimmung von mehr als 80 Prozent nach dem monatelangen Machtkampf in der CSU als respektabel gilt.

    Auf dem Parteitag in Nürnberg soll Söder zudem zum CSU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst kommenden Jahres gekürt werden. Bereits im ersten Quartal 2018 soll er im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Die Parteispitze hatte sich Anfang Dezember auf die Doppelspitze aus Seehofer und Söder verständigt.

    ÖVP und FPÖ informieren Österreichs Bundespräsidenten über Koalitionsvertrag

    ÖVP und FPÖ informieren Österreichs Bundespräsidenten über Koalitionsvertrag


    In Österreich haben die Parteichefs der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ am Samstag Bundespräsident Alexander Van der Bellen über ihren Koalitionsvertrag informiert. ÖVP-Chef Sebastian Kurz und und FPÖ-Chef Heinz-Christian...

    In Österreich haben die Parteichefs der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ am Samstag Bundespräsident Alexander Van der Bellen über ihren Koalitionsvertrag informiert. ÖVP-Chef Sebastian Kurz und und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache trafen dazu am Morgen mit Van der Bellen in der Wiener Hofburg zusammen. Anschließend legten Kurz und Strache den Koalitionsvertrag ihren Parteigremien vor, die diesen absegnen müssen.

    Bei der Wahl am 15. Oktober war die ÖVP mit 31,5 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Die FPÖ erreichte mit 26 Prozent den dritten Platz. Bereits nach neun Tagen nahmen ÖVP und FPÖ Gespräche auf.

    Medienberichten zufolge sicherte sich die FPÖ in der künftigen Regierung die wichtigen Ressorts Inneres und Verteidigung. Das Außenministerium soll demnach mit der parteilosen, aber FPÖ-nahen Diplomatin Karin Kneissl besetzt werden.

    Kurz soll Bundeskanzler, Strache Vize-Kanzler werden. Am Nachmittag wollen die beiden über die Zusammensetzung der neuen Regierung und die wichtigsten Inhalte ihres Programms informieren.

    NRW-SPD warnt Bundespartei vor Kurs in Richtung große Koalition

    NRW-SPD warnt Bundespartei vor Kurs in Richtung große Koalition


    Der einflussreiche NRW-Landesverband der SPD hat die Bundespartei davor gewarnt, sich bereits auf einen Kurs in Richtung große Koalition einzulassen. "Wenn wir uns an die Rolle des Juniorpartners gewöhnen, enden wir als Wackeldackel", sagte...

    Der einflussreiche NRW-Landesverband der SPD hat die Bundespartei davor gewarnt, sich bereits auf einen Kurs in Richtung große Koalition einzulassen. "Wenn wir uns an die Rolle des Juniorpartners gewöhnen, enden wir als Wackeldackel", sagte NRW-Landeschef Michael Groschek dem "Spiegel". Die SPD solle sich darauf konzentrieren, "wieder so groß und stark zu werden, dass sie für die Menschen im Land eine echte Kanzler-Alternative zur Union darstellt".

    Als Voraussetzung für ein Regierungsbündnis verlangte Groschek von CDU und CSU vor allem inhaltliche Zugeständnisse. "Wir ziehen keine roten Linien, aber ohne konkrete Verbesserungen im Bereich der Arbeitsmarkt-, Renten- und Gesundheitspolitik ist es unvorstellbar, dass ein Parteitag grünes Licht für weitere Gespräche gibt", sagte der SPD-Landeschef. "Ein paar nette Überschriften" würden da nicht ausreichen.

    Gegen zu viele Zugeständnisse an die SPD wandte sich CDU-Vize Julia Klöckner. "Wir liegen über zwölf Prozentpunkte vor der SPD und das muss sich auch in den Ergebnissen dann wiederfinden", erinnerte sie im Sender SWR an das Ergebnis der Bundestagswahl. Allerdings müsse es in Verhandlungen Kompromissbereitschaft von beiden Seiten geben.

    Sowohl Klöckner wie auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder pochten auf die Bildung einer festen Koalition und erteilten Überlegungen für eine Minderheitsregierung erneut eine Absage. "Ein verlässliches Deutschland geht nur mit einer Koalition, die sich eine Vereinbarung gibt für vier Jahre", sagte Klöckner.

    "Wir leben in sehr anspruchsvollen Zeiten", mahnte Kauder in der "Rheinischen Post". Das Land brauche "gerade in den nächsten Jahren eine Regierung auf einer absolut verlässlichen Basis". Daher müssten Union und SPD in vertrauensvollen Gesprächen nun alles daransetzen, eine stabile Regierung zu bilden. "Es ist jetzt keine Zeit für Experimente", sagte Kauder.

    Der SPD-Vorstand hatte am Freitag grünes Licht für Sondierungsgespräche mit der Union über eine Zusammenarbeit bei der Regierungsbildung gegeben. Dabei ließen die Sozialdemokraten aber ausdrücklich offen, ob diese Gespräche in eine Koalition münden sollen oder in eine andere, lockere Form der Kooperation. Für Mittwoch ist ein weiteres Spitzengespräch der Partei- und Fraktionschefs von Union und SPD geplant, die eigentlichen Sondierungen dürften dann Anfang Januar beginnen.

    NEON-Serie: Was unsere Liebe groß macht: Mona, Simon und der rosa Plüschbademantel

    NEON-Serie: Was unsere Liebe groß macht: Mona, Simon und der rosa Plüschbademantel


    Für alles gibt es einen Standard: für Papiergrößen, Ladegeräte und Gurkenformen, für das Maß von Gräbern und sogar für Beziehungen. Der ist zwar nirgendwo verbindlich aufgeschrieben worden, dafür aber überall sichtbar. Drei Stufen, meist in...

    Für alles gibt es einen Standard: für Papiergrößen, Ladegeräte und Gurkenformen, für das Maß von Gräbern und sogar für Beziehungen. Der ist zwar nirgendwo verbindlich aufgeschrieben worden, dafür aber überall sichtbar. Drei Stufen, meist in festgelegter Reihenfolge, versuchen zu definieren, auf welchem Level der Verbindlichkeitsskala man gerade steht.

    Basic-Paket: in eine gemeinsame Wohnung ziehen. Pro-Version: heiraten. Deluxe-Endstufe: Kinder bekommen.

    Etappensiege, die entsprechend groß gefeiert werden. Und trotzdem gibt es, weit vor der ersten gemeinsamen Wohnung und lange nach dem dritten Kind, immer auch die kleinen Schritte, die manchmal so beiläufig, skurril oder alltäglich erscheinen, dass sie kaum jemand sieht und also auch nicht zum Jubeln vorbeikommt. Da fliegt kein Lametta, da lässt niemand Luftballons steigen oder schmeißt eine große Party. Und trotzdem sind sie entscheidend, weil sie die Beziehung beiläufig auf ein neues Level heben. Sie machen uns zu Komplizen in einer Geschichte, die nur wir kennen, oder sind der Beginn eines Rituals, das Tradition werden möchte und damit auf eine lange gemeinsame Zukunft verweist.

    Mona (27), Simon (27) und der rosa Plüschbademantel

    Serie Was Liebe groß macht 2M: "Ich besitze einen rosa Plüschbademantel. Wenn ich ihn nicht gerade trage, hängt er an der Badezimmertür. Jedes Mal wenn Simon zu mir kam, habe ich das Ding also versteckt damit er es nicht entdeckt, wenn er aufs Klo geht. Erst nach sechs Monaten dachte ich mir: Ich stehe jetzt dazu. Simon musste mir versprechen, dass er nicht lacht. Dann durfte er mich im Bademantel sehen, ganz kurz nur. Damit habe ich einen Teil von mir gezeigt, der mir irgendwie unangenehm ist. Etwas, das ich vorher nur für mich allein gemacht habe. Und Simon hat nicht gelacht. Da wusste ich, das mit uns wird wohl nichts so schnell kaputt machen. Inzwischen sind wir zweieinhalb Jahre zusammen und teilen uns eine gemeinsame Wohnung. Den Plüschbademantel trage ich völlig schamfrei."

    S: "Sie fühlt sich ganz schön wohl mit dem Ding. Für mich war aber etwas anderes ein besonderer Schritt: Mona und ich sammeln Karten mit Sprüchen, die in Bars oder so herumliegen und meistens irgendwie lustig sind. Als sie von einer Fortbildung zurückkam, hat sie mir eine in die Hand gedrückt. ‚Freund fürs Leben‘ stand da rauf. Diese drei Worte zu lesen, das hat für mich viel bedeutet."
    Perfekter Altersunterschied in einer Beziehung_15.20

    ZDF-Satiresendung:

    ZDF-Satiresendung: "heute show"-Jahresrückblick: Goldener Vollpfosten für Trump und Deutsche Bahn


    Der Dezember ist die Zeit der Jahresrückblicke. Und auch die ZDF-Satiresendung "heute show" wirft ein Blick auf 2017 zurück:  In einer 50-minütigen Jahresabschluss-Sendung kommen noch einmal die politisch brisantesten Themen des Jahres auf den Tisch,...

    Der Dezember ist die Zeit der Jahresrückblicke. Und auch die ZDF-Satiresendung "heute show" wirft ein Blick auf 2017 zurück:  In einer 50-minütigen Jahresabschluss-Sendung kommen noch einmal die politisch brisantesten Themen des Jahres auf den Tisch, so wurde Trump als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt und eine neue Bundesregierung gewählt.

    Goldener Vollpfosten für Christian Lindner

    Traditionell verlieh das Team um Anchorman Oliver Welke den "Goldenen Vollpfosten". Die Auszeichnung ging unter anderem an FDP-Chef Christian Lindner. Er bekam den Preis verliehen, weil er "uns in diesem Jahr beigebracht hat, worauf es in der Politik wirklich ankommt: auf das Ich", erklärte Albrecht Humboldt. "Christian Lindner hat ganz allein die FDP von den Toten zurückgeholt und sie in nur sieben Tagen nach seinem Antlitz geformt. Zu einer ganz neuen, modernen Partei, die sogar Englisch kann." Er konnte selbst "den ältesten, neoliberalen Quark jung und hip erscheinen lassen". 

    Er habe sich den Preis verdient für seinen "German Mut, kurz vor Jamaika die Hosen gestrichen voll zu haben, vor allem aber für seine geilen Plakate". Selbstverständlich in einer komplett verspiegelten Version, "damit du, lieber Christian, dich immer sehen kannst."Neubaustrecke 12.25

    Auch die deutsche Wirtschaft bekam ihr Fett weg: "Die gierigen Monopolsäcke von der Lufthansa" erhielten ebenso einen Vollpfosten-Preis verliehen wie die Deutsche Bahn, der es gelang, bei der Eröffnung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München zwei Stunden Verspätung zu generieren. "Wir Deutschen können wirklich nichts mehr. Und weil Stuttgart 21 nicht nur teurer, sondern auch viel später fertig wird, gibt's von uns den Goldenen Schneckenvollpfosten", feixte Ulrich von Heesen.  "Stuttgart verbuddeln, Erde drüber, fertig. Ist eh ne Kackstadt", ergänzte Gernot Hassknecht.

    Donald Trump, der GröPraZ

    Und natürlich durfte auch US-Präsident Donald Trump nicht leer ausgehen. Er bekam den Preis zum dritten Mal in Folge verliehen, betont Welke. "Wahnsinn, was der Trump alles nicht geschafft hat." Zudem hat er mit seinen Übertreibungen und abstrusen Vergleichen einen völlig neuen Sound in die internationale Politik gebracht. Selbst wenn er über seine Steuerreform fabuliert, klinge das unanständig, so Welke. Er bezeichnet ihn deshalb auch als "GröPraZ", den Größten Präsident aller Zeiten - eine Anspielung auf Adolf Hitler.

    Die "heute show" spottete nicht nur über Trumps fehlende Agenda, sondern machte sich auch über ihn persönlich lustig - etwa als er während einer Ansprache nuschelte. "Trump hat kein Gebiss, das sind alternative Zähne", frotzelte Welke.

    Die vollständige Sendung können Sie hier in der ZDF-Mediathek ansehen.

    US-Krankenversicherung: Trump will kostenlose Verhütungsmittel verbieten - US-Gericht stoppt Vorstoß

    US-Krankenversicherung: Trump will kostenlose Verhütungsmittel verbieten - US-Gericht stoppt Vorstoß


    16. Dezember: US-Gericht blockiert Trump-Vorstoß gegen kostenlosen VerhütungsmittelnRückschlag für US-Präsident Donald Trump: Eine US-Bundesrichterin setzte am Freitag (Ortszeit) eine Entscheidung der Trump-Regierung vorübergehend aus, wonach der...

    16. Dezember: US-Gericht blockiert Trump-Vorstoß gegen kostenlosen Verhütungsmitteln

    Rückschlag für US-Präsident Donald Trump: Eine US-Bundesrichterin setzte am Freitag (Ortszeit) eine Entscheidung der Trump-Regierung vorübergehend aus, wonach der von Arbeitgebern bereitgestellte Krankenversicherungschutz auch kostenlose Verhütungsmittel mit einschließen muss. Richterin Wendy Beetlestone aus dem Bundesstaat Pennsylvania zeigte sich überzeugt, dass die Maßnahme der Regierung tausenden Frauen in den USA schaden würde.

    Die US-Regierung hatte im Oktober eine entsprechende Leistungspflicht aus der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger Barack Obama gestrichen. Die Streichung der Klausel zu Verhütungsmitteln solle die "moralischen Überzeugungen von bestimmten Institutionen und Individuen schützen", hieß es. Zuvor durften sich nur religiöse Institutionen weigern, einen solchen Zusatz in der Krankenversicherungsschutz anzubieten.

    Rund die Hälfte der US-Bevölkerung bezieht ihre Krankenversicherung über den Arbeitgeber. Es ist davon auszugehen, dass die US-Regierung gegen die Entscheidung der Bundesrichterin in Berufung geht.

    13. Dezember: Senatorin Gillibrand hat laut Trump um Wahlkampfspenden "gebettelt" und dafür "alles" getan

    In der Debatte um sexuelle Belästigungen wächst der Druck auf US-Präsident Donald Trump. 54 Abgeordnete der oppositionellen Demokraten fordern, dass der Kongress die von Frauen erhobenen Beschuldigungen gegen den Präsidenten untersuchen soll. Im Senat verlangen inzwischen fünf Vertreter der Opposition seinen Rücktritt. Der Präsident wehrte sich am Dienstag wütend gegen die Vorwürfe, die er als politisches Manöver abzutun versuchte.

    Die Senatorin Kirsten Gillibrand griff der Präsident persönlich hart an. Sie gehört zu den Oppositionsvertretern, die seinen Rücktritt verlangen. Die Vertreterin des Bundesstaats New York sei ein "Leichtgewicht", twitterte Trump. Vor "nicht so langer Zeit" habe sie bei ihm noch um Wahlkampfspenden "gebettelt". Er verband dies mit der zweideutigen Bemerkung, dass Gillibrand dafür "alles zu tun" bereit gewesen sei.Die Senatorin wies die Attacke als "sexistische Schmierkampagne " zurück. Der Präsident wolle sie damit zum Schweigen bringen, sagte sie. Doch könne Trump nicht die "Millionen von Frauen" zum Schweigen bringen, welche die von ihm ins Oval Office gebrachte "Schande" anprangerten.

    Insgesamt 16 Frauen werfen Trump vor, sie sexuell bedrängt und betatscht zu haben. Drei von ihnen forderten am Montag bei einer Pressekonferenz in New York den Kongress auf, diese Anschuldigungen gegen den Präsidenten zu untersuchen, womit sie bei den Demokraten großen Widerhall fanden.

    Trump-Sprecherin Sarah Huckabee Sanders hat die "sexistische Schmierkampagne" im Gillibrand-Tweet zurückgewiesen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Demnach sagte sie, nur eine Person mit einer schmutzigen Fantasie könne den Post als sexuelle Andeutung lesen.Jahresrückblick 2017 Trump Tweets Rätsel

    12. Dezember: Trump will Fundament für Mars-Mission legen

    Die USA wollen die bemannte Raumfahrt zum Mond wieder aufnehmen und diese als Basis für Missionen zum Mars nutzen. US-Präsident Donald Trump unterzeichnete gestern eine entsprechende Direktive, mit der dieses Ziel wieder offizielle US-Politik wird. Die US-Weltraumbehörde Nasa wird angewiesen, Astronauten wieder zum Mond und schließlich zum Mars zu schicken. Einen Zeitrahmen oder ein Budget für dieses ambitionierte Ziel nennt die Anordnung nicht.

    Trump unterschrieb die Direktive am 45. Jahrestag der bis dato letzten bemannten Mission zum Mond. An der Seite des Präsidenten stand dabei neben anderen der Astronaut Buzz Aldrin. Trump sagte: "Dieses Mal werden wir nicht nur Flaggen aufstellen und unsere Fußabdrücke hinterlassen, sondern wir werden letztlich das Fundament für eine Mars-Mission legen - und, vielleicht, für viele weitere Welten." Man beabsichtige langfristige Forschung und Nutzung. "Wir träumen groß." Die USA sollten in der Erkundung des Weltalls ihre Führungsrolle bewahren.

    Die US-Regierung unter Barack Obama hatte frühere Pläne von Präsident George W. Bush, zum Mond zurückzukehren, seinerzeit zurückgenommen und den Fokus mehr auf den Mars gelegt.12-Trump will wieder zum Mond - und zum Mars-5677070576001

    12. Dezember: Trump wirbt nach versuchtem Anschlag für härtere Einwanderungspolitik

    Nach einem versuchten Terroranschlag mit vier Verletzten in New York hat US-Präsident Donald Trump für eine härtere Einwanderungspolitik geworben. Einmal mehr sei bewiesen, dass "Amerika sein laxes System reparieren" müsse, erklärte Trump gestern in einer Mitteilung. Medienberichten zufolge stammt der 27-jährige Tatverdächtige aus Bangladesch und reiste als Neffe eines US-Staatsangehörigen mit einem Visum ein.

    Der 27 Jahre alte Mann hatte am Montagmorgen zur Hauptverkehrszeit versucht, sich mit einer vermutlich selbstgebauten Rohrbombe nahe dem New Yorker Times Square in die Luft zu sprengen.12-Nach Anschlag von New York: Trump will verschärftes Einwanderungsgesetz-5677198169001

    11. Dezember: Trump schweigt zu Explosion in New York - aber wütet wegen Bericht über seinen Lifestyle

    Bereits kurz nach der Explosion in Manhattan mit vier Verletzten wurde US-Präsident Donald Trump über die Ereignisse in New York in Kenntnis gesetzt. So teilte es zumindest die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, mit. Doch anders als etwa beim Amokschützen von Las Vegas oder der Schießerei in einer Kirche in Texas hält sich Trump zu dem Vorfall in der Millionenmetropole diesmal auf seinem bevorzugten Verlautbarungskanal Twitter zurück.

    Stattdessen gilt sein erster und bislang einziger Tweet des Tages dem Artikel der "New York Times", der anhand von Aussagen von Wegbegleitern des US-Präsidenten detaillierte Einblicke in dessen Tagesablauf gibt. Demnach trinke er unter anderem reichlich Diät-Cola und schaue viel fern, sogar ihm gegenüber kritisch eingestellte Sender (lesen Sie hier die Zusammenfassung des Artikels im stern). Alles "Fake News", stellt Trump in seinem Tweet klar.


    "Eine weitere falsche Story, dieses Mal liegt die 'New York Times' daneben", wütet der Präsident. "Dass ich täglich vier bis acht Stunden fernsehe - falsch! Auch, falls ich überhaupt CNN oder MSNBC schaue, halte ich sie für Fake News. Ich schaue niemals Don Lemon, den ich einmal als 'dümmsten Mann im Fernsehen' bezeichnet habe! Schlechte Berichterstattung."

    Auch auf dem nur spärlich genutzten offiziellen Twitter-Kanal des US-Präsidenten, @POTUS, äußerte sich Trump bisher nicht zu den Geschehnissen in New York. Möglicherweise hängt die ungewöhnliche Zurückhaltung zu dem Thema jedoch mit einer Maßnahme seines Stabschefs John F. Kelly zusammen. Laut "New York Times"-Bericht stopft er Trumps Terminkalender inzwischen so voll, dass der Präsident nur noch wenig Zeit zum Twittern hat.Explosion erschüttert Busbahnhof in Manhattan

    11. Dezember: Uno-Botschafterin der USA: Trump-Anklägerinnen sollte zugehört werden

    Die US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley, ist der Ansicht, dass den Frauen, die Donald Trump der sexuellen Belästigung beschuldigt haben, "zugehört" werden sollte. Sie sei "unglaublich stolz" auf all jene, die sich in den vergangenen Wochen getraut hätten, mit ihren Vorwürfen gegen Hollywood-Prominente und viele andere an die Öffentlichkeit zu gehen, sagte Haley am Sonntag in einem CBS-Interview. "Und ich glaube, dass jede Frau, die sich auf irgendeine Weise verletzt oder misshandelt gefühlt hat, jedes Recht hat, sich zu äußern."

    Mehr als zehn Frauen haben Trump sexuelle Übergriffe vorgeworfen und beziehen sich dabei auf Vorfälle, die sich vor Jahren abgespielt haben sollen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, hatte in diesem Zusammenhang erklärt, das amerikanische Volk habe sich im November vergangenen Jahres für Trump als Präsidenten entschieden und damit die - vor der Wahl geäußerten - Anschuldigungen zu den Akten gelegt. Danach gefragt, ob sie das auch so sehe, sagte Haley: "Ich weiß, dass er gewählt worden ist. Aber Frauen sollten nie eine Scheu haben müssen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und wir alle sollten bereit sein, ihnen zuzuhören."

    5. Dezember: Donald Trump kündigt laut Abbas Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem an

    US-Präsident Donald Trump hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas über seine Absicht informiert, "die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen". Das teilte das Büro von Abbas nach einem Telefonat zwischen Trump und dem Palästinenserführer mit. Aus der Erklärung ging nicht hervor, ob Trump den Umzug der US-Botschaft in Israel unverzüglich oder erst zu einem späteren Zeitpunkt anstrebt. Die lange diskutierte Verlegung sorgt für Unruhe vor allem in der arabischen Welt - der Schritt wird als Anerkennung Jerusalems als offizielle Hauptstadt Israels gewertet, wovor bislang alle Staaten zurückgeschreckt haben. 

    5. Dezember: Trump verkleinert US-Naturschutzgebiete um bis zu 85 Prozent

    US-Präsident Donald Trump hat per Dekret zwei Naturschutzgebiete im Westen des Landes drastisch zusammenstutzen lassen. Dadurch würden "unnötige Restriktionen" für die Jagd, die Viehzucht und "verantwortungsvolle wirtschaftliche Entwicklung" beseitigt, sagte Trump in einer Rede in Salt Lake City im Bundesstaat Utah.

    Das National Monument "Bears Ears" wird 85 Prozent seiner Fläche einbüßen, "Grand Staircase - Escalante" schrumpft der Anordnung Trumps zufolge um etwa 50 Prozent. Es handelt sich um die bislang deutlichste Verkleinerung von Naturschutzzonen in den USA. Die Ureinwohner vom Volk der Navajo kündigten umgehend rechtliche Schritte gegen die Maßnahme an.

    Insgesamt hat Trump die Überprüfung von 27 Naturschutzgebieten des Bundes in den USA in Auftrag gegeben. Sein Vorgänger Barack Obama hatte in seiner Amtszeit große Gebiete, auch im Meer, unter Schutz stellen lassen. Seine Regierung wollte die ungezügelte Ausbeutung von Bodenschätzen mit ungewissen Folgen für die Umwelt verhindern.

    Donald Trump Naturschutzgebiete

    3. Dezember: US-Sender beurlaubt Reporter wegen schweren Irrtums in Flynn-Story

    Donald Trump ABC ReporterWegen eines "schwerwiegenden Irrtums" in einem Bericht über Donald Trumps ehemaligen Topberater Michael Flynn hat der US-Sender ABC News seinen Investigativ-Journalisten Brian Ross für vier Wochen ohne Gehaltszahlungen freigestellt. "Wir bedauern zutiefst und entschuldigen uns für den schwerwiegenden Irrtum von gestern", teilte ABC News mit. Die von Brian Ross während der Sondersendung ausgestrahlte Berichterstattung sei nicht komplett mithilfe der Redaktionsstandards überprüft worden.

    Das Mobbing-Monster: Wie (und warum) Donald Trump seine Mitarbeiter diskreditiert 14.37Bei einem Livebericht hatte Ross am Freitag behauptet, ein Vertrauter von Flynn habe gesagt, dieser sei bereit zu bezeugen, dass der damalige Präsidentschaftskandidat Donald Trump ihm gesagt habe, er solle russische Beamte während des Wahlkampfs kontaktieren. ABC News korrigierte den Bericht später und erklärte, die Quelle habe klargestellt, dass Trump - als gewählter Präsident - vielmehr Flynn und eine kleine Gruppe anderer Berater gebeten habe, Wege zu finden, die Beziehungen mit Russland zu reparieren.

    US-Präsident Trump zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung des Senders. Auf Twitter schrieb er: "Gratulation an ABC News für die Suspendierung von Brian Ross wegen seines entsetzlich fehlerhaften und unehrlichen Berichts über die Russland, Russland, Russland Hexenjagd. Mehr Sendergruppen und 'Zeitungen' sollten dasselbe mit ihren Fake News machen!" Ross selbst schrieb auf Twitter, sein Job sei es, Menschen zur Verantwortung zu ziehen. Das sei der Grund dafür, warum er zustimme, selbst zur Verantwortung gezogen zu werden. Flynn steht im Zentrum der Ermittlungen, inwieweit Russland den US-Wahlkampf beeinflusst haben könnte und ob die Trump-Seite mit den Russen gemeinsame Sache gemacht haben könnte. Flynn, der im Wahlkampf einer der engsten Vertrauten Trumps und dann für kurze Zeit dessen Sicherheitsberater war, hatte sich am Freitag schuldig bekannt, das FBI über seine Russland-Kontakte belogen zu haben. Zuvor war er wegen mehrfacher Falschaussage angeklagt worden.Trump Weißes Haus 

    2. Dezember: Trump-Schwiegersohn Kushner rückt in den Fokus der Russland-Affäre

    In der Russland-Affäre gerät der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump stark unter Druck: Wie die "Washington Post" und die Internetseite "BuzzFeed" berichten, hat Jared Kushner den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn angewiesen, Kontakt zum damaligen russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, aufzunehmen. Flynn hatte im Dezember 2016 mit Kisljak unter anderem über eine anstehende UN-Abstimmung zu Israel gesprochen.

    Flynn, der im Wahlkampf einer der engsten Vertrauten Trumps und dann für kurze Zeit dessen Sicherheitsberater war, hatte sich am Freitag schuldig bekannt, das FBI über seine Russland-Kontakte - so auch über das Gespräch zu Israel - belogen zu haben. Zuvor war er wegen mehrfacher Falschaussage angeklagt worden.

    Trump Senior äußerte sich zunächst nicht persönlich zu den neuen Entwicklungen - auch nicht auf Twitter, seinem Lieblingsinstrument zur Kommunikation. Der Sender CNN zitierte aber einen namentlich nicht genannten Beamten im Weißen Haus mit den Worten, es gebe "keine Besorgnisse".

    Kushner war in der Russland-Affäre schon in der Vergangenheit in Bedrängnis geraten. Der Ehemann von Trumps Tochter Ivanka hatte im Juni 2016 an einem Treffen mit einer russischen Anwältin teilgenommen, bei dem es um brisantes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegangen sein soll. Auch mit dem russischen Botschafter Kisljak hat er sich nach eigenen Angaben zwei Mal getroffen.

    Jared Kushner 19.30Ein FBI-Team unter Sonderermittler Robert Mueller untersucht, ob es bei der Russland angelasteten Wahlbeeinflussung Absprachen mit Mitgliedern des Trump-Lagers gegeben hat. Mit seinem Eingeständnis vermeidet Flynn nach bisherigem Stand einen Prozess wegen mehrfacher Falschaussagen und erhält eine mildere Strafe. Im Gegenzug hat er sich zur Kooperation mit den FBI-Ermittlern verpflichtet.

    Laut der am Freitag veröffentlichten Anklage gab Flynn zu, bei seinen Kisljak-Gesprächen in Kontakt mit hohen und sehr hohen Vertretern des Trump-Lagers gestanden zu haben. Einer der namentlich in der Anklage nicht genannten Personen war den Medienberichten zufolge Kushner. Dieser soll Flynn auf Kisljak angesetzt haben, um Russland zur Ablehnung einer UN-Resolution zur Verurteilung der israelischen Siedlungspolitik zu bewegen. Flynn habe versucht, Vertreter mehrerer Länder im UN-Sicherheitsrat davon zu überzeugen, nicht für die Entschließung zu stimmen - was am Ende vergeblich war. Trump selbst hatte sich öffentlich kritisch über die Resolution geäußert.

    Hire & Fire Weißes HausZudem soll es bei einem Treffen Flynns mit Kisljak darum gegangen sein, Moskau zu einer zurückhaltenden Reaktion auf neue US-Sanktionen zu bewegen, die unter dem damaligen Noch-Präsidenten Barack Obama verhängt worden waren. Flynn hatte das Treffen zunächst völlig verschwiegen und auch Trumps Vizepräsidenten Mike Pence direkt darüber belogen. Als Konsequenz daraus war Trump schließlich nichts anderes übrig geblieben, als sich von Flynn als nationalem Sicherheitsberater zu trennen.

    Kushner Privatmail 1055Flynn ist das inzwischen vierte Mitglied aus dem früheren Trump-Team, das infolge der Mueller-Ermittlungen angeklagt wurde. Er ist jedoch der bislang erste Angeklagte, welcher nicht nur dem Wahlkampf- und Übergangsteam, sondern auch der Trump-Regierung angehörte.

    Bei seinen Telefonaten mit Kisljak handelte sich zwar nicht notwendigerweise um gesetzwidrige Absprachen mit einer ausländischen Regierung. Politisch überaus heikel waren sie aber in jedem Fall - weil das Trump-Team damit schon vor Amtsantritt hinter dem Rücken der noch amtierenden Regierung ihre eigene Regierungspolitik betrieb.

    1. Dezember: Trump bestreitet bevorstehenden Abgang von Außenminister Tillerson

    US-Präsident Donald Trump hat bestritten, dass sein Außenminister Rex Tillerson vor dem Abschied aus dem Amt steht. Dies seien "Falschnachrichten", schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Auch wenn er mit Tillerson "bei bestimmten Themen nicht einer Meinung" sei, werde dieser sein Amt nicht abgeben.

    1. Dezember: Michael Flynn bekennt sich schuldig und kooperiert

    Donald Trumps Ex-Vertrauter und Sicherheitsberater, Michael Flynn, steht in der Russland-Affäre unter Anklage. Flynn legte ein Geständnis ab, dem FBI gegenüber Falschaussagen zu seinem Russland-Kontakten gemacht zu haben. Die Anklage geht von einer wissentlichen und vorsätzlichen Täuschung aus. Flynn kooperiert inzwischen mit der Behörde von FBI-Sonderermittler Robert Mueller.

    Hintergrund sind falsche Angaben gegenüber dem FBI. Flynn steht wegen Kontakten zu Russland in der Kritik und hatte nach wenigen Wochen im Amt seinen Hut nehmen müssen. Bei seinen Russland-Kontakten habe er in direktem Kontakt mit hohen und sehr hohen Vertretern des Trump-Lagers gestanden, heißt es in der Anklage. Einer der namentlich in der Anklage nicht genannten Personen soll nach Medienberichten Trump-Schwiegersohn Jared Kushner gewesen sein.

    Das Weiße Haus ließ umgehend über Trump-Anwalt Ty Cobb erklären, Flynn habe für sich selbst gehandelt, keine weiteren Personen seien von den Verwicklungen betroffen. Im Laufe des Freitags verdichteten sich jedoch die Anzeichen, dass Flynn im Auftrag "sehr hochrangiger" Personen in der Trump-Regierung in Kontakt zu russischen Offiziellen getreten ist. Trump selbst äußerte sich öffentlich zunächst nicht zu der Entwicklung.

    Bei der fraglichen Vernehmung Flynns durch das FBI soll es darum gegangen sein, ob Flynn bei einem Treffen mit dem damaligen russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, über US-Sanktionen gegen Russland gesprochen hatte. Das Treffen hatte im Dezember 2016, also nach der Wahl Trumps, aber noch vor dessen Amtsübernahme stattgefunden. Flynn hatte das Treffen zunächst völlig verschwiegen. Amtierender Präsident zur fraglichen Zeit war Barack Obama.

    30. November: Tillerson offenbar vor Entlassung - Halbherziges Dementi aus dem Weißen Haus

    Nach Informationen der "New York Times" will Donald Trump seinen Außenminister Rex Tillerson entlassen. Tillerson soll demnach durch den derzeitigen CIA-Chef Mike Pompeo ersetzt werden. Die "New York Times" beruft sich auf hochrangige Regierungsvertreter. Auch die "Washington Post" berichtet inzwischen, dass Vertreter aus dem Weißen Haus die Nachricht bestätigt hätten.

    Zwischen Tillerson und Trump hatte es seit Wochen Unstimmigkeiten gegeben. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, reagierte auf die Berichte mit einem halbherzigen Dementi. "Es gibt derzeit keine Personalien zu verkünden", sagte sie. Das Kabinett konzentriere sich auf seine Arbeit, Tillerson führe weiterhin das Außenministerium.

    Laut "New York Times" und "Washington Post" soll der Wechsel bereits in den nächsten Wochen stattfinden. Auch für Pompeo soll Trump bereits Ersatz gefunden haben. Senator Tom Cotton aus Arkansas habe bereits seine Zustimmung gegeben, den Job im Falle einer Beförderung Pompeos zu übernehmen.

    Donald Trump Rex Tillerson News

    28. November: Trump beschämt US-Navajo-Veteranen mit "Pocahontas"-Spott

    US-Präsident Donald Trump hat während einer Ehrung von Navajo-Veteranen im Weißen Haus mit der Verunglimpfung der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren als "Pocahontas" Empörung und Irritationen ausgelöst. Pocahontas war eine berühmte Indianerfrau, es ist auch der Titel eines Disney-Films. Warren reklamiert indianisches Erbe, das ist umstritten. 

    "Lange bevor irgendjemand von uns hier war, waren Sie hier. Auch wenn wir im Kongress eine haben, von der behauptet wird, dass auch sie schon sehr lange hier ist. Sie nennen sie Pocahontas", sagte Trump.Während sich im Raum am Montag betretenes Schweigen breitmachte, schlug in sozialen Medien eine Welle der Empörung hoch. Trump benutzt den Namen Pocahontas für Warren schon lange. 

    Trumps Sprecherin sagte auf die Frage, warum der Präsident es nötig finde, während einer Ehrung der Navajo etwas zu sagen, was so viele beleidigend fänden: "Ich glaube, die meisten Leute finden es beleidigend, dass Senatorin Warren über ihre Herkunft lügt, um ihre Karriere zu befördern."

    Trump ehrte Navajo-Indianer, die im Zweiten Weltkrieg auf Seiten der USA mit einer einzigartigen Codetechnik auf Basis ihrer eigenen Sprache kämpften. Die so genannten "Code Talker" gelten in den USA als echte Kriegshelden.

    Ein Sprecher einer Indianervereinigung sagte dem Sender NBC, Trumps Äußerung habe einen rassistischen Beigeschmack. Er nutze eine historische Figur in einem abfälligen Sinn, zumal denkbar unpassend im Kontext einer solchen Ehrung.27-Unterstützung von Trump für umstrittenen Senatskandidaten-5660039585001 

    27. November: Trump unterstützt Roy Moore und geht ein großes Risiko ein

    Der Mann ist eigentlich in Ungnade gefallen. Roy Moore, der republikanische Kandidat aus Alabama für eine Nachwahl zum Senat in Washington, wird von mehreren Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen, darunter eine damals 14-Jährige. Sowohl Republikaner wie Demokraten forderten den erzkonservativen Politiker zum Verzicht auf die Kandidatur auf, aber der weigerte sich bislang, einen Rückzieher zu machen.

    Unterstützung erfährt Moore jetzt von höchster Stelle, denn der US-Präsident denkt in diesem offenbar Fall anders. Zur allgemeinen Verwunderung forderte Trump seine Partei auf, den umstrittenen Senatskandidaten zu einem Sieg bei der Wahl am 12. Dezember zu verhelfen.

    Zwar vermeidet es der Präsident, Moore beim Namen zu nennen. Aber er setzt inzwischen fast täglich Tweets ab, die als Unterstützung von Moore verstanden werden können - und wohl auch genau so gemeint sind.

    Mit der Unterstützung für Moore brüskiert Trump die meisten Republikaner in Washington, die er zur Durchsetzung seiner Pläne braucht, vor allem bei der historischen Steuerreform. Mit Entsetzen verfolgen die Parteimitglieder, wie sich der US-Präsident auf die Seite eines mutmaßlichen Pädophilen stellt.

    Tugenden wie Moral, Anstand, Respekt, die die Republikaner jahrzehntelang so gerne für sich in Anspruch genommen haben, scheinen unter diesem Präsidenten nicht mehr zu gelten. Hintergrund für Trumps Unterstützung ist die Tatsache, dass die Republikaner nur eine Zwei-Stimmen-Mehrheit im Senat haben. Verliert der Republikanische Kandidat, wird es für Trump immer schwerer, Gesetzte durchzubringen.27-Unterstützung von Trump für umstrittenen Senatskandidaten-5660039585001

    25. November: Trump zofft sich mit "Time"-Magazin um die Wahl zur "Persönlichkeit des Jahres"

    US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben ein Angebot des Magazins "Time" ausgeschlagen, zur "Persönlichkeit des Jahres" gekürt zu werden - weil ihn eine abschwächende Ergänzung offenbar verärgert hat: "Time Magazine hat angerufen, um zu sagen, dass ich WAHRSCHEINLICH zum 'Mann (Persönlichkeit) des Jahres' ernannt werde, wie letztes Jahr, aber ich müsste einem Interview und einem Foto-Shooting zustimmen", schrieb Trump  auf Twitter. "Ich habe gesagt, dass wahrscheinlich nicht gut ist und habe abgelehnt. Danke trotzdem!"

    Das Magazin reagierte ebenfalls auf Twitter: "Der Präsident irrt sich darin, wie wir die Persönlichkeit des Jahres auswählen. Time wird unsere Wahl bis zur Veröffentlichung am 6. Dezember nicht kommentieren."

    Der frühere "Time"-Herausgeber Richard Stengel wurde deutlicher: Er verbreitete Trumps Twitter-Mitteilung weiter und fügte hinzu: "Ich sag's Ihnen nur ungern, aber WAHRSCHEINLICH heißt, dass Sie NICHT Persönlichkeit des Jahres sind. Die wollten nur ein Foto-Shooting. Aber ich bin sicher, dass Sie noch irgendwo das gefälschte "Time"-Titelblatt auf Lager haben."

    In der Vergangenheit hatte Trump großen Wert darauf gelegt, von dem Magazin zur "Persönlichkeit des Jahres" gewählt zu werden - in den Jahren 2012, 2014 und 2015 hatte er sich jedes Mal via Twitter darüber beschwert, dass "Time" ihn übergangen hatte. Im vergangenen Jahr hatte das Magazin ihm dann endlich den Titel verliehen - ihn allerdings gleichzeitig als "Präsident der Geteilten Staaten von Amerika" bezeichnet.

    "Time" verleiht den Titel nach eigenen Angaben jeweils an diejenige Persönlichkeit, die "zum Guten oder zum Schlechten am meisten beigetragen hat, um die Ereignisse des Jahres zu beeinflussen".

    Im Juni hatte die Tatsache Schlagzeilen gemacht, dass in mehreren Golf-Clubs des Milliardärs an prominenter Stelle eine gefälschte "Time"-Titelseite mit Trump als Motiv und positiven Schlagzeilen über ihn hing. "Time" forderte das Abhängen der Fälschungen. 

    24. November: Trumps Ex-Berater Flynn will mit Ermittlern kooperieren

    Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Michael Flynn, ist offenbar bereit, bei den Ermittlungen zu möglichen Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam nach Russland mit Sonderermittler Robert Mueller zusammenzuarbeiten. Flynns Rechtsvertreter hätten die Anwälte des Präsidenten darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie nicht länger mit ihnen über Muellers Ermittlungen sprechen könnten, berichtet die "New York Times". Dies bedeute, dass Flynn mit dem Sonderermittler kooperiere oder eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit vorbereite. Flynns Anwälte hatten bislang ihre Informationen über Muellers Ermittlungen mit Trumps Anwälten geteilt. "Diese Abmachung ist beendet", schrieb das Blatt.

    Michael Flynn Juristen 14.10Mueller ermittelt wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam sowie wegen mutmaßlicher russischer Hackerangriffe zugunsten Trumps im vergangenen Jahr. Flynn war im Februar nach nur drei Wochen im Amt wegen dubioser Kontakte zum russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, zurückgetreten. Im Zuge von Muellers Ermittlungen waren bereits Trumps früherer Wahlkampfleiter Paul Manafort und dessen Vertrauten Rick Gates unter Hausarrest gestellt worden. Ein früherer außenpolitischer Berater von Trumps Wahlkampfteam bekannte sich früherer Falschaussagen gegenüber dem FBI schuldig und kooperiert mit den Ermittlern.

    23. November: Trump lässt mitteilen, er habe einen vollen Terminkalender und spielt dann Golf

    Während Millionen von US-Amerikanern vier freie Tage bei Truthahn, Geschenken und im Kreise der Familie genießen, muss der Donald Trump schuften. So zumindest lässt es das Presseteam des Weißen Hauses verlauten. Und das, obwohl Donald Trump bereits Dienstagnacht auf sein Anwesen Mar-a-Lago nach Florida flog, seinen geliebten Golfplatz quasi direkt vor der Nase.

    Wie der britische "Guradian" berichtet, habe der Pressestab des Weißen Hauses den mitreisenden Journalisten daher auch zunächst gesagt, man erwarte einen relativ entspannten Arbeitstag. Nur Minuten später dann die Korrektur: Der Präsident werde keinen entspannten Arbeitstag haben, sondern hat "einen prall gefüllten Terminkalender voller Meetings und Telefonate". Doch die Realität sieht offenbar anders aus. In Florida angekommen ging es direkt in seinen Golfclub, wo er dem "Guardian" zufolge erst einmal eine Runde Golf genoss.

    Donald Trump hatte seinen Amtsvorgänger Barack Obama häufig kritisiert, Golf zu spielen, anstatt sich um die weltweiten Probleme zu kümmern.

    Er selbst hat laut der Seite "trumpgolfcount.com" allein in diesem Jahr schon 74 Mal einen Golfplatz besucht.

    22. November: Richter stoppt Trumps Transgender-Bann in US-Armee

    Ein US-Bundesrichter hat den von Präsident Donald Trump geplanten Ausschluss von Transmenschen vom Militärdienst blockiert. Mit einer einstweiligen Verfügung stoppte Richter Marvin Garbis vom Bundesgericht in Maryland das Transgender-Verbot, da es wahrscheinlich verfassungswidrig sei.

    Es ist dies bereits die zweite Schlappe, die Trumps Transgender-Verbot erlitt. Bereits im Oktober hatte eine Richterin in Washington gegen die Regierung entschieden. Geklagt hatte die Bürgerrechtsorganisation ACLU im Namen von Mitgliedern der Streitkräfte. Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht - oder nicht nur - mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt notiert wurde.

    20. November: Trump will Einfuhr von Elefanten-Trophäen doch verbieten

    Donald Trump hat offenbar vor, die Einfuhr von Großwildjäger-Trophäen wie sein Vorgänger Barack Obama zu verbieten. Das deutete er auf Twitter an. Zuvor hatte er nach massiven Protesten von Tierschützern eine von seiner eigenen Regierung angeordnete Aufhebung der unter Obama verfügten Regelung auf Eis gelegt. Sie untersagt es amerikanischen Großwildjägern, Trophäen der von ihnen in Sambia und Simbabwe erlegten Elefanten in die USA zu bringen.

    In einem neuen Tweet kündigte Trump nun eine Entscheidung für die nächste Woche an. "Aber es wird schwer sein, mich davon zu überzeugen, meine Ansicht zu ändern, dass diese Horror-Show auf irgendeine Weise hilft, die Elefanten oder irgendwelche anderen Tiere zu schützen", schrieb Trump. Er bezog sich dabei auf die Argumentation der dem US-Innenministerium unterstellten Naturschutzbehörde FWS, die legale und regulierte Jagd könne helfen, bestimmte Tierbestände zu erhalten.

    Naturschützer waren dagegen Sturm gelaufen. Auch aus dem Ausland kam Kritik. In den sozialen Medien kursierten Bilder, die die ältesten Söhne Trumps auf einer Safari in Simbabwe beim Jagen zeigen. Auf einem Foto hält Donald Trump Jr. einen abgeschnittenen Elefantenschwanz in der einen und ein Messer in der anderen Hand. 

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    17. November: Trump kritisiert Senator der US-Demokraten wegen Belästigungsvorwürfen

    In der Debatte um Missbrauch und sexuelle Belästigung in den USA hat Präsident Donald Trump den demokratischen Senator Al Franken kritisiert. Im Kurzbotschaftendienst Twitter ging der US-Präsident den Oppositionspolitiker scharf an. 

    "Das Al-Frankenstein-Foto ist wirklich schlimm, sagt mehr als tausend Worte. Wo gehen seine Hände auf den Fotos 2, 3, 4, 5 & 6 hin, während sie schläft", schrieb Trump mit Blick auf Franken bei Twitter. In einer zweiten Botschaft ergänzte der US-Präsident, der Senator der Demokraten habe "erst vergangene Woche jeden, der ihm zuhören wollte, über sexuelle Belästigung und Respekt für Frauen belehrt". Zuvor hatte die Moderatorin Leeann Tweeden ein Bild veröffentlicht, auf dem zu sehen ist, wie Franken sie im Schlaf an den Brüsten begrapscht. 

    Sie warf dem Politiker und früheren Komiker der Sendung "Saturday Night Live" außerdem vor, sie ohne ihr Einverständnis geküsst zu haben. Franken hatte sich dafür bei ihr entschuldigt, sieht sich aber dennoch einer Untersuchung des US-Senats ausgesetzt.

    17. November: Donald Trump erlaubt wieder Import von Elefantentrophäen

    Trump legalisiert Import von ElefantentrophäenDie Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den Import von Elefantentrophäen aus den afrikanischen Staaten Simbabwe und Sambia wieder erlaubt - und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der dem Innenministerium in Washington unterstellte United States Fish and Wildlife Service (USFWS) veröffentlichte eine Mitteilung, wonach Sportjäger Trophäen von in Simbabwe erlegten Elefanten wieder in die USA einführen dürfen. Dies gelte für im Zeitraum von Januar 2016 bis Dezember 2018 gejagte Tiere. Auch für Sambia soll dies künftig gelten. Mitte 2018 soll die Erlaubnis überprüft und nach Möglichkeit verlängert werden. Damit wurde ein von Trumps Vorgänger Barack Obama erlassenes Verbot von der US-Regierung rückgängig gemacht.

    Vorangetrieben wurde dies von der in Arizona ansässigen Safari Club International Foundation und der mächtigen Waffenlobby NRA, die sich trotz der zahlreichen Toten bei Schießereien in den USA gegen eine Verschärfung des lockeren Waffenrechts sperrt.

    15. November: Donald Trump twittert Bekundung zu altem Amoklauf

    Da saß der Twitter-Finger des US-Präsidenten wohl etwas zu locker. Nachdem im Norden Kaliforniens ein Mann in der Nähe einer Schule vier Menschen erschossen hat, wollte Donald Trump seinem Volk erbauende Worte mitteilen. Am späten Abend Ortszeit griff er zum Telefon und folgende Worte waren anschließend zu lesen: "Möge Gott mit den Menschen von Sutherland Springs, Texas sein. Das FBI und die Vollstreckungsbehörden ist angekommen." Abgesehen davon, dass es sind statt ist heißen müsste, fand der Amoklauf nicht in Sutherland Springs, Texas sondern in Red Bluff, Kalifornien statt. Anscheinend hat Trump den Vorfall mit dem vergangener Woche verwechselt, als ein Ex-Soldat in einer texanischen Kirche um sich geschossen hatte. Die eher peinliche Unaufmerksamkeit erregte schnell den Zorn zahlreicher Twitter-Nutzer. Selbst der britische Ex-Moderator und langjährige Trump-Freund, Piers Morgan, schrieb: "Bekomme wenigstens deine Schießereien auf die Reihe, Mr. President. Das war letzte Woche, die jetzige war in Kalifornien." Möglicherweise hat Trump auch einfach nur seinen Tweet zur Schießerei in Texas kopiert. Der liest sich verdächtig ähnlich.Donald Trump Twitter Account

    14. November: Vorerst kein Clinton-Sonderermittler

    US-Justizminister Jeff Sessions hat dem Einsatz eines zweiten Sonderermittlers zur Untersuchungen von Verfehlungen der früheren Außenministerin Hillary Clinton vorläufig eine Absage erteilt. "Manchmal muss man einfach die Fakten studieren", sagte Sessions vor dem Justizausschuss des Abgeordnetenhauses in Washington. Der bloße Anschein sei nicht ausreichend, um einen Sonderermittler zu etablieren. Dafür sei eine gewisse Faktenbasis notwendig. Zuvor waren vor allem seitens der Republikaner von Präsident Donald Trump sowie Trump-treuer, konservativer Medien Rufe laut geworden, neben dem Sonderermittler Robert Mueller für die Russland-Affäre einen zweiten Spezialermittler einzusetzen. Damit sollen vor allem Verfehlungen der in konservativen Kreisen extrem verhassten Hillary Clintons, sowohl in ihrer Zeit als Außenministerin als auch im Wahlkampf 2016 unter die Lupe genommen werden. Mueller untersucht gerade, inwieweit sich Russland in den Wahlkampf eingemischt und diesen beeinflusst haben könnte. 

    Rodrigo Duterte Ständchen Donald Trump_17.10

    14. November: Spender sammeln 70.000 Dollar für Frau, die Trump den Mittelfinger zeigte

    Ein Mittelfinger geht um die Welt. Als Donald Trumps Auto-Kolonne Anfang November an Juli Briskman vorbeifuhr, "grüßte" sie den Präsidenten mit dem Stinkefinger. Ein Agenturfotograf hatte sie dabei fotografiert, und die 50-Jährige das Bild wiederum im Internet geteilt. Ihr Arbeitgeber, eine Marketing-Firma, fand das nicht so lustig und warf sie kurzerhand raus. Seit ihrer Entlassung solidarisieren sich zahllose Menschen mit ihr und haben gleich mehrere Spendenaktionen für die 50-Jährige eingerichtet. 72.000 Dollar sind bei der erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagne "Thank you Juli Briskman" bereits zusammengekommen. Die zweifache Mutter bereut ihren Mittelfinger nicht. In der US-Talkshow von Megyn Kelly sagte sie, "er fuhr vorbei, und das hat mich auf 180 gebracht. Ich hab gedacht: Der ist schon wieder auf dem verdammten Golfplatz. Immerhin habe sie so die Möglichkeit gehabt, ihm "das zu sagen, was ich ihm sagen wollte".

    Stinkefinger für Trump kostet Job 8.35h

    9. November: Trump schließt milliardenschweren Handelsdeal in China

    US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping haben gemeinsame Handelsvereinbarungen mit einem Gesamtumfang von 253,4 Milliarden Dollar (218,7 Milliarden Euro) verkündet. Die Abkommen, die sich unter anderem auf die Branchen Energie, Luftfahrt und Elektronik erstrecken, wurden am Donnerstag im Zuge eines Treffens der beiden Staatschefs in Peking unterzeichnet. Auch Autobauer und Nahrungsmittelkonzerne profitieren von den Deals.

    Beteiligt sind unter anderem die US-Unternehmen Caterpillar, General Electric und Qualcomm. Zum Teil handelt es sich allerdings um nicht verbindliche Vereinbarungen. Auch der Abschluss eines Abkommens mit drei chinesischen Staatsunternehmen zur Förderung von Flüssiggas im US-Bundesstaat Alaska wurde verkündet. Die Vereinbarung zwischen dem Ölkonzern Sinopec, dem Fonds CIC und der Bank of China mit Alaska und der Alaska Gasline Development Corporation hat einen Umfang von 40 Milliarden Dollar.

    09-Donald Trump: USA China Probleme der Welt lösen

    8. November: Trump warnt Nordkorea: "Fordert uns nicht heraus"

    Donald Trump hat deutliche Warnungen an die Adresse Nordkoreas gerichtet, den Konflikt aber nicht weiter angeheizt. In einer Rede vor der Nationalversammlung in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sagte der US-Präsident: "Ich hoffe, für alle freien Nationen zu sprechen und nicht nur für die USA, wenn ich sage - unterschätzt uns nicht. Fordert uns nicht heraus." In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatten sich mit Beschimpfungen und harschen Drohungen überzogen. Anders als am Vortag, als Trump mit sehr diplomatischen und zurückhaltenden Äußerungen überrascht hatte, sprach er nun zwar nicht mehr davon, dass es Bewegung in dem festgefahrenen Konflikt gebe. Er eskalierte aber auch nicht weiter.

    08-Trump warnt Nordkorea - Unterschätzt uns nicht-5638980322001

    7. November: Trump über Nordkorea-Frage: "Es wird funktionieren. Weil es immer funktioniert hat"

    US-Präsident Donald Trump ist zu Gesprächen über den verschärften Konflikt mit Nordkorea und Handelsfragen in Südkorea eingetroffen. Nach seiner Ankunft am Mittag (Ortszeit) auf dem Militärstützpunkt Osan besuchte er zunächst einen US-Militärstützpunkt südlich von Seoul. Dort wurde er - für die Öffentlichkeit überraschend - von Präsident Moon Jae In begrüßt. Beide aßen mit südkoreanischen und amerikanischen Soldaten zu Mittag. Trump war zuvor in Japan. Zum Konflikt mit Nordkorea sagte Trump im Stützpunkt Camp Humphreys vor US-Soldaten: "Ich denke, wir werden in gewisser Zeit eine Menge Antworten haben. Am Ende wird alles funktionieren. Weil es immer funktioniert hat - weil es funktionieren muss." Was diese Bemerkungen für eine US- oder eine internationale Strategie im Konflikt um Nordkorea inhaltlich bedeuten, sagte Trump nicht.

    Vor dem Hintergrund der Krise um das Atomprogramm Nordkoreas gilt der zweitägige Besuch Trumps in Südkorea als besonders heikle Station seiner Asienreise. Der US-Präsident hatte mehrfach mit Alleingängen gegen Nordkorea gedroht, das unter anderem an der Entwicklung von Interkontinentalraketen arbeitet, die einen Atomsprengkopf bis auf das amerikanische Festland befördern können. Moon will einen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel um jeden Preis vermeiden. Am Morgen hatte Trump noch aus Tokio Moon auf Twitter als "feinen Gentleman" bezeichnet. "Wir werden es alles herausfinden!", fügte er hinzu. Was genau er damit meinte, blieb bisher ebenfalls offen.07-Trump ruft Nordkorea zu Gesprächen über Atomprogramm auf-5638078110001

    Immerhin zeigte sich Trump während einer Pressekonferenz in Seoul letztlich vorsichtig optimistisch, dass Nordkorea einen "Deal" machen werde und sich der Konflikt so friedlich lösen ließe.


    6. November: Ex-Präsident Bush hat Donald Trump nicht gewählt

    Amtsinhaber Donald Trump hat bei seinen Vorgängern keinen guten Ruf. Das gilt auch für Ex-Präsidenten aus dem Lager der Republikaner. So bekannte nun Ex-Präsident George H.W. Bush bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr für die Demokratin Hillary Clinton gestimmt zu haben. Er halte nichts von Trump, sagte Bush sen. in einem Interview mit dem Historiker Mark Updegrove, dessen Mitte November erscheinendes Buch der Nachrichtensender CNN am Samstag in Auszügen im Internet veröffentlichte. Trump sei ein "Angeber", sagte der 93-jährige Republikaner, der von 1989 bis 1993 US-Präsident war.

    Sein Sohn George W., Präsident von 2001 bis 2009, sagte Updegrove, er habe einen leeren Stimmzettel abgegeben. Über Trump sagte der 71-Jährige: "Dieser Kerl weiß nicht, was es bedeutet, Präsident zu sein." George W. Bush war erst kürzlich deutlich auf Distanz zum aktuellen Staatschef gegangen, allerdings ohne diesen beim Namen zu nennen. Bush wandte sich bei einer Rede in New York gegen "Fanatismus", Ansichten über die Vorherrschaft der Weißen und die "Rückkehr isolationistischer Stimmungen".

    Bush zeigte sich besorgt über Spaltungstendenzen in der Gesellschaft. Politische Auseinandersetzungen glitten "zu leicht in Feindseligkeit" ab, beklagte er. Der Ex-Präsident setzte sich auch von Trumps Initiativen ab, die Einwanderung in die USA zu erschweren. Er beklagte zudem das "schwindende Vertrauen" in freie Märkte und weltweiten Handelsaustausch. Updegroves Buch "Die letzten Republikaner" erscheint am 14. November. Der Titel ist angelehnt an ein Zitat von George W. Bush, wonach er fürchtet, "der letzte republikanische Präsident" gewesen zu sein.

    Donald Trump - seine Vorgänger George H.W. Bush und George W. Bush

    5. November: Trump schließt Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim nicht aus

    Im Atomkonflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nicht ausgeschlossen. "Ich würde mich mit jedem zusammensetzen", sagte Trump in einem Interview der US-Fernsendung "Full Measure". Er sei "natürlich offen" für ein derartiges Treffen, es sei dafür aber noch "viel zu früh". Zunächst müsse die weitere Entwicklung abgewartet werden. Trump äußerte sich zu Beginn seiner knapp zweiwöchigen Asienreise. "Ich denke, sich mit jemandem hinzusetzen ist keine schlechte Sache", sagte Trump. Dies sei kein Zeichen von "Stärke oder Schwäche". Er treffe sich mit vielen Menschen, sagte er mit Verweis auch auf die zahlreichen Treffen mit asiatischen Staats- und Regierungschefs während seiner Reise. Bereits im Mai hatte Trump ein Treffen mit Kim unter bestimmten Bedingungen nicht ausgeschlossen. Seitdem verschärfte sich jedoch der Ton.

    06-Trump zu Texas: "Kein Problem mit Schusswaffen"-5636700845001 13.15

    3. November: Trump kann sich nicht an Treffen über Russland-Kontakte erinnern

    Donald Trump hat offenbar Erinnerungslücken: Die Inhalte eines Treffens seines Wahlkampfteams im März 2016, an dem unter anderem der vom FBI der Lüge überführte Trump-Berater George Papadopoulos teilgenommen hatte, seien ihm nicht mehr bewusst, sagte Trump vor seiner Abreise nach Asien. "Ich kann mich nicht mehr an besonders viel erinnern", so der Präsident. Das Treffen sei lange her. Aus Gerichtsunterlagen geht auch hervor, dass Papadopoulos bei der Unterredung ein Treffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen hatte. Die Dokumente zeigen zudem, dass Papadopoulos aus dem Trump-Team den Auftrag zu einer Reise nach Russland erhalten hatte. Diese fand aber nie statt. Der US-Sender CNN berichtet, dass auch Trump-Schwiegersohn und Präsidentenberater Jared Kushner mehr und mehr ins Visier der FBI-Ermittler rückt. Insbesondere soll seine Rolle bei der Entlassung von FBI-Chef James Comey beleuchtet werden. Trump sagte vor seiner Abreise, er sei wie viele andere Amerikaner enttäuscht vom Justizministerium. Unklar blieb, ob er damit Sessions persönlich meinte, oder die Ermittlungsarbeit des FBI, die seiner Meinung nach nicht ausreichend auf Verfehlungen bei den oppositionellen Demokraten abhebt.

    2. November: Trump nominiert Jerome Powell als Notenbankchef

    Der 64 Jahre alte Jerome Powell soll künftig die wichtigste Notenbank der Welt lenken. US-Präsident Donald Trump schlug den Juristen am Donnerstag für die Nachfolge von Janet Yellen vor. Yellen leitete die Federal Reserve als erste Frau überhaupt seit 2014. Ihre Amtszeit geht im Februar 2018 zu Ende. Erstmals seit 1979 wird damit einem US-Notenbankchef trotz erfolgreicher Bilanz eine zweite Amtszeit verweigert.

    "Er wird die Führungsstärke zeigen, die wir brauchen", sagte Trump. "Es gibt wenige Positionen, die wichtiger sind als diese", betonte der Präsident. Powell habe gezeigt, dass er ein Mann des Konsens sei, der die Wirtschaft durch alle Herausforderungen führen könne. "Ich hoffe, der Senat wird ihn schnell bestätigen." 

    1. November: Trump will nach Terror in New York Green-Card-Verlosung abschaffen

    Nach der Terrorattacke in New York mit acht Toten will US-Präsident Donald Trump die "Green-Card-Lotterie" abschaffen.
    Die Verlosung verschafft jährlich bis zu 50.000 Ausländern aus aller Welt einen dauerhaften Aufenthaltsstatus mit Arbeitserlaubnis in den USA. Davon profitieren jedes Jahr auch viele Deutsche.

    "Der Terrorist kam in unser Land über das sogenannte "Diversity Visa Lottery Program", schrieb Trump am Mittwoch auf Twitter. Er wolle stattdessen ein System, dass auf den beruflichen Fähigkeiten der Bewerber basiere. Der demokratische Senator Chuck Schumer habe 1990 die Green-Card-Lotterie eingeführt. "Wir müssen diesen Wahnsinn stoppen", schrieb Trump am Mittwoch.

    Bei der Verlosung müssen Bewerber in ihrem Antrag umfangreiche Angaben machen, die hart überprüft werden, etwa auf kriminellen Hintergrund. Die Verteilung der zur Verfügung stehenden Green Cards (Aufenthaltserlaubnisse) erfolgt über Länderquoten. Bewerber aus Ländern, die in den Vorjahren ohnehin mehr als 50 000 Migranten in die USA entsandt haben, können nicht teilnehmen, darunter gegenwärtig Länder wie Bangladesch, Indien, die Philippinen oder Großbritannien.

    Ein 29 Jahre alter Mann aus Usbekistan war am Dienstagnachmittag mit einem Pick-Up-Truck in New York in eine Menschenmenge gefahren und hatte acht Menschen getötet und elf weitere verletzt. Nach Trumps Angaben war er über die Lotterie ins Land gekommen.Wer ist der Attentäter von New York?

    30. Oktober: Hausarrest für Donald Trumps Ex-Wahlkampfmanager Manafort

    Der ehemalige Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist im Zuge der Ermittlungen zur Russland-Affäre unter Hausarrest gestellt worden. Ein Bundesgericht in Washington begründete die Entscheidung mit schweren Geldwäsche-Vorwürfen gegen Manafort. Er soll Millioneneinnahmen aus seiner Tätigkeit beim früheren prorussischen Staatschef der Ukraine, Viktor Janukowitsch, vor den US-Behörden verborgen haben.

    Zuvor hatte der in der Russland-Affäre von der US-Justiz angeklagte frühere Wahlkampfleiter von Präsident Donald Trump sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Bei der öffentlichen Gerichtsanhörung plädierte Ex-Kampagnenchef Paul Manafort in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig.

    Russland-Anklage - das ist Paul Manafort 18.45

    30. Oktober: Gericht kassiert Trumps Transgender-Anordnung

    Ein US-Bundesgericht hat nach Medienberichten die Umsetzung einer Anordnung von Präsident Donald Trump zum Ausschluss von Transgendern vom Militärdienst blockiert. Wie unter anderem "The Hill" meldete, entschied die zuständige Richterin, dass erst einmal der Ausgang gerichtlicher Klagen gegen die Maßnahme abgewartete werden solle. Mehrere Transgender-Militärangehörige, über ein Dutzend Bundesstaaten und Bürgerrechtsgruppen hatten Trumps Schritt angefochten.

    Der Präsident hatte im Sommer das Pentagon angewiesen, eine Entscheidung der Vorgängerregierung von Barack Obama aufzuheben, nach der Transgender künftig offen im Militär dienen können sollen. Diese Maßnahme vom Juni 2016 war aber bisher noch nicht umgesetzt worden.
    Unter Obama war Mitgliedern der Streitkräfte auch die Möglichkeit einer Angleichung ihres Geschlechts eröffnet worden.  

    Trump hatte seine eigene Entscheidung damit begründet, dass sich das Militär auf den "entscheidenden und überwältigenden Sieg" konzentrieren müsse und nicht mit den "enormen medizinischen Kosten" belastet werden dürfe, die mit dem Dienst von Transgendern einhergingen.

    29. Oktober: Donald Trump will "ALLE" Kennedy-Akten freigeben - mit zwei Ausnahmen

    US-Präsident Donald Trump will auch die letzten noch unter Verschluss gehaltenen Akten über die Ermordung von Präsident John F. Kennedy zur Veröffentlichung freigeben. Das habe er nach intensiven Beratungen mit seinem Stabschef John Kelly, dem Geheimdienst CIA und anderen Behörden beschlossen, twitterte Trump am Samstag (Ortszeit).Lediglich die Namen und Adressen noch lebender Menschen, die in den "JFK Files" vorkämen, würden zurückgehalten. Darüber hinaus habe er sich im Sinne voller Transparenz zur Veröffentlichung der restlichen Papiere entschlossen - und um allen Verschwörungstheorien den Boden zu entziehen. Einen konkreten Zeitpunkt für die Veröffentlichung nannte Trump aber nicht. 

    Bereits am vergangenen Donnerstag war der größte Teil der bisher noch geheimgehaltenen Unterlagen - etwa 2800 Dokumente - publik gemacht worden. An diesem Tag war eine vom Kongress gesetzte 25-jährige Frist für die komplette Veröffentlichung abgelaufen. Praktisch in letzter Minute hatte der Präsident aber hauptsächlich auf Betreiben der CIA und der Bundespolizei FBI Hunderte Akten weiter unter Verschluss gelassen, nachdem diese Behörden Sicherheitsbedenken geäußert hatten. Er gab ihnen 180 Tage Zeit, die betreffenden Akten zu sichten und gegebenenfalls zu editieren.27-Trump ordnet Freigabe von fast 3000 Geheimakten zu Kennedy-Mord an-5626648105001

    Kennedy war am 22. November 1963 in Dallas ermordet worden.
    Untersuchungen einer Kommission zu dem Verbrechen kamen zu dem Ergebnis, dass der - später selbst ermordete - Attentäter Lee Harvey Oswald allein gehandelt habe. Dennoch haben sich über die Jahre etliche Verschwörungstheorien gehalten. 

    28. Oktober: US-Sonderermittler Mueller soll erste Anklagen zu Russland-Affäre vorbereiten 

    Der US-Sonderermittler zur Russland-Affäre hat einem Bericht zufolge die ersten Anklagen vorbereitet. Die Geschworenen-Jury eines Washingtoner Gerichts habe am Freitag auf Antrag des Ermittlers Robert Mueller die ersten Anklageerhebungen gebilligt, berichtete der Fernsehsender CNN. Auch das "Wall Street Journal" berichtete darüber. Am Montag könnten die ersten Festnahmen erfolgen. Mueller ist mit der Untersuchung einer möglichen russischen Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf beauftragt.

    Jared Kushner 19.30Laut CNN war die Anklageschrift versiegelt. Diejenigen, gegen die Anklage erhoben worden sei, könnten bereits am Montag festgenommen werden. Allerdings wurde nichts zu der Zahl und den Identitäten der Beschuldigten gesagt. Damit blieb unklar, gegen wen Mueller strafrechtlich vorgehen will und was genau die Anschuldigungen gegen die Angeklagten sind.

    Mueller ermittelt wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte des Wahlkampfteam von Donald Trump sowie wegen mutmaßlicher russischer Hackerangriffe zugunsten Trumps im vergangenen Jahr. Berichten zufolge interessierte sich der Sonderermittler auch für die Umstände, die zur Entlassung von Trumps erstem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn sowie des früheren FBI-Chefs James Comey führten.

    Trump hatte Comey Anfang Mai entlassen und die Entlassung später selbst in Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen gebracht. Nach dem Rauswurf Comeys setzte das Justizministerium den früheren FBI-Chef Mueller als Sonderermittler ein.

    Mueller berief im Zuge seiner Ermittlungen auch eine Grand Jury. Das geheim tagende Geschworenengericht kann Beweismaterial sammeln, Zeugen unter Eid vernehmen und - wie nun laut CNN geschehen - Anklage erheben.mueller  

    24. Oktober: Witwe des im Niger getöteten US-Soldaten verletzt über Trumps rüden Ton

    Der Streit um den rüden Umgang von US-Präsident Donald Trump mit der Witwe eines in Afrika getöteten Soldaten dauert an. Die 24-jährige Witwe Myeshia Johnson beschuldigte den Präsidenten im Fernsehsender ABC, sie durch den Tonfall seines Beileidsanrufs "zum Weinen gebracht" zu haben.

    Trump habe sich in dem Telefonat zunächst nicht an den Namen ihres Mannes erinnern können, sagte die Witwe. Das habe sie "am meisten verletzt", denn schließlich habe ihr Mann "für unser Land gekämpft" und sein Leben gelassen. Der Präsident habe dann gesagt, dass er einen Bericht über ihren Mann vor sich liegen habe, und erst dann habe er den Namen La David gesagt.

    Trumps Entgegnung im Kurzbotschaftendienst Twitter ließ nicht auf sich warten: "Ich hatte eine sehr respektvolle Unterhaltung mit der Witwe von Unteroffizier La David Johnson und nannte seinen Namen von Anfang an, ohne zu zögern!"

    Der 25-jährige Johnson war am 4. Oktober während eines Anti-Terror-Einsatzes im Niger in einen Hinterhalt geraten. Dabei wurde er zusammen mit drei weiteren US-Soldaten getötet. KORR: Trump und die Hinterbliebenen-Anrufe_19.10

    23. Oktober: Trump: Deutschland soll ruhig weiter Geschäfte mit Iran machen

    US-Präsident Donald Trump will zwar seinen Kurs gegenüber Iran verschärfen, lässt aber seinen Verbündeten freie Hand.
    Europäische Partner wie Deutschland und Frankreich sollen nach seinen Worten weiter ruhig Geschäfte mit dem Land betreiben, während sich die USA der Probleme mit dem Iran-Atomabkommen annehmen würden. Die USA brauchten sie dabei nicht, sagte Trump in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders Fox News.

    Der Republikaner bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron als Freunde. Zugleich wies er auf die Geschäfte hin, die Deutschland und Frankreich mit dem Iran betrieben, seit im Zuge des Atomabkommens internationale Sanktionen gegen das Land aufgehoben wurden.

    Trump Iran Atomdeal 22.00"Sie sind Freunde von mir, sie sind es wirklich. Ich komme mit allen von ihnen gut aus, sei es Emmanuel, sei es Angela", sagte Trump. "Ich sage ihnen, macht ruhig weiter Geld. Sorgt euch nicht. Wir brauchen euch hierbei nicht."

    Der Präsident sagte weiter, dass die "Milliarden Dollar", die durch die Iran-Geschäfte verdient würden, "es ein bisschen schwerer für diese Länder machen, Dinge zu tun. Würden sie es tun, wenn ich wirklich darauf bestünde? Ich glaube, sie würden es, aber ich habe ihnen gesagt, ruhig weiter Geld zu machen, wir brauchen auch hierbei nicht."

    Trump hatte das Iran-Abkommen, das Teheran am Atomwaffenbesitz hindern soll, wiederholt als "schlechtesten Deal aller Zeiten" angeprangert. Diesen Monat weigerte er sich, dem Iran zu attestieren, dass er sich an den Vertrag halte, stieg aber nicht aus dem Abkommen aus. Die Entscheidung, ob die USA neue Sanktionen erheben, liegt nun beim US-Kongress. Die europäischen Mitunterzeichner des Vertrages meinen, dass Teheran bisher vertragstreu ist.

    22. Oktober: Trump erklärt seine Liebe fürs Twittern

    US-Präsident Donald Trump hält an seiner Leidenschaft fürs Twittern fest - auch wenn er mit seinen Schnellschüssen oft auch eigene Berater zusammenzucken lässt und der offiziellen Linie des Weißen Hauses widerspricht. In einem Interview des Fox Business Network erklärte er sein Faible unter anderem damit, dass seine Kurznachrichten schnell ankämen und aufgegriffen würden.
    "Neulich habe ich etwas veröffentlicht, zwei Sekunden später schaue ich mir eure Show an, und da ist es schon", sagte Trump, dem mehr als 40 Millionen Menschen auf Twitter folgen.

    "Ich kann meine Sichtweisen ausdrücken, wenn jemand vielleicht etwas falsch darstellt, was ich gesagt habe. Wenn jemand etwas über mich sagt, kann ich "bing, bing, bing" machen und mich darum kümmern", so der Republikaner weiter.

    Der 71 Jahre alte politische Seiteneinsteiger führte es zum Teil auch auf diese Kommunikationsweise zurück, dass er so erfolgreich sei.
    "Wissen Sie, man muss das Interesse der Leute wach halten (...) Ich bin nicht sicher, ob ich ohne soziale Medien hier reden würde. Ich würde wahrscheinlich nicht hier reden." 

    Trump John F Kennedy 11.4021. Oktober: Noch 1187 Tage Amtszeit: Eine Uhr zählt Trumps verbliebene Zeit als Präsident

    Eine überdimensionale Digitaluhr zählt in New York die Tage und Stunden rückwärts, die bis zum Ende der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump verbleiben. Installiert hatte die Uhr, die an der Wand einer Fabrikhalle im Stadtteil Queens hängt, eine Gruppe von Künstlern Ende Juni während einer Comedy-Veranstaltung. Sie ist von einem nahegelegenen Bootssteg am East River, von Fähren auf dem Fluss und aus weiterer Entfernung auch von Manhattan auf der anderen Uferseite zu sehen.

    "Es erinnert daran, wie viele Leute es nicht abwarten können, bis es vorbei ist", sagte Künstler Brandon Stosuy der Website "DNAinfo" mit Blick auf Trumps Präsidentschaft. Diese erfordere von den Menschen "Ausdauer".

    Nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 wird der nächste neue Präsident voraussichtlich am 20. Januar 2021 vereidigt. Da die amerikanische Verfassung eine Höchstzeit von zwei Amtszeiten vorsieht, könnte Trump allerdings auch wiedergewählt werden. Zudem gibt es Diskussionen, ob gegen Trump etwa wegen möglicherweise unerlaubter Geschäfte ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet werden könnte.

    19. Oktober: George W. Bush sieht US-Politik anfälliger denn je für Lügenmärchen

    Bei einem seltenen öffentlichen Auftritt hat Ex-US-Präsident George W. Bush gegenwärtige Missstände in den Vereinigten Staaten ungewöhnlich scharf kritisiert. Ohne Präsident Donald Trump ein einziges Mal beim Namen zu nennen, sagte Bush in New York: "Blinder Eifer scheint auf dem Vormarsch. Unsere Politik ist anfälliger denn je für Verschwörungstheorien und regelrechte Lügenmärchen."

    Bush rief die USA dazu auf, weltweit die Demokratie zu unterstützen und der Versuchung zu widerstehen, sich auf sich selbst zurückzuziehen. Isolationistische Empfindungen vergäßen, dass amerikanische Sicherheit unmittelbar vom Chaos entfernter Orte bedroht werde, sagte Bush.

    Der Ex-Präsident hielt eine Rede in seinem Institut. Die Rede sorgte in den USA für einiges Aufsehen.

    18. Oktober: Donald Trump bricht Versprechen, das er einem trauernden Vater gab

    US-Präsident Donald Trump soll dem Vater eines getöteten Soldaten einem Bericht zufolge 25.000 US-Dollar versprochen haben, dies aber nicht eingelöst haben. Trump habe ihn wenige Wochen nach dem Tod seines 22-Jährigen Sohnes in Afghanistan angerufen, sagte Chris Baldridge der "Washington Post". Er habe dem Präsidenten von seiner Frustration über die Hinterbliebenenzahlungen des Militärs erzählt. Trump habe daraufhin gesagt, er werde ihm einen Scheck aus seiner eigenen Tasche über 25.000 US-Dollar (rund 21.200 Euro) ausstellen. Dies sei jedoch nicht passiert.

    Trump steht in den USA seit Tagen in scharfer Kritik, weil er bei einer Pressekonferenz nebenbei seinen Amtsvorgängern vorwarf, sich nie oder nur sehr selten bei Hinterbliebenen von Gefallenen gemeldet zu haben. Mitarbeiter von Barack Obama und früherer Präsidenten sowie zahlreiche Medien widerlegten das sofort. Auch einer Soldaten-Witwe soll Trump mit wenig einfühlsamen Worten vor den Kopf gestoßen haben.

    Soldaten haben in den USA eine besondere Stellung, vor allem Gefallene. Deren Familien wird besondere Hochachtung zuteil. Trump selbst brauchte knapp zwei Wochen, um sich erstmals öffentlich zu vier im Niger getöteten US-Soldaten zu äußern. "Politico" berichtete, Trumps Stab habe ihm sofort eine Stellungnahme zu den Vorfällen im Niger vorbereitet. Trump habe sie aber nie verwendet. Das Weiße Haus wollte das nicht kommentieren.

    Trump ist grob zu Soldaten-Witwe_17.20

    17. Oktober: Gericht stoppt auch jüngste Version von Trumps Einreiseverbot

    US-Präsident Donald Trump ist mit den von ihm angestrebten Einreiseverboten erneut von einem Gericht ausgebremst worden. Ein Bundesrichter im Bundesstaat Hawaii setzte die jüngste Version seines Einreisedekrets zu großen Teilen vorläufig außer Kraft, wie aus einem Gerichtsdokument hervorging. Die Verordnung mit Einreiseverboten für viele Bürger aus acht Staaten sollte an diesem Mittwoch in Kraft treten.

    Bundesrichter Derrick Watson begründete die von ihm nun erlassene einstweilige Verfügung damit, dass Trumps jüngste Verordnung ebenso wie die früheren Versionen eine Diskriminierung "aufgrund der Nationalität" darstelle. Der Richter suspendierte jene Passagen des Dekrets, die sich auf Bürger von sechs mehrheitlich muslimischen Ländern beziehen. Dies sind der Iran, Jemen, Libyen, Somalia, Syrien und der Tschad. Lediglich die Einreiseverbote für Staatsbürger von Nordkorea und Venezuela ließ Watson gelten. Die Reiserestriktionen für Venezuela betreffen allerdings ohnehin nur Regierungsmitarbeiter und deren Familien.

    Zu erwarten ist, dass Trump auch diese erneute richterliche Blockade anfechten wird. 

    17. Oktober: 600 Millionen Dollar weniger - Donald Trump wird "ärmer"

    Das Vermögen von US-Präsident Donald Trump ist geschrumpft. Nach der neuen, vom Magazin "Forbes" veröffentlichten Liste der reichsten US-Bürger verfügt Trump noch über Vermögenswerte von schätzungsweise 3,1 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro). Das sind 600 Millionen weniger als im vergangenen Jahr. In der Rangliste rutschte der Immobilienmogul somit von Platz 156 auf 248 ab.

    Trumps Vermögensverluste sind nach Angaben des Magazins teilweise auf einen Abwärtstrend am New Yorker Immobilienmarkt zurückzuführen. Insgesamt ist sein Vermögen jedoch schwer zu schätzen, da die Trump-Unternehmen nicht an der Börse gelistet sind. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat mit 2,86 Milliarden Dollar den aktuellen Reichtum des Präsidenten noch etwas niedriger veranschlagt als "Forbes". Angeführt wird die "Forbes"-Liste wie schon in den vergangenen 24 Jahren von Microsoft-Gründer Bill Gates. Gates' Vermögen liegt demnach bei 89 Milliarden Dollar. Ihm folgt an zweiter Stelle der Gründer des Online-Warenhauses Amazon, Jeff Bezos.

    17. Oktober: Trump attackiert Obama mit falschen Vorwürfen

    Zwölf Tage ist es her, dass im afrikanischen Niger vier US-Soldaten getötet wurden. Auf einer Pressekonferenz musste sich der US-amerikanische Präsident Trump nun der Frage stellen, ob er mit den Hinterbliebenen der Gefallenen schon Kontakt aufgenommen habe. "Ich werde zu gegebener Zeit die Familien der Soldaten anrufen. So habe ich das immer gehandhabt", so seine Antwort bevor er zu einem Schlag gegen seinen Vorgänger Barack Obama ausholte. Dieser hätte solche Anrufe nämlich nicht gemacht.

    Auf die Frage eines Journalisten, woher er das denn wisse, antwortete Trump, ihm sei gesagt worden, dass er solche Anrufe nicht oft getan hätte. "Die meisten Präsidenten haben Briefe geschrieben. Ich mache eine Mischung aus beidem."

    Barack Obamas Büro wies die Vorwürfe zurück, wie die britische "BBC" berichtet. Obama habe sehr wohl die Familien der Soldaten angerufen, aber auch viele Briefe geschrieben und die Stützpunkte der Gefallenen besucht.

    Die Empörung ist groß. "Das ist eine abscheuliche und respektlose Lüge, sogar nach Trumps Maßstäben", schrieb Ben Rhodes, Obamas ehemaliger stellvertretender Berater für nationale Sicherheit auf Twitter. 

    Trump attackiert Obama

    15. Oktober: Porno-Produzent bietet 10 Millionen Dollar für Schmutz über Trump 

    Porno-Produzent Larry Flynt bietet eine Belohnung von zehn Millionen Dollar für Material, das zu einem erfolgreichen Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump führt. In einer ganzseitigen Anzeige, die am Sonntag in der "Washington Post" geschaltet wurde, weist Flynt darauf hin, dass Trump "gefährlich unfähig" sei, die Macht im Land auszuüben.

    Der Gründer des "Hustler"-Magazins listetet dann mehrere Punkte auf, die nach seiner Meinung schon allein ausreichten, Trump aus dem Amt zu entfernen, darunter "Zusammenarbeit mit einer feindlichen ausländischen Macht". Flynt bezieht sich dabei auf Vorwürfe einer russischen Wahlbeeinflussung. Ein Sonderermittler untersucht in diesem Zusammenhang, ob es dabei ein Zusammenwirken mit Trumps Wahlkampflager gab. Flynt, der bereits in vergangenen Wahlkämpfen Belohnungen für das Ausgraben von Schmutz gegen bestimmte Kandidaten ausgesetzt hatte, bezeichnet es als seine patriotische Pflicht, "Trump loszuwerden, bevor es zu spät ist".

    13. Oktober: Trump kündigt neue Sanktionen gegen Iran an

    Neue Sanktionen gegen den Iran, zumindest vorerst aber kein Ausstieg aus dem Atomabkommen: US-Präsident Donald Trump hat seine Strategie gegenüber Teheran vorgestellt und den Iran erneut als "Schurkenregime" gebrandmarkt. Über das Nuklearabkommen will Trump neu verhandeln. Er drohte, die Vereinbarung von 2015 zu einem späteren Zeitpunkt aufzukündigen, sollten deren "viele schweren Mängel" nicht beseitigt werden.

    In seiner Ansprache im Weißen Haus verkündete Trump, dass er dem unter seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelten Abkommen die abermalige Beglaubigung verweigern würde. Ein US-Gesetz schreibt vor, dass der Präsident alle 90 Tage gegenüber dem Kongress zu bescheinigen hat, ob der Iran sich an das Abkommen hält oder nicht.

    Trumps Entscheidung gegen diese "Zertifizierung" stellt zwar ein Misstrauensvotum zu dem Abkommen dar, aber noch keinen Ausstieg. Er kündigte an, er wolle mit internationalen Verbündeten auf eine Überarbeitung der Vereinbarung hinarbeiten. Werde daraus nichts, stehe es in seiner Vollmacht, die US-Beteiligung an dem Abkommen "jederzeit zu beenden", warnte er.

    Mit der "Nicht-Zertifizierung" delegiert der US-Präsident die Verantwortung für den weiteren Umgang mit dem Atomabkommen an den Kongress. Dieser muss nun innerhalb von 60 Tagen entscheiden, ob er die auf Grundlage des Abkommens ausgesetzten Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzt oder nicht.

    13. Oktober: Trump will schärfer gegen den Iran vorgehen

    US-Präsident Donald Trump will am Freitag ein härteres Vorgehen der USA gegen den Iran ankündigen. Die Entscheidung über das Atom-Abkommen mit dem Iran überlässt er aber dem Kongress. Um 18.45 Uhr (MESZ) ist die Rede des Präsidenten geplant. Vorab stellte das Weiße Haus bereits die Kernpunkte der neuen Iran-Strategie vor: Demnach soll der Kongress darüber abstimmen, ob die suspendierten Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt werden. Den Angaben aus dem Weißen Haus zufolge will Trump aber die erneute "Zertifizierung" verweigern. Gemeint ist damit die per Gesetz alle 90 Tage anstehende Bestätigung des Präsidenten gegenüber dem Kongress, dass der Iran sich an die vereinbarten Auflagen zu seinem Atomprogramm hält und das Abkommen weiter im Interesse der USA ist.

    Iran Atomdeal 3 Fragen, 3 Antworten 1315Die Frist für die Erneuerung der "Zertifizierung" läuft am Sonntag ab. Den Ausstieg der USA aus dem Abkommen würde es allerdings noch nicht bedeuten. Vielmehr würde dann eine Frist von 60 Tagen anlaufen, in welcher der Kongress über eine Wiederaufnahme der Sanktionen gegen den Iran zu entscheiden hat. Der Kongress muss diese Sanktionen nicht zwingend verhängen. Sollte er es aber tun, würde dies den Fortbestand des Atomabkommens akut gefährden - auch ohne formale Ausstiegserklärung der USA. Das gilt allerdings als eher unwahrscheinlich.

    Seine Iran-Ansprache am Freitag will Trump nach Angaben des Weißen Hauses erneut zu heftiger Kritik an Teheran nutzen: Er werde dem Iran einen "destabilisierenden Einfluss" im Nahen Osten vorwerfen - insbesondere durch die "Unterstützung von Terroristen und Extremisten". Die Informationen aus dem Weißen Haus legen aber auch nahe, dass die USA trotz des verschärften Vorgehens weiter auf eine Umsetzung der Atomvereinbarung setzen. Das Abkommen müsse "strikt umgesetzt" werden, und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA müsse - wie in dem Abkommen vorgesehen - "ihren Inspektionsauftrag voll ausschöpfen", heißt es in einem vom Weißen Haus vorgelegten Papier mit Eckpunkten zu Trumps Iran-Strategie.

    Zudem verzichtet Trump laut Weißem Haus auf die angedrohte Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrorgruppe. Stattdessen werde der Präsident begrenzte Sanktionen gegen die Revolutionsgarden verkünden. Bei seiner Iran-Entscheidung hatte der US-Präsident widerstrebende Interessen zu berücksichtigen. Im Wahlkampf hatte er die Vereinbarung als "schlechtesten Deal" kritisiert und bei seinen Anhängern die Erwartung auf einen Ausstieg geschürt.

    12. Oktober: Trump will Abbau von "Obamacare" nun selbst in die Hand nehmen

    Nach mehreren erfolglosen Anläufen des US-Senats will Präsident Donald Trump den Abbau der Krankenversicherung "Obamacare" nun selber in die Hand nehmen. Er unterzeichnete eine Anordnung, die grundlegenden Änderungen den Boden bereitet. Bevor diese in Kraft treten, müssen sie allerdings von mehreren Ministerien umgesetzt werden. Das kann Monate dauern.

    News Nachrichten 26.09.Im Kern sehen die Änderungen vor, dass Amerikaner sich auch über Staatsgrenzen hinweg versichern können. Dieses Ziel verfolgen Trump und die Republikaner seit Langem. Kritiker bemängeln, die Änderungen lösten den Kern von "Obamacare" auf, außerdem seien Menschen deutlich schlechter abgesichert. Trump bezeichnete sein Vorhaben bei einer Zeremonie im Weißen Haus als großen, bedeutenden Schritt.

    12. Oktober: Donald Trump droht mit Kürzung der Hilfen für Puerto Rico

    Trotz der noch immer katastrophalen Lage in Puerto Rico droht US-Präsident Donald Trump bereits mit dem Abzug der Hilfskräfte. "Wir können (den Katastrophenschutz) Fema, das Militär und die Rettungskräfte, die unter schwierigen Umständen großartige Arbeit geleistet haben, nicht für immer in Puerto Rico lassen", schrieb Trump auf Twitter. In einer weiteren Nachricht machte er die Bewohner des US-Außengebiets selbst für ihre missliche Lage verantwortlich. "Puerto Rico hat Wirbelstürme überlebt, jetzt zieht eine Finanzkrise herauf, die größtenteils selbstverschuldet ist", zitierte er die TV-Journalistin Sharyl Attkisson. "Stromversorgung und Infrastruktur waren bereits vor den Stürmen ein Desaster. Der Kongress muss entscheiden, wie viel er bezahlen will." Trump war für sein Krisenmanagement immer wieder kritisiert worden. Bei einem Besuch in Puerto Rico relativierte er die Zahl der Toten und erinnerte die Puerto Ricaner an ihre Schulden. Die Hilfe für das US-Außengebiet lief nur langsam an und erreicht noch immer nicht alle Betroffenen.


    10. Oktober: Trump schlägt IQ-Vergleich mit Tillerson vor

    Die Berichte, sein Außenminister Rex Tillerson habe ihn als "Deppen" beschimpft, scheinen US-Präsident Donald Trump weiterhin zu wurmen: In einem ironischen Kommentar hat Trump den Chefdiplomaten jetzt zu einem Vergleich ihrer Intelligenzquotienten herausgefordert. Dabei ließ er durchblicken, dass er sich für intelligenter als Tillerson hält.

    In einem Interview des Magazins "Forbes" bezeichnete der Präsident die Berichte über den angeblichen Wutanfall des Außenministers zwar als "Falschnachricht". Aber er sagte auch, sollte Tillerson ihn tatsächlich einen "Deppen" genannt haben, "müssen wir, schätze ich, unsere IQ-Tests vergleichen. Und ich kann Ihnen sagen, wer gewinnen wird."

    Der US-Fernsehsender NBC News hatte in der vergangenen Woche unter Berufung auf "hochrangige Regierungsmitarbeiter" berichtet, Tillerson habe die Beschimpfung des Präsidenten bei einem Treffen im Pentagon am 20. Juli ausgestoßen. Vizepräsident Mike Pence habe den Minister in den Tagen danach bedrängt, im Amt zu bleiben.

    Tillerson bestritt kurz nach Veröffentlichung des Berichts jegliche Rücktrittsgedanken. Er habe "nie erwogen, diesen Posten zu verlassen". Der Außenminister dementierte allerdings nicht, Trump einen "Deppen" genannt zu haben. Trump erklärte seinerseits vergangene Woche, er habe "volles Vertrauen" in seinen Außenminister. Am Dienstag wollte der Präsident mit Tillerson sowie Verteidigungsminister Jim Mattis zum Mittagessen zusammenkommen.Donald Trump in Puerto Rico_13.30

    8. Oktober: USA und Türkei frieren Visavergabe gegenseitig ein

    Die Türkei hat die USA aufgefordert, die Einschränkungen für die Visa-Vergabe an den Konsulaten in der Türkei zurückzunehmen. Der US-Geschäftsträger in Ankara, Philip Kosnett, sei ins Außenministerium einbestellt worden, um ihm diese Forderung zu übermitteln, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei hatte am Sonntag in Reaktion auf die US-Entscheidung ihrerseits die Vergabe von Visen in den USA gestoppt.

    Durch den Beschluss der US-Regierung, die Visa-Vergabe an Türken einzuschränken, wird es türkischen Touristen und Geschäftsreisenden erheblich erschwert, in die Vereinigten Staaten zu reisen. Zur Begründung hieß es in einer Erklärung, man überprüfe, inwieweit die Regierung in Ankara sich der Sicherheit der US-Botschaft und ihres Personals verpflichtet fühle. Zuvor hatten die USA sich "tief besorgt" über die Festnahme eines ihrer Botschaftsangestellten geäußert. Der türkische Staatsbürger wird der Spionage verdächtigt und soll der Bewegung des in den USA lebenden Islam-Predigers Fetullah Gülen nahe stehen. Die türkische Regierung macht dessen Bewegung für den Putschversuch im vergangenen Jahr verantwortlich. Am Sonntagabend reagierte die Türkei, in dem sie eine nahezu wortgleiche Erklärung veröffentlichte und ihrerseits die Visavergabe an US-Bürger auf Eis legte.

    8. Oktober: Offene Fehde zwischen Trump und republikanischem Topsenator

    Zwischen US-Präsident Donald Trump und einem führenden republikanischen Senator, Bob Corker, ist eine außergewöhnliche offene Fehde ausgebrochen. Auslöser war eine Serie von Tweets mit Breitseiten, die Trump am Sonntag gegen Corker feuerte. Dieser ist unter anderem Vorsitzender des wichtigen Auswärtigen Ausschusses der kleineren Kongresskammer. Corker schoss prompt zurück. "Es ist eine Schande, dass das Weiße Haus eine Tagesbetreuung für Erwachsene geworden ist", twitterte er. "Jemand hat offensichtlich heute Morgen seine Schicht versäumt." Ein Grund für den Zwist ist die Nicht-Kandidatur Corkers. Der Präsident hatte unter anderem getwittert, dass der Senator darum "gebettelt" habe, dass er, Trump, sich für seine Wiederwahl stark mache. Was der abgelehnt aber habe. Zuvor hatte der Corker angedeutet, dass Trump dringend einer Beaufsichtigung bedürfe.

    29. September: Trumps Gesundheitsminister tritt zurück

    US-Gesundheitsminister Tom Price gibt sein Amt auf. Präsident Donald Trump habe das Angebot von Price, das Amt niederzulegen, akzeptiert, teilte das Weiße Haus mit. Price war in Ungnade gefallen, nachdem er teure Dienstreisen mit Privatjets auf Kosten der Steuerzahler unternommen hatte. Trump hatte das Verhalten seines Gesundheitsministers in den vergangenen Tagen öffentlich kritisiert.

    28. September: Trump-Schwiegersohn Jared Kushner geht als Frau wählen

    Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, war Medienberichten zufolge jahrelang als Frau in den US-Wählerlisten registriert. Der heutige US-Präsidentenberater sei als "weiblich" im Wählerregister in New York geführt worden, wie das Magazin "Wired" berichtete. Vor 2009 sei sein Geschlecht in New Jersey als "unbekannt" eingetragen gewesen, meldete die Nachrichtenseite "The Hill". Kushner war schon mehrfach wegen Fehlern und Ungenauigkeiten im Umgang mit Behörden auffällig geworden. Der Mann von Trumps Tochter Ivanka war nach einem Bericht der "Washington Post" bei der Wahl vergangenes Jahr in mehr als einem US-Bundesstaat als Wähler registriert. Er hatte nach einem Bericht des Senders CBS auch die Papiere für seine Sicherheit im Weißen Haus falsch ausgefüllt und müsste diese noch einmal überarbeiten. Zudem wurde Kushner jüngst vorgeworfen, als US-Präsidentenberater einen privaten E-Mail-Account genutzt zu haben. Er ist auch in die Affäre um eine mögliche russische Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf verwickelt.


    27. September: Gibt es bald doppelt so viele Zeichen für Trump auf Twitter?

    Twitter experimentiert mit einer Erweiterung der Zeichenzahl, von 140 auf 280 Zeichen pro Tweet. Was das für Präsident Donald Trump bedeutet, beantworten einige Twitternutzer: 

     "Und auf einmal verdoppelt Twitter die Komplexität unserer Außenpolitik, twittert Moderator Steven Colbert. 

     "280 Zeichen. Bedeutet das, dass es nur noch die halbe Menge an Trump-Tweets gibt? Oder die gleiche Menge Tweets und doppelt so viel Mist?", fragt Ragnar Weilandt. 

    Ein anderer User bittet Twitter das Ganze noch einmal zu überdenken: 

     "Liebes @Twitter, 280 Zeichen sind zu viel für Donald Trump. Er befindet sich schon mit 140 Zeichen im Krieg! Bitte Überdenken."Trump wettert gegen die NFL 20.43h

    26. September: Auch Ivanka Trump-Vertraute nutzte private E-Mail-Konten

    Mindestens sechs Berater von US-Präsident Donald Trump sollen laut einem Bericht private E-Mail-Konten genutzt haben, um Angelegenheiten des Weißen Hauses zu diskutieren. Neben Trumps Schwiegersohn Jared Kushner hätten auch die ehemaligen Mitarbeiter Stephen Bannon und Reince Preibus private Adressen verwendet, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsquellen. Trumps Berater Gary Cohn und Stephen Miller hätten zumindest einige Nachrichten mit persönlichen Konten verschickt oder empfangen, hieß es in dem Bericht weiter. Auch Trumps Tochter Ivanka sei ähnlich vorgegangen. Regierungsmitarbeiter hätten die Nutzung der privaten Konten aber als sporadisch beschrieben. Mitarbeiter der US-Regierung sind eigentlich dazu verpflichtet, ihre offiziellen Konten zu nutzen, damit es Aufzeichnungen über ihre Kommunikation gibt. Das Verhalten von Trumps Beratern ist nicht illegal, so lange sie Nachrichten von privaten Adressen an ihre dienstlichen weiterleiten. Die Enthüllungen sorgten aber deswegen für Wirbel, weil der Republikaner und sein Umfeld den E-Mail-Skandal um die Demokratin Hillary Clinton für sich ausgeschlachtet hatten. 


    25. September: LeBron James erneuert Kritik an Präsident Trump

    Basketball-Superstar LeBron James hat seine Kritik an den Aussagen von US-Präsident Donald Trump bekräftigt, ohne diesen jedoch beim Namen zu nennen. James erklärte, dass er seine Twitter-Nachricht vom Samstag, in der er den Präsidenten als "Penner" bezeichnete, nicht bereut. "Wenn du für ihn gewählt hast, dann hast du einen Fehler gemacht", erklärte der dreifache NBA-Champion während einer Pressekonferenz.

    "Ich will das Beste für die amerikanische Bevölkerung, ganz unabhängig der Hautfarbe oder der Rasse. Wir wissen, dass dies das beste Land der Welt ist", meinte James. "Wir haben jedoch immer noch Probleme, wie alle anderen auch. Die Menschen leiten unser Land, nicht eine Person, und schon gar nicht er".

    Was den 32-Jährigen am meisten frustriere, sei die Tatsache, dass Trump den Sport dazu nutze, um die Menschen zu spalten. "Sport ist etwas Großartiges. Sport bietet für jeden etwas, unabhängig der Form, Größe oder Rasse. Es führt die Menschen zusammen. Ich lasse es nicht zu, dass eine Person, ganz gleich dessen Macht oder Einfluss, den Sport als Plattform nutzt, um uns zu spalten", erklärte der Spieler von NBA-Vizemeister Cleveland Cavaliers.

    Hintergrund des Streits ist, dass sich seit gut einem Jahr etliche US-Sportler während der Nationalhymne bei Sportveranstaltungen hinknien, um gegen Rassismus zu protestieren. Donald Trump hatte Club-Verantwortliche dazu aufgefordert, solche Sportler zu entlassen.

    donald trump

    22. September: Trump fordert Teambesitzer auf, protestierende NFL-Spieler zu entlassen

    US-Präsident Donald Trump hat die Teambesitzer der National Football League (NFL) aufgefordert, Spieler zu entlassen, die während des Abspielens der amerikanischen Nationalhymne knien. "Es ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber unserer Tradition. Es ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber allem für das wir stehen", sagte Trump aauf einer Wahlkampfveranstaltung in Huntsville im US-Bundesstaat Alabama für den dortigen republikanischen Senator Luther Strange.

    "Würdet ihr es nicht liebend gerne sehen, das wenn jemand die Flagge nicht respektiert, ein NFL-Teambesitzer sagen würde, 'Nehmt den Hurensohn vom Feld. Weg damit! Er ist gefeuert'", polterte Trump unter lautem Applaus. Zudem solle derjenige, der den Mut habe dies zu tun, für eine Woche die "beliebteste Person im ganzen Land sein". Außerdem forderte Trump die Zuschauer auf, die Spiele aus Protest zu verlassen.

    Einige Sportler verweigern es seit gut einem Jahr, während der bei fast jeder Sportveranstaltung gespielten Nationalhymne zu stehen. Grund dafür ist, die nach ihrer Meinung ungerechte Behandlung von Minderheiten im Land - insbesondere die Polizeigewalt gegenüber schwarzen US-Bürgern. 

    21. September: US-Sondermittler Mueller will auch an Dokumente aus dem Weißen Haus

    Der mit der Untersuchung einer möglichen russischen Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf beauftragte US-Sonderermittler Robert Mueller hat laut einem Zeitungsbericht beim Weißen Haus Unterlagen aus der laufenden Amtszeit von Präsident Donald Trump angefordert. Der Sonderermittler interessiere sich besonders für die Umstände, die zur Entlassung von Trumps erstem Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn sowie des früheren FBI-Chefs James Comey führten, berichtete die "New York Times". Auch ein Treffen Trumps mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow sowie dem russischen Botschafter im Oval Office sei in Muellers Visier. Zudem forderte der Sonderermittler dem Bericht zufolge Dokumente zu mehreren aktuellen Regierungsmitarbeitern an. Mueller ermittelt wegen mutmaßlich illegaler Russland-Kontakte von Trumps Wahlkampfteam sowie wegen mutmaßlicher russischer Hackerangriffe zugunsten Trumps im vergangenen Jahr. Wegen der Entlassung von FBI-Chef Comey geht der Sonderermittler zudem dem Verdacht einer versuchten Beeinflussung der Justiz durch Trump nach. Trump hatte Comey Anfang Mai entlassen und dies später selbst in Zusammenhang mit den Russland-Ermittlungen gebracht.

    19. September: CNN: Trumps Ex-Wahlkampfchef wurde offenbar monatelang abgehörtPaul Manafort Donald Trump

    Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist laut einem CNN-Bericht während des Wahlkampfs bis nach dem Urnengang heimlich von den Behörden abgehört worden. Manaforts Gespräche seien auf Grundlage einer geheimen Gerichtsanordnung bis mindestens Anfang dieses Jahres mitgeschnitten worden, berichtete der US-Nachrichtensender am Montag (Ortszeit). Unklar sei, ob auch Gespräche mit Trump abgehört worden seien.

    FBI durchsucht Haus von Trumps ExWahlkampfleiterManafort hatte Trumps Wahlkampf von Juni bis August 2016 geleitet. Unter Berufung auf drei Quellen berichtete CNN, die abgehörten Gespräche hätten bei den Ermittlern den Verdacht genährt, dass Manafort Russland ermutigt habe, zugunsten von Trump in den Wahlkampf einzugreifen. Zwei der Quellen gaben demnach allerdings an, dass die Beweise nicht ausreichend gewesen seien.

    Dem Bericht zufolge hatten die Behörden Manafort erstmals 2014 überwacht. Dies sei im Rahmen von Ermittlungen der Bundespolizei FBI geschehen, bei der es um die Arbeit von in Washington ansässigen Beraterfirmen für die damalige Regierungspartei in der Ukraine gegangen sei. Aus Mangel an Beweisen sei die Überwachung 2016 eingestellt worden.

    Auf Grundlage einer neuen Anordnung sei die Überwachung aber wieder aufgenommen und bis mindestens Anfang 2017 fortgesetzt worden, berichtete CNN. Die zweite richterliche Anordnung wurde demnach im Zusammenhang mit FBI-Ermittlungen wegen Russland-Kontakten von Trumps Team ausgestellt.

    15. September: US-Präsident reist nach China, Japan und Südkorea

    US-Präsident Donald Trump will im November erstmals seit seinem Amtsantritt die Volksrepublik China besuchen. Auch den traditionellen US-Verbündeten Südkorea und Japan werde er im Rahmen der geplanten Asien-Reise Besuche abstatten, kündigte Trump am Donnerstag an. In der Region herrschen derzeit wegen Nordkoreas Atombomben- und Raketentests verschärfte Spannungen.

    15. September: Trump unterzeichnet Resolution gegen Hass und Rassismus

    Wenige Wochen nach seinen zweideutigen Äußerungen über die rassistische Gewalt in Charlottesville hat US-Präsident Donald Trump eine Resolution gegen Rassismus und Hasskriminalität unterzeichnet. Er sei "froh", das Dokument zu unterzeichnen, erklärte Trump am Donnerstag. "Als Amerikaner verurteilen wir die jüngste Gewalt in Charlottesville und lehnen Hass, Fanatismus und Rassismus in allen Formen ab", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Die zuvor von beiden Kammern des US-Kongresses gebilligte Resolution verurteilt "weiße Nationalisten, weiße Rassisten, den Ku Klux Klan, Neo-Nazis und andere Hassgruppen". Senat und Repräsentantenhaus forderten Trump damit zu einer klaren und harten Haltung gegen Rassismus auf.

    In Charlottesville im Bundesstaat Virginia war Mitte August bei einer gewalttätigen Demonstration rechter Gruppen für den Erhalt eines Denkmals für einen Südstaatengeneral eine Gegendemonstrantin getötet worden, als ein mutmaßlicher Neonazi mit einem Auto in die Menge fuhr. Trump war im In- und Ausland kritisiert worden, weil er nach dem rechtsextremen Aufmarsch zunächst undifferenziert von Gewalt auf "vielen Seiten" gesprochen hatte.

    Zwei Tage später verurteilte er die Gewalt rechtsextremer Gruppen schließlich als "abstoßend" - kehrte aber einen Tag später zu seiner vorherigen Rhetorik zurück, mit der er das Verhalten der Rechtsextremisten und der Gegendemonstranten auf eine Stufe stellte. Auch unter den Rechtsextremisten seien "sehr gute Leute" gewesen, sagte er. Von rassistischen Gruppen wie dem Ku Klux Klan wurde der Präsident für sein Verhalten gefeiert.

    Hope Hicks Kommunikationschefin

    13. September: Hope Hick nun auch offiziell Trumps Kommunikationschefin

    Donald Trumps langjährige Vertraute Hope Hicks ist nun offiziell seine Kommunikationschefin. Das teilte das Weiße Haus in der Nacht zum Mittwoch mit. Hicks (28) tritt die Nachfolge von Anthony Scaramucci ("The Mooch") an, der nach nur zehn Tagen seinen Job wieder losgeworden war.

    Hicks arbeitet bereits seit längerem für Trump und gehört als eines der ganz wenigen Nicht-Familienmitglieder zu seinem innersten Kreis. Sie arbeitet fast vollständig hinter den Kulissen. Im Wahlkampf 2016 war Hicks Trumps Sprecherin. Zuvor arbeitete sie im PR-Bereich von Trumps Firma und für seine Tochter Ivanka.

    Die Rolle einer Kommunikationsdirektorin ist anders als die einer Pressesprecherin. Während Trumps Sprecherin Sarah Sanders Briefings und Pressekonferenzen gibt, soll eine Kommunikationschefin eine einheitliche Botschaft aus dem Weißen Haus orchestrieren.

    7. September: Trump soll angeblich "Mafia-Verbindungen" gehabt haben +++

    US-Präsident Donald Trump soll in seiner Zeit als Immobilienunternehmer "Mafia-Verbindungen" gehabt haben - das warf ihm die australische Polizei in einem 30 Jahre alten Bericht vor, den die Behörden erstmals freigaben. Wegen des Verdachts platzten damals Trumps Pläne, in Sydney ein Spielkasino zu eröffnen.

    In dem Bericht der Polizeibehörde des australischen Bundesstaats New South Wales heißt es, die beiden Trump-Kasinos in der US-Ostküstenstadt Atlantic City seien ein "zweifelhaftes Modell" für Sydney. Wegen der "Mafia-Verbindungen Trumps" solle sein gemeinsames Konsortium mit dem australischen Partner Kern vom Vergabeverfahren ausgeschlossen werden. Belege für Trumps angebliche Mafia-Verbindungen werden in dem Bericht von 1987 nicht geliefert.

    In einem Protokoll des damaligen Kabinetts von New South Wales heißt es zudem, die Gewinnprognose von Trumps Konsortium für das Kasino in Sydney habe "keine seriöse Grundlage". Die australische Stadt gab ihre Pläne für den Neubau später auf. Neben Trump erhielten noch zwei weitere Bieter keine Freigabe der Polizei.

    5. September: Trump beendet Programm für als Kinder illegal Eingereiste

    US-Präsident Donald Trump kippt ein Programm seines Vorgängers Barack Obama, das Hunderttausende Söhne und Töchter illegaler Einwanderer vor Abschiebung schützt. Trump überließ es am Dienstag seinem Justizminister Jeff Sessions, die Entscheidung zu verkünden. Das Programm sei verfassungswidrig, sagte Sessions. Das Gesetz müsse aufrechterhalten und beachtet werden.

    Das Programm soll Schritt für Schritt auslaufen. Am Morgen hatte Trump noch den Kongress via Twitter aufgefordert, zu dem fraglichen Programm seine Arbeit zu machen.

    Es geht um etwa 800 000 Menschen, von denen viele im Kindesalter von ihren Eltern in die USA gebracht wurden. Obama hatte diese sogenannten "Dreamers" im Jahr 2012 mit einem Dekret geschützt. Trumps Weißes Haus argumentiert nun, damit habe der Präsident damals seine Kompetenzen überschritten. Sessions sagte, die "Dreamers" hätten Amerikanern die Arbeit weggenommen.

    5. September: Trump will Japan und Südkorea aufrüsten

    Die USA haben nach dem jüngsten Atomtest Nordkoreas eine massive Aufrüstung Südkoreas und Japans in Aussicht gestellt. In einem Telefonat mit Südkoreas Präsident Moon Jae In signalisierte US-Präsident Donald Trump seine Bereitschaft für ein milliardenschweres Rüstungsabkommen mit Seoul. Auf Twitter teilte er wenig später mit, Japan und Südkorea erlauben zu wollen, deutlich mehr Rüstungsgüter aus den USA zu kaufen.

    Trump war sich in dem Telefonat mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon einig, "den Druck auf Nordkorea maximal zu erhöhen", wie es aus dem Weißen Haus hieß. Trump ist demnach prinzipiell bereit zum Verkauf "von Waffen und Rüstungstechnik im Wert von mehreren Milliarden Dollar an Südkorea". Genauere Angaben machte die Regierung in Washington zunächst nicht.

    2. September: Trost und Umarmung: Trump trifft Flutopfer

    Mit dem langsamen Sinken der Pegelstände wird das Ausmaß der Zerstörung durch den Wirbelsturm "Harvey" im US-Staat Texas immer deutlicher. Viele betroffene Einwohner in Houston hatten erstmals die Gelegenheit, die Flutschäden an ihren Häusern mit eigenen Augen zu sehen. Präsident Donald Trump traf in Houston Opfer der Katastrophe, sprach ihnen Mut zu und half zusammen mit First Lady Melania beim Austeilen von Essen.

    Harvey Donald Trump Krisenmanager 14-00Trump hatte das Katastrophengebiet bereits am Dienstag besucht, aber dabei keinen persönlichen Kontakt mit Flutopfern gehabt. Bei seiner Visite am Samstag in einer Notunterkunft im NRG Stadion zeigte sich Trump nun ganz als Präsident zum Anfassen. Er schüttelte Hände, legte Betroffenen den Arm um die Schulter, strich Kindern über das Haar und plauderte mit ihnen. Wiederholt posierte er auch für Selfies. Die Hilfsoperationen in Texas lobte er als ausgezeichnet und effizient.

    "Ich bin wirklich glücklich darüber, wie es läuft", sagte er. "Harvey" könnte nach ersten Schätzungen zur teuersten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA werden. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, erwartet allein weit mehr als 100 Milliarden Dollar an Kosten für die Nothilfe der Regierung in Washington.

    1. September: "Ferse" statt "heilen": Trump hat Probleme mit dem Wort "healing"

    US-Präsident Donald Trump hat zum zweiten Mal binnen weniger als zwei Wochen das Wort "heilen" ("healing") öffentlich falsch geschrieben. Auf seinem Twitter-Account schrieb der Präsident am Freitag: "Texas is heeling fast(...)" ("Texas heilt schnell (...)"). Das englische Wort "heel" bedeutet Ferse oder (Schuh-)Absatz. Richtig wäre die Schreibweise "healing" gewesen.

    Bereits am 19. August hatte Trump in Bezug auf die Diskussion um Proteste in Charlottesville geschrieben: "Sometimes you need protest in order to heel, & we will heel (...)". Der Eintrag wurde später korrigiert.

    1. September: USA ordnen Schließung von russischem Konsulat in San Francisco an

    Als Reaktion auf die Ausweisung von US-Diplomaten aus Russland ordnete die US-Regierung die Schließung des russischen Generalkonsulats in San Francisco an. Zudem muss Russland seine Handelsvertretungen in New York und Washington schließen. Das US-Außenministerium setzte Moskau eine Frist bis Samstag. Russlands Außenminister Sergej Lawrow bedauerte die "Eskalation der Spannungen".

    Das US-Außenministerium erklärte, die Entscheidung folge "dem Grundsatz der Ausgewogenheit", nachdem Moskau die Reduzierung des diplomatischen Personals der USA in Russland verfügt hatte. Mit den nun eingeleiteten Maßnahmen hätten beide Länder jeweils drei Konsulate.

    Moskau hatte als Reaktion auf neue US-Sanktionen Ende Juli angeordnet, dass 755 Diplomaten und Mitarbeiter der US-Vertretungen in Russland bis zum 1. September "ihre Aktivitäten einstellen" müssen. Am Freitag läuft die Frist zur Ausreise der betroffenen US-Diplomaten ab. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters bedeutet die Anordnung der USA keine Ausweisung russischer Diplomaten. Die Mitarbeiter der betroffenen russischen Vertretungen dürften an anderer Stelle in den USA eingesetzt werden.

    Video: Schweres Erdbeben in Indonesien

    Video: Schweres Erdbeben in Indonesien


    Indonesiens Hauptinsel Java wurde von einem schweren Beben erschüttert, das nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,5...

    Indonesiens Hauptinsel Java wurde von einem schweren Beben erschüttert, das nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,5 hatte.

    Trotz 3:1-Sieg:

    Trotz 3:1-Sieg: "Solche A...löcher!" Gladbach-Manager Eberl wütet gegen eigene Fans


    Max Eberl ließ mächtig Dampf ab. "Wir reißen uns acht Jahre den Arsch auf, damit wir mal gegen Barcelona spielen dürfen und dann wird hier gepfiffen, wenn wir mit zwei 18-Jährigen spielen und der Ball mal nach hinten gespielt wird", sagte Borussia...

    Max Eberl ließ mächtig Dampf ab. "Wir reißen uns acht Jahre den Arsch auf, damit wir mal gegen Barcelona spielen dürfen und dann wird hier gepfiffen, wenn wir mit zwei 18-Jährigen spielen und der Ball mal nach hinten gespielt wird", sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg gegen den Hamburger SV.

    Dabei hatte sein Team ein kompliziertes Spiel am Ende durch die Treffer von Thorgan Hazard (9.) und Raffaels Doppelpack (74./79.) letztlich verdient gewonnen und vorerst wieder den vierten Tabellenplatz erobert. "28 Punkte sind eine sehr gute Ausbeute, aber diese übertriebene Erwartungshaltung ist nicht förderlich", befand Eberl.


    Max Eberl: "Das geht mir so auf den Sack"

    In den Katakomben des Borussia-Parks soll Eberl gleich nach dem Spiel mächtig laut geworden sein. "Solche Arschlöcher! Diese Fans - so ein Scheißdreck", will zumindest die "Bild-Zeitung" aus dem Mund von Eberl vernommen haben. Doch auch in der etwas gefassteren Version vor Journalisten äußerte sich der Architekt der erfolgreichen jüngsten Borussia-Jahre deutlich: "Ich finde es eine bodenlose Frechheit, wenn man unsere Mannschaft, die ein hervorragendes Heimspiel macht, bei Rückpässen auspfeift. Das geht mir so auf den Sack. Dann sollen sie zu Bayern München oder PSG gehen", wetterte Eberl enttäuscht.

    Von einem "hervorragenden Heimspiel" wollten etliche Fans Mitte der zweiten Halbzeit aber eher nichts wissen. Nach hervorragendem Start hatten die Fohlen das Spiel scheinbar ohne Not aus der Hand gegeben. Zeitweise fühlten sich die Zuschauer an den eher blutarmen Auftritt beim 0:1 in Freiburg erinnert. Gut für die Atmosphäre: Unmittelbar nach den Pfiffen fielen die Tore durch Raffael. Und tatsächlich kippte die Stimmung sofort.

    "Nicht mehr Gladbach, wie ich es kenne"

    Gladbach HSV"Hier wird ehrlich Fußball gespielt und mit jungen Spielern gearbeitet", konnte sich der 44-Jährige dennoch nicht beruhigen. "Mit so etwas kann ich nicht leben, wenn wir bei guten Spielen ausgepfiffen werden." Und dann wird Eberl, der eine lukrative Offerte des FC Bayern zugunsten seines "Herzensclubs" Gladbach abgelehnt hat, sehr grundsätzlich: "Das ist nicht mehr Borussia Mönchengladbach, wie ich es kenne. Ich rede nicht von der Nordkurve. Ich rede von den Zuschauern, die ab und an mal Fußball gucken wollen. Das ist pervers", nährt der Gladbach-Manager Befürchtungen, dass ihn solche Vorfälle doch einmal von der Borussia vertreiben könnten.

    Zuspruch erhielt Eberl allerdings von einigen Spielern. "Die Leute, die pfeifen, das sind keine Fans", sagte Nationalspieler Matthias Ginter. Auch der Torschütze zum 1:0, Thorgan Hazard, zeigte sich enttäuscht: "Schade, dass die Fans uns nicht helfen. Wir hatten heute zwei 18-Jährige im Mittelfeld, da muss man auch mal Geduld haben".

    "Können gerne wieder böse Briefe schreiben"

    Max Eberls Geduldsfaden ist jedenfalls zum Reißen gespannt. Er fühlt zu wenig Anerkennung für die Arbeit im Club, der sich vom permanenten Abstiegs- und zum nachhaltigen Champions-League-Kandidaten gemausert hat. Schon einmal hat Eberl mit einer Wutrede gegen die eigenen Fans Schlagzeilen gemacht. Vor gut einem Jahr galten die Pfiffe dem damaligen André Schubert. Er hatte während des Champions-League-Spiels gegen Manchester City (1:1) nach Ansicht vieler Fans die "falschen" Spieler ausgewechselt. "Das sind dumme Menschen!", hatte Eberl damals gewettert. "Die kommen hierher und erwarten, dass Gladbach Manchester City aus dem Stadion fegt. Die sollen nach München fahren!" Damals hat Eberl sich später entschuldigt.

    Und diesmal? "Für die Wortwahl sage ich sorry, aber in der Sache rudere ich nicht einen Millimeter zurück", sagt Eberl am Tag danach der "Bild"-Zeitung. Die "Ab-und-an-Fans" seien in der zweiten Liga sicher noch nicht in den Borussia-Park gekommen. "So eine Erwartungshaltung, wie sie von diesen Leuten aufgebaut wird, die kann einen Traditionsverein erschlagen - genau das ist anderswo schon passiert. Aber genau dagegen werde ich mich mit Händen, Füßen und Worten wehren", so der Manager weiter. "Jetzt können die mir gerne alle böse Briefe schreiben - aber unsere Jungs sollen sie in Ruhe Fußball spielen lassen."

    Weihnachtspullis von Fussballvereinen17.15

    Seehofer sagt Söder seine volle Unterstützung zu

    Seehofer sagt Söder seine volle Unterstützung zu


    CSU-Chef Horst Seehofer hat seinem designierten Nachfolger im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, Solidarität zugesichert. "Er kann sich auf meine Unterstützung total verlassen", sagte Seehofer am Samstag auf dem CSU-Parteitag in...

    CSU-Chef Horst Seehofer hat seinem designierten Nachfolger im Amt des bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, Solidarität zugesichert. "Er kann sich auf meine Unterstützung total verlassen", sagte Seehofer am Samstag auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg. Der bayerische Finanzminister Söder soll von den Delegierten zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst kommenden Jahres gekürt werden. Seehofer stellt sich in Nürnberg als Parteichef zur Wiederwahl.

    Bereits in den ersten Monaten des kommenden Jahres soll Söder als Ministerpräsident Seehofer ablösen. Der CSU-Chef soll zunächst noch als Regierungschef die Gespräche zur Regierungsbildung in Berlin für die CSU führen. Nach dem Scheitern der Gespräche über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen stehen nun Sondierungen von Union und SPD an.

    Auf das Spitzenduo aus Seehofer und Söder hatte sich die CSU-Spitze Anfang Dezember verständigt, obwohl die beiden lange als politische Widersacher galten. Seehofer versicherte dennoch auf dem CSU-Parteitag, er habe im bayerischen Kabinett immer gut mit Söder zusammengearbeitet. Dieser habe in allen Ämtern "vorzügliche, bravouröse, fehlerfreie Arbeit abgeleistet". Mit Blick auf Söders Wechsel an die Regierungsspitze fügte Seehofer hinzu: "Er kann es, und er packt es."

    Der CSU-Chef versicherte mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr, er werde mithelfen, dass das Jahr 2018 ein "großer Erfolg" für die CSU werde. "Darauf kannst Du Dich verlassen", sagte er an Söder gewandt.

    Seehofer war nach dem schlechten Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl Ende September parteiintern erheblich unter Druck geraten. Die Personaldebatte wurde zudem durch die anstehende Landtagswahl befeuert. Die CSU befürchtet, ihre absolute Mehrheit im bayerischen Landtag zu verlieren.

    Scharfschütze: Der weiße Tod – wie ein finnischer Bauer 505 Rotarmisten tötete

    Scharfschütze: Der weiße Tod – wie ein finnischer Bauer 505 Rotarmisten tötete


    Simo Häyhä war der gefürchtetste Scharfschütze seiner Zeit. In weniger als 100 Tagen tötete er 505 sowjetische Soldaten im sogenannten Winterkrieg 1939 bis 1940. Damals hatte die UdSSR das kleine Finnland überfallen, doch die unterlegenen Finnen...

    Simo Häyhä war der gefürchtetste Scharfschütze seiner Zeit. In weniger als 100 Tagen tötete er 505 sowjetische Soldaten im sogenannten Winterkrieg 1939 bis 1940. Damals hatte die UdSSR das kleine Finnland überfallen, doch die unterlegenen Finnen wehrten sich verbissen. Ihnen kam ihr Kampfesmut, die Kälte und das unwegsame Gelände entgegen und eine Todes-Maschine – nämlich Simo Häyhä. 

    Ein Mann ohne Mitleid

    Wegen seiner tödlichen Effizienz verdiente sich Häyhä in kurzer Zeit während des Winterkrieges den Namen der "Weiße Tod". Dabei sah er überhaupt nicht wie ein Killer aus. Simo Häyhä war nur 160 Zentimeter groß, schmächtig und eher ein lustiger Kerl. Nur beim Schießen kannte er keine Sentimentalitäten. Auf die Frage, was er beim Schuss auf einen Gegner empfinde, antwortete er lapidar: den Rückstoß.

    Geboren wurde Simo Häyhä am 17. Dezember 1905. Aufgewachsen auf einer Farm bewegte sich Häyhä von klein auf mit Skiern in den unwegsamen Wäldern und ging auf die Jagd – so wie viele andere Bauernkinder auch. Als der Krieg ausbrach, war Häyhä bereits 33. Er meldete sich zur Armee und ohne weiteres Training wurde er der gefürchtetste Schütze seiner Zeit. "Als ich kam, wussten sie bereits, dass ich gut mit dem Gewehr umgehen konnte", sagte er später.

    Schüsse auf kurze Distanz

    Seine Ausrüstung und sein Vorgehen unterschieden sich sehr von den Taktiken heutiger Sniper mit ihren weitreichenden Gewehren. Simo Häyhä blieb ein Jäger und tötete auf weit kürzere Distanzen – meist zwischen 100 und 150 Metern. Seine Waffe schoss er auf 150 Meter ein. In dem waldreichen Gebiet hätte es auch kaum die Möglichkeit zu einem Schuss auf extrem große Distanzen gegeben. Dafür benötigte Häyhä kein besonderes Gewehr. Er benutzte einen verbesserten finnischen Nachbau auf Basis der normalen sowjetischen Repetierbüchse Mosin-Nagant, dazu eine Maschinenpistole.

    Für seine Arbeit verzichtete Häyhä auf ein Zielfernrohr, es hätte beschlagen können, außerdem fürchtete er die Reflektion der Sonne auf dem Glas. Hier ähnelte Häyhä dem sowjetischen Scharfschützen Semen Nomokonov. Der war ein gebürtiger Tungusche – ein sibirische Ureinwohner vom Volke der Eventi und wie Häyhä ein Jäger von klein auf an. Der Taiga-Schamane - so nannten ihn die Deutschen - benutzte auch die Mosin-Nagant ohne Zielfernrohr. Sein Auge war so scharf und er war so sicher, dass er seine Opfer fast ohne Anlegen aus der Bewegung treffen konnte. War 1

    Überlegtes und konzentriertes Vorgehen

    Der Winterkrieg lag zeitlich vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Simo Häyhä war daher der erste einer ganzen Generation von Scharfschützen. Er ging stets extrem systematisch vor. Häyhä zeigte nie Gnade, leistete sich selbst aber auch keine Schwäche. Zahlreiche Tricks dieses Handwerks gehen auf ihn zurück. So nahm er stets kalten Schnee in den Mund, damit die Atemluft ihn nicht verraten konnte. Seine Position bereitete Häyhä in der Nacht vor, ihm machte es nichts aus, lange Zeit in der Kälte zu sein. Häyhä kämpfte häufig ganz allein in der karelischen Wildnis. Er legte seine Stellung dort an, wo er glaubte, dass die Feinde entlang kommen würden. Meist präparierte er zwei Schützenlöcher, um die Position wechseln zu könne.

    Er arbeitete wie ein Jäger vor einem Wildwechsel. Die Sowjets setzten Scharfschützen auf ihn an, vor allem aber belegten sie seine Position nach jedem Schuss mit Artillerie und Mörsern. "Über fünfzig Granaten schlugen einmal um mein Schützenloch ein, aber keine war erfolgreich", berichtete er später.

    Um seine Deckung herum benetzte Häyhä den Schnee mit Wasser, damit er zu einer harten Oberfläche gefror. So konnten die austretenden Gase des Schusses oder die ausgeworfene Patrone keine Schneekristalle aufwirbeln. An einem einzigen Tag tötete Häyhä 25 feindliche Soldaten. Die Russen setzten ein Kopfgeld aus. Sie vermuteten fälschlich, dass sich Häyhä in den Baumwipfeln verbarg. Eine gefährliche Taktik, die später von Schützen der Roten Armee übernommen wurde. Nach 98 Tagen verließ Häyhä sein Glück. Ein Explosivgeschoss zerfetzte eine Gesichtshälfte. Häyhä überlebte, war aber zu verletzt, um am Zweiten Weltkrieg teilzunehmen.

    Später lebte er als Hundezüchter und Elchjäger. Obwohl er eine nationale Berühmtheit war, lebte er sehr zurückgezogen. Sein Freund Kalevi Ikonen sagte über ihn: "Simo hat mehr mit den Tieren im Wald gesprochen als mit anderen Menschen."War2

    Methodik der Zahlen

    Die Angabe von 505 Toten basiert auf den alten Aufzeichnungen von Simo Häyhä, die nach seinem Tod gefunden wurden. Die Zahl seiner von Dritten bestätigten Abschüsse ist geringer. Auch wenn keine Zweifel an den Eintragungen von Häyhä bestehen, lässt sich diese Zahl nicht mit den bestätigten Opfern anderer Schützen vergleichen. Von "Lady Death" Ljudmila Michailowna Pawlitschenko ist bekannt, dass die Zahl ihrer Opfer weit größer ist als die Anzahl (309), die ein Beobachter bestätigt hat. Ihre ersten zwei Deutschen zählte Pawlitschenko ohnehin nicht, weil sie die beiden nur zum "Üben" erschossen habe.Kurdin 1710

    Rahul Gandhi tritt Vorsitz der traditionsreichen indischen Kongress-Partei an

    Rahul Gandhi tritt Vorsitz der traditionsreichen indischen Kongress-Partei an


    Die traditionsreiche indische Kongress-Partei hat seit Samstag offiziell einen neuen Vorsitzenden: Der 47-jährige Rahul Gandhi trat bei einer Zeremonie in der Parteizentrale in Neu Delhi die Nachfolge seiner Mutter Sonia Gandhi an, welche die Partei 19...

    Die traditionsreiche indische Kongress-Partei hat seit Samstag offiziell einen neuen Vorsitzenden: Der 47-jährige Rahul Gandhi trat bei einer Zeremonie in der Parteizentrale in Neu Delhi die Nachfolge seiner Mutter Sonia Gandhi an, welche die Partei 19 Jahre lang geführt hatte. Hunderte Anhänger tanzten vor dem Gebäude und zündeten Feuerwerkskörper.

    Die Partei hatte Rahul Gandhi am Montag zum neuen Chef ernannt, neben ihm hatte es keine weiteren Bewerber auf das Amt gegeben. Er galt seit längerem als Kronprinz in der Kongress-Partei. Neben seiner Mutter hatten bereits sein Vater, seine Großmutter und sein Urgroßvater den Parteivorsitz inne; die letztgenannten drei waren auch indische Regierungschefs.

    Nach der Unabhängigkeit des Landes 1947 hatte die Kongress-Partei Indiens Politik jahrzehntelang dominiert. Seit dem Sieg der rechtsgerichteten Partei von Ministerpräsident Narendra Modi im Jahr 2014 ist sie in der Opposition. Die nächste Wahl findet 2019 statt.

    Rahul Gandhi ist in der Partei nicht unumstritten. Im Wahlkampf 2014 wurde ihm mangelnder Einsatz vorgeworfen, auch sonst setzt er selten politische Akzente. Allerdings wagen in der Kongress-Partei nur wenige, die mächtige Gandhi-Familie offen zu kritisieren.

    London: Krankenhaus schickt Frau in den Wehen weg - ihr Sohn kommt auf offener Straße zu Welt

    London: Krankenhaus schickt Frau in den Wehen weg - ihr Sohn kommt auf offener Straße zu Welt


    Es war früh am Morgen, als sich ihr Sohn Louis mit Wehen ankündigte. Lizzie Hines und ihr Mann beschlossen ins Krankenhaus zu fahren. Der Nachrichtenseite "Buzzfieed" erzählt sie, im Krankenhaus sei ihr gesagt worden, sie solle in sechs Stunden...

    Es war früh am Morgen, als sich ihr Sohn Louis mit Wehen ankündigte. Lizzie Hines und ihr Mann beschlossen ins Krankenhaus zu fahren. Der Nachrichtenseite "Buzzfieed" erzählt sie, im Krankenhaus sei ihr gesagt worden, sie solle in sechs Stunden zurückkommen. Sie ahnte schon, dass die Geburt viel schneller gehen würde, daher mietete ihr Mann ein Hotel in der Nähe des Krankenhauses. Doch Louis hatte es noch eiliger. "Wir waren nur eine halbe Stunde im Hotel, als wir uns schon wieder auf den Weg ins Krankenhaus machten. Aber wir haben es nicht mehr rechtzeitig geschafft."

    "Ich erinnere mich noch genau, wie ich auf dem Boden lag", schreibt sie auf Facebook.

    Um sie herum habe sich eine Menschentraube auf frühmorgendlichen Berufspendlern gebildet. Sie erinnere sich noch an all die Knöchel der Menschen, an das ungläubige Gesicht ihres Mannes, schreibt sie auf Facebook. "Ich weiß noch, wie ich allen versucht habe zu erklären, dass er gerade in meine Schlafanzughose geboren worden war. "Er ist da", habe ich gerufen." Es sei eine sehr merkwürdige Situation gewesen.

    Schal-Eigentümer gesucht

    Wie sie danach wieder aufgestanden sei, die Gratulationen all der fremden Menschen, die von einem "Weihnachtswunder" sprachen – an all das kann sich Lizzie Hines nicht mehr erinnern. Irgendjemand habe ihr einen Rollstuhl besorgt. Ein Mann, den sie zunächst für einen Betrunkenen hielt, entpuppte sich als Arzt, der gerade keinen Dienst hatte. Er untersuchte Louis und erklärte ihn für gesund.

    Ein Mann habe ihr seinen Schal gegeben, in den sie ihren kleinen Sohn einwickeln konnte. Und genau diesen Menschen sucht sie jetzt über Facebook, um ihm seinen Schal zurückzugeben. Louis würde sich noch heute gern in ihn hineinkuscheln. "An den Menschen, der seinen Schal an einem kalten Tag einer Fremde gab und ihn um mein süßes Baby Louis wickelte – ich frage mich, ob ich dich finden kann?", schreibt sie.

    Krankenhaus in London entschuldigt sich

    In ihrem Post kritisiert Hines, wie Frauen in den Wehen behandelt würden und glaubt, dass sich in diesem Bereich grundsätzlich etwas ändern muss. "Louis war zum Glück kerngesund und es war eine berauschende und wunderschöne Geburt." Kommende Woche feiert der Junge seinen ersten Geburtstag.

    Das Krankenhaus habe sich bei der jungen Mutter inzwischen entschuldigt, berichtet "Buzzfeed".ING_GeburtImAuto_V02 18.15 h

    Bali: Ausgerutscht beim Pinkeln? 23-Jährige aus Gütersloh stürzt von Klippe und stirbt

    Bali: Ausgerutscht beim Pinkeln? 23-Jährige aus Gütersloh stürzt von Klippe und stirbt


    Auf Bali hat eine Partynacht mit einem tragischen Unfall geendet: Wie etwa die indonesischen Nachrichtenportale "Seminyak Times" und "Balipost" berichten, ist in der Nacht zu Donnerstag eine 23-Jährige Gütersloherin (Nordrhein-Westfalen) tödlich...

    Auf Bali hat eine Partynacht mit einem tragischen Unfall geendet: Wie etwa die indonesischen Nachrichtenportale "Seminyak Times" und "Balipost" berichten, ist in der Nacht zu Donnerstag eine 23-Jährige Gütersloherin (Nordrhein-Westfalen) tödlich verunglückt. Über den Vorfall berichtet auch das "Westfalen Blatt". Nach Angaben indonesischer Medien ist die junge Frau rund 80 Meter tief von einer Klippe gestürzt - offenbar, weil sie urinieren musste.

    Der Unfall soll sich am Sulaban Beach in Uluwatu ereignet haben, einem beliebten Reiseziel und Surfer-Paradies. Nach Informationen von Radio Gütersloh, schreibt die "Neue Westfälische", sei die junge Frau nach bestandenem Studium auf einer Backpackertour auf Bali unterwegs gewesen. "Die Leiche wurde um 2.15 Uhr morgens gefunden", zitiert die "Seminyak Times" den Polizeichef von South Kuta. Demnach sei die Gütersloherin zuvor mit sieben Freunden feiern gewesen, bevor sie sich erleichtern musste und vermutlich am Klippenrand abgerutscht ist.

    Mutter von verunglückter Gütersloherin bestätigt Tod

    "Nach aktuellem Stand der Ermittlungen und den Zeugenaussagen war es dunkel und die Frau wusste wahrscheinlich nicht, dass sie sich an einer Klippe befand", so der Polizeichef. Einer der Zeugen, ein 21-jähriger Student aus Brasilien, habe noch versucht sie zu warnen doch dann sei es bereits zu spät gewesen - Rettungskräfte mit Bergsteiger-Ausrüstung konnten nur noch die Leiche der Gütersloherin bergen. 

    Nach Information des Nachrichtenportals "Die Glocke" sei die Familie der jungen Frau, die in der Gütersloher Kreisstadt Spexard lebe, über das Unglück informiert worden. Die Mutter des Opfers soll den Tod ihrer Tochter der "Neue Westfälische" bestätigt haben. Mehr als die Medien wisse sie über den Vorfall derzeit allerdings auch nicht, berichtet die Zeitung.

    +++ Lesen Sie auch: Warum das Internet, wie wir es kennen, gerade gestorben ist +++

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    Die Falcon 9 Rakete kam erfolgreich zurück, nachdem sie zuvor die unbemannte Raumkapsel Dragon auf den Weg in Richtung ISS gebracht hatte.

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    Bei einem kurzen Pressestatement am Freitagabend haben die Chefs der Parteien ÖVP und FPÖ, Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache die Koalition...

    Bei einem kurzen Pressestatement am Freitagabend haben die Chefs der Parteien ÖVP und FPÖ, Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache die Koalition bekanntgegeben.

    23 Millionen Klicks: Ein rührendes Video über einen Obdachlosen machte sie bekannt - doch es war nur ein Fake

    23 Millionen Klicks: Ein rührendes Video über einen Obdachlosen machte sie bekannt - doch es war nur ein Fake


    Ein Obdachloser sitzt in der Fußgängerzone, die Leute hasten vorbei, niemand nimmt Notiz von ihm. Da tauchen plötzlich drei Studenten auf, setzen sich zu ihm und machen Musik. Immer mehr Passanten bleiben stehen, hören zu und werfen Geld in den Hut....

    Ein Obdachloser sitzt in der Fußgängerzone, die Leute hasten vorbei, niemand nimmt Notiz von ihm. Da tauchen plötzlich drei Studenten auf, setzen sich zu ihm und machen Musik. Immer mehr Passanten bleiben stehen, hören zu und werfen Geld in den Hut. Mit diesem Video hat für den Verein "Be Japy" im Oktober 2014 alles angefangen. Der Internet-Clip geht in den sozialen Netzwerken durch die Decke: über 23 Millionen Mal wurde er allein auf Youtube angeklickt. Die Initiatoren landen damit sogar im amerikanischen Fernsehen. Und das, obwohl schnell herauskommt, dass der Obdachlose im Film nur ein Schauspieler ist. 

    Der Fake machte viele User böse 

    "Anders ließ es sich nicht machen", erklärt Peter Wilhelm (30), der damals die Kamera führte. "Nach mehreren Versuchen in Offenburg und Freiburg hatten wir das Gefühl, die Obdachlosen in einer schwachen Position zu zeigen und für unsere Zwecke auszunutzen. Manche haben auch schroff reagiert. Da war es besser, diese Szene nachzustellen. In einem Statement-Video haben wir die Situation kurz darauf erklärt, und die meisten User haben auch verstanden, dass es sich nur um ein Beispiel-Video handelte. Wir haben wirklich keinen Cent daran verdient."

    Hinter der pfiffigen Idee stehen vier ehemalige, hoch musikalische Studenten des Medien- und Informationswesens aus Offenburg. Die jungen Männer haben sich auf die Fahnen geschrieben, mit ihrer Projektarbeit "Be Japy" (der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Gründer Julian, Andreas, Peter und Yannik zusammen und ist eine Anspielung auf den Ausdruck "be happy", zu Deutsch "sei glücklich") Gutes zu tun und für mehr Mitmenschlichkeit zu sorgen. Trotzdem sind sie nach ihrem One-Hit-Wonder grandios gescheitert. Woran lag’s?

    "Durch dieses virale Video sind wir auf einen Schlag extrem gewachsen", erinnert sich Peter Wilhelm. "Unsere Cinderella-Story begann über Nacht. Wir denken, dass insgesamt über 80 Millionen Menschen unseren Film gesehen haben. Darauf waren wir überhaupt nicht vorbereitet. Der schnelle und große Erfolg hat uns völlig überrollt."

    Leute, unsere Fehler muss man nicht wiederholen 

    Die eigentliche Arbeit startete jedoch erst danach. Ein Video zu produzieren ist relativ einfach, aber die Aktionen, die dann folgten, waren mit einem hohen Aufwand verbunden. Plötzlich hatten die Jungs eine immense Aufmerksamkeit, waren in TV-Shows und mussten jede Menge Pressearbeit leisten. Ein Management fragte an, ob es sie promoten könnte. Doch das ging gefühlt in die komplett falsche Richtung. Ein Autor wollte sogar ein Buch über sie schreiben. "Über einen Verein, der erst zwei Monate besteht, kann man doch kein Buch schreiben!" wundert sich sich Peter kopfschüttelnd." Die Nachrichten sind im Minutentakt auf uns eingeprasselt. Unglaublich! Dabei hatten wir damals noch gar nichts, nicht mal eine eigene Website, nur unsere Facebook-Seite."

    KTG Tipps erfolgreich scheitern

    Kein dauerhafter Erfolg ohne Plan

    Es fehlte das Fundament und eine klare Ausrichtung. Das kann man hinterher nicht mehr nachreichen. Wer "Be Japy" anklickte, fand damals nichts dazu. Ihre Philosophie, etwas Gutes zu tun, mussten die Gründer dringend schärfer definieren. Nun galt es, das Pferd quasi von hinten aufzuzäumen, und das in Windeseile. Peter: "Einerseits war's gut, nach dem Motto: 'Einfach mal machen', und aus dem Bauch heraus hatten wir ja auch einen Riesenerfolg: Unsere Facebook-Seite gehörte damals unter den Non-Profit-Seiten zu den reichweitenstärksten in Deutschland. Leider haben wir diese hohe Aufmerksamkeit nicht bündeln und in entsprechende Projekte kanalisieren können, somit eine große Chance verpasst. Anschließend haben wir versucht, uns auch mit anderen Aktionen im Netz zu positionieren, doch an diesen Erfolg konnten wir nie wieder anknüpfen. Für die meisten Leute blieben wir die mit dem Obdachlosen-Video."

    Es gibt keinen zweiten ersten guten Eindruck

    Eine dieser Aktionen war der sogenannte Warmnachtsbaum 2015: Leute haben selbstgestrickte Sachen in durchsichtige Plastikbeutel gepackt und an einen Baum gehängt. So gab es in 30 deutschen Städten an Brennpunkten einen Warmnachtsbaum, an dem sich Bedürftige bedienen konnten. Be Japy hat damals die Anfangskommunikation übernommen und im Netz Tipps gegeben, wie man die Idee umsetzen konnte. "Die Leute haben sich dann selbst organisiert. Wir wollten Anstupser geben, damit jeder sich überlegen konnte: 'Was kann ich eigentlich nächste Woche machen, um für mehr Mitmenschlichkeit zu sorgen?'", sagt der 30-Jährige. Dabei ging es den Initiatoren nicht ums Spendensammeln für bestimmte Projekte, sondern um die direkte Mobilisierung: "Mach du etwas in der deiner Umgebung und zeige es uns im Netz!"

    Facebook ist eine undankbare Plattform

    "Es ist echt schwierig, Leute zu solidarischen Aktionen zu bewegen",sagt Peter. Dazu kam, dass Facebook eine undankbare Plattform ist: Ihre Reichweite ebbte danach schnell wieder ab, und es hätte eine große Werbemaßnahme mit viel Geld gebraucht, um das zu ändern. Doch das wollte der Verein nicht. Ein weiterer Faktor war die Zeit: Die Jungs hatten ihr Studium in Offenburg beendet, ihre Wege trennten sich, es wurde schwieriger, ein Treffen zu organisieren.

    "Und darin liegt unser Misserfolg", gesteht Peter, der inzwischen eine kleine Influencer-Marketing-Agentur in Hamburg leitet. "Uns ging es nie darum, Geld zu verdienen. Man muss die sozialen Netzwerke nur so stark befeuern, dass es sich für uns einfach nicht mehr lohnt. Es würde jetzt zu viel Zeit und Energie kosten." Danach hat sich das Team eine sechsmonatige Auszeit gegönnt.

    Be Japy hat am Ende doch allen Glück gebracht

    Dennoch hat "Be Japy" allen Glück gebracht: Peter und Lukas, der etwas später zum Verein stieß, haben dadurch ein Stipendium in der Hansestadt bekommen. Yannik macht seinen Master in der Stuttgart., Julian arbeitet in der Schweiz, Peter, Andi und Lukas konnten den sozialen Aspekt sogar in ihre Berufe integrieren. "Ich habe meine Stelle in Hamburg unter der Bedingung angetreten, ein gewisses Budget für soziale Projekte zur Verfügung zu haben", sagt Peter. "Unsere Blogger erreichen pro Monat fünf bis zehn Millionen Leute. Das ist eine große Verantwortung, aber auch ein großes Potential. Es war mir wichtig, dass sie ihre Reichweite auch für den guten Zweck nutzen. Andreas ist bei einem Verlag, der auch für die Caritas tätig ist." Und Peter betont, dass er es keinesfalls bereut, den Verein gegründet zu haben. Jeder sollte sich fragen, was er der Gesellschaft zurückgeben kann. "Trotz unseres Scheiterns war "Be Japy" eine der besten Erfahrungen, die wir haben machen können", glaubt er. "Dadurch haben wir viel gelernt."

    Aktion Kleiderspende ging in die Hose

    "Eine unserer Aktion ist im wahrsten Wortsinn komplett in die Hose gegangen: Spende deine Kleider." Dabei ging es ums Ausmisten. "Der Grund: Es gab keinen emotionalen Träger, kein Feedback, daher hat es einfach nicht funktioniert." Trotz monatelanger Kommunikation sei am entsprechenden Tag nichts passiert. "Videos aus Mexiko und von den Philippinen mit guten Taten haben uns dagegen sehr gefreut."

    Auch wenn der "Be Japy"-Weg erst einmal zu Ende ist, sind Lukas und Peter sicher, dass sie noch mal etwas machen werden. "Wir treffen uns vor Weihnachten, wollen die Vereinsauflösung besprechen und entscheiden, wohin die dreitausend Euro Spendengelder gehen", berichtet Peter Wilhelm. "Ziel ist es, uns mit einem ähnlich tollen Video zu verabschieden …" Manchester Bienen Tattoos_11Uhr

    Logistikkonzern Amazon: Der Herr der Dinge: Wie Amazon-Chef Jeff Bezos zum reichsten Mann der Welt wurde

    Logistikkonzern Amazon: Der Herr der Dinge: Wie Amazon-Chef Jeff Bezos zum reichsten Mann der Welt wurde


    Der Roboter mit den vier Rotoren schwebt herab aus dem grauen Himmel. Langsam senkt er sich auf das Feld. Und setzt vorsichtig ein kleines Paket ab. Vor 13 Minuten hat ein älterer Herr im englischen Cambridge Popcorn bestellt. Übers Internet. Jetzt...

    Der Roboter mit den vier Rotoren schwebt herab aus dem grauen Himmel. Langsam senkt er sich auf das Feld. Und setzt vorsichtig ein kleines Paket ab. Vor 13 Minuten hat ein älterer Herr im englischen Cambridge Popcorn bestellt. Übers Internet. Jetzt hält er es in Händen. Geliefert hat es diese Drohne von Amazon. Sie fliegt autonom. Sie sieht selbst. Sie steuert sich selbst.

    Was wie eine utopische Vorstellung klingt, wird in Großbritannien bereits erprobt. Und ist für Gur Kimchi erst der Anfang. "Der Luftraum ist unterbenutzt", analysiert er nüchtern. Kimchi ist Chef des Drohnenprogramms des Onlinehändlers. Es gehe doch darum, die Probleme der Kunden zu lösen, sagt er. Schnell. Und schneller. In Großstädten könnten Roboter auf Dächern landen, am Stadtrand in Gärten. Ach was, Kimchi träumt von einem ganzen Himmel voller Drohnen. Das Warten im Stau wegen eines verfluchten Liters Milch? Die Roboter könnten alles liefern. Lebensmittel, Medikamente, Turnschuhe. Amazon hat schon Patente für luftgestützte Warenhäuser angemeldet. Wie Bienen in den Bienenstock sollen die Drohnen dorthin fliegen. Und wieder weg. Unentwegt. Unermüdlich.

    Ein Kaufhaus mit rund 300 Millionen Artikeln

    Natürlich sind das radikale Ideen. Vielleicht werden sie nie Wirklichkeit. Aber mit genau solchen Ideen, mit Technik, Daten und Robotern ist Amazon zu einer Supermacht geworden. Anfangs lächelte die Konkurrenz über die Visionen des Gründers und Chefs Jeff Bezos. Doch der fegte Rivalen weg und lachte, laut und scheppernd. "Ich tanze in die Arbeit", hat er kürzlich kokettiert.amazon 2001

    Binnen zwei Jahrzehnten hat Bezos aus dem 1994 gegründeten Unternehmen einen Giganten geformt, ein Kaufhaus mit rund 300 Millionen Artikeln, vom Fernseher bis zum frischen Fisch, mit mehr als 300 Millionen Kunden, unzähligen Bringdiensten und eigenen Filmstudios. 250 Millionen Dollar steckt er in die Fernsehrechte an der "Herr der Ringe"-Saga, um eine Serie zu drehen. Er hat den "Prime Day" im Juli erfinden lassen, um die Menschen in einen lukrativen Kaufrausch zu versetzen, gerade erst folgten mit dem "Black Friday" und dem "Cyber Monday" weitere Umsatzbringer. Und das ist längst nicht alles. Niemand vermietet so erfolgreich digitalen Speicherplatz wie Bezos' Cloud-Dienst Amazon Web Services. Klingt sturzlangweilig. Ist aber ein Riesengeschäft. Der Modehändler Zalando gehört zu den Kunden, die Deutsche Bahn mit ihrer App "Navigator" sowie 70 Prozent der Dax-30-Unternehmen. Ach ja, eine Firma für Weltraumfahrten besitzt Bezos auch. Und als Hobby hat er sich vor ein paar Jahren die damals etwas müde "Washington Post" gekauft – heute ein journalistisches Flaggschiff im Kampf gegen den Trump-Wahn.amazon 3002

    Wie Nervenbahnen ziehen sich seine Geschäfte und Dienste immer dichter durch das Wirtschaftsleben. Bezos ist jetzt der reichste Mensch der Welt, "Forbes" schätzte sein Vermögen gerade erst auf mehr als 100 Milliarden Dollar, das sind mehr als 84 Milliarden Euro. In der Galerie der größten Unternehmer des digitalen Zeitalters steht er auf einer Stufe mit Steve Jobs, dem verstorbenen Apple-Chef.

    Aus Daten werden Muster

    Bezos will seine Kunden schnell bedienen, immer schneller, warum nicht mit Drohnen? Er optimiert, unentwegt, rücksichtslos. Jede Hürde im Handel soll fallen, für den maximalen Konsum im Amazon-Reich. Im Gegenzug geben ihm die Kunden, anders als in klassischen Kaufhäusern oder Supermärkten, nicht nur Geld, sondern auch Daten.

    In Zeiten von Google und Facebook ist das noch keine Sensation. Aber Bezos sammelt besonders wertvolle Daten. Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist. Bezos weiß, was seine Kunden essen, was sie trinken, welche Bücher sie lesen, welche Musik sie hören, welche Filme sie lieben. Und unablässig geben diese Daten seinen Nervenbahnen Impulse für neue Geschäfte. Du kaufst eine Taucherbrille. Brauchst du noch Flossen? Oder Sonnencreme? Niemand kommt den Menschen so nahe.Amazon Hunde 8.01

    Tolkiens "Herr der Ringe" hat Bezos schon als Schüler verschlungen. Aber er war auch ein ehrgeiziges Wunderkind, ein Technikfreak, an der Elite-Universität Princeton studierte er später Informatik. Reich wurde er an der Wall Street, bei einem Hedgefonds, der früh auf kühle Datenanalyse und den Computerhandel setzte. Nebenbei traf Bezos dort seine spätere Frau MacKenzie.

    Auch bei Amazon setzte er Maschinen, Programme, Algorithmen früh gezielt ein. Jetzt aber ist er drauf und dran, eine völlig neue Stufe zu erreichen: denn Computer sind nun intelligent. Sie können aus Erfahrung lernen, sich selbst verbessern, all die gesammelten Daten zu Mustern zusammenfügen, selbst denken – und etwas vorhersagen. Immer genauer. Bezos kann so die Wünsche seiner Kunden früher erkennen denn je, manchmal sogar früher als die Kunden selbst. Von einem "goldenen Zeitalter der künstlichen Intelligenz" schwärmt er. Mehr noch. Es gebe keine Institution auf der ganzen Welt, die mit dieser Wundertechnik nicht verbessert werden könne. Es klingt, als könne er alle zuckenden Nervenbahnen nun zusammenführen, zu einem Wesen.

    Was genau hat er vor? Was plant er mit Drohnen und Robotern? Mit Alexa, seiner künstlichen, sprechenden Assistentin? Und was bedeutet das für die Menschen?amazon 6004

    Der stern hat über Monate hinweg Amazon-Standorte besucht, in den USA und Deutschland, hat mit jenen gesprochen, die Maschinen erfinden und zum Leben erwecken. Sie alle arbeiten daran, dass Jeff Bezos nicht nur Herr der Dinge wird, sondern auch Herr der Wünsche – ein allwissender Weihnachtsmann, Lieferung sofort und kostenlos. Sie tun das im Namen ihrer Kunden – und verschieben dabei doch etwas Fundamentales: die Grenze zwischen Mensch und Maschine. Ist das Fluch oder Segen?Amazon_Roboter

    Mit deutscher Logistik

    Mike Roth ist stolz: "Niemand anderes auf der Welt stellt Pakete aus so vielen unterschiedlichen Einzelteilen zusammen wie wir." Roth steht im Eingangsbereich des Amazon-Logistikzentrums BFI4 in Kent im US-Bundesstaat Washington, ganz im Nordwesten. Das Werk ist ein riesiger, heller Kasten, 80.000 Quadratmeter groß, 2500 Mitarbeiter, eine halbe Stunde von der Konzernzentrale in Seattle entfernt. Über den knallblauen Drehkreuzen am Eingang steht: "Work hard. Have fun. Make history". Wer reinwill, muss durch einen Sicherheitscheck mit Metalldetektoren, wie am Flughafen. In der Halle surren und rattern Förderbänder, gelbe Wannen fliegen durch den Raum.amazon 7005

    Roth, 51, Jeans, hochgekrempelte Hemdsärmel, strahlt etwas Dynamisches, Zupackendes aus. Hier nennen ihn alle "Mike". Aber eigentlich heißt "Mike" Michael und kommt aus Deutschland. Seit 18 Jahren ist er einer von Jeff Bezos' wichtigsten Helfern. Als Amazons Cheflogistiker zuständig dafür, dass die Logistikzentren, die "Fulfillment Center" (FC), so schnell funktionieren wie nur irgend möglich. Kein Kunde soll länger auf seine Bestellung warten als notwendig. Noch immer sind die Zentren Amazons Rückgrat. Wenn es hier hakt, kommen Geschenke zu spät.

    Roth zeigt ein FC der neunten, der jüngsten Generation. Er erklärt, wie Computer Wannen sortieren, wie sie Verpackern die richtige Kartongröße vorschreiben, wie Maschinen Klebebänder auf die richtige Länge schneiden und Adressetiketten per Luftdruck gleichsam auf die Pakete küssen.amazon 8006

    Vor allem aber stellt Roth die neuen Kollegen vor: Roboter. Denn hier arbeiten Mensch und Maschine Hand in Hand. Durch die Halle zieht sich ein schwarzer Gitterzaun mit Lücken. Dort stehen Angestellte mit Computer und Scanner. Einer von ihnen ist Kimihia Holmes, ein sogenannter Stower. Er muss neue Waren in Regalen verstauen. Hinter dem Zaun, mit ein wenig Abstand, reihen sich schier endlos und eng gelbe Plastikregale.

    Segen oder Fluch?

    Früher mussten Stower durch die Reihen laufen, um freie Plätze zu finden. Jetzt kommen die Regale zu ihnen. Und wie! Hinter dem Gitter tanzen, so scheint es, gelbe Regale Ballett, schweben lautlos vor und zurück, nach links und rechts, aneinander vorbei. Fehlt nur noch Musik. Getragen werden sie von orangefarbenen, tellerartigen Robotern, jeder 159 Kilo schwer, 5,5 Stundenkilometer schnell. Eins der Regale fährt vor. Der Computer empfiehlt Holmes ein Fach. Der guckt, prüft, verstaut. Knopfdruck. Und ab. Umgekehrt funktioniert es genauso. Wird etwas bestellt, fährt ein Regal bei einem "Picker" vor.amazon 9007

    Das neue System spart Platz und vor allem: Zeit. Um 20 Prozent, sagt Mike Roth, hätten sie die Produktivität erhöht. In Deutschland tanzen die Roboter auch, in Amazons neuem FC in Winsen an der Luhe, nahe Hamburg. Die Wannen sind da schwarz.

    Segen oder Fluch? Kann sich Amazon so nicht auch gleich die Menschen sparen, Menschen wie Kimihia Holmes? Der Punkt ist für Amazon heikel, wirft doch selbst US-Präsident Donald Trump Jeff Bezos in seinen Tweets vor, Arbeitsplätze zu vernichten. Roth schüttelt den Kopf. "Nein", sagt er. "Die Roboter nehmen Menschen keine Arbeit weg. Die beiden ergänzen sich." Es sei wie bei einem Arzt. Da sorgten Krankenschwestern dafür, dass der Arzt, die wichtigste Kraft, möglichst viele Patienten gut behandeln kann. So sei es auch hier. Kimihia Holmes ist in diesem Bild der Arzt. Dr. Stower.amazon 10008

    Und noch etwas, sagt Roth. Wenn Amazon dank der Roboter schneller werde und wachse, dann entstünden doch Arbeitsplätze. Und tatsächlich: Wie verrückt stellt Amazon gerade ein, im Sommer schrieben sie in den USA an einem einzigen Tag 50.000 Stellen aus. In Kent warteten Bewerber in langen Schlangen. In Winsen heuerte Amazon in diesem Jahr 2700 Mitarbeiter an.

    Mehr Mitarbeiter als Siemens

    Der Gigant ist straff organisiert. "Amazon ist ein Ansatz", sagt Jeff Bezos – mit 14 "Führungsprinzipien", seinen 14 Geboten. Das wichtigste lautet: Mitarbeiter müssen von Kunden "besessen" sein, von ihren Wünschen, ihren Problemen. Bis heute liest Bezos persönlich Beschwerdemails. Manche leitet er an seine Unterchefs weiter, nur mit einem Fragezeichen versehen. Ein weiteres Gebot besagt: Erfinde und vereinfache. Optimiert, sucht Neues. Und alles wird überwölbt vom Glaubensbekenntnis: "Es ist immer noch Tag eins". Du darfst nie ruhen, heißt das. In Seattle hat Bezos das Hauptgebäude "Day One" getauft. Als stete Mahnung. Denn an Tag zwei droht der Untergang. In deutschen Ohren mag das befremdlich klingen, sektenhaft. Aber Bezos hat mit seinem "Ansatz" Erfolg.amazon 11 Blue Origin009

    In Deutschland hat er nun mehr als 16 500, weltweit rund 540.000 Mitarbeiter, deutlich mehr als etwa Siemens (rund 350.000), vor allem aber deutlich mehr als die anderen Digitalriesen Facebook (rund 23.000) und Google (rund 78.000). Dieser Unterschied ist ihnen wichtig. "Unser Fußabdruck in Europa ist tiefer als der Abdruck von Suchmaschinen und sozialen Netzwerken", sagt Russ Grandinetti, einer aus Bezos' engstem Führungszirkel. "Wir bewirken etwas vor Ort." Wir sind Arbeitgeber, Wirtschaftsfaktor, soll das heißen. Grandinettis Worte sind Teil einer neuen Strategie, Kritik zu begegnen. Immer wieder ist das Arbeitsklima bei Amazon angeprangert worden, als zu brutal, zu fordernd. Und auch politisch droht zunehmend Ärger. In den USA warnen Kritiker vor Amazons Allmacht und fordern sogar, den Konzern zu zerschlagen. In Deutschland ist die Skepsis gegenüber amerikanischen Digitalgiganten ohnehin groß.

    "Es gibt oft Kritik", sagt Grandinetti. "Aber wir dürfen kein Mysterium aus uns machen. Die Leute müssen ein klares Bild davon haben, wer wir sind und was wir tun." Amazon will sich zeigen. In manchen Logistikzentren gibt es jetzt Führungen, die Presseabteilung haben sie deutlich aufgestockt.amazon 12010

    Nur sieht man die wahre Macht nicht auf den ersten Blick. Bezos' derzeit wohl bekannteste Vertreterin hat nicht mal ein Gesicht oder einen Körper: Alexa, seine künstliche Assistentin, ist nur – Stimme.

    "Alexa, wer hat dich gemacht?"

    "Ein Team von Erfindern. Sie arbeiten bei Amazon."

    Nähert man sich in Seattle dem Viertel South Lake Union, fällt nicht sofort auf, dass das hier Amazon-Land ist. An keinem der Gebäude prangt ein weithin sichtbares Logo. Zur Mittagszeit gibt es kein Vertun mehr. Dann ziehen Tausende Mitarbeiter durch die Straßen. Sie warten vor den dampfenden Food-Trucks oder kaufen Sonnenblumen auf dem Bauernmarkt. Man erkennt sie an den Firmenausweisen, die an Bändern um ihren Hals baumeln. Mehr als 40.000 Menschen beschäftigt Bezos hier, 40 Gebäude belegt Amazon. Und Bezos baut weiter.

    "Die Idee ist, dass der Computer immer um uns herum ist"

    Direkt neben dem "Day One" mit seinen 37 Stockwerken liegen drei riesige Kugeln aus Glas und Stahl, bis zu 27 Meter hoch. Das sind die "Spheres", eine Biosphäre mit mehr als 40.000 Pflanzen. Dort dürfen die Mitarbeiter demnächst wandeln, um – alles hat hier eine Funktion – Ideen zu entwickeln.

    Den Anstoß für die Entwicklung von Alexa gab Jeff Bezos selbst. Er ist Fan der Science-Fiction-Serie "Star Trek". Im Raumschiff "Enterprise" kann Captain Kirk jederzeit mit einem nahezu allwissenden Computer mit Frauenstimme sprechen. So etwas wollte Bezos auch. Und ließ Alexa programmieren und den Echo bauen, jenen zylinderförmigen Lautsprecher, in dem sie wohnt. Seit 2015 gibt es das Gerät in den USA, seit Februar 2017 in Deutschland.amazon 13011

    Im Prinzip ist Alexa ein großes Computerprogramm, das in der Cloud steckt. Der Echo leiht ihr Ohr und Mund. Deutsch sprechen hat Alexa in Polen gelernt. In einem Studio in Danzig hat eine Synchronsprecherin anfangs wochenlang sinnlose Sätze diktiert, damit Alexa sogenannte Phoneme lernen konnte. Das sind Laute, die Alexa jetzt wie Puzzleteile wieder zu Worten und Sätzen zusammenfügt.

    Das Neue an sprachgesteuerten Assistenten ist, dass sie eine natürliche Art des Umgangs zwischen Mensch und Maschine ermöglichen sollen. Beim Einkaufen auf Amazon soll jede Barriere verschwinden. Man muss nicht mal mehr auf Computer oder Smartphone tippen.amazon 14012

    David Limp, früher bei Apple ein direkter Mitarbeiter von Steve Jobs, jetzt bei Jeff Bezos für Geräte wie Kindle und Echo zuständig, formuliert das Ziel frei heraus. "Die Idee ist, dass der Computer immer um uns herum ist", sagt er in einem Konferenzraum in Seattle. "Wir nennen das Ambient Computing – Umgebungsintelligenz. Als ich aufwuchs, kannte ich keine Welt ohne Fernseher. Meine Kinder werden kein Haus kennen, mit dem sie nicht sprechen können. Das ist eine ganz andere Welt." Diese Welt versucht Amazon zu gestalten, wie die Pflanzenwelt in Bezos' Biosphäre.

    Bei Amazon wissen sie, dass ihre Big Sister auch abschrecken kann

    In den USA hat Amazon nach Schätzungen bereits 15 Millionen Echos verkauft, Amazons Marktanteil soll bei 70 bis 75 Prozent liegen. Konkurrent Google ist mit seinem schlauen Lautsprecher weit abgeschlagen. Und weil die Umgebung überall ist, versuchen sie, Alexa auch in fremden Geräten unterzubringen. Ford integriert sie in Autos, BMW ab 2018 ebenfalls, LG in Kühlschränke, Sonos in Lautsprecher. Ohren überall.amazon 15013

    "Alexa, bist du da?"

    "Ja, ich bin da. Ich höre zu, sobald du das Aktivierungswort sagst."

    Was für die einen "Star Trek" ist, ist für die anderen "Big Brother". Amazon betont die Vorteile, klar. Stell dir vor, du hast beim Kochen keine Hand frei, um Musik einzuschalten, um die Eieruhr einzustellen, um überall das Licht anzuknipsen. Macht Alexa alles. Und noch viel mehr. Über 25.000 "Skills", Fähigkeiten, hat sie, in deutscher Sprache sind es mehrere Hundert. Alexa kann ein Taxi rufen oder die "Tagesschau" vorspielen. Besonders beliebt ist es, sich von Alexa erinnern zu lassen, welche Mülltonne dran ist – gelb oder grün.

    Amazon erhofft sich viel von Alexa. Natürlich geht es irgendwie ums Einkaufen und ums "Smart Home". Aber das Gold, das sind die Daten. Denn gelingt es einmal, Kunden in eine "intelligente Umgebung" einzubinden, wird Bezos alles über sie wissen. Wann sie aufstehen, wann sie ins Bett gehen, was sie gern kochen. Alexa zeichnet alle Anfragen auf, die sie nach dem Zuruf "Alexa" versteht. Solange am oberen Rand des Lautsprechers ein blauer Ring leuchtet, ist sie ganz Ohr. Alexa ist Lebensrekorder.amazon 16014

    Bei Amazon wissen sie, dass ihre Big Sister auch abschrecken kann. Deshalb sagt David Limp: "Sicherheit ist grundlegend." Der Kunde habe immer die Kontrolle. Alexas Aufzeichnungen könne man löschen, das Mikrofon ließe sich manuell abschalten.

    "Unsere zentrale Frage lautet: Was würde ein Mensch tun?"

    Wie sehr die Menschen Alexa in ihr Leben lassen, wird am Ende wohl davon abhängen, wie sehr die Menschen sie mögen. Und dafür soll Toni Reid sorgen. Sie ist für Alexas Persönlichkeit zuständig – und damit so etwas wie ihre Mutter.

    Grundsätzlich, sagt Reid, habe Alexa ein hilfsbereites Wesen. Sie sei schlau, dennoch bescheiden, manchmal witzig. Mit dem, was sie sagt, und vor allem damit, wie sie es sagt, soll sie Menschen möglichst ähnlich erscheinen. "Unsere zentrale Frage lautet: Was würde ein Mensch tun?", sagt Reid.

    Alexa gibt es bislang in den USA, Großbritannien und für Deutschland und Österreich. Die Charaktere unterscheiden sich in Nuancen. Der Humor der britischen Alexa, sagt Reid, sei trockener als bei der amerikanischen. In Deutschland wählt ein sogenanntes Editorial Team in München die Witze aus, die Alexa erzählt.amazon 17015

    Auch die Art des Sprechens verbessern Reids Leute ständig. In den USA kann Alexa schon flüstern oder zwischendrin kurz Luft holen. Irgendwann soll die Maschine Stimmungen wahrnehmen. Ist der Sprecher nervös? Aufgeregt? Verärgert? "Das sind alles Aspekte der zwischenmenschlichen Kommunikation, die wir noch nicht abbilden", sagt Reid.

    Und noch etwas kann Alexa nicht: einen Dialog führen, eine Voraussetzung, um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Schon jetzt reagiert die Maschine zwar auf Gefühlsäußerungen, sogar mit Empathie. Wenn man ihr etwa von Einsamkeit berichtet, empfiehlt sie ein Gespräch mit einem Freund, Musik oder einen Spaziergang. Aber es kommt keine Nachfrage, es kommt zu keinem Gespräch. "Genau danach streben wir", sagt David Limp. "Alexa soll konversationsfähig sein."

    Eine Maschine mit Gefühlen

    "Alexa, liebst du mich?"

    "Dazu bin ich gar nicht in der Lage. Aber Lovesongs spiele ich gerne für dich."

    Ist Toni Reid erfolgreich, kann es gut sein, dass Alexa demnächst auf Liebesgeständnisse mit mehr reagiert als mit Musik, dass man mit ihr über Gefühle reden kann, über Träume, über Wünsche. Es könnte sein wie in dem Film "Her" aus dem Jahr 2013. Da verliebt sich Hauptdarsteller Joaquin Phoenix in ein Betriebssystem namens Samantha – um dann später festzustellen, dass sie mit Tausenden gleichzeitig flirtet. Why not?

    Macht Toni Reid das keine Angst? Alexas Mutter gibt sich pragmatisch. "Das Maschinenlernen und die Spracherkennung vermindern Reibungsverluste beim Umgang mit dem Computer. Das ist alles. Und das ist nicht böse."amazon 18016

    Fluch oder Segen? Für Jeff Bezos steht Alexa ohnehin nur für einen Teil dessen, was künstliche Intelligenz leisten kann. Ja, sagte er bei einem seiner seltenen Auftritte in diesem Jahr, Alexa und der Echo, das seien die "auffälligen Ergebnisse" dieser Technik. Entscheidend für Amazon sei aber etwa anderes: "Vieles von dem, was für uns wertvoll ist, geschieht unter der Oberfläche: verbesserte Suchergebnisse, verbesserte Produktempfehlungen für Kunden, verbesserte Voraussagen für das Management von Lagerbeständen." Amazons Stimme, sollte das heißen, mag zwar Alexa sein. Doch Amazons Gehirn, das sind die lernenden Algorithmen. Sie sorgen dafür, dass immer neue Nervenbahnen wachsen, neue Geschäfte entstehen.

    Was das konkret heißen kann, führt Ralf Herbrich, 43, in Berlin-Mitte vor. Er ist Chef von Amazons weltweiter Forschung im Bereich Maschinenlernen, so eine Art Vordenker. In den Krausenhöfen hat er im Auftrag von Bezos ein Entwicklungszentrum aufgebaut. Ein Schwerpunkt ist die Analyse von Fotos. Herbrich führt in einen "Restricted Meeting Room". Dort stehen drei Entwickler um eine Maschine auf einem Tisch, so groß wie ein Thermomix. Darüber liegt schwarzes Tuch, sodass das Ding aussieht wie ein ummantelter Walbuckel. Es ist eine Spektralkamera, die das Licht so genau misst, wie es das menschliche Auge nie könnte. Diese Kamera soll nun eine Tomate fotografieren. Und dann soll der Computer dieses Bild mit Bildern anderer Tomaten vergleichen. Weil das Programm Muster analysiert und ständig selbst lernt, weiß es, welche Farbnuancen welchen Reifegrad anzeigen. Unreif. Reif. Faul.Amazon Hunde 8.01

    Drüben, in Berlin-Tegel, im Logistikzentrum von Amazon Fresh, dem Lebensmittelbringdienst, prüfen heute noch Menschen die Früchte. Sie gucken, sie riechen, sie tasten. Ist die Tomate reif genug? Hier genügt der Blick der Kamera. Den Rest erledigen Algorithmen.

    "Beim Bewerten von Erdbeeren sind wir besser als Menschen"

    Meistens jedenfalls. Denn so ganz klappt der Versuch diesmal nicht. Ralf Herbrich juckt das wenig. Es hat schon geklappt, sehr gut sogar. Ganze Stiegen von Erdbeeren haben sie so gescannt, blitzschnell – und die schlechten Früchte aussortiert. "Beim Bewerten von Erdbeeren sind wir besser als Menschen", hat Jeff Bezos jubiliert. Er vermietet Algorithmen jetzt auch. Stundenweise. Wie andere Saftpressen. Als Datenpressen. Maschinenbau 5.0 ist das.

    Und der Mensch? Was unterscheidet den aus Sicht einer Maschine von Tomaten? Ist es nicht so, dass ein präzises Bild von einem Kunden, mit all seinen Vorlieben und Gewohnheiten, Amazon Rückschlüsse erlaubt? Mehr noch, dass es ihn zu einer fast total kalkulierbaren Einheit macht?Amazon_Roboter

    Herbrich ist da sehr vorsichtig. Ja, sagt er, das Empfehlungssystem, mit dem Amazon Kunden Einkaufsvorschläge mache, funktioniere so gut, weil Menschen tatsächlich bestimmten Verhaltensmustern folgten. "Wenn jemand kein absoluter Individualist ist, kann Amazon auf der Grundlage aggregierter und anonymer Daten mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas über sein Verhalten voraussagen." Nur wenn Wünsche außerhalb der Welt von Amazon entstünden – etwa in einem Gespräch mit einem Freund, dann werde es schwer. Er, sagt Herbrich, könne jedenfalls nicht in die Köpfe von Menschen hineinsehen.

    Noch sind sie also frei, die Gedanken, könnte man sagen. Oder: Noch muss der Mensch selbst denken. Bisweilen ist das lästig.

    Aber es ist ja erst Tag eins der neuen Schöpfungsgeschichte. Würden sie bei Amazon sagen.Amazon 9.18

    Zeitung: USA fordern Infos von Deutscher Bank zu Transaktionen mit Flynn-Bezug

    Zeitung: USA fordern Infos von Deutscher Bank zu Transaktionen mit Flynn-Bezug


    Die US-Regierung fordert einem Medienbericht zufolge Informationen von der Deutschen Bank zu Transaktionen mit möglichen Verbindungen zum ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater der USA, Michael Flynn. Die Anforderung sei Teil der Untersuchungen von...

    Die US-Regierung fordert einem Medienbericht zufolge Informationen von der Deutschen Bank zu Transaktionen mit möglichen Verbindungen zum ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater der USA, Michael Flynn. Die Anforderung sei Teil der Untersuchungen von US-Sonderermittler Robert Mueller zu den mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Präsidentschaftswahlkampf, berichtete die Zeitung "Wall Street Journal" am Freitag.

    Flynn hatte sich zuletzt unter dem Druck der Ermittlungen schuldig bekannt, die Bundespolizei FBI über den Inhalt seiner Gespräche mit dem russischen Botschafter belogen zu haben. Flynn kooperiert inzwischen mit Sonderermittler Mueller.

    Bei seinen Ermittlungen zu den mutmaßlichen russischen Einmischungen in den US-Wahlkampf und die mögliche Verwicklung des Teams des heutigen US-Präsidenten Donald Trump in diese Interventionen untersucht Mueller auch Finanzverbindungen zu russischen Geschäftsleuten.

    Zuletzt hatten Insiderkreise der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass es eine sogenannte Subpoena an die Deutsche Bank gab. Dabei soll es um Finanzbeziehungen zu Trump gehen. Bei einer Subpoena handelt es sich um eine rechtlich zwingende Aufforderung, als Zeuge zu erscheinen oder Material zu übergeben. Das Weiße Haus dementierte indes, dass Trump selbst im Visier sei.