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    Europäischer Gerichtshof: EZB-Anleihenkäufe verstoßen nicht gegen EU-Recht

    Europäischer Gerichtshof: EZB-Anleihenkäufe verstoßen nicht gegen EU-Recht


    Die Gegner der billionenschweren Anleihenkäufe der EZB haben vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Niederlage erlitten. Die Richter in Luxemburg erklärten am Dienstag, die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen würden nicht gegen...

    Die Gegner der billionenschweren Anleihenkäufe der EZB haben vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Niederlage erlitten. Die Richter in Luxemburg erklärten am Dienstag, die vor allem in Deutschland umstrittenen Transaktionen würden nicht gegen EU-Recht verstoßen. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Sommer 2017 Zweifel geäußert, ob die Käufe noch in den Kompetenzbereich der Euro-Notenbank fallen. Die Karlsruher Richter sahen „gewichtige Gründe“, dass diese gegen das Verbot der monetären Staatsfinanzierung verstoßen. Sie wandten sich daraufhin an das EuGH. Gegen die Käufe hatten unter anderem der CSU-Politiker Peter Gauweiler, der AfD-Gründer Bernd Lucke und der Berliner Professor Markus Kerber geklagt.

    Der Erwerb von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren ist seit März 2015 die wichtigste Waffe der Währungshüter im Kampf gegen eine schwache Konjunktur und eine aus ihrer Sicht lange zu niedrige Inflation. Doch inzwischen läuft die Wirtschaft wieder besser. Die Euro-Wächter haben deshalb in Aussicht gestellt, die inzwischen auf fast 2,6 Billionen Euro angeschwollenen Transaktionen zum Jahreswechsel einzustellen.

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    Apple Pay startet: Mobiles Bezahlen muss in mehr Situationen möglich sein, fordert Comdirect-Chef Arno Walter

    Apple Pay startet: Mobiles Bezahlen muss in mehr Situationen möglich sein, fordert Comdirect-Chef Arno Walter


    Im Sommer wurde es angekündigt, heute ist es soweit. Apple startet seinen mobilen Bezahldienst in Deutschland — als eines der letzten Länder in Europa. Nun können Verbraucher in Supermärkten, die über ein NFC-Terminal verfügen, kontaktlos mit...

    Im Sommer wurde es angekündigt, heute ist es soweit. Apple startet seinen mobilen Bezahldienst in Deutschland — als eines der letzten Länder in Europa. Nun können Verbraucher in Supermärkten, die über ein NFC-Terminal verfügen, kontaktlos mit ihrem iPhone bezahlen. Voraussetzung dafür ist eine Kreditkarte bei einer teilnehmenden Bank — und da gibts es in Deutschland bisher nicht so viele. 

    Die Volks- und Raiffeisenbanken sind nicht vom Start ab dabei, genausowenig wie die Sparkassen und viele andere Finanzinstitute und Direktbanken. Unter anderem ist die Deutsche Bank, N26 und auch Comdirect Launchpartner von Apple Pay in Deutschland. Comdirect-Chef Arno Walter hat exklusiv mit Business Insider über den Start von Apple Pay gesprochen und verrät unter anderem, warum es ihm wichtig war, den Dienst von Beginn an den Kunden anzubieten. Aber auch das mobile Bezahlen allgemein thematisieren wir im Gespräch — schließlich ist das Bargeld in Deutschland noch immer außergewöhnlich beliebt.

     

    Business Insider: Heute startet Apple Pay als mobile Zahlungsalternative in Deutschland. Comdirect ist direkt von Anfang an dabei, während viele andere Banken auf dem deutschen Markt noch zögern. Warum war es Ihnen wichtig, Ihren Kunden diesen Service direkt zur Verfügung zu stellen?

    Arno Walter: „Als Bank möchten wir uns in die Lebenswelt unserer Kunden einfügen. 80 Prozent der Deutschen besitzen ein Smartphone und nutzen es bereits heute häufig nicht nur zur Kommunikation, sondern für alle möglichen Dinge des Alltags. Auch Bankgeschäfte werden immer häufiger darüber abgewickelt. Mobiles Bezahlen ist für uns die konsequente Fortsetzung unserer Strategie, der smarte Finanzbegleiter unserer Kunden zu sein.“

    BI: Darum waren Sie vermutlich auch Launchpartner von Google Pay, das im Sommer dieses Jahres startete.

    Walter: „Der Dienst wird von unseren Kunden gut angenommen. Von denjenigen, die Google Pay aktiviert haben, nutzen es mehr als die Hälfte regelmäßig, also mehr als fünfmal im Monat. Google Pay steht bislang nur Android-Nutzern zur Verfügung, über Apple-Geräte war dies leider nicht möglich. Die Nachfrage unsere Kunden mit einem iPhone nach Apple Pay war daher groß.“

    BI: Ist die Entscheidung in Ihrem Haus darüber schnell gefallen, oder gab es Diskussionsbedarf in der Vorstandschaft?

    Walter: „Uns war klar, dass wir von Anfang an bei Apple Pay dabei sein wollen — auch weil unsere Kunden das von uns erwarten.“

    BI: Viele Banken und auch die Sparkassen in Deutschland wollten zunächst die Akzeptanz der Kunden in Bezug auf Apple Pay abwarten, um sich später zu entscheiden, ob man den eigenen Kunden diese Technologie anbietet oder eventuell doch lieber auf eine hauseigene Lösung setzt. Überrascht Sie dieses Zögern der Konkurrenz?

    Walter: „Zu unseren Wettbewerbern möchte ich mich nicht äußern. Wir als Comdirect haben uns mit Google- und Apple Pay bewusst für Lösungen von Big Techs entschieden, eben weil sie bereits eine große Marktakzeptanz haben. Android hat in Deutschland einen Marktanteil von über 80 Prozent. Und Apple-Nutzer sind grundsätzlich technikaffin und offen für mobile Bezahlmethoden. Das zeigt auch die starke Nachfrage nach Apple Pay.“

    BI: Glauben Sie, dass Bezahldienste wie Apple Pay oder auch Google Pay, das Sie auch anbieten, für Kunden ein Entscheidungskriterium bei der Wahl der Bank ist?

    Walter: „Davon bin ich überzeugt. Man muss sich ja nur einmal in den sozialen Medien die Reaktionen der Kunden von Banken ansehen, die weder bei Google- noch bei Apple Pay dabei sind.“

    BI: Deutschland gilt aber als Nation, die das Bargeld noch immer als favorisierte Bezahlmethode angibt. Wird sich dennoch hierzulande das Thema Mobile Payment durchsetzen?

    Walter: „Das hängt natürlich auch davon ab, wie der Handel mitspielt, sprich wo man überhaupt mobil bezahlen kann. Voraussetzung dafür ist, dass die Kassenterminals mit Kontaktlos-Funktion ausgestattet sind. Bereits heute kann man in vielen Supermärkten und Geschäften kontaktlos zahlen. Für die Akzeptanz des mobilen Bezahlens wäre es wichtig, dass es gerade auch in Situationen wie dem Brötchenkauf oder beim Fahrkartenkauf möglich ist.“

    BI: Ihren Kunden bieten Sie auch bereits an, Überweisungen per Sprache über den Google Assistent in Auftrag zu geben. 

    Walter: „Tatsächlich kooperieren wir mit Amazon, Apple und Google, um unseren Kunden innovative Lösungen anbieten zu können, die ihnen das Banking so einfach, schnell und bequem wie möglich machen. Comdirect war die erste Bank in Deutschland mit einem Alexa-Skill und auch Launchpartner von Google Assistant in Deutschland. Bei der Spracherkennung ist die Technik von Amazon und Google führend.“

    BI: In Deutschland wühlen zahlreiche Fintechs die Finanzbranche auf. Treibt sie diese Entwicklung zu immer stärkeren Innovationen?

    Walter: „Als eine der ältesten Direktbanken Deutschlands ist Comdirect ja eigentlich ein Fintech erster Stunde. Kooperationen mit Start-ups aus dem Finanzsektor inspirieren uns zu neuen, smarten Lösungen für unsere Kunden. Mit der Comdirect Start-up Garage bieten wir jungen Unternehmern eine gute Plattform für das Entwickeln von Prototypen. Daneben haben wir aber auch zahlreiche andere Formate, um Innovationen zu generieren. Die Digitalisierung ist schon längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und schreitet unaufhaltsam voran — und sie bietet eine Menge Chancen, die wir als Bank nutzen möchten.“

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    Eine Bremerin hat einen Online-Shop gegründet, in dem der Kunde den Preis bestimmt

    Eine Bremerin hat einen Online-Shop gegründet, in dem der Kunde den Preis bestimmt


    Wer im Online-Gewürzeshop von Laura Brandt eine Dose Ceylon Zimt kaufen will, muss sich entscheiden: „Wie viel ist dir dieses Produkt wert?“ wird der Kunde gefragt. Denn statt eines Festpreises findet der Nutzer den Knopf „Preis bestimmen“...

    Wer im Online-Gewürzeshop von Laura Brandt eine Dose Ceylon Zimt kaufen will, muss sich entscheiden: „Wie viel ist dir dieses Produkt wert?“ wird der Kunde gefragt. Denn statt eines Festpreises findet der Nutzer den Knopf „Preis bestimmen“ vor.

    Nach einem Klick öffnet sich ein Schieberegler, in dessen Mitte ein Referenzpreis von 6,50 Euro steht. Zieht der Käufer den Pfeil nach links, wird die Ziffer immer niedriger - bis zu einem Euro. Zieht er ihn nach rechts, wird sie immer höher. 

    Bietet die Bremerin ein Paradies für Schnäppchenjäger an? Nutzen Kunden das Preismodell nicht schamlos zu ihrem Vorteil aus? „Nein“, sagt die 34-Jährige, die mit ihrem Internetshop „Yummy Organics“ vor einem Jahr startete. „Bisher waren es nur Einzelfälle, in denen weniger als der Referenzpreis gezahlt wurde.“

    „Pay what you want“ führt sogar zu höheren Einnahmen

    Die meisten seien sogar bereit, 25 Prozent mehr zu überweisen. „Das klappt erstaunlich gut“, sagt Laura Brandt. Das liege daran, dass sie die gesamte Lieferkette vom Kleinbauern in Sri Lanka bis zum Versand offenlege und den Nutzern erkläre, welche Konsequenzen ihre Entscheidung habe. Wer online den Regler auf einen Euro schiebt, liest: „Leider können weder wir noch die Bauern überleben, wenn wir unsere Produkte verschenken...Vielleicht überlegst du es dir ja nochmal?“

    Wer dagegen bereit ist, deutlich mehr zu zahlen, erhält ein Lob und die Garantie, dass faire Löhne gezahlt und Gewinne in soziale Projekte investiert werden. „Meine Zielgruppe sind Menschen, die etwas Gutes tun möchten“, betont die Gründerin.

    Museen und Cafés experimentieren mit selbstbestimmten Preisen

    „Pay what you want“ - zahle so viel, wie du willst: Mit diesem Prinzip sorgten schon Theater, Konzertveranstalter, Zoos und Museen bundesweit für Aufmerksamkeit, so auch die Große Kunstschau Worpswede. Vor drei Jahren durften die Besucher an den Adventssonntagen selbst den Eintrittspreis bestimmen. Das Resultat: „Es sind mehr Besucher gekommen und andere als sonst“, sagt der damalige kaufmännische Geschäftsführer, Philipp Stanehl.

    Unterm Strich habe das Museum höhere Einnahmen erzielt als üblich. Zwar hätten die meisten weniger als die regulären acht Euro Eintritt hingelegt. „Aber viele, die eigentlich frei ins Haus hätten kommen können, haben trotzdem etwas gezahlt“, sagt Stanehl.

    Ähnliche Erfahrungen machen Fiona und Christian Brinker. Das Paar führt seit drei Jahren unter dem Motto „Preislos glücklich“ das Kulturcafé „Findus“ in Bremerhaven. Auf der Getränke- und Speisekarte stehen keine festen Preise. „Wir geben unseren Gästen einen großen Vertrauensvorschuss, und der wird nicht ausgenutzt“, sagt der 29-jährige Christian Brinker. Die meisten hätten aber Schwierigkeiten, den Wert einer Speise einzuschätzen. „Wir kommen dann darüber ins Gespräch“, sagt Brinker. „Viele wollen die Sicherheit haben, einen angemessenen Preis zu bezahlen.“

    Preis als Zeichen der Wertschätzung

    Ein Vorteil des Bezahlsystems sei es, individuelle Portionen servieren zu können, unterstreicht Brinker. Außerdem biete es den Gästen die Möglichkeit, eine Rückmeldung darüber zu geben, wie zufrieden sie waren. Manche würden mehr als üblich geben. „Dafür kann jemand, der nicht viel Geld hat, auch mal für 50 Cent einen Kaffee trinken“, betont der Gastwirt.

    Damit die Strategie funktioniere, sei der persönliche Kontakt und damit die soziale Kontrolle entscheidend, sagt Professor Klaus Schmidt vom Seminar Wirtschaftstheorie der Ludwig-Maximilian-Universität München, der dazu schon Experimente gemacht hat.

    Ganz ohne soziale Kontrolle geht es nicht

    „Es ist wichtig, dass man den Kunden in die Augen schauen kann.“ Gut sei es, wenn Kunden keine zusätzlichen Kosten verursachten, zum Beispiel in Museen. „Die Fixkosten dort sind immer gleich“, betont Schmidt. Wenn Anbieter teurer Artikel jedoch bei jedem Verkauf Verluste machten, sei das Geschäft schnell am Ende.

    Das weiß auch Laura Brandt. Deshalb hat sie eine Absicherung in ihr Modell eingebaut. Kein Kunde kann mehr als fünf Produkte unter Wert in den Warenkorb legen. Vereinzelt aber wurden tatsächlich schon Gewürze für nur einen Euro gekauft. In das Paket für eine solche Kundin legte Laura Brandt eine Postkarte mit dem Hinweis, dass ihr Handel so auf Dauer nicht existieren könne. „Daraufhin hat sie mir eine E-Mail geschrieben und sich entschuldigt. Sie habe sich verleiten lassen. Nun fühle sie sich schlecht“, schmunzelt Laura Brandt. Beim nächsten Mal werde sie mehr zahlen. „Das fand ich sehr stark.“

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    Macron will „Gelbwesten“ mit sozialen Maßnahmen besänftigen

    Macron will „Gelbwesten“ mit sozialen Maßnahmen besänftigen


    Der französische Präsident Emmanuel Macron reagiert mit sozialen Maßnahmen auf die Proteste der „Gelbwesten“. In seiner ersten persönlichen Stellungnahme seit über einer Woche betonte das Staatsoberhaupt am Montagabend aber auch, er halte an...

    Der französische Präsident Emmanuel Macron reagiert mit sozialen Maßnahmen auf die Proteste der „Gelbwesten“. In seiner ersten persönlichen Stellungnahme seit über einer Woche betonte das Staatsoberhaupt am Montagabend aber auch, er halte an seiner Reformagenda fest und werde die Vermögenssteuer nicht wieder einführen. „Wir wollen ein Frankreich, in dem man in Würde von der eigenen Arbeit leben kann, und wir sind dabei zu langsam vorangekommen“, erklärte Macron.

    Die Unruhen waren vor vier Wochen ausgebrochen, als Hunderttausende aus Ärger über die geplante Erhöhung der Ökosteuer auf die Straße gingen. Die Proteste richteten sich zunächst nur gegen die Reformpolitik Macrons, gipfeln mittlerweile jedoch in Rufen nach einem Rücktritt des ehemaligen Investmentbankers vom höchsten Staatsamt.

    Der Präsident kündigte an, ab kommenden Januar solle der Mindestlohn um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Ruheständler, die eine Rente unter 2000 Euro beziehen, sollen von Steuererhöhungen ausgenommen werden. Zudem solle die Steuerhinterziehung bekämpft werden. „Wir werden auf die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen mit scharfen Maßnahmen reagieren, indem wir schneller Steuern senken, indem wir unsere Ausgaben unter Kontrolle halten, aber nicht mit diametralen Kehrtwenden“, sagte Macron.

    Das Staatsoberhaupt steht vor einem schwierigen Spagat: Einerseits muss er den Ärger in der Mittelschicht und der Arbeiterklasse über Sparmaßnahmen dämpfen, andererseits muss er den Eindruck vermeiden, dem Druck der Straße nachgegeben zu haben. Macron räumte ein, in den vergangenen 18 Monaten sei es nicht gelungen, eine Antwort auf die Malaise der vergangenen 40 Jahre zu finden. Die Wut im Land sei eine große Wut und gerechtfertigt.

    Die Unruhen waren vor vier Wochen ausgebrochen, als Hunderttausende aus Ärger über die geplante Erhöhung der Ökosteuer auf die Straße gingen. Die „Gelbwesten“-Bewegung gilt als größte politische Herausforderung für den 40-Jährigen in dessen 18-monatiger Amtszeit im Elysee-Palast. Die Proteste lasten zusehends auf der Wirtschaft. Der Präsident steht in der Kritik, weil er trotz der Proteste seiner gelbe Warnwesten tragenden Gegner seit über einer Woche die Öffentlichkeit gemieden hat.

    Vor der Stellungnahme Macrons hatte Finanzminister Bruno Le Maire erklärt, Pläne einer Digitalsteuer voranzutreiben: „Wenn man auf der Suche nach Geld ist, sollte man bei den Digitalfirmen anklopfen“, sagte er dem Radiosender RTL. Die Bemühungen um eine gemeinsame Digitalsteuer in der EU stecken in einer Sackgasse. Frankreich will die geplante Steuer für Internetkonzerne wie Facebook und Google jedoch auch ohne Einigung innerhalb der EU im Alleingang einführen.

    KONJUNKTURAUSSICHTEN EINGETRÜBT

    Im Zuge der Proteste trüben sich die Konjunkturaussichten Frankreichs ein. Die Notenbank in Paris halbierte ihre Prognose für den Zuwachs der Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2018 auf 0,2 Prozent. Auch Le Maire erwartet einen Dämpfer. „Ich denke, die aktuellen Ereignisse dürften dazu führen, dass wir im letzten Quartal ein Wachstum von 0,1 Punkte verlieren.“ Das entspräche einem Verlust von zwei Milliarden Euro.

    Der Notenbank zufolge stört die Protestwelle insbesondere Lieferketten in der Industrie. Auch der Einzelhandel leide. Dies belegen Daten aus der Branche: In den großen Einkaufszentren wurde allein am vorigen Wochenende ein Besucherrückgang von 17 Prozent verzeichnet. Nach Schätzungen des Branchenverbandes sind den Geschäften im wichtigen Weihnachtsgeschäft etwa eine Milliarde Euro an Einnahmen verloren gegangen. Viele Händler hielten ihre Läden aus Sorge vor Vandalismus geschlossen.

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    Bahn-Warnstreik: Weiter Zugausfälle und Verspätungen im Fernverkehr

    Bahn-Warnstreik: Weiter Zugausfälle und Verspätungen im Fernverkehr


    Wegen logistischer Probleme infolge des bundesweiten Bahn-Warnstreiks vom Montag kommt es auch am Dienstag noch zu einzelnen Zugverspätungen und -ausfällen im Fernverkehr. Dies sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn der Deutschen Presse-Agentur am...

    Wegen logistischer Probleme infolge des bundesweiten Bahn-Warnstreiks vom Montag kommt es auch am Dienstag noch zu einzelnen Zugverspätungen und -ausfällen im Fernverkehr. Dies sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn der Deutschen Presse-Agentur am Morgen.

    Der Grund: Züge und Personal seien nach dem vierstündigen Warnstreik am Montagmorgen nicht dort, wo sie nach Fahrplan sein sollten. Reisende sollten deshalb kurz vor ihrer Fahrt checken, ob und wann ihr Zug tatsächlich fährt. Der Regional- und S-Bahn-Verkehr soll laut dem Sprecher nach Fahrplan fahren.

    Der Warnstreik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte am Montag große Teile des Zugverkehrs in Deutschland stundenlang lahmgelegt. Mit dem Warnstreik wollten die Gewerkschafter ihre Forderungen im Tarifkonflikt mit der Bahn unterstreichen. Am Dienstag gehen die Verhandlungen weiter, nachdem sie die Gewerkschafter am Wochenende abgebrochen hatten.

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    Smartphone-Bezahldienst Apple Pay in Deutschland gestartet

    Smartphone-Bezahldienst Apple Pay in Deutschland gestartet


    Vier Jahre nach dem Start des iPhone-Bezahldiensts Apple Pay in den USA ist der Service seit Dienstag auch in Deutschland verfügbar. Der Konzern schaltete die Funktion am Morgen frei. Bei Apple Pay kann man im Laden mit dem iPhone oder der Apple Watch...

    Vier Jahre nach dem Start des iPhone-Bezahldiensts Apple Pay in den USA ist der Service seit Dienstag auch in Deutschland verfügbar. Der Konzern schaltete die Funktion am Morgen frei.

    Bei Apple Pay kann man im Laden mit dem iPhone oder der Apple Watch wie mit einer Kreditkarte bezahlen. Dazu hält man das Gerät an der Kasse ans Terminal. Die Kassentechnik muss dafür kontaktloses Bezahlen unterstützen - rund 820 000 Terminals in Deutschland wurde bereits entsprechend umgerüstet. Außerdem kann man mit Apple Pay ähnlich wie mit Diensten wie PayPal auch bei Online-Käufen bezahlen.

    Smartphone wird zur Kreditkarte

    Branchenexperten erwarten von der Premiere von Apple Pay in Deutschland wichtige Impulse für das Bezahlen mit dem Smartphone. Zuvor hatte Google im Juni sein Bezahlsystem Google Pay eingeführt.

    Zu den Partnern von Apple gehören das größte Kreditinstitut der Bundesrepublik, die Deutsche Bank, sowie die Banken und Finanzdienstleister N26, boon, HypoVereinsbank, Hanseatic Bank, Fidor Bank, bunq, American Express, Santander und Comdirect Bank.

    Vorerst nicht dabei sind wichtige Banken wie die Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die auf eigene Bezahl-Apps setzen. Diese bieten kontaktloses Bezahlen allerdings nur auf Smartphones mit dem Betriebssystem Android, weil sie auf iPhones nicht auf den NFC-Funkchip zugreifen können.

    Der Start von Apple Pay in Deutschland war von Konzern-Chef Tim Cook Anfang August für „später in 2018“ angekündigt worden. Apple Pay gibt es bislang in 31 Ländern. Auch in vielen anderen europäischen Ländern - zum Beispiel Frankreich, Schweiz oder Spanien - hat Apple den Dienst bereits eingeführt.

    Löst mobiles Bezahlen das Bargeld ab?

    Deutschland ist dabei ein sehr spezieller Markt. Hier galt besonders lange das Motto „Nur Bares ist Wahres“. Statistisch gesehen stimmt das nicht mehr ganz. Nach einer Studie der Deutschen Bundesbank sank die Bargeld-Quote 2017 bei Geldtransaktionen erstmals unter die 50-Prozent-Schwelle: Nur noch 47,6 Prozent der Zahlungen wurden bar beglichen.

    Bei Kartenzahlungen kommt zugleich meist die Girocard zum Einsatz und nicht Kreditkarten. Eine Girocard in einen Smartphone-Bezahldienst zu integrieren, bedeutet mehr Aufwand. Zum Start in Deutschland können lediglich Kredit- und Debitkarten in Apple Pay eingebunden werden.

    Inzwischen werden Kreditkarten hierzulande aber auch an sehr vielen Orten akzeptiert. Das hat auch mit der Politik zu tun. Ende 2015 hatte die Europäische Union beschlossen, das sogenannte „Interbankentgelt“ bei Kartenzahlungen zu deckeln und damit deutlich zu kürzen. Die Gebühr darf nun bei Girocards nicht mehr als 0,2 Prozent der Zahlungssumme betragen. Bei Kreditkarten ist der Betrag auf 0,3 Prozent der gesamten Zahlung gedeckelt; zuvor waren es zum Teil mehrere Prozent. Nach dem Inkrafttreten der Regulierung änderten auch die Pfennigfuchser der Deutschen Wirtschaft - darunter die viel genutzten Discounter wie Aldi, Lidl und Penny - ihren Kurs und fingen an, auch Kreditkarten zu akzeptieren.

    Deutschland besser für Apple Pay gerüstet als viele andere Länder

    Inzwischen ist auch die Umrüstung auf Terminals, die kontaktloses Bezahlen per NFC-Funk unterstützen, weit fortgeschritten. Damit ist Deutschland für den Start eines Dienstes wie Apple Pay — zumindest war die Verbreitung der Akzeptanzstellen angeht — besser gerüstet als viele andere Länder.

    Die Comdirect Bank, die seit Sommer den ähnlich funktionierenden Konkurrenzdienst Google Pay anbietet, ist zufrieden damit, wie er bei den Kunden ankommt. „Mehr als die Hälfte der registrierten Kunden bei Google Pay nutzt den Dienst regelmäßig - also mindestens fünf Mal im Monat“, sagt Bankchef Arno Walter. Zugleich werde der Service häufiger im Laden als bei Online-Zahlungen eingesetzt.

    „Ich glaube schon, dass sich das mobile Bezahlen auch im Bargeldland Deutschland etablieren wird“, zeigt sich Walter zuversichtlich. Man habe in den vergangenen Monaten gemerkt, dass die Apple-Kunden sehr auf den Start des iPhone-Bezahldienstes gewartet hätten. Für die Banken bedeutet Bezahlen per Smartphone auch mehr Sicherheit: Bei Google Pay kenne er bisher keinen einzigen Betrugsfall, sagt der Bankchef. Die Comdirect Bank plant, auch die Girocard in Google Pay und Apple Pay zu integrieren, es ist aber ein komplexer Prozess.

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    Top-Demokraten: Donald Trump könnte Gefängnis oder Amtsenthebung drohen

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    Zwei hochrangige Kongress-Abgeordnete der Demokraten sehen große rechtliche Probleme auf US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre zukommen. „Es besteht die ernstzunehmende Möglichkeit, dass das Justizministerium Donald Trump anklagt,...

    Zwei hochrangige Kongress-Abgeordnete der Demokraten sehen große rechtliche Probleme auf US-Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre zukommen.

    „Es besteht die ernstzunehmende Möglichkeit, dass das Justizministerium Donald Trump anklagt, sobald er sein Amt niederlegt. Er könnte einer der ersten Präsidenten seit Langem sein, die mit einer Gefängnisstrafe rechnen müssen,“ sagte der baldige Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses Adam Schiff dem Fernsehsender CBS.

    „Wir haben zuletzt darüber gesprochen, wen Donald Trump begnadigen sollte. Die größere Frage könnte sein, ob der nächste Präsident Donald Trump begnadigt.“

    .@AdamSchiff on the Russia Investigation: My takeaway is there's a very real prospect that on the day Donald Trump leaves office the justice department may indict him. That he may be the first president in quite some time to face the real prospect of jail time. pic.twitter.com/3kfwumFkh7

    — Face The Nation (@FaceTheNation) December 9, 2018

    Schiff bezog sich auf ein am Freitag veröffentlichtes Anklagedokument der Bundesstaatsanwaltschaft gegen Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen. In dem Dokument heißt es, das „Individuum 1“ habe Cohen angewiesen, Schweigegeldzahlungen an angebliche frühere Sexpartnerinnen Trumps zu tätigen. „Individuum 1“ gilt für viele Beobachter als juristischer Deckname Trumps. Die Zahlungen, die Cohen bereits eingestanden hat, gelten als illegale Wahlkampfunterstützung.

    Am Montag erklärte der Präsident auf Twitter, bei der Zahlung handele es sich um eine „private Transaktion“ die „korrekt von einem Anwalt getätigt wurde.“ Es würde deswegen nicht einmal zu einem Bußgeld kommen. Zudem liege es in der „Verantwortung des Anwalts“, wenn dieser einen Fehler begangen habe und nicht in seiner.  

    „Verstöße, die eine Amtsenthebung rechtfertigen“

    Der kommende Vorsitzende des Justizausschusses im Repräsentantenhaus Jerry Nadler sagte dem Fernsehsender CNN, falls Trump die Zahlungen wirklich angeordnet habe, wäre dies ein Verstoß, der ein Amtsenthebungsverfahren rechtfertigen würde. Der demokratische Abgeordnete wollte sich aber nicht darauf festlegen, ob er ein solches Verfahren anstreben würde.

    „Es würde sich um Verstöße handeln, die eine Amtsenthebung rechtfertigen – ob die Vergehen wirklich gravierend genug für eine Amtsenthebung wären, ist eine andere Frage“, so Nadler.

    Im August hatte sich der ehemalige Anwalt und Vertraute Donald Trumps Michael Cohen vor Gericht schuldig bekannt, gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen, Steuern hinterzogen und eine Falschaussage gegenüber einer Bank gemacht zu haben. Das Urteil dazu soll am 12. Dezember fallen.  

    Lest auch: Ex-Trump-Anwalt Cohen bekennt sich der Lüge für Trump schuldig

    Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses hat die Aufgabe, die Geheimdienste der USA parlamentarisch zu kontrollieren. Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses ist unter anderem für die parlamentarische Kontrolle des US-Rechtssystems zuständig. Im Falle eines Amtsenthebungsverfahrens des Präsidenten führt er die dafür notwendigen Anhörungen durch.

    Dieser Text wurde von Johannes Kaufmann aus dem Englischen übersetzt.

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    Nach Datenpanne: Google Plus schließt nun doch schneller

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    Das soziale Netzwerk Google Plus wird für Verbraucher deutlich früher als geplant dichtgemacht, nachdem der Internet-Konzern eine neue Datenpanne entdeckt hat. Google Plus solle nun in den kommenden drei Monaten schließen, während zuvor August...

    Das soziale Netzwerk Google Plus wird für Verbraucher deutlich früher als geplant dichtgemacht, nachdem der Internet-Konzern eine neue Datenpanne entdeckt hat. Google Plus solle nun in den kommenden drei Monaten schließen, während zuvor August kommenden Jahres angepeilt worden war.

    Bei dem jüngst entdeckten Fehler seien Informationen von rund 52,5 Millionen Nutzern betroffen gewesen, teilte Google am Montag mit. Dabei hätten Software-Entwickler Zugang unter anderem zu Namen, E-Mail-Adressen, Alter und Beschäftigung gehabt, auch wenn diese Daten privat bleiben sollten. Die Lücke habe sechs Tage lang bestanden und Google habe keine Hinweise darauf, dass Entwickler sie ausgenutzt oder auch nur entdeckt hätten.

    Google hatte im Oktober mitgeteilt, dass Google Plus jahrelang eine Schwachstelle hatte, durch die App-Entwickler auf den Namen, die E-Mail-Adresse sowie Informationen über Beschäftigung, Geschlecht und Alter von Nutzern zugreifen konnten. Die ähnliche neue Lücke sei im November mit einem Software-Update eingeführt worden, hieß es jetzt.

    Google Plus war 2011 als Konkurrenz zu Facebook gestartet, hatte sich aber nie durchsetzen können und hatte zuletzt kaum noch Nutzer. Google will eine Version des Netzwerks für die Kommunikation in Unternehmen weiterbetreiben.

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    Qualcomm meldet iPhone-Verkaufsverbot in China — Apple widerspricht

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    Der Chipkonzern Qualcomm hat in seinem Patentstreit mit Apple nach eigenen Angaben Verkaufsverbote für einige iPhone-Modelle in China erzielt. Apple entgegnete aber umgehend, dass das iPhone in allen Varianten in dem Land erhältlich bleibe. Es gehe...

    Der Chipkonzern Qualcomm hat in seinem Patentstreit mit Apple nach eigenen Angaben Verkaufsverbote für einige iPhone-Modelle in China erzielt. Apple entgegnete aber umgehend, dass das iPhone in allen Varianten in dem Land erhältlich bleibe. Es gehe lediglich um das mehr als ein Jahr alte iPhone-Betriebssystem iOS 11 — die aktuelle Version ist iOS 12. Damit würde das Verkaufsverbot ins Leere laufen.

    Qualcomm erklärte zuvor, ein Gericht in der Stadt Fuzhou habe die Verletzung von zwei Patenten des Chipkonzerns festgestellt. Daraufhin sei der Verkauf der Modelle iPhone 6S, 7, 8 und ihrer größerer Versionen sowie des im vergangenen Jahr erschienenen iPhone X untersagt worden. Das wäre der erste größere Erfolg für Qualcomm in dem seit mehr als einem Jahr laufenden Konflikt.

    Bei den Patenten gehe es um Technologien, mit denen die Größe von Fotos angepasst werden könne, sowie zum Umgang mit Apps auf dem Touchscreen. Die Auswahl ist ein besonderer Affront gegen Apple  — denn der Konzern hatte sich gerade die Touchscreen-Bedienung des iPhones seinerzeit ausgiebig selbst patentieren lassen. „Wir werden alle unsere rechtlichen Optionen vor den Gerichten ausschöpfen“, erklärte der iPhone-Konzern.

    Qualcomm reichte auch mehrere Klagen vor deutschen Gerichten ein und will hierzulande ebenfalls Verkaufsverbote erstreiten. Hier steht die nächste Entscheidung am 20. Dezember in München an.

    Der Streit begann, als Apple Qualcomm mit dem Vorwurf verklagte, der Chipkonzern verlange zu hohe Gebühren für die Nutzung seiner Patente. Apple argumentiert, da der Chipkonzern keinen Festpreis, sondern einen Anteil vom Verkaufspreis der Geräte haben wolle, versuche er auf ungerechtfertigte Weise von Apples eigenen Innovationen zu profitieren. Qualcomm bekommt seitdem kein Geld mehr von den iPhone-Auftragsfertigern und wirft Apple vor Gericht die Verletzung diverser Patente vor. Qualcomm ist vor allem bekannt als Anbieter von Prozessoren und Funkchips, beansprucht aber auch die Erfindung vieler anderer Technologien in Smartphones für sich.

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    In Japan treffen Streiks die Unternehmen statt die Passagiere — das wäre auch in Deutschland möglich

    In Japan treffen Streiks die Unternehmen statt die Passagiere — das wäre auch in Deutschland möglich


    Der Weg zur Arbeit oder eine geplante Bahnfahrt innerhalb Deutschlands ist für viele Bahnkunden am Montagmorgen zu einer Geduldsprobe geworden. Dabei zeigen Beispiele aus anderen Ländern, dass Streiks auch ganz anders aussehen können — und für die...

    Der Weg zur Arbeit oder eine geplante Bahnfahrt innerhalb Deutschlands ist für viele Bahnkunden am Montagmorgen zu einer Geduldsprobe geworden. Dabei zeigen Beispiele aus anderen Ländern, dass Streiks auch ganz anders aussehen können — und für die Reisenden mitunter sogar Vorteile bringt. 

    Die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG hatte am Morgen einen Warnstreik ausgerufen. Für viele Pendler und Bahnfahrer bedeutete das Verspätungen, lange Wege, Staus und allgemeines Chaos. Aber es ginge auch anders — wie in Japan zu sehen ist.

    Die Busfahrer streiken — aber die Kunden können trotzdem fahren

    Im Mai haben Busfahrer in der japanischen Stadt Okayama auf eine ungewöhnliche Art gestreikt. Laut japanischer Medienberichte haben die Fahrer des Bus-Unternehmens Ryobi ganz normal ihre Runden gedreht — allerdings haben sie ihre Fahrgäste dabei nicht abkassiert. Der Streik lief also vor allem auf Kosten des Unternehmens. 

    Ganz neu ist das Konzept nicht. Auch im australischen Brisbane wurden 2017 Passagiere während eines Streiks im Bus umsonst mitgenommen, berichtet die „Brisbane Times“. Dürfte in Deutschland überhaupt auf diese Weise gestreikt werden?

    Teilstreik ist in Deutschland rechtlich möglich

    „Ja, das wäre rechtlich möglich“, sagt Wolfgang Däubler, Professor für Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht an der Universität Bremen, im Gespräch mit Business Insider. „Das ist ein sogenannter Teilstreik, bei dem nicht die gesamte Arbeitsleistung verweigert wird, sondern nur ein Teil der Arbeit.“ Die Bahn dürfte also von ihren Beschäftigten nicht etwa Schadensersatz verlangen.

    In anderen Berufen komme dies schon mal vor, zum Beispiel bei Hafenarbeitern, die nur bestimmte Schiffe nicht mehr abfertigen, weil dort schlechte Arbeitsbedingungen herrschen. In den 1970er Jahren gab es zudem den „Bleistiftstreik“ bei den Ärzten. „Die Ärzte haben weiterhin Untersuchungen durchgeführt, aber diese nirgends mehr schriftlich fest gehalten. So konnten die Kliniken keine Rechnungen mehr schreiben“, berichtet Experte Däubler. „Die Ärzte übten Druck aus durch ihre Aktion, aber die Patienten wurden trotzdem versorgt.“

    Experte Däubler: Angekündigter Ticketkontroll-Streik hätte  „ziemlich große Wirkung“ 

    Allerdings ist Däubler nicht sicher, ob diese Art des Streikens bei Bus oder Bahn in Deutschland die Arbeitgeberseite genauso stark unter Druck setzen würde. „Die meisten Fahrkarten werden an den Automaten oder im Internet verkauft, nicht am Schalter oder im Zug. Im Nahverkehr haben außerdem viele Bahnkunden eine Monatskarte“, sagt der Arbeitsrechtexperte. „Es hätte nicht die gleiche Wirkung wie bei einem normalen Streik.“

    Anders sähe das allerdings aus, wenn die Möglichkeit eines quasi kostenlosen Nah- und Fernverkehrs schon vor dem Streik bekannt wäre. „Wenn die Bahnangestellten ankündigen würden, dass sie während des Streiks keine Fahrkarten kontrollieren, hätte das eine ziemlich große Wirkung“, glaubt Däubler. Viele Menschen könnten diese Chance dann für sich nutzen — und der Bahn könnten damit Einnahmen entgehen

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    May verschiebt Brexit-Abstimung im Parlament

    May verschiebt Brexit-Abstimung im Parlament


    Die britische Premierministerin Theresa May verschiebt die für Dienstagabend geplante Abstimmung über das Brexit-Vertragswerk. Das sagte sie im Parlament am Montag. Sie habe keine Zweifel daran, dass der Deal der richtige wäre, sagte May. Auch wenn es...

    Die britische Premierministerin Theresa May verschiebt die für Dienstagabend geplante Abstimmung über das Brexit-Vertragswerk. Das sagte sie im Parlament am Montag. Sie habe keine Zweifel daran, dass der Deal der richtige wäre, sagte May.

    Auch wenn es für das Abkommen viel Zustimmung im Parlament gebe, löse insbesondere die Vereinbarung zur Vermeidung einer Grenze zwischen Nordirland und Irland nach dem Brexit bei vielen große Sorgen aus. Sie werde deshalb versuchen, bei anderen EU-Staaten und der EU-Kommission Verbesserungen zu erreichen.

    Wann das Parlament nun abstimmt, bleibt unklar

    Dass das Unterhaus dem Brexit-Deal zustimmt, galt als aussichtlos. Allein aus Mays konservativer Partei hatten rund 100 der 315 Abgeordneten im Vorfeld angekündigt, gegen das Abkommen zu stimmen. Bislang ist nicht bekannt, wann das Votum nun stattfinden soll.

    Zur Abstimmung steht der knapp 600 Seiten dicke Ausstiegsvertrag mit der EU, der die Regeln für den Austritt des Vereinigten Königreichs nach 45 Jahren Mitgliedschaft juristisch verbindlich festlegt. Daneben gibt es noch eine unverbindliche Erklärung zu den künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Beide Dokumente wurden vor gut zwei Wochen auf einem Sondergipfel in Brüssel von den Staats- und Regierungschefs der restlichen 27 EU-Länder unterzeichnet. Ende der Woche ist in Brüssel das nächste Spitzentreffen geplant. Der Brexit-Vertrag wird von weiten Teilen des Parlaments abgelehnt.

     

    Reuters/jsh

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    Ermittler sehen Manipulation mit Wirecard-Aktien als erwiesen an

    Ermittler sehen Manipulation mit Wirecard-Aktien als erwiesen an


    Der spektakuläre Aktienkurseinbruch beim Zahlungsabwickler Wirecard vor knapp drei Jahren hatte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einen kriminellen Hintergrund. Die unbelegten Betrugsvorwürfe gegen das mittlerweile in den Dax aufgestiegene...

    Der spektakuläre Aktienkurseinbruch beim Zahlungsabwickler Wirecard vor knapp drei Jahren hatte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft einen kriminellen Hintergrund. Die unbelegten Betrugsvorwürfe gegen das mittlerweile in den Dax aufgestiegene Unternehmen seien ein Fall von Marktmanipulation, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München der Nachrichtenagentur Reuters. Die Behörde habe ihre Ermittlungen abgeschlossen und beim Amtsgericht München einen Strafbefehl gegen den Herausgeber einer im Internet verbreiteten Analyse über Wirecard beantragt.

    Der Strafbefehl richtet sich gegen den auch für andere umstrittene Börsengeschäfte bekannten Fraser Perring. Er sei der Herausgeber des unter dem Namen Zatarra veröffentlichten Reports, erklärte die Staatsanwaltschaft. Perring sei schriftlich angehört worden, habe sich jedoch nicht zur Sache geäußert. Auf Anfrage von Reuters sagte Perring, er sei nicht über eine mögliche Geldstrafe informiert worden. Er habe widersprüchliche Informationen über den Abschluss der Ermittlungen erhalten.

    Wenn das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgt und Perring zu einer Geldstrafe verurteilt, könnten sich Anleger in Schadenersatzforderungen bestärkt sehen. Mit einem Urteil rechnen Beteiligte im kommenden Jahr. Das Verfahren gegen einen Mitverantwortlichen wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen minderschwerer Schuld eingestellt, nachdem dieser einen fünfstelligen Betrag als Geldauflage gezahlt hat. Bei 37 weiteren Beschuldigten, die wegen Geschäften mit Wirecard-Papieren unmittelbar vor und nach der Attacke ins Visier der Ermittler gerieten, erhärtete sich der Verdacht hingegen nicht.

    Dass Staatsanwaltschaften nach verdächtigen Kursbewegungen Beweise für eine Straftat finden, ist nach Angaben der Finanzmarktaufsicht Bafin selten. Von 181 Verfahren wegen möglicher Marktmanipulation, die in diesem Jahr in Deutschland von Januar bis September abgeschlossen wurden, verwarfen die Strafverfolger 40 Prozent, weil sich der Anfangsverdacht nicht bestätigte. Nur 13 Fälle landeten vor Gericht, zehn mal wurden Verantwortliche verurteilt.

    Kurssturz nach Betrugsvorwurf

    Die Wirecard-Aktie war am 24. Februar 2016 um ein Viertel eingebrochen, nachdem eine bis dahin unbekannte Firma namens Zatarra Research dem Unternehmen in einer Analyse betrügerische Machenschaften vorgeworfen hatte. Wirecard wies die Vorwürfe stets zurück. Der Kurssturz bei dem damals im Technologieindex TecDax gelisteten Konzern vernichtete binnen Minuten einen Börsenwert von 1,3 Milliarden Euro.

    Bei Wirecard wetteten Anleger immer wieder mit Leerverkäufen auf fallende Kurse. Dabei verkaufen sie geliehene Aktien, um sie nach einem Kursrutsch billiger zurückzuerwerben und dann dem Inhaber zurückzugeben. Das ist zwar an sich legal, wurde aber auch von Wirecard-Anlegern schon für kriminelle Aktivitäten genutzt: Im Jahr 2012 wurden zwei frühere Führungskräfte der Aktionärsvereinigung SdK wegen Marktmanipulation verurteilt. Vor drei Monaten verdrängte der Finanztechnologie- und Bankkonzern aus Aschheim bei München die Commerzbank aus der ersten deutschen Börsenliga.

    Perring hatte auch mit seinem Börsendienst Viceroy für Aufsehen gesorgt. Unter diesem Namen wurden kritische Analysen unter anderem über den Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 und den südafrikanisch-deutschen Möbelhersteller Steinhoff veröffentlicht. Auch in diesen Fällen brachen die Kurse ein, wovon Investoren profitierten, die sich zuvor entsprechend positioniert hatten. Viceroy geriet in Südafrika und Deutschland ins Visier der Behörden. Ein Verfahren wegen Manipulation der ProSiebenSat.1-Aktie gab die Staatsanwaltschaft München nach eigenen Angaben an die Kollegen in Frankfurt ab.

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    Forscher haben eine neue Art von Batterie entwickelt, mit der das Handy nur einmal in der Woche geladen werden muss

    Forscher haben eine neue Art von Batterie entwickelt, mit der das Handy nur einmal in der Woche geladen werden muss


    Das Rennen um Lithiumbestände für Lithium-Ionen-Akkus hält schon lange an. Doch anstatt diese Ressourcen weiter auszuschöpfen, gibt es nun Fortschritte in der Entwicklung eines alternativen Energiespeichers: Metallflouride. Bis zu acht Mal länger...

    Das Rennen um Lithiumbestände für Lithium-Ionen-Akkus hält schon lange an. Doch anstatt diese Ressourcen weiter auszuschöpfen, gibt es nun Fortschritte in der Entwicklung eines alternativen Energiespeichers: Metallflouride. Bis zu acht Mal länger hält ein Flourid-Akku gegenüber einem Lithium-Ionen-Akku. Das bedeutet, dass ihr euer Smartphone nur einmal in der Woche aufladen müsstet.

    Die Idee, Flourid zu nutzen, gibt es schon länger. Schon im Jahr 2011 haben Forscher am Karlsuher Institut für Technologie (KIT) herausgefunden, dass Flourid als Lithium-Ersatz dienen kann.  Bisher gab es dabei nur ein Problem: Das System funktionierte nur bei Temperaturen von mindestens 150 Grad Celsius. Das haben die Forscher verschiedener Insitute, darunter das California Institute of Technology und das Jet Propulsion Laboratory, nun verbessert und ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht.

    Lest auch: Forscher erfinden einen Smartphone-Akku, den ihr in 20 Sekunden aufladen könnt

    „Wir befinden uns noch in einem frühen Entwicklungsstadium, aber dies ist die wahrscheinlich erste wiederaufladbare Flourid-Batterie, die auch bei Raumtemperatur funktioniert“, sagt der Chemiker Simon Jones in einem Statement auf der Homepage des California Institute of Technology. 

    Das Geheimnis der Technologie sind höhere Energiedichten. Sie enstehen dadurch, dass pro Metallatom mehrere Elektronen übertragen werden können. Ist die Batterie voll geladen, befinden sich Kationen — also die positiv geladenen Ionen — an der Anode, dem positiven Pol. Ist der Stromkreis geschlossen, wandern sie von dort zur Kathode, dem negativ geladenen Pol. Mit etwas Spannung werden sie dann zur Anode zurückbefördert: Dieser Mechanismus ist ausschlaggebend für die Energielieferung. Unter den Forschern am KIT wird er auch „Flourid-Shuttle“ genannt.

    Der Unterschied bei den Flourid-Ionen ist, dass sie im Gegensatz zu den Lithium-Ionen negativ geladen sind. Die Anode besteht dabei aus Metall, eine Kathode aus Metallfluorid. Und nicht nur, dass sie länger Strom liefern: Dadurch, dass kein Lithium verwendet wird, gibt es sogar eine höhere Betriebssicherheit. 

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    Einen sehr beliebten Satz im Bewerbungsgespräch solltet ihr lieber vermeiden, sagt die Trivago-Personalerin (A2DH0T)

    Einen sehr beliebten Satz im Bewerbungsgespräch solltet ihr lieber vermeiden, sagt die Trivago-Personalerin (A2DH0T)


    Kurz voher fangen die Hände an zu zittern, ein flaues Gefühl macht sich im Magen breit und 1.000 Fragen schießen einem durch den Kopf: Was, wenn ich die richtige Antwort nicht weiß? Oder etwas Falsches sage?  Bewerbungsgespräche können ganz...

    Kurz voher fangen die Hände an zu zittern, ein flaues Gefühl macht sich im Magen breit und 1.000 Fragen schießen einem durch den Kopf: Was, wenn ich die richtige Antwort nicht weiß? Oder etwas Falsches sage? 

    Bewerbungsgespräche können ganz schön nervenaufreibend sein. Dabei gibt es einige Fragen, auf die man sich gut vorbereiten kann, da sie nahezu jedes Mal gestellt werden. Zum Standardrepertoire gehört auch die Frage: „Warum wollen Sie bei uns arbeiten?“

    Arbeitgeber wollen damit herausfinden, ob man sich gründlich mit dem Unternehmen, dessen Werten und Ziele beschäftigt hat. Für Bewerber ist die Frage die perfekte Steilvorlage, um deutlich zu machen, welche Stärken man einbringen möchte und inwiefern man sich mit der Unternehmenskultur identifiziert. 

    Oft fällt dabei jedoch ein unscheinbarer Satz, der gar nicht gut ankommt. 

    „In Bewerbungsgesprächen höre ich oft die Antwort 'Ich möchte für Trivago arbeiten, weil ich gerne reise'. Ich kann nachvollziehen, warum Kandidaten das sagen: Sie wollen Interesse zeigen“, sagt Jana Wolframm, Chefrecruiterin bei der Hotelsuchplattform Trivago. In der Personalabteilung des Düsseldorfer Konzerns, der an der Börse über eine Milliarde US-Dollar wert ist, gehen im Jahr rund 50.000 Bewerbungen ein.

    „Ich interessiere mich für XY“ reicht als Motivation nicht

    Der Satz mag erst mal harmlos klingen, da er so nichtssagend ist. Genau da liegt aber das Problem: Er wirkt wie eine Plattitüde und vermittelt — wenn nicht noch ein paar kluge Sätze darauf folgen — eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem neuen Arbeitgeber. „Wenn jemand nicht konkret sagen kann, warum er bei uns arbeiten will, dann zeigt das nur, dass man sich nicht gründlich mit dem Unternehmen beschäftigt hat“, sagt Wolframm.

    Auch in anderen Branchen bekommen Personaler diesen Satz in abgewandelter Form oft zu hören: Angehende Journalisten schreiben gerne,  Modeverkäufer interessieren sich für Stil, Ingenieure mögen Zahlen, Techniker interessieren sich für Technik. Doch das Grundinteresse für den eigenen Beruf ist eigentlich selbstverständlich — und hebt einen nicht von anderen Bewerbern ab.

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    Überlegt euch vor dem Bewerbungsgespräch, wie ihr die Probleme der Firma angehen würdet

    Bewerbern rät Wolframm daher, sich gut über den Arbeitgeber zu informieren und sich schon vor dem Gespräch zu überlegen, mit welchen Problemen das Unternehmen kämpft:

    „Stellt kluge Fragen zu den aktuellen Herausforderungen des Unternehmens und eures zukünftigen Teams. Denn wenn ihr die Herausforderungen versteht, könnt ihr schon über Lösungen nachdenken — das zeigt, dass ihr euch tiefer mit den Themen beschäftigt.“

    Das bedeutet nicht, dass man schon bei der Bewerbung ein Patentrezept präsentieren muss. Es geht viel mehr darum zu zeigen, was ihr als Problemlöser zum Unternehmen oder zur Abteilung beitragen könntet — und im besten Fall helfen die Stichpunkte euch auch, die Nervosität abzulegen.

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    So verhelft ihr mit Agile eurer Firma auch in schwierigen Zeiten zum Erfolg

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    Der Philosoph Heraklit stellte einmal fest „Alles ändert sich und nichts bleibt stehen“. Obwohl dieser Satz nicht direkt an Unternehmer gerichtet war, stellt er dennoch die Realität für sie dar. Deutsche Unternehmer sehen sich mit vielen...

    Der Philosoph Heraklit stellte einmal fest „Alles ändert sich und nichts bleibt stehen“. Obwohl dieser Satz nicht direkt an Unternehmer gerichtet war, stellt er dennoch die Realität für sie dar. Deutsche Unternehmer sehen sich mit vielen Veränderungen konfrontiert, die Ihre Gewinne in 2019 beeinflussen könnten:

    Technologische Veränderungen Heftiger Wettbewerb und Marktstörer Wirtschaftliche Unsicherheit (durch geopolitische Entwicklungen)

    Wie können wir mit diesen Entwicklungen umgehen? Traditionelle Geschäftspraktiken wie Umstrukturierungen, Personalanpassungen und Veränderungsmanagement bleiben zwar bestehen, aber sie sind nicht mehr genug. Für Führungskräfte gibt es eine Alternative: Agile.

     

    Was ist Agile?

    Agile ist eine Denkweise, die es Unternehmen ermöglicht, auch in unbekannten Umgebungen erfolgreich zu sein. Als Agile 2001 als Begriff eingeführt wurde, beschrieb er eine Reihe von Prinzipien, die von mehreren Anwendungen der Softwareentwicklung verwendet wurden. Heute liefert das Arbeiten mit Agile qualitativ hochwertige Produkte in einer kürzeren Zeit – egal was erstellt werden muss.

    Deutsche Geschäftsleute nehmen Agile-Coaching und Training immer mehr in Anspruch, um eine Agile-Kultur im gesamten Unternehmen – von der Personalabteilung zur Geschäftsführerebene – zu erreichen. Der Agile-Weg, den sie dafür am meisten benutzen, ist Scrum.

     

    Was ist Scrum?

    Scrum ist ein Ansatz von Agile, der darauf basiert, dass Teams Produkte innerhalb kurzer Kreisläufe bereitstellen, um so direktes Feedback, ständige Verbesserungen und schnelle Anpassungen ermöglichen zu können.

    Stellt euch ein Unternehmen vor, das für seine Kunden ein neues Produkt herstellen muss. Dieses kann von einer finanziellen Plattform zu einem Werbevideo hin zu einem Automotor nahezu alles sein. Normalerweise würde die Firma dieses Produkt mit der sogenannten Fließband-Methode herstellen. Das bedeutet, das Produkt beginnt in einer Abteilung und wird von dort zu einer anderen Abteilung weitergeleitet, wo weiter daran gearbeitet wird, bis es erneut weitergereicht wird und schließlich am finalen Lieferpunkt angelangt. Oft kommt es vor, dass das Produkt, wenn es das Ende der Kette erreicht hat, nicht mehr den Ansprüchen des Marktes, der sich ständig weiterentwickelt, entspricht.

    Jetzt stellt euch ein Scrum-Team vor. Ein Scrum-Team teilt das Produkt in mehrere kleinere Funktionseinheiten auf, die innerhalb eines kurzen Zeitrahmens fertiggestellt werden können. Jede Einheit wird von einem Cross-funktionalen Team, das die nötigen Fähigkeiten besitzt, um das Produkt von der Idee zur Lieferung zu bringen, ohne es zur Fließband-Verteilung abgeben zu müssen, erstellt. Wenn eine Einheit abgeschlossen ist geben die Kunden und die Entscheidungsträger dazu Feedback, an welches die nächste Funktionalitätseinheit entsprechend angepasst wird. Dieser Kreislauf wiederholt sich solange, bis das finale Produkt erstellt wird – ein Produkt, das allen Anforderungen des Kunden gerecht wird, da das Unternehmen die Möglichkeit hatte, es an jedem Punkt im Scrum anzupassen.

     

    Kann Scrum meinem Unternehmen helfen?

    Eine Studie, die Forbes Insight in Zusammenarbeit mit Scrum Alliance durchgeführt hat, zeigt, dass Betriebe, die Scrum implementiert haben, in 6 von 10 Fällen rascher an den Markt kamen und Neuerungen schneller umsetzen konnten. Es ist demnach keine Überraschung, dass diese Studie außerdem herausfinden konnte, dass zwei Drittel der Geschäftsführer Agile als einen wichtigen Teil ihrer Unternehmens-DNA sehen. Scrum und Agile helfen Unternehmen, produktiver zu sein, eine hohe Kundenzufriedenheit zu erzielen und führen zu einer gesteigerten Teammoral.

     

    Alles verändert sich. Es liegt an jedem Geschäftsführer selbst, sich auf die Veränderungen einzulassen, sodass das eigene Unternehmen nicht zurückbleibt.

     

    Wenn ihr, wie die meisten befragten Unternehmer, mehr über Agile erfahren wollt, dann informiert euch hier weiter über das Thema.

     

    Erstellt von Scrum Alliance in Zusammenarbeit mit Insider Studios

    Erfahren Sie mehr über den gesponsorten Inhalt. 

     

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    Neue Studie: Vitamin-D-Mangel könnte schwere psychische Krankheiten auslösen

    Neue Studie: Vitamin-D-Mangel könnte schwere psychische Krankheiten auslösen


    Besonders zur dunklen Jahreszeit leiden viele Menschen unter einem Mangel an Vitamin D, da dieses nicht nur durch Lebensmittel wie Fisch, Eier, Käse oder Nahrungsergänzungen aufgenommen wird, sondern beim Kontakt mit Sonnenstrahlen vom Körper selbst...

    Besonders zur dunklen Jahreszeit leiden viele Menschen unter einem Mangel an Vitamin D, da dieses nicht nur durch Lebensmittel wie Fisch, Eier, Käse oder Nahrungsergänzungen aufgenommen wird, sondern beim Kontakt mit Sonnenstrahlen vom Körper selbst gebildet wird. Vitamin D wird zur Aufnahme von Kalzium in die Knochen benötigt und ist lebenswichtig. Forschungen konnten außerdem belegen, dass ein Mangel zu Schlafstörungen oder Erkrankungen wie Osteoporose und Rachitis führen kann.

    Der Zusammenhang von Vitamin-D und Schizophrenie

    Eine neue Studie der Universität von Queensland und der Aarhus Universität in Dänemark zeigt, dass Vitamin-D auch ein wichtiger Faktor bei der psychischen Erkrankung Schizophrenie spielen kann.

    „Schizophrenie ist eine Gruppe von schlecht verstandenen Hirnerkrankungen, die durch Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und kognitive Beeinträchtigungen gekennzeichnet sind“, erklärt der Autor und Neurowissenschaftler John McGrath.

    Welche Faktoren diese Krankheit genau beeinflussen und auslösen ist noch immer unklar. Einig sind sich die Forscher jedoch, dass es nicht nur einen einzigen Auslöser gibt, sondern viele verschiedene Einflüsse, die sowohl genetisch als auch umweltbedingt sein können. 

    Die Krankheit wird häufig ab dem Alter von 15 Jahren diagnostiziert. Wissenschaftliche Arbeiten legen die Vermutung nahe, dass der Ursprung der psychischen Erkrankung bereits im Mutterleib liegt.

    „Frühere Untersuchungen haben ein erhöhtes Schizophrenie-Risiko festgestellt, das mit der Geburt im Winter oder Frühjahr und dem Leben in einem Hochland wie Dänemark verbunden ist. Wir haben angenommen, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel bei schwangeren Frauen aufgrund mangelnder Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten diesem Risiko zugrunde liegen könnte und den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und dem Risiko einer Schizophrenie untersucht.“ schreibt McGrath.

    Gefährlicher Vitamin-D Mangel bei Neugeborenen

    Um ihre Hypothese zu überprüfen, führten die Neurowissenschaftler eine Langzeitstudie mit 2.602 Personen durch. Die Untersuchung einer so großen Anzahl von Probanden wurde durch das dänische Nationalregister, in dem die Gesundheitsinformationen der Einwohner anonymisiert gespeichert werden, ermöglicht. 

    Den Forschern gelang es mit diesen Daten nach dem Zufallsprinzip 2.602 Personen zu finden, die zwischen 1981 und 2001 in Dänemark zur Welt kamen und später eine Schizophreniediagnose erhielten. 

    Sie verglichen die Konzentration von Vitamin D in den getrockneten Blutproben, die den Probanden bei der Geburt entnommen wurden, mit einer alters- und geschlechtsspezifischen Kontrollgruppe, bei der keine Schizophrenie diagnostiziert wurde.

    Das Ergebnis der Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Mangel bei der Geburt und der Entwicklung dieser psychischen Erkrankung im späteren Leben und bestätigt damit die Vermutungen von McGrath und seinem Team.

    Die untersuchten Neugeborenen, die bei der Geburt einen solche Mangel aufwiesen, haben laut der Studie ein 44 Prozent erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens an Schizophrenie zu erkranken. Außerdem konnten die Wissenschaftler zeigen, dass bis zu acht Prozent der untersuchten Krankheitsfälle durch zu wenig Vitamin-D ausgelöst wurden.

    Wie gefährlich ein solcher Mangel bei Neugeborenen sein kann, legte McGrath bereits im Jahr 2016 nahe, als er eine niederländische Studie leitete, die einen Zusammenhang zwischen pränatalem Vitamin-D-Mangel und einem erhöhten Risiko für Autismusmerkmale im Kindesalter fand.

    Weitere Forschung zur Prävention von Schizophrenie 

    Schizophrenie-Diagnosen und zu geringe Werte von Vitamin D sind laut McGrath auch in Ländern mit viel Sonnenschein wie Australien keine Seltenheit. Als Grund hierfür nennt der Experte den Lebensstil der schwangeren Frauen und das Vermeiden von Sonne. 

    Wie die Wissenschaftler betonen, ist auf diesem Gebiet noch weitere Forschung nötig, um Krankheiten wie Schizophrenie möglichst effizient vorbeugen zu können. „Der nächste Schritt besteht darin, randomisierte klinische Studien mit Vitamin-D-Ergänzungen an schwangeren Frauen durchzuführen, die Vitamin-D-Mangel haben, um die Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung des Kindes und das Risiko von neurologischen Störungen wie Autismus und Schizophrenie zu untersuchen“, erklärt McGrath.

    „Der heilige Gral ist es, zu verhindern, dass Menschen überhaupt erst an Schizophrenie erkranken, und ich denke, die Erfahrung mit den Zusammenhängen zwischen Folsäure und Rückenmark ist ein gutes Beispiel dafür, dass manchmal sichere, einfache, preiswerte Maßnahmen, der öffentlichen Gesundheit, Hirnstörungen verhindern können.“.

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    „The Hundert“ stellt die 100 innovativsten deutschen Startups vor

    „The Hundert“ stellt die 100 innovativsten deutschen Startups vor


    Das Magazin „The Hundert“ stammt aus Berlin und beschäftigt sich ausführlich mit der Startup-Szene. 2013 erschien die erste Ausgabe, in der 100 Startups aus Berlin vorgestellt wurden. Auch die nachfolgenden Ausgaben stellen verschiedene Startups...

    Das Magazin „The Hundert“ stammt aus Berlin und beschäftigt sich ausführlich mit der Startup-Szene. 2013 erschien die erste Ausgabe, in der 100 Startups aus Berlin vorgestellt wurden. Auch die nachfolgenden Ausgaben stellen verschiedene Startups auf der ganzen Welt vor — darunter auch die Gründer hinter den Unternehmen.
    Nun erschien im November 2018 bereits die elfte Ausgabe von „The Hundert“. Vorgestellt werden hierbei die 100 innovativsten Startups aus ganz Deutschland.

    42 Experten — darunter bekannte Investoren wie Frank Thelen — suchten hierfür aus 650 Startups die 100 interessantesten aus. Nominiert wurden Startups aus 40 verschiedenen Branchen. Voraussetzungen für die Bewerbung war, dass die Startups nicht älter als vier Jahre alt sein dürfen und ihren Hauptsitz in Deutschland haben oder zumindest hier gegründet wurden. Aus den Unternehmen, die die Bedingungen erfüllt hatten, wurden die 100 Startups mit den innovativsten Geschäftsideen- und modellen ausgesucht. Jedem der 100 gewählten Sieger-Startups wird in dem neuen Magazin eine Doppelseite gewidmet, auf der Bilder des Unternehmens, aber auch Interviews und Kommentare zu sehen sind. 

    Kostenlose Exemplare des Magazins bekommt ihr auf Events, in Coworking Spaces und bei Partnern von „The Hundert“ in Berlin. Auf der Webseite von „The Hundert“ könnt ihr euch das Magazin außerdem als Online-Ausgabe gratis herunterladen. 

     

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    Für Vapiano läuft es nicht rund — ausgerechnet jetzt bringt sich ein Konkurrent in Stellung

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    Im Markt der an italienischer Küche orientierten Systemgastronomie ist derzeit einiges in Bewegung. Während die SB-Kette Vapiano immer wieder negativ in die Schlagzeilen gerät und die Aktie extrem gefallen ist, scheint die Konkurrenz bereit für den...

    Im Markt der an italienischer Küche orientierten Systemgastronomie ist derzeit einiges in Bewegung. Während die SB-Kette Vapiano immer wieder negativ in die Schlagzeilen gerät und die Aktie extrem gefallen ist, scheint die Konkurrenz bereit für den Angriff zu sein. Die Kette L'Osteria hat sich nun vorgenommen, Vapiano seinen Rang streitig zu machen und stark zu expandieren.

    Die Restaurantkette L'Osteria hat kürzlich die 100. Filiale in Berlin eröffnet. Geht es nach Geschäftsführer Mirko Silz, so soll das erst der Anfang gewesen sein. In den kommenden zwei Jahren solle die Anzahl der Restaurants fast verdoppelt werden, so berichtet die „Welt”.

    Vapiano-Aktie um fast 70 Prozent gefallen

    Eine derart rasante Expansion lässt natürlich sofort an die Geschichte einer Kette denken: Vapiano. Das schnelle Wachstum hat Vapiano womöglich nicht nur gut getan. Die Aktien des Unternehmens sind von anfangs 22 Euro auf inzwischen sieben Euro gefallen. Laut dem Branchenmagazin „Food-Service” liegen die Gründe dafür zum einen an der nicht ausreichenden Digitalisierung und zu anderen an zu vielen Filialen in nicht optimaler Lage. 

    L'Osteria lässt sich davon allerdings nicht abschrecken. Auch im Ausland soll das Wachstum weitergehen. Bisher betreibt die Restaurantkette rund 118 Filialen. 18 davon im europäischen Ausland. Nicht alle Filialen werden von dem Unternehmen selbst betrieben. Joint Ventures oder durch Franchisepartner sind großer Bestandteil des Konzeptes. „Diese Mischung wollen wir auch künftig in etwa beibehalten“, so Silz. Ziel sei es, bis 2021 mindestens 200 Filialen zu betreiben. 

    Dafür werden jetzt aber auch noch neue Minifilialen namens Piccola getestet. Mit einer Größe von im Schnitt 135 Quadratmetern und bis zu 35 Sitzplätzen, sind die zwar relativ klein, allerdings findet die Kette kaum noch passende Ladenflächen in guter Lage, so die „Welt” weiter.

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    Ryanair könnte sich 2019 maßgeblich verändern

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    „Ryanair must change — Ryanair muss sich ändern“ — mit diesem Schlachtruf auf den Lippen haben im fast abgelaufenen Jahr Gewerkschaften europaweit mobil gemacht und den größten Billigflieger des Kontinents zu Zugeständnissen gebracht....

    „Ryanair must change — Ryanair muss sich ändern“ — mit diesem Schlachtruf auf den Lippen haben im fast abgelaufenen Jahr Gewerkschaften europaweit mobil gemacht und den größten Billigflieger des Kontinents zu Zugeständnissen gebracht. Niedriglöhne, Leiharbeit, willkürliche Versetzungen, hartes Personalregiment und eine anti-gewerkschaftliche Grundhaltung gehörten lange zur DNA der 1985 im irischen Dublin gegründeten Airline. Von ihrem langjährigen Chef Michael O'Leary stammt das Zitat, dass eher die Hölle zufrieren werde, als dass Ryanair mit Gewerkschaften verhandele.

    Deutschland ist der wichtigste Wachstumsmarkt für Ryanair

    In O'Learys Hölle kann es nicht mehr allzu heiß sein, denn nach teils abgestimmten Streiks der Piloten und Flugbegleiter in acht europäischen Märkten hat Ryanair bis zum Jahresende etliche Gewerkschaften anerkannt, Tarifverträge oder zumindest Eckpunkte vereinbart und sich bereitgefunden, Arbeitsverträge nach dem jeweils nationalen Recht abzuschließen. In vielen Fragen sind die neuen Bestimmungen für die Beschäftigten vorteilhafter als das bislang angewandte irische Recht.

    In Deutschland, dem wichtigsten Wachstumsmarkt der Ryanair, haben sowohl Verdi für die Flugbegleiter als auch die Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) Grundsatzvereinbarungen erreicht, die neben deutlichen Gehaltszuwächsen auch mehr Schutz bei Versetzungen oder Stationsschließungen versprechen. Zumindest bei den Piloten sind die Leiharbeitskonstruktionen abgeschafft, wie die VC bestätigt.

    Wird Ryanair zu einer ganz normalen Airline?

    Wird Ryanair also zu einer ganz normalen Airline? Mit auskömmlich bis gut bezahlten Beschäftigten und ohne Sozial-Malus bei kritischen Konsumenten? Fast hat es den Anschein, doch in zahlreichen Details zeigt sich noch immer der eisenharte Sparwille, der die Airline groß gemacht hat. Das Vertrauen der Börse schwindet allerdings: Der Aktienkurs hat seit dem Höchststand im August 2017 trotz einer weiterhin starken Umsatzmarge von zuletzt 25 Prozent ein gutes Drittel nachgegeben.

    Ein Grund dafür sind die höheren Personalkosten, die laut Ryanair schon im laufenden Geschäftsjahr um mehr als 180 Millionen Euro steigen dürften. „Aber es wird noch einiges hinzukommen, wenn in den kommenden Monaten weitere Tarifverträge mit Gewerkschaften abgeschlossen werden und Arbeitsverträge auf das jeweilige nationale Arbeitsrecht umgestellt werden“, warnt der Branchenexperte Daniel Roeska vom Analysehaus Bernstein. Den Nettogewinn von 1,45 Milliarden Euro aus dem abgelaufenen Jahr dürfte Europas größter Billigflieger nach seiner Einschätzung so schnell nicht mehr wiederholen können.

    Die European Cockpit Association (ECA) schaut besonders misstrauisch nach Polen, wo Ryanair derzeit die Subgesellschaft Ryanair Sun mit 20 Flugzeugen im kommenden Jahr und einem expliziten Leiharbeitermodell aufbaut. Die Arbeitsverträge der Piloten seien ein „abschreckendes Beispiel für alles, was in Europa mit Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen falsch läuft“, schimpft der scheidende ECA-Präsident Dirk Polloczek. Gemeinsam mit der tarifierten Tochter Laudamotion aus Österreich ist die Sun wichtigstes Wachstumsinstrument für die Gruppe. In Osteuropa treten die Iren damit gegen die ebenfalls ultra-kostenbewusste Wizz Air an.

    „Wegen der Flut neuer Flugzeuge in Europa wird das Flugangebot im Winter voraussichtlich um zehn Prozent wachsen“

    Auch in vermeintlichen Kleinigkeiten zeigt sich das Kostenbewusstsein bei Ryanair weiterhin. Nach eigenen Angaben hat sich das Unternehmen mit Vorkontrakten umfassend gegen steigende Ölpreise abgesichert und streitet mit der britischen Luftverkehrsaufsicht erbittert über die Frage, ob die von den Streiks betroffenen Passagiere Entschädigungen erhalten sollen oder nicht. „Dieser Streik ist nicht in unserem Verantwortungsbereich. Wenn er das wäre, gäbe es keinen Streik“, lautet dazu der Kommentar von Marketingchef Kenny Jacobs.

    Der von Ryanair stets mitbefeuerte Preiskampf unter den Fluggesellschaften dürfte Experten zufolge auch 2019 weitergehen. „Wegen der Flut neuer Flugzeuge in Europa wird das Flugangebot im Winter voraussichtlich um zehn Prozent wachsen“, analysiert Roeska. Das hohe Angebot drücke voraussichtlich auf die Ticketerlöse. Kurz zuvor hatte Ryanair bekanntgegeben, die eigene Flugkapazität im Winterhalbjahr statt um 7 Prozent nur noch um 6 Prozent auszuweiten.

    Bleiben an einer Station die Passagierzahlen unter den Erwartungen, verlagert Ryanair die Maschinen und Crews weiterhin blitzschnell. Zuletzt wurden die Basen in Bremen und Eindhoven geschlossen und die in Weeze am Niederrhein deutlich zurückgebaut. Bei den Nebeneinnahmen kassieren die Iren inzwischen schon dafür, dass Familien, die zusammen gebucht haben, im Flugzeug auch tatsächlich zusammensitzen können. Bis auf kleine Taschen kostet nahezu jedes Gepäckstück inklusive der bislang freien Kabinen-Rollkoffer nach den kürzlich geänderten Beförderungsbedingungen zudem eine Extra-Gebühr.

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    Gewerkschaft: Warnstreik bei Bahn beendet

    Gewerkschaft: Warnstreik bei Bahn beendet


    Bei der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft EVG ihren Warnstreik beendet. Das sagte ein Sprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft am Montag. Kunden müssen nach Bahnangaben aber noch den ganzen Tag mit Einschränkungen rechnen, vor allem im...

    Bei der Deutschen Bahn hat die Gewerkschaft EVG ihren Warnstreik beendet. Das sagte ein Sprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft am Montag. Kunden müssen nach Bahnangaben aber noch den ganzen Tag mit Einschränkungen rechnen, vor allem im Fernverkehr. „Die Wucht des Streiks macht deutlich, wie groß die Verärgerung der Kollegen darüber ist, dass weiter kein abschlussfähiges Angebot vorliegt“, sagte der Gewerkschaftssprecher. Sobald die Bahn schriftlich ein verbessertes Angebot vorlege, sei die EVG bereit, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen.

    Der vierstündige Warnstreik hatte am Morgen um 5.00 Uhr begonnen. ICE und Intercitys fuhren nicht, auch im Regionalverkehr kam es zu erheblichen Einschränkungen, in einzelnen Bundesländern fuhr kaum ein Zug. Auch die Reisezentren wurden bestreikt.

    Bayern, Südwesten und Berlin besonders stark betroffen

    In verschiedenen Bundesländern war zudem der Regionalverkehr von den Streiks betroffen. Von Nürnberg aus etwa gebe aus keine Fahrten in Richtung Würzburg, München oder Berlin, teilte die Bahn mit. Auch im Südwesten sollte es zu besonders starken Einschränkungen kommen.

    Vom Karlsruher Hauptbahnhof fuhr nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kein Zug mehr. In Berlin sollten ab 6.00 Uhr alle S-Bahnen ausfallen, hieß es von der Deutschen Bahn. Weitere Regionen würden voraussichtlich noch hinzukommen. Die EVG hatte ihre Mitglieder in ganz Deutschland zu dem Ausstand aufgerufen und dabei keinen regionalen Schwerpunkt gesetzt.

    Gewerkschaft fordert Lohnerhöhung

    Der Grund des Warnstreiks: Die Gewerkschaft will im Tarifkonflikt mit der Bahn ihre Forderungen durchsetzen. Am Samstag hatte die EVG die Verhandlungen für rund 160 000 Beschäftigte abgebrochen. Bei der Lohnerhöhung war der Konzern der Gewerkschaft aus deren Sicht nicht weit genug entgegengekommen.

    Im Fernverkehr sollen alle für Montag gekauften Tickets bis Dienstag gültig bleiben, wie die Bahn mitteilte. Für bestimmte Spartickets werde zudem die Zugbindung aufgehoben. Im Fall von Reiseabsagen wegen des Warnstreiks sind Erstattungen von Tickets und Reservierungen geplant.

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