Blick.ch - Aktuelle Nachrichten aus der Schweiz und aller Welt




    Venezuela: Avianca stoppt Flüge nach Caracas

    Venezuela: Avianca stoppt Flüge nach Caracas


    Bogotá/Caracas – Die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca hat als weitere grosse Airline ihre Flüge in das von politischen Unruhen erschütterte Venezuela eingestellt. Wie Avianca am Mittwoch mitteilte, werden die Verbindungen von der...

    Bogotá/Caracas – Die kolumbianische Fluggesellschaft Avianca hat als weitere grosse Airline ihre Flüge in das von politischen Unruhen erschütterte Venezuela eingestellt.

    Wie Avianca am Mittwoch mitteilte, werden die Verbindungen von der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá und der peruanischen Hauptstadt Lima nach Caracas und zurück eingestellt.

    Die Massnahme gelte ab dem 16. August und erfolge aufgrund von Sicherheitsbedenken. Seit über 60 Jahren fliegt Avianca nach Venezuela. Bereits gekaufte Tickets, für die Zeit nach dem 16. August würden erstattet, so Avianca.

    Zuvor hatte unter anderem die deutsche Lufthansa nach rund 45 Jahren ihre Flüge nach Caracas ausgesetzt - und dafür Aussenstände im dreistelligen Millionenbereich als Begründung angeführt. Zudem habe es Berichte über Unregelmässigkeiten bei der Abwicklung des Flugbetriebs gegeben.

    Auch Alitalia, die brasilianische Gol und Aeromexiko stoppten die Verbindung in das sozialistische Land. Von den grösseren Airlines steuern künftig Venezuela unter anderem noch American Airlines, Air France, Iberia, British Airways und Copa Airlines an.

    USA: Tillerson dementiert Rücktrittsabsichten

    USA: Tillerson dementiert Rücktrittsabsichten


    Washington – US-Aussenminister Rex Tillerson hat sich erstmals zu Spekulationen geäussert, er stehe kurz vor dem Rücktritt. Eine Reporterfrage, ob er im Amt bleiben werde, beantwortete er am Mittwoch (Ortszeit) im State Department knapp mit «Ich...

    Washington – US-Aussenminister Rex Tillerson hat sich erstmals zu Spekulationen geäussert, er stehe kurz vor dem Rücktritt. Eine Reporterfrage, ob er im Amt bleiben werde, beantwortete er am Mittwoch (Ortszeit) im State Department knapp mit «Ich gehe überhaupt nirgendwo hin.»

    Er werde so lange im Amt bleiben, wie der US-Präsident ihn lasse, sagte Tillerson. Sein Verhältnis zu Donald Trump sei gut.

    US-Medien berichten seit geraumer Zeit unter Berufung auf Vertraute Tillersons, der frühere Topmanager sei von den Daumenschrauben des Weissen Hauses tief frustriert. Es hiess, Tillerson habe so wenig Gestaltungsspielraum, dass er womöglich noch vor Jahresende seinen Job hinwerfen werde.

    Leihmutter soll im dritten Monat schwanger sein: Kim Kardashian und Kanye West erwarten drittes Baby

    Leihmutter soll im dritten Monat schwanger sein: Kim Kardashian und Kanye West erwarten drittes Baby


    Laut Medienberichten gibts bald ein Geschwisterchen für North und Saint West. Eine Leihmutter soll das Kind von Kim und Kanye für 107'000 Franken austragen. Baby-News im Hause Kardashian-West! Wie «Us Weekly» berichtet, werden Kim Kardashian...

    Laut Medienberichten gibts bald ein Geschwisterchen für North und Saint West. Eine Leihmutter soll das Kind von Kim und Kanye für 107'000 Franken austragen.

    Baby-News im Hause Kardashian-West! Wie «Us Weekly» berichtet, werden Kim Kardashian (36) und Kanye West (40) zum dritten Mal Eltern. Kim ist jedoch nicht schwanger. Eine Leihmutter soll diesmal das Kind gebären, weil der Reality-Star aufgrund einer Störung der Plazentahaftung kein weiteres Baby austragen kann.

    Wie ein Insider dem Klatschmagazin verriet, soll es sich bei der Leihmutter um eine Frau Ende 20 aus San Diego handeln. Sie ist laut der Quelle schon im dritten Monat schwanger und soll das Geschwisterchen für North (4) und Saint (1) demnach im Januar 2018 zur Welt bringen. Die Frau hat zuvor bereits anderen Eltern zum Kinderglück verholfen und kassiert von Kim und Kanye für ihre Dienste umgerechnet 107'000 Franken. (man)

    Range Rover Velar schon gefahren: Der Designer-SUV

    Range Rover Velar schon gefahren: Der Designer-SUV


    Der Range Rover Velar ist mindestens so cool wie der Evoque, aber praktisch wie ein Range Rover Sport. Und fährt sich so geschmeidig, wie er aussieht. Abertausende warten darauf, dass Mitte August der neue Spross des Land-Rover-Edellabels Range Rover ab...

    Der Range Rover Velar ist mindestens so cool wie der Evoque, aber praktisch wie ein Range Rover Sport. Und fährt sich so geschmeidig, wie er aussieht.

    Abertausende warten darauf, dass Mitte August der neue Spross des Land-Rover-Edellabels Range Rover ab 63'500 Franken die Lücke vom Evoque zum Range Rover Sport füllt: Über 80'000 Interessenten haben sich für Infos registriert! Kein Wunder: Das Wow-Design mit klaren Flächen statt rustikalen Kanten ist in der Markenfamilie quasi eine Designervilla zwischen Backsteinburgen.

    Gelände-Techniker

    Zur Coolness gibts Hightech (z.B. Matrix-LED- plus Laserlicht, 8-facher WiFi-Hotspot), standesgemässes Geländetalent (65 cm Wattiefe!) – und massig Platz sowohl im luftigen Fond wie im Laderaum (673 bis 1731 Liter).

    Nur die Ausfahr-Türgriffe sind haptisch nicht der Brüller, aber eben stylisch. Wie das Cockpit. Eine superedle Luxuslounge mit zwei Black-Panel-Touchscreens, Digiinstrumenten und Head-up-Display statt (zu) vielen Knöpfen. Das Ei des Bedienkolumbus? Gewöhnungssache. Aber der Nachbar wird sofort neidisch!

    Strassen-Sänfte

    Vor allem aber fährt sich der Velar so elegant, wie er ausschaut. Trotz 4,80 Metern Länge ist er klar handlicher als der fünf Zentimeter längere Range Rover Sport, aber kein straffer Athlet wie sein Alu-Chassis-Bruder Jaguar F-Pace. Lieber federt er seidig und geschmeidig, ist schaukelfrei, bleibt sehr leise und lenkt sich zwar schön präzise, aber niemals nervös.

    Motor-Freuden

    Auf Probetour mit den beiden V6 gefällt der leise V6-Turbodiesel (300 PS, Normwert 6,4 l/100 km) mit souveränem Dampf. Der V6-Kompressor-Benziner (380 PS, 9,4 l/100 km) tönt zwar cool, wirkt aber bemühter. Alternativ gibts vier Vierzylinder mit 180 oder 240 Diesel-PS oder 250 und 300 Benzin-PS, alle mit Turbolader und wie die V6 stets mit 4x4 und Acht-Stufen-Automat. 

    Der Velar soll zu 80 Prozent Fremdkunden erobern – das dürfte locker gelingen: Er ist nicht nur der coolste «Range», sondern auch sonst richtig gut.

    Deutsche untersuchen für 900'000 Franken Schweizer Hochseeflotte: Bundesrat will Meer wissen

    Deutsche untersuchen für 900'000 Franken Schweizer Hochseeflotte: Bundesrat will Meer wissen


    Der Bundesrat ist auf der Suche nach Meeresexperten. Sie sollen die marode Hochseeflotte des Bundes unter die Lupe nehmen – und weitere Millionenverluste verhindern. Die Schweizer Hochseeflotte ist auf Grund gelaufen. Zumindest politisch. Die...

    Der Bundesrat ist auf der Suche nach Meeresexperten. Sie sollen die marode Hochseeflotte des Bundes unter die Lupe nehmen – und weitere Millionenverluste verhindern.

    Die Schweizer Hochseeflotte ist auf Grund gelaufen. Zumindest politisch. Die Bürgschaften des Bundes für die Hochseeschiffe wurden für die Steuerzahler zum finanziellen Debakel. Wegen finanzieller Schwierigkeiten der Reeder verkaufte der Bundesrat 13 Schiffe und verlangte im Mai vom Parlament einen Nachtragskredit von 215 Millionen Franken, um den Schaden zu decken.

    Dieser ist aber auch selbstverschuldet. Zu lange ging das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung BWL zu sorglos mit den Krediten um. Die Finanzkontrolle rügte 2016 in einer Administrativuntersuchung, dass im BWL ein «schwaches internes Kontrollsystem ohne risikoadäquate Begleitung und Kontrolle der Reedereien» bestanden habe.

    Abwicklung der restlichen Bürgschaften verbessern

    Dies versucht der Bundesrat nun für die Abwicklung der restlichen Bürgschaften zu verbessern. Anfang Juli vergab das BWL dazu einen Auftrag an die Hamburger Firma Winkelmann Maritime Consult GmbH. Für 932'000 Franken soll diese von 2018 bis 2022 die Schweizer Hochseeschiffe inspizieren und Audits der Eignergesellschaften durchführen. Entlarvend ehrlich ist der Titel des Auftrags: «Aufbau Maritimes Wissen». Immerhin bürgt der Bund schon seit 1959 für Schweizer Hochseeschiffe. Damit wollte man für Versorgungsengpässe vorsorgen.

    Geprüft wird laut einer Sprecherin des zuständigen Wirtschaftsdepartments WBF insbesondere deren technischer Zustand sowie die Werterhaltung, Einsatzfähigkeit, Sicherheit und der umweltfreundliche Betrieb. Bis anhin hat das BWL die Audits und Schiffsinspektionen selbst durchgeführt.

    Selbst aneignen will sich der Bund das spezialisierte maritime Wissen nicht. Es ist laut dem Departement nicht zielführend, dazu Leute anzustellen. Da der Bundesrat keinen neuen Rahmenkredit für Schiffsbürgschaften beantragt, gehe es nur noch darum, die vereinbarten Bürgschaften in den nächsten Jahren «zu begleiten». Wer die Kosten für die externen Prüfer letztlich berappt, ist unklar. Laut der Verordnung kann der Bund die Kosten für Schiffsprüfungen den Eignern überwälzen. Dies geht aber nur, wenn nicht weitere Reedereien mit ihren Schiffen in Schieflage geraten.

    Weil der Discounter neu «faire» Milch verkauft: Aldi fairärgert die Bauern

    Weil der Discounter neu «faire» Milch verkauft: Aldi fairärgert die Bauern


    Dass der Discounter Aldi die neue Marke Fairmilk lanciert, kommt bei der Milchproduzenten Organisation Big-M nicht gut an. Es handle sich um eine Täuschung, sagt deren Präsident. Aldi will sich als Bauernfreund positionieren: Ab heute...

    Dass der Discounter Aldi die neue Marke Fairmilk lanciert, kommt bei der Milchproduzenten Organisation Big-M nicht gut an. Es handle sich um eine Täuschung, sagt deren Präsident.

    Aldi will sich als Bauernfreund positionieren: Ab heute stehe «schweizweit die erste faire Milch» in den Regalen, verkündet der Harddiscounter. Unter der Marke Fairmilk verkauft er neu den Liter Trinkmilch für 1.49 Franken – das sind 34 Rappen mehr als normale Milch kostet.

    Dank dem höheren Preis zahlt Aldi den Bauern 70 Rappen pro Liter – ohne Abzüge. Die Branchenorganisation Milch (BOM) verlangt lediglich einen Richtpreis von 65 Rappen. Eine faire Sache, könnte man meinen.

    Die Milchproduzenten-Organisation Big-M sieht das anders. Die Bezeichnung Fairmilk sei eine Täuschung, sagt Präsident Martin Haab (55). «Damit man von einem fairen Preis sprechen kann, müsste der Bauer mindestens 80 Rappen verdienen.»

    Bei 70 Rappen komme er auf einen Stundenlohn von zehn Franken. Haab stört, dass Aldi eigenhändig definiert, was fair ist und den Produzenten zusätzliche Auflagen zur Tierhaltung macht. «Das Angebot von Aldi ist vor allem ein guter Marketing-Gag», sagt er.

    Aldi kontert

    Das lässt der Discounter nicht auf sich sitzen. Aldi-Sprecher Philippe Vetterli kontert: Von der Fairmilk würden Konsumenten, Bauern und Milchkühe profitieren. «Diverse informelle Gespräche in der Branche haben uns in dieser Vorgehensweise bestätigt.»

    Coop und Migros wollen die Aktion von Aldi nicht direkt kommentieren. Coop betont aber, dass man den Bauern seit Juli drei Rappen mehr bezahle pro Liter – Emmi, die für Coop Milch einkauft, bezahlt über 55 Rappen. Die Migros hingegen hält fest, dass sie von allen grossen Verarbeitern den höchsten Milchpreis zahlt. Im Mai waren es 57,5 Rappen.

    Motorsägen-Mann mit Armbrust verhaftet: Die letzten Meter seiner Flucht

    Motorsägen-Mann mit Armbrust verhaftet: Die letzten Meter seiner Flucht


    THALWIL ZH - Das Aufatmen ist gross. Die Last fällt von den Schultern der Polizei. Doch viele Fragen bleiben nach der Verhaftung von Motorsägen-Mann Franz Wrousis in Thalwil ZH. Am Dienstagabend um 19 Uhr ist die Jagd nach Franz...

    THALWIL ZH - Das Aufatmen ist gross. Die Last fällt von den Schultern der Polizei. Doch viele Fragen bleiben nach der Verhaftung von Motorsägen-Mann Franz Wrousis in Thalwil ZH.

    Am Dienstagabend um 19 Uhr ist die Jagd nach Franz Wrousis endlich vorbei. Der Motorsägen-Mann ist gefasst. 45 Minuten nachdem der entscheidende Hinweis aus der Bevölkerung kommt, klicken in Thalwil ZH an der Gotthardstrasse die Handschellen. 63 Kilometer entfernt von Schaffhausen, wo der Eigenbrötler am Montag in einer Filiale der CSS-Versicherung die Mitarbeiter Antonio B.* (45) und Mike F.* (40) mit einer Motorsäge verletzt hatte. Aus dem Nichts. Denn wie die CSS gestern bekannt gab, habe Wrousis zwar ein dickes Dossier bei ihnen gehabt, er sei aber immer freundlich gewesen und habe nie jemanden bedroht.

    Doch der zweifach vorbestrafte 51-Jährige ist auch bei seiner Verhaftung bewaffnet. Die Motorsäge trägt er zwar nicht mehr auf sich, dafür zwei geladene Pistolenarmbrüste und angespitzte Holzstäbe. Pistolenarmbrüste gelten zwar nicht als Waffe, sondern sind Sportgeräte – trotzdem sind sie tödlich. Metallbolzen können damit mit über 200 km/h verschossen werden.

    Doch wie die Polizei gestern mitteilte, sei Wrousis bei seiner Verhaftung «anständig und kooperativ» gewesen und habe sich ohne Gegenwehr festnehmen lassen.

    «Er schlurfte so komisch»

    Anwohner schildern gegenüber BLICK, wie er vor dem Snowboard-Laden von zwei Polizisten in Zivil verhaftet wurde. «Es war kurz vor 19 Uhr. Es herrschte ein grosses Polizeiaufgebot.», sagt eine Nachbarin. Wie er von Schaffhausen nach Thalwil kam, ist noch unklar. Wrousis wurde gestern Nachmittag ein erstes Mal befragt. Auf den letzten Metern seiner Flucht wurde er dafür von gleich mehreren Augenzeugen beobachtet. Von der Unterführung am Bahnhof ging er zur Hauptstrasse hoch und riskierte so, gesehen zu werden.

    Pizza-Bäcker Liman Kabashi von der Pizzeria Pipponi im Ortszentrum hatte ihn sofort erkannt. «Das ist doch der Motorsägen-Mann!», rief er. Anders sein Gast, Yli Kastrati (63), der Wrousis auch sah. «Ich sagte nur, du spinnst ja! Was macht der Motorsägen-Mann in Thalwil? Er ging mit gesenktem Kopf. Ich dachte nur, das kann doch nicht sein!»

    Wrousis' Weg führte an der Gotthardstrasse am Haus von Marlies K. (65) vorbei. «Ich fuhr mit meinem Jaguar die Strasse entlang, da ist er mir sofort aufgefallen, er hatte einen Kapuzenpullover an und eine grosse Tasche dabei und schlurfte so komisch», erzählt sie.

    Nur 280 Meter entfernt von dem Ort, an dem sie Wrousis gesehen hat, liegt die Thalwiler CSS-Filiale. CSS-Sprecherin Christina Wettstein: «Wir haben natürlich alle spekuliert, wo Franz Wrousis als Nächstes zuschlagen könnte und hatten Angst, ob er wieder in eine unserer Filialen stürmen wird.»

    Seit Wrousis im Schaffhauser Gefängnis sitzt, atmet man jetzt nicht nur bei der CSS auf.

    *Namen der Redaktion bekannt

    Multimillionäre sind in der Schweiz willkommen: Ausländer, wir lieben euch

    Multimillionäre sind in der Schweiz willkommen: Ausländer, wir lieben euch


    Seit dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative gehört die Eindämmung der Zuwanderung zu den obersten Zielen von Regierung und Parlament. Doch für reiche Ausländer rollt die Schweiz noch immer den roten Teppich aus. Niemand hat mehr Superreiche als...

    Seit dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative gehört die Eindämmung der Zuwanderung zu den obersten Zielen von Regierung und Parlament. Doch für reiche Ausländer rollt die Schweiz noch immer den roten Teppich aus.

    Niemand hat mehr Superreiche als die Schweiz. 2000 Einwohner besitzen gemäss einer Studie der Credit Suisse mehr als 50 Millionen Franken, 710 sogar mehr als 100 Millionen. Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist das Weltrekord. Doch auch in absoluten Zahlen leben in der Alpenrepublik mehr Superreiche als in grossen Ländern wie Frankreich, Italien oder Japan. 

    Allein am Arbeitseifer der einheimischen Bevölkerung liegt das nicht. Mindestens die Hälfte der Superreichen sind Ausländer. Unter den Top 10 der Reichen-Rangliste des Wirtschaftsmagazins «Bilanz» finden sich nur gerade drei Schweizer. 

    Alle anderen haben ihre Wurzeln im Ausland – von den Söhnen von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad (91) über die deutsche C&A-Besitzerfamilie Brenninkmeijer, die niederländische Bier-Königin Charlene de Carvalho-Heineken (63) bis zum russischen Oligarchen Viktor Vekselberg (60). Auch die Dichte an Superstars aus Show und Sport ist einzigartig.

    Bankgeheimnis und Pauschalbesteuerung locken die Reichen  

    Wie wurde die Schweiz zum Tummelplatz der Reichen und Berühmten? «Der Krämergeist war in der Schweiz seit jeher verbreitet», sagt der Basler Soziologe Ueli Mäder (66). Beleg dafür ist die Pauschalbesteuerung, ein Steuer-Discount für reiche Ausländer: Sie müssen nur ihren Lebensaufwand versteuern, der Rest wird ihnen erlassen. Der Kanton Waadt kennt das Privileg seit 155 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die übrigen Kantone und der Bund nach. Heute profitieren 5046 Personen von der Pauschalbesteuerung.    

    Der Luzerner Anwalt Urs Mühlebach (70) ist seit den frühen 80-Jahren in diesem Geschäft tätig. Dutzende von Ausländern lotste er in die Zentralschweiz. Alle sind mindestens 50 Millionen Franken schwer, darunter lohne sich der Umzug nicht, so Mühlebach.  

    Was er sagt, ist das Mantra der Branche: Tiefe Steuern seien wichtig, aber längst nicht der einzige Grund, dass reiche Ausländer in die Schweiz kämen. Ebenso sehr schätzten seine Klienten die Verlässlichkeit der Verwaltung, die hohe Lebensqualität und die stabilen Verhältnisse, sagt Mühlebach. «Das soziale Miteinander ist ein Standortvorteil.»

    Das Ende des Bankgeheimnisses habe manche Ausländer verunsichert, so Mühlebach. «Die internationale Konkurrenz ist hart.» Auch Deutschland, Holland, Osterreich, Monte Carlo und London bemühten sich um finanzkräftige Ausländer. Manche gingen bei den Steuern viel tiefer rein als die Schweiz. «Aber die Lebensqualität ist bei uns viel höher.»   

    Dass die Schweiz von der Willkommenskultur für Superreiche profitiert, steht für ihn ausser Frage: «Es kommen keine Potentaten, sondern erfolgreiche Unternehmer und Geschäftsleute.»

    Zu Hause lauert niemand vor der Haustüre

    Ähnlich argumentiert der Zürcher Strategie- und Unternehmensberater Christoph Richterich (55). Zu seinen Klienten gehören neben Managern und Unternehmern auch Showstars, die sich in der Schweiz einen Platz fürs Altenteil suchen. «Prominente schätzen bei uns vor allem die Diskretion.» In der Schweiz könnten sie ihn Ruhe in einem Restaurant tafeln, zu Hause lauere ihnen niemand vor der Haustüre auf. «Das ist in anderen Ländern völlig anders. Dort können sie keinen Schritt machen ohne Bodyguard.» 

    Soziologe Mäder hält solche Erklärungen nur für Fassade. Für sein vor sieben Jahren publiziertes Buch über die Reichen der Schweiz hat er sich mit vielen von ihnen unterhalten. Sein Fazit: «Natürlich ist die Schweiz ein schönes Land mit kurzen Wegen und guter Infrastruktur. Viele reiche Zuzüger kommen aber vor allem wegen der tiefen Steuern.»

    Dass die Gelder heute allesamt sauber und versteuert sind, glaubt er nicht: «Schmutzige Gelder reinzuwaschen, ist zwar schwieriger geworden, aber selbst die Bundesanwaltschaft kann nicht alles prüfen und wissen.»  

    Die Bilanz fällt aus seiner Sicht weit weniger positiv aus. «Von der Pauschalsteuer profitieren Anwälte, Berater und Immobilienhändler, aber für die breite Bevölkerung sind die Auswirkungen negativ.» Was Mäder vor allem kritisiert, ist die Ungleichbehandlung: «Das weckt Ressentiments und unterläuft den sozialen Zusammenhalt im Land.»   

    Das meint BLICK zur YB-Pleite: Macht es wie letztes Jahr

    Das meint BLICK zur YB-Pleite: Macht es wie letztes Jahr


    Trotz der 1:3-Hypothek: Nichts spricht dagegen, dass sich YB im Rückspiel gegen Kiew nicht doch noch für die Champions League qualifiziert, meint BLICK-Fussballreporter Martin Arn. Man könnte jetzt den alten Kalauer bemühen, dass es YB in Kiew wieder...

    Trotz der 1:3-Hypothek: Nichts spricht dagegen, dass sich YB im Rückspiel gegen Kiew nicht doch noch für die Champions League qualifiziert, meint BLICK-Fussballreporter Martin Arn.

    Man könnte jetzt den alten Kalauer bemühen, dass es YB in Kiew wieder einmal «veryoungboyst» hat. Wer in der 90. Minute das wichtige Auswärtsstor zum 1:2 schiesst, der darf danach nicht noch einen dritten Treffer kassieren. Das ist schon wahr.

    Und wahr ist natürlich auch, dass man sich auf diesem Niveau und gegen einen Klassestürmer wie Jarmonelko keine solchen Fehler leisten darf, wie Loris Benito und Steve von Bergen vor dem 0:1 und dem 0:2.

    Doch YB kann aus diesem Spiel in Kiew auch einige gute Dinge mitnehmen. Trainer Adi Hütter hat «in der 1. Halbzeit, abgesehen von den beiden individuellen Fehlern, keinen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften gesehen.»

    Im letzten Jahr, im Hinspiel gegen Schachtar, wurden die Berner phasenweise an die Wand gespielt. Das war gegen Dynamo Kiew gestern nicht der Fall. 

    Und im Rückspiel auf dem Kunstrasen wird es ein ganz anderes Spiel werden. YB hat letzte Saison das übermächtig scheinende Schachtar im Rückspiel 2:0 bezwungen und im Elfmeterschiessen rausgekegelt.

    Dynamo, so viel ist nämlich auch sicher, wäre ein 2:0 bestimmt lieber gewesen als ein 3:1. 

    Deshalb, liebe Berner, macht es wie letztes Jahr. Ein 2:0 würde diesmal reichen. Ohne Umweg über das Penaltyschiessen!

    Einige Kids wollen lieber Bauer werden: NHL-Millionäre besuchen Hockey-Camp

    Einige Kids wollen lieber Bauer werden: NHL-Millionäre besuchen Hockey-Camp


    Nachdem Mark Streit vor fünf Wochen die grösste Eishockey-Trophäe gewonnen hat, kümmert er sich jetzt mit Roman Josi und Yannick Weber um kleine Talente. Der 10-jährige Noah scheint nach dem ersten Training im EA-Hockey-Camp in Zuchwil SO...

    Nachdem Mark Streit vor fünf Wochen die grösste Eishockey-Trophäe gewonnen hat, kümmert er sich jetzt mit Roman Josi und Yannick Weber um kleine Talente.

    Der 10-jährige Noah scheint nach dem ersten Training im EA-Hockey-Camp in Zuchwil SO untröstlich. Neben Heimweh beklagt er sich bei seinem Betreuer Jörg Scheidegger über Kopf- und Bauchschmerzen.

    Der kleine Verteidiger hält eine Teilnahme am zweiten Training für absolut undenkbar, bis sein Betreuer ein paar Namen mit zauberhafter Wirkung ausspricht: «Roman Josi und Mark Streit werden im nächsten Training ebenfalls auf dem Eis sein. Bist du sicher, dass du im Bett bleiben willst?»

    Es dauert nicht lange, bis Noah das Training wieder aufnimmt: «Die Schmerzen haben nun doch schneller nachgelassen als ich geglaubt haben...»

    Genau solche Erlebnisse sind ausschlaggebend, warum sich Stanley Cup Sieger Mark Streit in diesem Sommer zum wiederholten Mal gemeinsam mit den beiden Nashville-Stars Roman Josi und Yannick Weber während einer Woche im Nachwuchs-Camp betätigt.

    «Das Training mit dem Nachwuchs macht uns allen enorm viel Spass und einige Kids bringen sehr grosses Potenzial mit», schwärmt Streit. Ein in Delemont wohnhafter Sohn einer Polin und eines Engländers hat es Streit besonders angetan: «Er heisst Thomas Mardsen und hat Jahrgang 2008. Dieser Junge läuft unglaublich gut Schlittschuh und ist auch stocktechnisch extrem stark.»

    Während es im Leben von diesen kleinen Riesen gemäss Mardsens Vater «nur Eishockey gibt», träumen andere Camp-Teilnehmer nicht von der grossen NHL-Karriere. So wie ein Bub aus Toffen im Kanton Bern, der nach dem ersten Training von Mark Streit nach Hause gefahren wurde. «Dieser kleine Goalie hat mich während der Fahrt gefragt, ob man als Eishockey-Profi eigentlich viel Geld verdienen könne? Als ich ihm erzählte, dass die Top-Spieler in der NHL um die zehn Millionen garnieren, meinte er unbeeindruckt, dass er trotzdem lieber wie sein Grossvater Bauer würde...»

    Seit Vorgestern steht fest, dass Streit noch mindestens ein Jahr in der NHL anhängen wird, obwohl sein neuer Vertrag bei den Montreal Canadiens nicht mehr mit Millionen, sondern mit 600'000 Dollar dotiert ist.  «Vielleicht hätte ich in finanzieller Hinsicht von einem anderen Klub ein noch lukrativeres Angebot erhalten, wenn ich bis im August gewartet hätte. Aber aufgrund der hohen Lebensqualität in Montreal verzichte ich gerne auf etwas Geld. Ich hatte zwischen 2005 und 2008 eine wunderbare Zeit in Montreal, die Stadt und die Menschen hier sind grossartig.»

    Grossartig fühlen sich jetzt auch die Kids im Zuchwiler Hockey-Camp. Der 9-jährige Tomasz sagt: «Das Training mit Streit, Josi und Weber ist das Beste, was ich mir vorstellen kann, ich lerne von ihnen sehr viel.»

    Judith Weber packt aus: «Er hatte viele Frauen neben mir»

    Judith Weber packt aus: «Er hatte viele Frauen neben mir»


    Franz Weber wird heute 90 Jahre alt. Seine Ehefrau und Mitstreiterin übermittelt dem berühmtesten Umweltschützer der Schweiz via BLICK einen besonderen Geburtstagsgruss. «Franz hatte viele Frauen neben mir, doch keine schaffte es, unsere Liebe zu...

    Franz Weber wird heute 90 Jahre alt. Seine Ehefrau und Mitstreiterin übermittelt dem berühmtesten Umweltschützer der Schweiz via BLICK einen besonderen Geburtstagsgruss. «Franz hatte viele Frauen neben mir, doch keine schaffte es, unsere Liebe zu zerstören, er blieb die Liebe meines Lebens, bis zum heutigen Tag», sagt Judith Weber, die derzeit ein Buch über ihr Leben mit ihrem fremdgehenden Ehemann schreibt.

    Franz Weber feiert heute seinen 90. Geburtstag. Der berühmteste Umweltschützer der Schweiz wird von seiner Ehefrau mit einer aussergewöhnlichen Liebeserklärung beschenkt. «Franz hatte viele Frauen neben mir, doch keine schaffte es, unsere Liebe zu zerstören, er blieb die Liebe meines Lebens, bis zum heutigen Tag», sagt Judith Weber (84), die seit Jahrzehnten ebenso leidenschaftlich wie ihr Ehemann für den Tier-, Natur- und Landschaftsschutz kämpft.

    «Wir sind seit 45 Jahren ein Paar, durch dick und dünn gegangen, über seine zahlreichen Affären habe ich hinweggesehen», betont Judith Weber. «Aber es war und ist immer noch meine Bestimmung und mein Beruf, ihn zu lieben, so wie er ist», sagt sie über ihre Beziehung zu ihrem Ehemann, der seit einigen Monaten wegen fortgeschrittener Demenz in einer Seniorenresidenz lebt.

    Keine Abrechnung

    Zurzeit schreibt Judith Weber an einem Buch über ihr Leben an der Seite des umtriebigen Umweltschützers und Charmeurs. «Viele Frauen meiner Generation werden sich darin erkennen, und deren Kinder wiederum werden sich an den eigenen Vater erinnern», ist Judith Weber überzeugt.

    Doch es soll keine Abrechnung werden. «Ich will Franz Webers unbekannte, sowohl schöne als auch sehr schwierige Seite als Ehemann und Vater aufzeigen», verrät Judith Weber über den Inhalt des Buchs. Dass sie mit ihrer Ansicht, dass ein ständig fremdgehender Ehemann kein Trennungsgrund sein muss, bei den Feministinnen nicht für überschwängliche Freude sorgen wird, nimmt die Autorin in Kauf: «Franz Weber ist nicht mein erster, sondern mein dritter Ehemann, deshalb weiss ich, auf was es bei einer Beziehung ankommt: Wichtig ist die seelische, ideelle und auch intellektuelle Verbundenheit», sagt Judith Weber.

    Sein Leben als Popstar, Provokateur und Poet: Als Polo noch Urs Alfred war

    Sein Leben als Popstar, Provokateur und Poet: Als Polo noch Urs Alfred war


    Der am Samstag verstorbene Polo Hofer (†72) hat die Schweizer Musikgeschichte geprägt wie kaum ein anderer. BLICK schaut in einer Serie zurück auf das bewegte Leben des berühmtesten Mundartrockers. Heute: Polos Jugendjahre und seine Anfänge als...

    Der am Samstag verstorbene Polo Hofer (†72) hat die Schweizer Musikgeschichte geprägt wie kaum ein anderer. BLICK schaut in einer Serie zurück auf das bewegte Leben des berühmtesten Mundartrockers. Heute: Polos Jugendjahre und seine Anfänge als Musiker.

    Polo Hofer (†72) erblickte auf dem «Bödeli» das Licht der Welt. Geboren wurde er als Urs Alfred Hofer am 16. März 1945 in Interlaken. Die Gemeinde bildet zusammen mit Unterseen, Matten und Bönigen das «Bödeli», das weltberühmte Gebiet zwischen dem Thuner- und dem Brienzersee. Obwohl die vier Ortschaften zusammen gewachsen und die Grenzlinien kaum mehr erkennbar sind, haben es die Bürgerinnen und Bürger stets abgelehnt, zu einer einzigen Gemeinde zu fusionieren. Das ist vielleicht typisch für die Menschen hier, die «Bödeler». Sie sind ein spezielles Volk, «si si Eigeti», sagt man auf Berndeutsch. 

    Polos schlimmer Unfall als Einjähriger

    Urs Hofer war auch «e Eigete». Er war zwar der älteste von vier Brüdern, doch dies wirkte sich kaum auf sein Selbstvertrauen aus. «Polo war als Bub derart schüchtern, dass er nicht einmal den Hörer abnahm, wenn das Telefon klingelte», sagte Beat «Fischli» Hofer einmal über seinen Bruder. Vielleicht war diese Schüchternheit auf ein dramatisches Ereignis in Polos frühester Kindheit zurückzuführen. Der erst einjährige Junge verbrennt sich mit flüssigem Plastik Arme, Hals und Gesicht. Während Tagen schwebt er in Lebensgefahr, und über einen Monat lang muss er ans Bett gegurtet ruhig liegen. Es bleiben Narben an Armen, Händen und Gesicht zurück. Vier Jahre später passiert ein weiteres Unglück: Polos Elternhaus brennt vollständig nieder, die Familie muss in ein neues Daheim ziehen. Im selben Haus wohnen die Ammanns. Mit deren sieben Jahre jüngeren Sohn schreibt Polo später Schweizer Musikgeschichte. Doch vorerst beschränkt sich der Kontakt aufs gelegentliche Kinderhüten. «Ich habe Hanery im Kinderwagen rumgefahren», erinnerte sich Polo an die frühen Zeiten ihrer Bekanntschaft.

    Aus Urs wird Polo

    Bei den Pfadfindern blüht Urs auf, seine Schüchternheit nimmt langsam ab. Zu seinem Pfadinamen kommt er indirekt wegen dem Beruf seiner Eltern. Das Schaufenster ihres Modegeschäftes «Maison Hofer – Haute Couture» ist zur jener Zeit voller Polo-Hemden. Deshalb wurde aus dem Urs der Polo.

    Dank seiner Mutter Hedwig (†90) entdeckt Polo Hofer seine Leidenschaft für die Musik. Sie schenkt ihrem knapp 14-jährigen Sohn die erste Schallplatte. Es ist eine Single von Louis Armstrong mit dem Lied «New Orleans Function», besser bekannt unter dem rassistischen Titel «Negerbegräbnis». Verboten wäre heute Polos erste öffentliche Gesangseinlage: An einem Pfadifest steht er mit schwarz gefärbtem Gesicht (Blackfacing) auf der Bühne. «Ich fühlte mich als zweiter Armstrong», sagte er später über diesen Auftritt. «Ich wollte immer so singen können wie er.»

    Dieser Pfadiauftritt steht am Beginn von Polos über 50 Jahre andauernden Band-Karriere. Mit Pfadi-Kumpels gründet er die Troubadours. Später schliesst er sich noch während seiner Ausbildung zum Handlithographen als Schlagzeuger den Four Jets an, einer Tanzband aus Interlaken. Die Gruppe ändert den Namen in The Jetmen und spielt fortan in verschiedenen Bars und Dancings im Berner Oberland. Einer dieser Auftritte wird für Polo unerfreuliche Folgen haben und sein Verhältnis zum Vater über Jahre hinweg trüben.

    Fux über Sex: «Ich stehe auf kämpferische Frauen»

    Fux über Sex: «Ich stehe auf kämpferische Frauen»


    . Ich (43) finde es anziehend, wenn Frauen kämpferisch oder dominant sind und versuchen, einen Mann zu unterwerfen. Ist das normal, dass mich das so fasziniert? Gibt es auch andere Männer, die es anziehend finden, wenn die Frau mit einem Mann ringt vor...

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    Ich (43) finde es anziehend, wenn Frauen kämpferisch oder dominant sind und versuchen, einen Mann zu unterwerfen. Ist das normal, dass mich das so fasziniert? Gibt es auch andere Männer, die es anziehend finden, wenn die Frau mit einem Mann ringt vor dem Sex und ihn versucht zu unterwerfen? Jérôme

     

    Lieber Jérôme

    Aktiv und passiv, stark und schwach, eindringen und aufnehmen – Gegensätzlichkeiten sind in der Sexualität ganz wichtige Themen. Sie sorgen für die Spannung, die Sex überhaupt erst wirklich prickelnd macht.

    Welche Rolle oder welches Verhalten dabei für Mann und Frau passend oder sexy ist, ist nicht einfach in Stein gemeisselt. Es hat stattdessen viel mit den Erwartungen und Idealen unserer Gesellschaft zu tun. Am Ende des Tages entscheidet aber schlicht die persönliche Vorliebe.

    Ein mehr oder weniger handfester Ringkampf mag vielleicht nicht die Top 10 der meistgenannten Fantasien anführen, starke, aktive Frauen üben aber auf sehr viele Männer eine grosse Anziehung aus. Das zeigt auch ein Blick in die Genres der Erotikbranche: Femdom, also weibliche Dominanz, gehört in Tausenden Spielarten zu den ganz prominenten Rubriken.

    Trotzdem solltest du dich hüten, nur über die blosse Statistik mit deiner Vorliebe Frieden zu schliessen oder nur das als normal zu akzeptieren, was häufig ist. Sich einfach an der grossen Masse zu orientieren, ist nämlich selten der Schlüssel zu einer erfüllenden Sexualität.

    Es gehört zu den hartnäckigen Vorurteilen, dass das Spiel mit Dominanz und Unterwerfung in der Sexualität automatisch einer Gewaltverherrlichung oder auch nur ihrem Gutheissen gleichkommt. Dabei steckt in diesen Spielarten oft viel Sorgfalt und Hingabe. Entscheidend ist, dass du weisst, wo die Grenzen deiner Fantasien sind, und so eine gesunde Distanz zu ihnen wahrst. 

    Fragen Sie unsere BLICK-Sexberaterin

    Haben Sie Fragen zu den Themen Lust und Liebe? Schreiben Sie Caroline Fux! Entweder per E-Mail an [email protected] oder per Post: Caroline Fux, Ringier AG, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich.

    Bitteres EM-Out in Überzahl: Goalie-Flop bricht Frauen-Nati das Genick

    Bitteres EM-Out in Überzahl: Goalie-Flop bricht Frauen-Nati das Genick


    Die Schweizer Frauen-Nati spielt im letzten EM-Gruppenspiel in Holland gegen Frankreich 1:1. Damit ist das Turnier für die Schweizerinnen vorbei. Goalie Thalmann wird mit ihrem Fehlgriff zur tragischen Figur. Das SpielDie Französinnen starten besser,...

    Die Schweizer Frauen-Nati spielt im letzten EM-Gruppenspiel in Holland gegen Frankreich 1:1. Damit ist das Turnier für die Schweizerinnen vorbei. Goalie Thalmann wird mit ihrem Fehlgriff zur tragischen Figur.

    Das Spiel
    Die Französinnen starten besser, bis Innenverteidigerin Perisset gegen Ramona Bachmann die Notbremse zieht und vom Platz fliegt. Mit dem anschliessenden Freistoss gehen die Schweizerinnen in Führung. Selbst in Unterzahl ist Frankreich besser, die Schweizerinnen halten – auch dank Thalmann im Tor – den Kasten sauber. Dann wird ein Viertelstunde vor Schluss ausgerechnet die Torfrau mit ihrem Patzer zur tragischen Figur. Das Turnier ist für die Schweiz vorbei.

    Die Tore:
    1:0, 19. Minute: Ana Maria Crnogorcevic | Moser chippt den Freistoss nach dem Platzverweis genau auf den Kopf von Crnogorcevic, die mit einem wuchtigen Kopfball vollendet. 

    1:1, 76. Minute: Camille Abily | Beim eigentlich harmlosen Freistoss greift Goalie Gaelle Thalmann daneben und lenkt das Leder unglücklich ins Tor ab. Sofort schlägt sie die Hände vors Gesicht.

    Die Beste: Camille Abily. Ihr Freistoss bringt die Französinnen in Unterzahl doch noch in den Viertelfinal.

    Die Schlechteste: Goalie Gaelle Thalmann. Sie hält gut. Bis sie den Abily-Freistoss zum 1:1 reinflutschen lässt. Der Flop kostet der Nati den Viertelfinal-Platz!

    Das gab zu reden: Natürlich der Ausgleich der Französinnen – ein klassischer Goalie-Flop. Bitter für die sonst sichere Gaelle Thalmann. «Ein Scheiss-Tor», kommentiert Nati-Coach Voss-Tecklenburg bei SRF.

    So gehts weiter: Für die Schweizerinnen ist die EM vorbei. Frankreich steht zusammen mit Gruppensieger Österreich (3:0 gegen Island) in den Viertelfinals.

    *****

    Schweiz – Frankreich 1:1 (1:0)

    Rat Verlegh Stadion, Breda (Ho) – 3347 Fans – SR: Kulcsar (Un)

    Tore: 19. Crnogorcevic (Moser) 1:0. 76. Abily 1:1.

    Schweiz: Thalmann; Crnogorcevic, Kiwic, Wälti, Maritz; Bernauer; Aigbogun (78. Terchoun), Zehnder (80. Reuteler), Moser (64. Calligaris), Dickenmann; Bachmann.

    Frankreich: Bouhaddi; Perisset, M´Bock Bathy, Renard, Karchaoudi; Henry, Abily (7. Thiney), Geyoro; Diani (83. Houara-D´Hommeaux), Lavogez (71. Delie); Le Sommer.

    Gelbe Karten: 14. Renard (Foul). 41. Henry (Unsportlichkeit). 66. Bernauer (Foul). 68. Calligaris (Foul). 72. Dickenmann (Unsportlichkeit).

    Rote Karte: 17. Perisset (Notbremse).

    Der Kult-Kalender wird märchenhaft: Es war einmal ein Pirelli

    Der Kult-Kalender wird märchenhaft: Es war einmal ein Pirelli


    Der legendäre Pirelli-Kalender 2018 zeigt weniger nackte Haut denn je. Er setzt ausschliesslich auf schwarze Models und opulent inszenierte Bilder, die an «Alice im Wunderland» erinnern. Für die Ausgabe 2018 des legendären Pirelli-Kalenders setzt...

    Der legendäre Pirelli-Kalender 2018 zeigt weniger nackte Haut denn je. Er setzt ausschliesslich auf schwarze Models und opulent inszenierte Bilder, die an «Alice im Wunderland» erinnern.

    Für die Ausgabe 2018 des legendären Pirelli-Kalenders setzt der britische Modefotograf Tim Walker (47) exklusiv auf dunkelhäutige Schönheiten: Naomi Campbell (47), Lupita Nyong'o (34), Whoopi Goldberg (61), Rapper Sean «P. Diddy» Combs (48) und 13 weitere grosse Namen aus Mode, Musik und Kultur sind die Stars des nächsten Jahres. 

    Nach der strengen Schwarz-Weiss-Ausgabe 2017 von Peter Lindbergh (72) wird das Pirelli-Jahr 2018 wieder farbig: Tim Walker richtet seine Figuren, alle von schwarzen Prominenten dargestellt, in opulenten Dekors an – inspiriert von der fantastischen englischen Kindergeschichte «Alice im Wunderland». Wie gemalt wirken schon die Fotos, die während der Fotosessions gemacht wurden. Zwölf Bilder, die für den Kalender ausgewählt werden, sollen dann wie sogenannte Tablaux vivants aussehen – wie gemalte Bilder, die von echten Menschen nachgestellt werden.

    Mit der nächsten Ausgabe bestärkt der Pirelli-Kalender seine Abkehr von nackten Pin-up-Girls. Tim Walker zeigt noch viel weniger nackte Haut als es Peter Lindbergh für das laufende Jahr tut. Seit der letzten Ausgabe mit Porno-Chic im Jahre 2015 hat sich der ehemalige Erotik-Kalender der edlen Kunstfotografie verschrieben.

    «Es ist der beste Kalender, den wir je hatten»

    Der Beliebtheit tat dies keinen Abbruch. Der Kalender ist schliesslich nicht käuflich, sondern wird nur an gute Kunden verschenkt. Und Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera (69) wird auch die 2018er-Ausgabe loben: «Es ist der beste Kalender, den wir je hatten» – das sagt er jedes Jahr, seit seinem Amtsantritt 1992.

    Spirituosen-Regal zusammengebrochen: Coop-Megastore mit einer Mega-Alkfahne

    Spirituosen-Regal zusammengebrochen: Coop-Megastore mit einer Mega-Alkfahne


    BÜLACH ZH - Mitten im Feierabend-Andrang kracht in der Coop-Filiale in Bülach ein Getränke-Regal zusammen. Neben einer grossen Sauerei bleibt vor allem ein beissender Gestank in der Luft. Der Coop-Megastore in Bülach empfängt...

    BÜLACH ZH - Mitten im Feierabend-Andrang kracht in der Coop-Filiale in Bülach ein Getränke-Regal zusammen. Neben einer grossen Sauerei bleibt vor allem ein beissender Gestank in der Luft.

    Der Coop-Megastore in Bülach empfängt ihre Kunden heute Abend mit einem beissenden Geschmack in der Luft – einer Mischung aus eingetrocknetem Rotwein, Eierlikör und einem Schuss Champagner. Grund für die alkoholgeschwängerte Duftnote ist ein zusammengebrochenes Regal in der Spirituosenabteilung.

     

    Etwa um 18 Uhr sei es zu dem Malheur gekommen, erklärt der Chef der Filiale, Daniel Manser, auf Anfrage von BLICK. «Auf einmal hat es wahnsinnig laut gekracht im Laden», schildert er den Unglücksmoment. Danach sei auch bereits «eine wahnsinnige Sauerei» auf dem Boden verteilt gewesen.

    Ob das Gestell möglicherweise von einem Mitarbeiter überfüllt worden war, wollte Manser nicht kommentieren. «Dem Regal war es wohl einfach langweilig», ergänzt er mit einem Lachen.

    Der Mix aus den unterschiedlichsten Getränken sei zwar mittlerweile aufgeputzt, erklärt Manser weiter. «Der Gestank ist aber leider bereits am Eingang nicht zu ignorieren.» Immerhin: Laut dem Filialenleiter soll bereits morgen für die Kunden ein Provisorium mit den Getränken aufgestellt sein. Bleibt zu hoffen, dass bis dann auch wieder ein etwas angenehmerer Geschmack in der Luft liegt.  (cat) 

    Riesen-Niederlage für Trump: US-Senat lehnt Abschaffung von «Obamacare» ab

    Riesen-Niederlage für Trump: US-Senat lehnt Abschaffung von «Obamacare» ab


    Es hätte die erste grosse Gesetzesreform von US-Präsident Donald Trump werden sollen. Der US-Senat hat jedoch die Abschaffung von «Obamacare» abgelehnt. Der US-Senat hat am Mittwoch den Plan der Republikaner abgelehnt, das Krankenversicherungs-System...

    Es hätte die erste grosse Gesetzesreform von US-Präsident Donald Trump werden sollen. Der US-Senat hat jedoch die Abschaffung von «Obamacare» abgelehnt.

    Der US-Senat hat am Mittwoch den Plan der Republikaner abgelehnt, das Krankenversicherungs-System «Obamacare» abzuschaffen.

    Bei der Abstimmung am Mittwoch stimmten 55 Senatoren gegen den Plan von Mehrheitsführer Mitch McConnell - darunter alle demokratischen Senatoren sowie sieben Republikaner. Es gab nur 45 Ja-Stimmen.

    Weitere Abstimmungen folgen

    US-Präsident Donald Trump stellte eine der Abgeordneten, die Senatorin Lisa Murkowski, am Mittwochmorgen öffentlich an den Pranger. Er warf ihr vor, die Republikaner und das Land im Stich gelassen zu haben. Murkowski war eine von zwei republikanischen Abgeordneten, die am Dienstag gegen das Vorhaben gestimmt hatten, die Debatte über ein Alternativgesetz zu beginnen.

    Dieses formale Prozedere bekam nur die knappest mögliche Mehrheit: Vizepräsident Mike Pence musste das Unentschieden mit seiner Stimme brechen, weil die beiden republikanische Senatorinnen mit Nein gestimmt hatten. Damit hatte es 50:50 gestanden. Alle 48 Demokraten stimmten mit Nein.

    Am späten Dienstagabend (Ortszeit) stimmten die Senatoren mehrheitlich gegen einen Vorschlag, der weite Teile von «Obamacare» abgeschafft und ersetzt hätte. 57 Senatoren waren dagegen, darunter auch neun Republikaner. 43 votierten dafür.

    Unter ihnen war John McCain, der wenige Stunden zuvor noch angekündigt hatte, dagegen stimmen zu wollen. In den kommenden Tagen folgen weitere Abstimmungen. Ende der Woche wird dann voraussichtlich über eine Abschaffung und bzw. oder einen Ersatz für «Obamacare» entschieden. (pma/SDA)

    Nach live Auto-Unfall: 18-Jährige streamt Tod ihrer Schwester

    Nach live Auto-Unfall: 18-Jährige streamt Tod ihrer Schwester


    LOS BANOS, KALIFORNIEN (USA) - Obdulia Sanchez filmte sich während einer Autofahrt in Kalifornien auf Instagram. Dabei baute sie einen Unfall, bei dem ihre Schwester Jacqueline (†14) starb. Es ist Freitagabend auf dem Highway 165,...

    LOS BANOS, KALIFORNIEN (USA) - Obdulia Sanchez filmte sich während einer Autofahrt in Kalifornien auf Instagram. Dabei baute sie einen Unfall, bei dem ihre Schwester Jacqueline (†14) starb.

    Es ist Freitagabend auf dem Highway 165, nördlich der kalifornischen Stadt Los Banos. Die 18-jährige Obdulia Sanchez steuert das Auto, ihre Schwester Jacqueline (†14) und eine gleichaltrige Freundin sitzen hinten auf der Rückbank, hören Musik, singen lauthals mit. Obdulia filmt die Autofahrt und überträgt sie live auf Instagram. 

    «Ich habe meine Schwester getötet»

    Plötzlich wackelt das Bild, Schreie sind zu hören, der Wagen gerät ins Schleudern, es knallt. Wie die Polizei später dem lokalen Fernsehsender «KFSN TV Fresno» erklärt, überschlägt sich das Auto, durchbricht einen Zaun und kommt auf einem Feld auf dem Dach zum Stillstand. Die beiden jüngeren Mädchen werden aus dem Auto geschleudert.

    Jacqueline wird vom Auto überrollt und lebensgefährlich verletzt, die Freundin erleidet schwere Beinverletzungen. Obdulia überlebt – sie ist offenbar die Einzige, die beim Unfall den Sicherheitsgurt getragen hatte. Sie streamt nach dem Unfall weiter – anstatt Hilfe zu holen.

    Während Jacqueline blutüberströmt am Boden liegt, meint Obdulia in die Kamera: «Meine Schwester stirbt. Seht her. Ich habe meine Schwester getötet, aber es kümmert mich nicht.»

    Sie schwenkt mit der Kamera zu ihrem Gesicht. «Ich weiss, dafür gehe ich in den Knast. Aber es kümmert mich nicht.» Doch etwas später kommt die Reue: «Es tut mir so leid, Baby. Ich wollte dich nicht töten, Süsse.»

    Hat sie Drogen konsumiert?

    Die Polizei nimmt die 18-Jährige am Unfallort fest. Für ihre Schwester kommt jede Hilfe zu spät. Sie ist bereits tot, als die Rettungskräfte eintreffen.

     

    Obdulia muss sich vor Gericht  wegen Totschlags und Konsums von Rauschmitteln hinter dem Steuer verantworten. Ob sie tatsächlich unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, wollte die Polizei «KFSN TV Fresno» nicht mitteilen. 

    Familienmitglieder haben unterdessen die Echtheit des Videos – das mindestens 700'000-mal angeklickt wurde – bestätigt. (stj)

    Nerd-Zoff um künstliche Intelligenz: Musk und Zuck geben sich Saures

    Nerd-Zoff um künstliche Intelligenz: Musk und Zuck geben sich Saures


    Während Tesla-Chef Elon Musk in Sachen künstliche Intelligenz schwarzmalt, gibt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Gegensteuer. Dass Computer in Zukunft noch wichtiger sein werden, dürfte klar sein. Allerdings ist sich die Tech-Elite im Silicon...

    Während Tesla-Chef Elon Musk in Sachen künstliche Intelligenz schwarzmalt, gibt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Gegensteuer.

    Dass Computer in Zukunft noch wichtiger sein werden, dürfte klar sein. Allerdings ist sich die Tech-Elite im Silicon Valley nicht einig, wie diese Zukunft aussehen soll. 

    Tesla-Gründer Elon Musk (46) tüftelt zwar an selbstfahrenden Autos, warnt aber immer wieder vor künstlichen Intelligenzen. Die könnten gar gefährlicher sein als Atomwaffen, warnte er vor drei Jahren.

     

    Seither wiederholt er gebetsmühlenartig seine Devise. Zuletzt vergangene Woche, als er bei einem Treffen mit US-Gouverneuren Regularien für künstliche Intelligenzen forderte. 

    Zuckerberg gibt Gegensteuer

    Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (33) ist deutlich optimistischer. «Ich verstehe die Leute nicht, die solche Weltuntergangsszenarien beschwören», sagte er während eines Facebook-Livechats. «In mancher Hinsicht denke ich wirklich, dass es ziemlich unverantwortlich ist.»

     

    Anders als Musk fürchtet sich Zuckerberg nicht vor einem Terminator-Szenario, sondern sieht die positiven Seiten künstlicher Intelligenzen: «Sie werden Leben retten, weil sie Autofahren sicherer machen. Auch bei der Erkennung von Krankheiten sind sie sehr hilfreich.»

    Musk lässt sich davon nicht beirren. «Ich habe mit Mark darüber gesprochen. Sein Verständnis auf dem Gebiet ist sehr beschränkt», schreibt der Tesla-Gründer auf Twitter. Das letzte Wort dürfte damit noch nicht gesprochen sein. (bam) 

    Flieger zieht einsam seine Kreise über Chur: Die rätselhafte Endlosschlaufe des Airbus 330

    Flieger zieht einsam seine Kreise über Chur: Die rätselhafte Endlosschlaufe des Airbus 330


    Ein BLICK-Leser beobachtet einen Airbus, der in Chur stundenlang am Himmel kreist. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen aussergewöhnlichen Flug. Stundenlang drehte heute ein Passagierflugzeug einsam seine Kreise in knapp 12'000 Metern Höhe über...

    Ein BLICK-Leser beobachtet einen Airbus, der in Chur stundenlang am Himmel kreist. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen aussergewöhnlichen Flug.

    Stundenlang drehte heute ein Passagierflugzeug einsam seine Kreise in knapp 12'000 Metern Höhe über Arosa, Chur und dem Sarganserland. Immer wieder kurvte die Airbus-Maschine des Typs A330-200 ohne erkennbares Ziel hin und her, bis sie schliesslich – kurz nach 12 Uhr – am Flughafen Basel landete.

    Ein aufmerksamer BLICK-Leser hat die ungewöhnliche Route des Fliegers auf der Internetseite Flightradar24.com beobachtet. Musste die Maschine tatsächlich so lange in der «Warteschlange» für Basel anstehen? Oder gab es gar ein Problem an Bord?

     

    Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa kann gegenüber BLICK Entwarnung geben. Bei der speziellen Route handle es sich um einen sogenannten Zertifizierungsflug. «Das Flugzeug wird dabei auf Herz und Nieren geprüft und seine Funktionsfähigkeit auch in aussergewöhnlichen Situationen wie starker Schräglage getestet.»

    Der Luftraum über Graubünden und dem Süden von St.Gallen eignet sich dafür besonders gut, wie Barrosa weiter erklärt. «In dieser Region steht eine Testzone zur Verfügung, die in der Regel weder vom Militär noch von der zivilen Luftfahrt genutzt wird.» Es ist die einzige solche Zone in der Schweiz.

    Besorgte Bewohner, die im betroffenen Gebiet wohnen, kann Barrosa ebenfalls beruhigen. «Solche Flüge finden zwar immer wieder statt, aber ihre Zahl ist übers ganze Jahr gesehen doch überschaubar.» (cat)  

    Regen-Comeback bei Schalke-Test: Breel Embolo ist wieder da!

    Regen-Comeback bei Schalke-Test: Breel Embolo ist wieder da!


    Das sehen die Schweizer und Schalker Fussballfans gerne: Breel Embolo (20) gibt bei einem Testspiel in Österreich nach langer Verletzungspause sein Comeback! Endlich! Die Pause war lange. 284 Tage. Über 9 Monate. Jetzt feiert er sein Comeback: unser...

    Das sehen die Schweizer und Schalker Fussballfans gerne: Breel Embolo (20) gibt bei einem Testspiel in Österreich nach langer Verletzungspause sein Comeback!

    Endlich! Die Pause war lange. 284 Tage. Über 9 Monate. Jetzt feiert er sein Comeback: unser Nati-Star Breel Embolo.

    Im Oktober 2016 wurde Embolo von Augsburgs Konstantinos Stafylidis brutal gefoult: Sprungelenk zerstört.

    Am Mittwoch nun kommt der 20-jährige Offensivmann von Schalke zum ersten Mal nach seiner Horror-Verletzung zum Einsatz.

    Im Test gegen Baku (1:0 für Schalke) wechselt Trainer Tedesco den Nati-Stürmer in der 62. Minute ein. Die Witterung in Mittersill (Ö): miserabel. Es schifft in Strömen. Gefährliche Unterlage für Embolos Sprunggelenk.

    Eine Kiste gelingt Embolo beim Comeback nicht. Das Schalke-Tor erzielt Bernard Tekpetey (19). (nl)

    Frankreich: Rihanna im Elysée empfangen

    Frankreich: Rihanna im Elysée empfangen


    Paris – Schillernder Stargast im Elysée-Palast: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat am Mittwoch die Sängerin Rihanna empfangen. Der Präsident und der R&B-Star trafen sich im Pariser Präsidentenpalast Elysée zu einem Gespräch. Das...

    Paris – Schillernder Stargast im Elysée-Palast: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat am Mittwoch die Sängerin Rihanna empfangen. Der Präsident und der R&B-Star trafen sich im Pariser Präsidentenpalast Elysée zu einem Gespräch.

    Das Treffen mit Macron und dessen Frau Brigitte sei «absolut unglaublich» gewesen, sagte Rihanna danach. Sie sei sehr «beeindruckt» von dem Führungsstil des Staatschefs gewesen.

    Rihanna hat die Organisation Clara Lionel Foundation gegründet, die sich für Bildung in Entwicklungsländern einsetzt. Im Juni fragte die 29-Jährige Macron über den Kurzbotschaftendienst Twitter, ob Frankreich sich an einem Bildungsfonds beteiligen werde, für den sie Botschafterin ist.

    Einen anderen Musikstar hatte Macron bereits am Montag getroffen: Der Präsident empfing U2-Sänger Bono, Mitbegründer der Hilfsorganisation One, zu einem Gespräch im Elysée-Palast. «Ich habe einen Präsidenten gesehen, der sehr offen dafür ist, innovative Lösungen für die Probleme der Armen dieser Welt zu finden», sagte Bono anschliessend.

    Allerdings hatte sich Macron erst kürzlich den Unmut französischer Hilfsorganisationen zugezogen: Im Kampf gegen das hohe Haushaltsdefizit will seine Regierung die Entwicklungshilfe in diesem Jahr um 140 Millionen Euro kürzen.

    Sein letzter Termin steht fest: Prinz Philip geht in royale Rente

    Sein letzter Termin steht fest: Prinz Philip geht in royale Rente


    Überraschung im britischen Königshaus: Obwohl angekündigt wurde, dass Prinz Philip im Herbst in Ruhestand geht, ist sein letzter Termin nun in der kommende Woche – ausser er hat Lust, die Queen zukünftig gelegentlich zu begleiten. Unsereins geht...

    Überraschung im britischen Königshaus: Obwohl angekündigt wurde, dass Prinz Philip im Herbst in Ruhestand geht, ist sein letzter Termin nun in der kommende Woche – ausser er hat Lust, die Queen zukünftig gelegentlich zu begleiten.

    Unsereins geht mit 65 Jahren in den Ruhestand. Darüber kann Prinz Philip (96) nur müde lächeln. Der Ehemann von Queen Elizabeth II. (91) macht seinen Job seit rund 70 Jahren. Jetzt ist klar: Am 2. August ist Schluss, und der Prinzgemahl wird bei einer Parade der britischen Marine zum letzten Mal offiziell im Namen der Krone auftreten.

    Passender könnte der Termin zu seinem Abschied nicht sein. Schliesslich kämpfte er im Zweiten Weltkrieg in der Marine und wurde für besondere Tapferkeit ausgezeichnet.

    Überraschender Zeitpunkt 

    Anfang Mai liess das Königshaus verlauten, dass Philip sich künftig von seinen Verpflichtungen zurückziehen werde (BLICK berichtete). Auch seine Schirmherrschaft über 780 Organisationen müsse auf die jüngeren Familienmitglieder verteilt werden.

    Dass die royale Rente jetzt aber so schnell kommt, ist überraschend. Eigentlich hiess es, dass es erst im Herbst so weit sein werde. Allerdings hatte Philip in den vergangenen Monaten immer wieder gesundheitliche Probleme. Er litt an einer Blasenentzündung, einer Erkältung und musste im Juni zwei Nächte im Spital verbringen.

    Wenn er Lust hat, begleitet er weiterhin die Queen

    Dennoch gilt er für sein Alter nach wie vor als erstaunlich rüstig. Darum behalte er sich vor, die Queen gelegentlich bei Terminen zu begleiten. Sie bleibt weiterhin auf dem Thron und hält sich an ihren Schwur, nie abzudanken, wie sie es bei ihrer Krönung versprochen hat. Dennoch gibt auch sie mehr und mehr Pflichten an Thronfolger Prinz Charles (68), Enkel William (35) und Prinz Harry (32) ab. (kyn)

    Zahlreiche Waldbrände in Touristenregionen: Der Süden brennt

    Zahlreiche Waldbrände in Touristenregionen: Der Süden brennt


    Das Sommerwetter hat auch seine Schattenseiten: In fast allen südeuropäischen Ländern brennen zurzeit grosse Waldstücke. Ein Überblick. Sommerzeit ist Ferienzeit – und diese verbringen viele Urlaubshungrige gerade im Süden Europas. Doch das...

    Das Sommerwetter hat auch seine Schattenseiten: In fast allen südeuropäischen Ländern brennen zurzeit grosse Waldstücke. Ein Überblick.

    Sommerzeit ist Ferienzeit – und diese verbringen viele Urlaubshungrige gerade im Süden Europas. Doch das heisse, trockene Wetter hat auch seine Schattenseiten, denn Länder wie Frankreich, Italien, Spanien und Portugal haben seit Wochen mit verheerenden Waldbränden zu kämpfen.

    Saint-Tropez, Nizza, Korsika

    Vor allem in Frankreich brennt es seit Anfang Woche unaufhörlich. In den letzten drei Tagen hat das Feuer schon mehr als 3000 Hektaren Wald zerstört. Wegen Trockenheit, Hitze und starken Winden brennt es in der Provence und auf der Mittelmeerinsel Korsika.

    Stark betroffen ist vor allem das Département Var. Dort haben zwei schwere Waldbrände gewütet, einer davon nahe des Badeorts Saint-Tropez. Der Wald im Département Var ist nur schwer zugänglich. Deshalb ist es sehr schwierig, die Flammen einzudämmen. Inzwischen haben die Feuerwehrmänner den Waldbrand jedoch unter Kontrolle.

    In der Nacht auf Mittwoch mussten in Frankreich rund 10'000 Menschen ihre Häuser verlassen. Mehr als 2000 Feuerwehrleute und 19 Löschflugzeuge sind seit Anfang Woche im Einsatz. Frankreich bat die EU um zwei weitere Maschinen.

    Als Brandursache gelten neben Brandstiftung auch Unachtsamkeiten wie beispielsweise weggeworfene Zigarettenstummel. 

    Trockenes Wetter macht Italien zu schaffen 

    Auch in Italien lodern von der Toskana bis nach Sizilien seit Wochen immer wieder Brände auf. Zurzeit brennt es in Rom, Milano, Gallura und auf dem Gargano. 

    Grund dafür ist ebenfalls das trockene Wetter der letzten Wochen. Nach Schätzungen des Landwirtschaftsverbands Coldiretti braucht es 15 Jahre, bis sich die Landschaft von den Bränden erholen wird. 

    Laut der italienischen Umweltschutzorganisation Legambiente sind dieses Jahr bis Mitte Juli 26'000 Hektaren Wald abgebrannt – so viel wie im ganzen Jahr 2016.

    Wie Mauro Capone, Leiter der für den Waldschutz zuständigen Carabinieri, der italienischen Zeitung «Post» erklärt, sind für fast alle Brände Menschen verantwortlich. «Natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge und Fälle von Selbstentzündung können in unserem Land an einer Hand abgezählt werden», sagt Capone. 

    Das bedeutet aber nicht, dass in Italien besonders oft Brandstiftung verübt wird. Meistens würden die Brände durch unbeabsichtigtes Handeln ausgelöst. Beispielsweise durch die Funken der überhitzten Bremsen eines Zuges. «In der Regel erhöht die Anwesenheit von Menschen das Feuerrisiko, weshalb Brände häufig an touristischen Destinationen auftreten», so Capone weiter. 

    Verheerendste Waldbrände seit zehn Jahren in Portugal  

    Am meisten zu kämpfen hat derzeit Portugal. Tagelang beherrschten im Juni die Bilder des Waldbrandes in der Kleinstadt Pedrogao Grande die Nachrichten. Nach offiziellen Zahlen starben 64 Menschen, mehr als 200 wurden verletzt. Die Flammen vernichteten bis jetzt über 75'000 Hektaren Land. Das ist die grösste Gesamtfläche, die in den letzten zehn Jahren von Bränden zerstört wurde.

    Noch immer gewähren die Wälder Portugals keine Feuerpause. Obwohl der gravierende Brand in der Kleinstadt Pedrogao Grande mittlerweile gelöscht ist, brennt es jetzt in anderen Teilen des Landes. Im Kampf gegen Grossbrände in den Distrikten Castelo Branco und Santarem sowie Coimbra waren am Montag rund 1000 Feuerwehrmänner im Einsatz. 

    Hitze und Trockenheit, aber kein Feuer in Spanien 

    Im Nachbarland Spanien ist es derzeit ruhig – auch wenn dort im Moment in vielen Landesteilen eine massive Hitzewelle mit Trockenheit und Temperaturen von weit über 30 Grad herrscht. Vor einem Monat erst brachte die spanische Feuerwehr innerhalb von drei Tagen ein Feuer im Nationalpark Donana in Andalusien unter Kontrolle. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF wurden dabei mindestens 10'000 Hektaren Land verwüstet. 

    Montenegro braucht Schweizer Unterstützung 

    Auch entlang der kroatischen und montenegrinischen Adriaküste brennt es. Allein in der Region Mitteldalmatien, einem beliebten Ferienziel, gab es zwischenzeitlich 19 Brandherde. Dazu kamen zahlreiche weitere Brände etwas nördlicher in der Region um die Stadt Zadar. Zahlreiche Touristen mussten aus ihren Ferienorten evakuiert werden, mehrere Einwohner verloren ihre Häuser. Es gab mindestens 80 Verletzte. 

    In Montenegro brannte es unter anderem auf der Halbinsel Lustica. Der Wind entfachte die Brände immer wieder neu, sodass die montenegrinische Regierung internationale Unterstützung anfordern musste. Von den eigenen drei Löschflugzeugen war eines defekt. So erreichte das Land Hilfe aus der Ukraine, der Schweiz, Bulgarien und aus Israel. Mittlerweile konnten die Brände gelöscht werden. 

    Burkhalter-Nachfolge: De Quattro spielt die Frauenkarte

    Burkhalter-Nachfolge: De Quattro spielt die Frauenkarte


    Seit 28 Jahren sind die FDP-Frauen im Bundesrat nicht mehr vertreten. Für die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro Grund genug, dass ihre Partei für die Nachfolge von Didier Burkhalter dem Parlament ein Zweierticket mit einer Frau und einem...

    Seit 28 Jahren sind die FDP-Frauen im Bundesrat nicht mehr vertreten. Für die Waadtländer Staatsrätin Jacqueline de Quattro Grund genug, dass ihre Partei für die Nachfolge von Didier Burkhalter dem Parlament ein Zweierticket mit einer Frau und einem Mann vorschlägt.

    Das Tessin habe zwar seit über 20 Jahren keinen Bundesrat mehr gestellt, doch bei den FDP-Frauen seien es fast 30 Jahre, sagte de Quattro am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die letzte und einzige FDP-Bundesrätin sei Elisabeth Kopp gewesen, die auf «ziemlich verabscheuungswürdige Art und Weise» zurücktreten musste.

    Einen Konkurrenzkampf zwischen ihr und Nationalrätin Isabelle Moret, die sich eine Kandidatur auch überlegt, schliesst de Quattro aus. Die Kantonalpartei werde am 10 August entscheiden. Es sei zwar möglich, dass sie beide kandidierten: Doch «wir haben uns darauf verständigt, dass die unterlegene die gewählte Kandidatin unterstützt», sagte die frühere Präsidentin der FDP-Frauen.

    Sie seien immer solidarisch gewesen, ihr Engagement gelte dem Kanton und den Frauen. Das gleiche gelte auch, sollte sich die FDP für die Tessinerin Laura Sadis als Kandidatin entscheiden: «Für mich ist es entscheidend, dass eine Frau auf dem Ticket steht. Ob Tessinerin oder Westschweizerin ist nicht ausschlaggebend», sagte de Quattro.

    Aus der Waadt hat sonst bisher nur noch Ständerat Olivier Français sein Interesse angemeldet. Das interne Auswahlverfahren laufe und sollte ohne zu viele öffentliche Stellungsnahmen vonstatten gehen. Deshalb habe sie bisher auch keine Medienanfragen beantwortet, sagte de Quattro aus ihrem Feriendomizil in Graubünden.

    Der Kanton Waadt ist mit Guy Parmelin bereits im Bundesrat vertreten. Gemäss de Quattro wäre für die FDP ein zweiter Waadtländer in der Regierung aber kein Hindernis. «Es gab schon zwei Berner, es gab schon zwei Zürcher, aber ein Vorteil ist es sicher nicht, darüber sind wir uns bewusst».

    In ihren Augen ist der Tessiner Anspruch auf eine Vertretung legitim. «Doch der Sitz gehörte bisher der Westschweiz». Es sei deshalb wichtig zu zeigen, dass die Westschweizer FDP über Persönlichkeiten verfüge - Frauen oder Männer - die die Anforderungen der Partei erfüllten.

    De Quattro sitzt seit 2007 im Waadtländer Staatsrat. Zuerst leitete sie das Departement für Sicherheit und Umwelt, seit 2014 steht sie dem Departement für Umwelt und Raumplanung vor. Im April wurde de Quattro für eine dritte Amtsperiode als Staatsrätin wiedergewählt. Schon damals hatte sie erklärt, dass dies ihre letzte sein werde.

    Grundsätzlich habe sie nach zehn Jahren Kantonalpolitik Lust darauf, ihrem Land auf nationaler Ebene zu dienen, sagte sie im Gespräch. «Ich wäre glücklich, meine Regierungserfahrung und meine Kompetenzen einzubringen.» Ausserdem fühle sie sich als Eidgenossin: eine Waadtländerin, in Zürich geboren, mit Familie in Graubünden.

    Die dreisprachige de Quattro besitzt neben dem Schweizer auch einen italienischen Pass. Diesen habe sie durch die Heirat erhalten. Sie sei zwar mit dem Land verbunden und kenne es gut. Aber Wurzeln habe sie dort keine. Und sie würde auch auf den zweiten Pass verzichten, wenn eine Doppelbürgerin in den Augen des Parlaments nicht wählbar wäre.

    Leitzins bleibt unverändert: US-Notenbank legt Zinspause ein

    Leitzins bleibt unverändert: US-Notenbank legt Zinspause ein


    Nach bisher zwei Erhöhungen in diesem Jahr legt die US-Notenbank Fed erst mal eine Leitzins-Pause ein. Sie beliess ihn am Mittwoch in der Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent. Beim Leitzins der US-Notenbank Fed bleibt alles wie gehabt. Die...

    Nach bisher zwei Erhöhungen in diesem Jahr legt die US-Notenbank Fed erst mal eine Leitzins-Pause ein. Sie beliess ihn am Mittwoch in der Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent.

    Beim Leitzins der US-Notenbank Fed bleibt alles wie gehabt. Die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen teilte heute mit, dass der Zins bis auf Weiteres unangetastet bleibt. 

    Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde erst im Juni auf das aktuell gültige Niveau gehievt. Yellen machte auch klar, dass sie diesbezüglich noch in diesem Jahr nachlegen wolle. Wann genau, ist jedoch noch unklar.

    Die Fed betonte lediglich, die konjunkturelle Entwicklung mache «schrittweise Erhöhungen» erforderlich. Da die Konjunktur wieder rund läuft, will Yellen sie nicht mehr so stark anschieben und die gigantische Bilanzsumme abschmelzen. Dieses Vorhaben solle «relativ bald» in Angriff genommen werden, kündigte die Fed an. 

    Experten rechnen für September mit der Veröffentlichung eines detaillierten Plans. Die Fed hat ihr Portfolio mit dem massiven Ankauf von Wertpapieren in den Jahren nach der Weltfinanzkrise auf 4,5 Billionen Dollar anwachsen lassen. Sie will den Bestand an Staatsanleihen allmählich abbauen. (cat/SDA)

    In Grossbritannien ist ab 2040 Schluss mit Abgas: Wann kommt der Benzin-Exit in die Schweiz?

    In Grossbritannien ist ab 2040 Schluss mit Abgas: Wann kommt der Benzin-Exit in die Schweiz?


    Die britische Regierung hat beschlossen, dass ab 2040 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge mehr zugelassen werden sollen. Auch in der Schweiz wird das diskutiert. Ab 2040 sollen in Grossbritannien keine Diesel- und Benzinfahrzeuge mehr zugelassen werden....

    Die britische Regierung hat beschlossen, dass ab 2040 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge mehr zugelassen werden sollen. Auch in der Schweiz wird das diskutiert.

    Ab 2040 sollen in Grossbritannien keine Diesel- und Benzinfahrzeuge mehr zugelassen werden. Dies hat der britische Umweltminister Michael Gove (49) gegenüber dem Sender BBC bestätigt. Die Emissionen und der Schaden für die Umwelt seien zu gross, sagt Gove.

    Auch andere Länder wollen Verbrennungsmotoren verbannen. So sollen in Frankreich ab 2040, in Indien bereits ab 2030 nur noch Elektroautos zugelassen werden. Norwegen will sogar ab 2025 alle Nutzfahrzeuge – und ab 2030 auch Schiffe und Fähren – mit Verbrennungsmotoren verbieten.

    Auch in der Schweiz wird diskutiert

    Auch in der Schweiz ist ein Verbot ein Thema. Diesen Frühling hat Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli (45) im Nationalrat eine Motion eingereicht, die verlangt, dass ab 2025 nur noch Autos mit emissionsfreien Antrieben zugelassen werden dürfen (BLICK berichtete). So würden die letzten Benzin- und Dieselautos in etwa 2035 von den Schweizer Strassen verschwinden. Er wolle mit dem Vorstoss ein «starkes Zeichen setzen», sagte Glättli. Der heimischen Wirtschaft soll signalisiert werden, «dass es in Zukunft einen grossen Markt für Elektrofahrzeuge gibt und dass es sich lohnt zu forschen und zu investieren».

    Für den Gesamtbundesrat ist klar: Der motorisierte Individualverkehr muss langfristig CO2-neutral werden. In der Antwort zu Glättlis Motion schreibt die Regierung, dass die Diskussion in den anderen Ländern aufmerksam verfolgt werde. Für die Schweiz werde aber ein Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren ab 2025 abgelehnt.

    Als Nächstes wird nun der Nationalrat entscheiden, ob es auch in der Schweiz bald ein Verbot von Benzin- und Dieselautos geben soll. (thk)

    Zwei Last-Minute-Tore: YB verliert irres CL-Quali-Spiel in Kiew

    Zwei Last-Minute-Tore: YB verliert irres CL-Quali-Spiel in Kiew


    Die Berner Young Boys müssen nach dem Top-Start in die Super League einen ersten Dämpfer hinnehmen. Im Hinspiel der 3. Runde der Champions-League-Quali setzt es eine 1:3-Pleite ab – und Mittelfeldmotor Sanogo verletzt sich. Das Spiel: YB ist zu...

    Die Berner Young Boys müssen nach dem Top-Start in die Super League einen ersten Dämpfer hinnehmen. Im Hinspiel der 3. Runde der Champions-League-Quali setzt es eine 1:3-Pleite ab – und Mittelfeldmotor Sanogo verletzt sich.

    Das Spiel: YB ist zu Beginn die aggressivere, bessere Mannschaft. Angeführt von Sanogo übernehmen die Berner in der ersten Viertelstunde das Spieldiktat. Gefährlich wirds allerdings nicht. Ganz im Gegenteil zu Dynamo! Gleich mit der ersten Chance gehen die Ukrainer in Führung – und machen YB das Leben schwer. Jarmolenko und Mbokani wirbeln, sorgen auch für das 2:0 (34.). Bei YB werden Defensivmängel offensichtlich. In der zweiten Hälfte dasselbe Bild. YB spielt eigentlich gut mit, wird aber höchst selten gefährlich. Und auf der Gegenseite muss Von Ballmoos mehrmals das 0:3 verhindern. Zum Teil glänzend! Der verletzungsbedingte Ausfall von Sanogo (muss in der 52. mit bandagiertem Oberschenkel raus) spielt YB natürlich auch nicht in die Karten. Als aber alle mit dem Abpfiff rechnen, überstürzen sich die Ereignisse. Aus dem Nichts schiesst Fassnacht den Anschlusstreffer. Und im Gegenzug erhöht Dynamo nochmals. Was für ein irres Spiel!

     

    Die Tore:
    1:0, 15. Minute: Jarmolenko | Mit der ersten echten Torchance gehen die Hausherren in Führung. Mbokani auf Superstar Jarmolenko, der lässt Von Bergen stehen und hämmert den Ball eiskalt vorbei an Von Ballmoos in den Berner Netzhimmel.

    2:0, 34. Minute: Mbokani | Fehlpass über die linke Berner Abwehrseite. Sofort landet der Ball bei Jarmolenko. Der tanzt erneut Von Bergen schwindlig und passt perfekt in die Mitte, wo Mbokani völlig freistehend mit der Hacke vollendet – ein Traumtor!

    2:1, 91. Minute: Fassnacht | Da ist es, das wichtige Auswärtstor! Assalé flankt in die Mitte, wo Fassnacht per Hechtkopfball verwandelt – Riesenjubel bei den Bernern!

    3:1, 92. Minute: Harmasch | Ein langer Ball in die Spitze fällt vor die Füsse von Harmasch, der Von Ballmoos keine Chance lässt und den Endstand herstellt.

    Das gab zu reden: Im Vergleich zum 2:0-Saisonauftakt gegen Basel lässt YB-Coach Adi Hütter nur mit einem Stürmer (Hoarau), in einem 4-1-4-1 spielen. Roger Assalé muss auf der Bank Platz nehmen. Und weil Miralem Sulejmani angeschlagen passen muss, fehlt den Bernern über weite Strecken der Speed.

    Der Beste: Andrej Jarmolenko. Sein 1:0 mit dem schwächeren rechten Fuss ist schon ziemlich gut. Die Vorarbeit zum 2:0, als er von Bergen austanzt, als wäre der ein Viertklässler auf dem Pausenplatz, ist schlicht Weltklasse!

    Der Schlechteste: Steve von Bergen oder Loris Benito? Der Eine (Von Bergen) lässt sich zweimal von Jarmolenko ausspielen. Der andere (Benito) steht mit einem schlechten Einwurf und einem katastrophalen Fehlpass am Ursprung des 0:1 und des 0:2.

    So gehts weiter: YB muss bereits am Samstag wieder in die Hosen, in die Super-League-Hosen. Und zwar auswärts bei GC (19 Uhr). Das Rückspiel im Stade de Suisse in Bern gegen Dynamo Kiew folgt dann am 2. August (20.15 Uhr).

    ***********************************

    Dynamo Kiew – YB 3:1 (2:0) 

    Olimpiyskyi. – 36'381 Fans. – SR: Ekberg (Sd).

    Tore: 15. Jarmolenko (Mbokani) 1:0. 34. Mbokani (Jarmolenko) 2:0. 91. Fassnacht (Assalé) 2:1. 92. Garmasch 3:1.

    Kiew: Koval; Morotschjuk, Khacheridi, Vida, Kadar; Sydortschuk, Schepelew; Jarmolenko, Garmasch, Gonzalez; Mbokani.

    YB: Von Ballmoos; Mbabu, Von Bergen, Nuhu, Benito; Sanogo; Ravet, Aebischer, Sow, Fassnacht; Hoarau.

    Gelb: 32. Nuhu (Foul)

    Einwechslungen:
    Kiew: Korzun (65. für Sydortschuk). Tschigankow (81. für Gonzalez). Buyalsky (92. für Garmasch)

    YB: Assalé (52. für Sanogo). Bertone (62. für Aebischer). Lotomba (77. für Benito).

    Arbeitslos wegen Biebers Tour-Abbruch: Justin lässt 200 Crew-Mitglieder im Stich

    Arbeitslos wegen Biebers Tour-Abbruch: Justin lässt 200 Crew-Mitglieder im Stich


    Justin Bieber ist erschöpft und beendet seine Tournee. Das schockiert die Fans und macht seine Crew stinksauer. Denn die steht nun ohne Job da. Die Enttäuschung der Fans ist riesig, nachdem Justin Bieber (23) seine «Purpose»-Tour abbrach (BLICK...

    Justin Bieber ist erschöpft und beendet seine Tournee. Das schockiert die Fans und macht seine Crew stinksauer. Denn die steht nun ohne Job da.

    Die Enttäuschung der Fans ist riesig, nachdem Justin Bieber (23) seine «Purpose»-Tour abbrach (BLICK berichtete). Doch nicht nur die Beliebers sind «fassungslos», wie sie auf den sozialen Netzwerken schreiben: Seine Crew sei laut «TMZ» stinksauer. Auch für sie kam die Nachricht völlig überraschend.

    Die Crew glaubt ihm nicht, erschöpft zu sein

    Wie sein Management schreibt, seien «unvorhergesehene Umstände» schuld am Tour-Abbruch. Das heisst für 200 Mitarbeiter, dass sie plötzlich ohne Job dastehen – ohne die kleinste Vorwarnung, wie ein Insider berichtet. Angeblich fühle sich Bieber zu erschöpft für die Tour. Das nimmt ihm die Crew nicht ab. Schliesslich habe er kürzlich einen Monat Ferien in Los Angeles gemacht.

    Tour-Abbruch, «um Leben wieder Christus zu widmen»

    Die Mitarbeiter fühlen sich im Stich gelassen. Bieber zeige mit seinem Verhalten, dass er keinen Respekt ihnen gegenüber habe. Noch immer fragen sich viele, was wirklich der Grund dafür ist, dass er den Stecker gezogen hat. Die Hillsong Church in Los Angeles, in der er regelmässig den Gottesdienst besucht, liess verlauten, Bieber habe die Tour gecancelt, «um sein Leben wieder mehr Christus zu widmen». Das bestritt der Sänger allerdings, als ein Paparazzo ihn darauf ansprach.

    Zumindest seinen Fans versucht Bieber nun zu zeigen, dass er an sie denkt. Auf Instagram postete er ein Gemälde mit dem Wort «Always» – immer – und erntet in den Kommentaren wieder  Herzchen-Emojis. (kyn)

    Nach Kritik wegen Türkei-Ferien: Felix Baumgartner beschimpft Fans auf Facebook

    Nach Kritik wegen Türkei-Ferien: Felix Baumgartner beschimpft Fans auf Facebook


    Einmal mehr sagt Felix Baumgartner (48) auf Facebook die Meinung – diesmal müssen seine Fans dran glauben. Sie hatten den Extremsportler dafür kritisiert, in der Türkei Ferien zu machen. Extremsportler Felix Baumgartner (48) lässt seinem Frust auf...

    Einmal mehr sagt Felix Baumgartner (48) auf Facebook die Meinung – diesmal müssen seine Fans dran glauben. Sie hatten den Extremsportler dafür kritisiert, in der Türkei Ferien zu machen.

    Extremsportler Felix Baumgartner (48) lässt seinem Frust auf Facebook wieder freien Lauf. Dieses Mal beleidigt er seine Fans wegen eines Kitesurf-Camps in der Türkei, das er letzte Woche besuchte.

    Auf ein Foto des Sportlers, das ihn mit seiner Freundin im Land von Recep Tayyip Erdogan zeigt, reagierten einige User mit Hass-Kommentaren. Sie waren schockiert, weil Baumgartner seine Ferien in der Türkei verbringt, obwohl die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei sich zunehmend verschlechtern. 

    Er reagierte prompt: «Die Kritik hier auf Facebook zeigt, wie dumm und ignorant manche von euch sind. Was können die fleissigen und rechtschaffenen Menschen hier dafür, wenn ein Despot wie Erdogan das halbe Land in eine Krise stürzt?» Die Türkei zu boykottieren, sei keine Lösung, dadurch würden die Falschen bestraft. «Erspart mir bitte in Zukunft eure weinerlichen Kommentare.»

    Zu viel des Guten? 

    Ging er dieses Mal zu weit? Tatsache ist, Baumgartner hat bereits einige Male Kommentare, die eindeutig unangebracht sind, via Facebook veröffentlicht.

    Zuletzt sorgte er für Aufsehen, als er Corinna Milborn, die Infochefin des österreichischen Senders Puls 4, unter der Gürtellinie attackierte. Sie hatte eine Werbung des Kleiderherstellers Palmers als sexistisch kritisiert.

    Baumgartner darauf auf Facebook: «Schön, wenn sich zu Hause wieder einige aufregen! Allen voran Corinna Milborn, bei der Figur auch kein Wunder! Ich finde die Mädels Weltklasse und springe da gerne mal dazwischen rein, auch ohne Fallschirm!» (stj)

    Kapitän der «C-Star» wegen Schlepper-Verdacht festgenommen: Das Schiff der Schande steckt in Zypern fest

    Kapitän der «C-Star» wegen Schlepper-Verdacht festgenommen: Das Schiff der Schande steckt in Zypern fest


    Sie wollten Flüchtlinge davon abhalten, übers Mittelmeer den Sprung nach Europa zu schaffen. Statt auf Hoher See sitzt die umstrittene Crew des Schiffs «C-Star» jetzt aber auf Zypern fest. Ihre Mission ist klar: Unter dem Namen «Defend Europe»...

    Sie wollten Flüchtlinge davon abhalten, übers Mittelmeer den Sprung nach Europa zu schaffen. Statt auf Hoher See sitzt die umstrittene Crew des Schiffs «C-Star» jetzt aber auf Zypern fest.

    Ihre Mission ist klar: Unter dem Namen «Defend Europe» wollte die Besatzung des Schiffs «C-Star» von Sizilien aus aufs Mittelmeer losziehen und dort Flüchtlingsboote aufhalten, die sich auf der gefährlichen Überfahrt von Nordafrika nach Europa befinden. Das Unterfangen sollte das Gegenstück zu den freiwilligen Rettern sein, die von rechten Kreisen immer wieder auch als Handlanger der Schlepperbanden bezeichnet werden.

    Seit Tagen sitzt die C-Star-Besatzung aber im Hafen von Famagusta an der Ostküste Zyperns fest. Die lokale Tageszeitung «Kibris Postasi» berichtet jetzt, dass der Kapitän des Schiffs und sein Stellvertreter festgenommen wurden. Der Vorwurf lautet ausgerechnet: Schlepperei! An Bord des Schiffs sollen sich mehrere Tamilen aus Sri Lanka befunden haben, die für ihre Überfahrt nach Zypern Geld bezahlt und nun Asyl auf der Mittelmeerinsel beantragt haben sollen. Laut lokalen Medien wird dem Besitzer des Schiffs zudem vorgeworfen, vor zwei Jahren Waffen im Wert von über zwei Millionen Franken geschmuggelt zu haben.

    Welche Gesinnung zusammen mit der Crew auf dem Schiff der Schande Einzug gehalten hat, zeigte die Recherche vom SonntagsBlick am letzten Wochenende: Chefplaner der Mission ist der einstige Oberleutnant der Schweizer Armee, Jean-David Cattin (32). Wegen seiner Nazi-Vergangenheit flog er aber aus dem Militär. Cattin selber ist nicht auf dem Schiff, sondern wartet auf die Ankunft der Truppe im Hafen von Catania (I). Auf der C-Star sind dafür Mitglieder der sogenannten Identitären Bewegung, die wegen ihrer rechtsextremen Ansichten in Deutschland gar vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

    Zukunft des Schiffs ungewiss

    Gegenüber der österreichischen Zeitung «Kurier» bezeichnet die Gruppierung den Schlepperei-Vorwurf als «absurd». Die Tamilen seien im Rahmen einer Kapitänsausbildung auf der C-Star gewesen. Als sie in Zypern an Land kamen, seien sie von Nichtregierungsorganisationen «massiv gedrängt» worden, einen Asylantrag zu stellen.

    Wie es mit der C-Star und seiner fremdenfeindlichen Crew weitergeht, ist absolut unklar. Selbst wenn das Schiff in den nächsten Tagen doch noch Richtung Catania aufbrechen kann, wartet dort schon das nächste Hindernis. Der Bürgermeister der sizilianischen Hafenstadt, Enzo Bianco, hat bereits angekündigt, die Einfahrt der C-Star verhindern zu wollen. «Auf diesem Schiff befinden sich unerwünschte Personen», sagt er gegenüber dem Portal «Siciliainformazioni». Er werde nicht zulassen, dass die Besatzung des Schiffs noch mehr Öl ins Feuer giessen kann, sagt Bianco weiter.

    Was für ein Fehlschuss! Schiessverband verschlampt Meldefrist für EM

    Was für ein Fehlschuss! Schiessverband verschlampt Meldefrist für EM


    Marina Schnider zählte zu den grossen Schweizer Medaillenhoffnungen bei der EM in Baku. Allerdings wird sie nie abdrücken können. Man hält die Geschichte eigentlich nicht für möglich. Auf der einen Seite steht Marina Schnider (31). Die Schützin...

    Marina Schnider zählte zu den grossen Schweizer Medaillenhoffnungen bei der EM in Baku. Allerdings wird sie nie abdrücken können.

    Man hält die Geschichte eigentlich nicht für möglich. Auf der einen Seite steht Marina Schnider (31). Die Schützin aus Ennetbürgen NW zählt über 300 m zu den Besten ihres Fachs. Das grosse Ziel der Nidwaldnerin: Eine Medaille bei der Europameisterschaft in Baku (Aser). Doch nun dies: Schnider darf nicht an den Wettkämpfen teilnehmen. Warum? Ganz einfach: Der Schweizer Schiesssportverband die 31-Jährige für die Wettkämpfe falsch angemeldet. 

    Daniel Burger, Leiter Bereich Spitzensport, sagt: «Ich bedaure das sehr und es tut mir sehr leid für Marina.» Aber was ist genau passiert? Burger: «Eine Mitarbeiterin hat die Anmeldung ausgefüllt, am Ende aber vergessen, ein «x» an einer entscheidenden Stelle zu machen. Dass der Internationale Schiessverband nun keine Gnade walten lässt, ist für mich mangelndes Fingerspitzengefühl.»

    Tatsächlich ist die Anmeldeprozedur für so einen Anlass kompliziert. Gleichzeitig erkannte der Verband schon im Mai dieses Jahres eigene «Mängel beim Wettkampfmanagement». Daraufhin habe man «sofort Massnahmen ergriffen», wobei diese erst «ab der neuen Schiesssportsaison (ab 1. Oktober 2017) greifen.» Konkret heisst dies: Das «sofort» war für Schnider nicht schnell genug. Sie selbst sagt nur: «Da ich immer noch sehr enttäuscht darüber bin, was passiert ist, möchte ich keine Auskunft geben.»

    Migros und Coop müssten Millionen zahlen: Genf plant Strafsteuer für Self-Checkout

    Migros und Coop müssten Millionen zahlen: Genf plant Strafsteuer für Self-Checkout


    ZÜRICH - Im Kanton Genf könnten Detailhändler mit einer hohen Steuer belegt werden, wenn sie automatische Kassen installieren. Für Migros und Coop hätte dies millionenschwere Folgen, warnt die IG Detailhandel. Die Self-Checkouts...

    ZÜRICH - Im Kanton Genf könnten Detailhändler mit einer hohen Steuer belegt werden, wenn sie automatische Kassen installieren. Für Migros und Coop hätte dies millionenschwere Folgen, warnt die IG Detailhandel.

    Die Self-Checkouts sind für Detailhändler praktisch: Kunden langweilen sich nicht in der Warteschlange vor der normalen Kasse. Gleichzeitig müssen weniger Kassierer angestellt werden. Das spart Kosten.

    Im Kanton Genf könnten diese positiven Effekte der Selbstbedienungskassen für Detailhändler jetzt zunichte gemacht werden.

    Mehrere Linke, von Sozialisten bis Grünen, haben sich zusammengetan und fordern eine Steuer auf Selbstbedienungskassen. Sie soll sich im Monat auf 10'000 Franken pro Terminal belaufen.

    Linke wollen Personal schützen 

    Die Wirtschaftskommission im Grossrat brütet bereits über dem Gesetzesentwurf. Laut «Handelszeitung» wird der Grossrat noch diesen Sommer über die Vorlage beraten.

    «Dieses Gesetz zielt darauf ab, ein Anreizsystem einzurichten, um die Nutzung von Self-Checkout zu begrenzen», heisst es in dem Gesetzesentwurf. Dem Erhalt von Kassen, die von Personal bedient werden, solle so der Vorzug gegeben werden.

    Die Schutzmassnahme für den Kassierer-Job könnte die Detailhändler Millionen kosten. In allen Genfer Coop-Filialen, rechnet die Interessengemeinschaft (IG) Detailhandel vor, werden Ende dieses Jahres 181 solcher Terminals in Betrieb sein. 

    Unter dem Strich würde das 21,7 Millionen Franken Steuern für Coop bedeuten. Die Migros müsste jährlich rund zwei Millionen Franken zahlen. Beim Kaufhaus Manor wären es rund 1,1 Millionen Franken.

    Die Detailhändler wehren sich

    Kein Wunder, dass sich die betroffenen Firmen mit Händen und Füssen dagegen wehren: In einem Positionspapier warnt die IG Detailhandel vor dem Plan der Linken. «Es ist nicht einzusehen, weshalb die Läden, die auf ein solches Bedürfnis eingehen, bestraft werden sollen», steht darin. (grv)

    Flügelbruch beim Pechvogel: Zolli-Storch fliegt in SBB-Leitung

    Flügelbruch beim Pechvogel: Zolli-Storch fliegt in SBB-Leitung


    Pfleger des Zollis päppelten einen Weissstorch über Wochen auf. Wenige Tage nach der Freilassung krachte er in die Oberleitung einer SBB-Linie und brach sich einen Flügel. Der frei lebende Weissstorch vom Zoo Basel hat Pech. Zuerst wird sein...

    Pfleger des Zollis päppelten einen Weissstorch über Wochen auf. Wenige Tage nach der Freilassung krachte er in die Oberleitung einer SBB-Linie und brach sich einen Flügel.

    Der frei lebende Weissstorch vom Zoo Basel hat Pech. Zuerst wird sein Geschwisterchen von einem Fuchs gefressen, dann wird er von einem Graureiher um sein Futter geprellt.

    Der Vogel magert ab. Tierpfleger erkennen seine Not und päppeln den Storch einige Wochen lang auf, bis er wieder freigelassen wird. Doch damit endet die Schicksalsserie nicht.

    Linker Flügel gebrochen

    Der Storch knallt nur wenige Tage nach seiner Freilassung gegen eine Oberleitung der SBB-Linie, die durch den Zolli führt. Verletzt bleibt der Vogel auf dem Bahn-Trassee liegen. Sein linker Flügel ist gebrochen. Zootierärzte legen dem Vogel einen Schienenverband an. Nun muss sich der Vogel

     einige Wochen schonen. Wie lange, das wissen die Ärzte noch nicht. Aber sie sind zuversichtlich, dass der Storch bald wieder in die Lüfte steigen kann, wie es in einer Mitteilung vom Zolli heisst. Das ist wichtig. Denn im August findet eine Besammlung der Störche für den Vogelzug Richtung Süden statt. Dort suchen sich die Störche dann ein Winterquartier.

    Mehrere Störche im Basel Zoo

    In den Aussenbereichen der im März 2017 neu eröffneten Elefantenanlage Tembea befinden sich mehrere Plattformen, welche den frei lebenden Weissstörchen zum Nestbau angeboten werden. Erfreulicherweise sind bereits dieses Jahr drei Horste mit Störchen besetzt.

    Der neue Beobachtungsturm ermöglicht den Besuchern direkte Einblicke in die Nester und die Aufzucht der Jungstörche. In diesen Tagen unternehmen die Jungstörche ihre ersten nicht ganz ungefährlichen Flugversuche von den Plattformen.

    Storchenzucht im Zoo Basel äusserst erfolgreich

    Dieses Jahr wurden 38 Jungstörche in den Baumnestern im Zoo Basel vorgefunden. Mit Hilfe eines Hebekrans der Feuerwehr stieg der Tierpfleger in die Höhe und befestigte jedem einen Ring am Bein. Im Zoo Basel wurden seit der Gründung 1874 Störche gepflegt.

    Damals ahnte noch niemand, dass der populäre Vogel in der Schweiz eines Tages aussterben würde. Die heute wieder hohe Zahl an Störchen in der Schweiz geht auf ein Wiederansiedlungsprojekt von 1950 zurück. (jmh)

    Masken-Mann kommt mit bedingter Geldstrafe davon: Vom «Kassensturz»-Psycho zum Honig-Halunken

    Masken-Mann kommt mit bedingter Geldstrafe davon: Vom «Kassensturz»-Psycho zum Honig-Halunken


    Ein 35-jähriger Deutscher wollte Aldi falschen Schweizer Honig liefern. Er wurde nun vom Zürcher Obergericht zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt. Eigentlich hätte das Gericht gerne eine härtere Strafe. Der 35-jährige R.S.* hat Schweizer...

    Ein 35-jähriger Deutscher wollte Aldi falschen Schweizer Honig liefern. Er wurde nun vom Zürcher Obergericht zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt. Eigentlich hätte das Gericht gerne eine härtere Strafe.

    Der 35-jährige R.S.* hat Schweizer Honig angepriesen - die Produkte hat er jedoch im Ausland eingekauft: Das Zürcher Obergericht hätte gerne eine höhere Strafe verhängt, belässt es am Ende aber dennoch nur bei einer teilbedingten Geldstrafe.

    Das Bülacher Bezirksgericht hatte R.S. unter anderem wegen versuchten Betruges und unlauterem Wettbewerb zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 255 Tagen (achteinhalb Monaten) verurteilt.

    Es wäre nach Würdigung der Tatkomponente eine höhere Strafe angezeigt, schreibt nun das Zürcher Obergericht in seinem Urteil, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Allerdings hatte nur der 35-Jährige Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte darauf verzichtet. Damit kann die Strafe im zweitinstanzlichen Verfahren wegen des sogenannten Verschlechterungsverbotes nicht erhöht werden.

    Beim Deutschen handelt es sich um den irren Autovermieter von Bülach: Als ihn ein Reporterteam der SRF-Sendung «Kassensturz» im Frühling 2016 wegen dubioser Geschäftspratiken besuchte, stürmte der Deutsche mit einer Sturmmaske vermummt aus seiner Wohnung und rastete vor laufender Kamera aus (BLICK berichtete).

    Deutscher wollte Aldi falschen Honig liefern

    Obwohl das Obergericht gerne eine höhere Strafe ausgesprochen hätte, verhängte es am Ende statt einer Freiheitsstrafe von 255 Tagen nur eine Geldstrafe von 255 Tagessätzen à 50 Franken, wovon der Deutsche 120 Tagessätze bezahlen muss.

    Der Mann habe zwar keine Reue gezeigt und setze sich mit seinen Taten nicht auseinander, schreibt das Gericht im Urteil. Und es sei unklar, womit er seinen Lebensunterhalt verdienen wolle. Doch «trotz gewisser Zweifel» dürfte die erfolgte Heirat und die Geburt eines Kindes «für einen positiven Einfluss auf das zukünftige Wohlverhalten des Beschuldigten» sprechen.

    Unbestritten blieb für das Zürcher Obergericht, dass sich der Deutsche des versuchten Betruges schuldig gemacht habe. Er hatte dem Discounter Aldi zugesichert, 30 Tonnen natürlichen Schweizer Honig zu liefern. Er versprach, «in mühsamster Kleinarbeit von kleinen und mittleren Imkern» Honig aufzukaufen.

    Für eine erste geplante Teillieferung im Sommer 2013 importierte er aber bei einem deutschen Unternehmen 6 Tonnen Honig, den er in seinem Lager in der alten Post in Rheinau ZH lagerte. Gemäss Analysen, die einen hohen Anteil an Sonnenblumenpollen zeigten, dürfte der Honig wohl aus Südeuropa stammen.

    Unklar woher Honig kam

    Es sei nicht mit letzter Sicherheit geklärt, woher der Honig wirklich stamme, stimmte das Obergericht einem Einwand des Verteidigers des 35-Jährigen zwar zu. Aber es stehe «zweifelsfrei fest, dass es sich nicht um Schweizer Honig handle«.

    So erscheine es als äusserst unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen aus Deutschland Schweizer Honig in die Schweiz liefere. Und schliesslich habe auch der Beschuldigte «keinen einzigen Schweizer Imker» genannt, bei dem er den Honig gekauft haben wolle.

    Der Deutsche hatte zudem im Frühling 2012 Dutzende Imker angeschrieben: In den Werbe-Mails pries er «gesunde Bienen» aus einer «eigenen Schweizer Reinzucht» an. Die Tiere beschrieb er als sanftmütig und leistungsstark, sie brächten «Rekord-Ernten».

    Allerdings verfügte der Mann gar nicht über Schweizer Bienenvölker, sondern er wollte von Beginn an ausländische verkaufen. Vor Gericht machte sein Verteidiger geltend, dass dies kein unlauterer Wettbewerb sei, da es gar keine geschützte Herkunftsbezeichnung «Schweizer Biene» gebe.

    Nicht einmal die 6 Tonnen konnte er liefern

    Diesem Argument folgte das Obergericht indes nicht und bestätigte den diesbezüglichen Schuldspruch: Die Anpreisung von «Schweizer Bienen» sei keineswegs mit einem Berliner vergleichbar, der nicht aus Berlin stamme, oder einem Wiener Würstchen, das nicht aus Wien stamme, heisst es im Urteil.

    Die rund 6 Tonnen Honig konnte der Mann im Sommer 2013 nicht an den Discounter Aldi ausliefern: Er wurde wenige Tage vor der geplanten Lieferung verhaftet. Seither lagert der falsch deklarierte Honig in der alten Post - er wird nun gemäss Urteilsspruch dem Lebensmittelinspektorat Winterthur übergeben. Was damit geschieht ist noch offen.

    Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann vor Bundesgericht eine Beschwerde eingelegt werden. (SDA/rey)

    * Name der Redaktion bekannt

    Beide Piloten tot: Bundeswehr-Heli in Mali abgestürzt

    Beide Piloten tot: Bundeswehr-Heli in Mali abgestürzt


    Über dem Norden Malis ist ein Helikopter der deutschen Bundeswehr abgestürzt. Die beiden Soldaten sind tot, teilte die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit. In Mali ist nach Angaben eines UN-Sprechers ein Helikopter der deutschen Bundeswehr...

    Über dem Norden Malis ist ein Helikopter der deutschen Bundeswehr abgestürzt. Die beiden Soldaten sind tot, teilte die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit.

    In Mali ist nach Angaben eines UN-Sprechers ein Helikopter der deutschen Bundeswehr abgestürzt. Der Tiger-Helikopter war im Rahmen einer UN-Friedensmission in der nördlichen Gao-Region unterwegs. An Bord waren zwei Personen. Das Fluggerät ist ausgebrannt.

    Die beiden Soldaten haben den Absturz nicht überlebt, sagte die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor den Medien.

    Die Absturzursache sei noch unklar. Hinweise auf eine Fremdeinwirkung lägen bisher nicht vor, sagte der Stellvertreter des Generalinspekteurs, Vizeadmiral Joachim Rühle. Es handelt sich um die ersten Todesfälle der Bundeswehr in einem Auslandseinsatz seit fast zwei Jahren. Der Vorfall mache «unendlich traurig», sagte von der Leyen.

    Kräfte der UNO-Mission wurden zur Absturzstelle beordert. Die Familienangehörigen der beiden Soldaten seien über die Todesfälle informiert worden. Die Untersuchungen zu dem Vorfall dauerten an.

    Angela Merkel übermittelt tief empfundenes Mitgefühl

    Die Bundeswehr stehe an der Seite der Angehörigen und trauere mit ihnen. Von der Leyen sagte, sie verneige sich «vor den Leistungen und dem Opfer» der verunglückten Soldaten. Sie habe mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel telefoniert. Merkel habe sie gebeten, ihr tief empfundenes Mitgefühl zu übermitteln.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier betonte, dass Deutschland mit der Beteiligung an dem UNO-Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung Malis leiste. «Dieser tragische Vorfall zeigt einmal mehr, mit welchem hohen persönlichen Risiko der Einsatz unserer Soldatinnen und Soldaten verbunden ist.»

    Nach Informationen des «Spiegels» geht die Bundeswehr von einem massiven technischen Defekt an der Unglücksmaschine aus. Der Bundeswehr-Pilot eines zweiten Hubschraubers vom gleichen Typ, der unmittelbar hinter der Unglücksmaschine geflogen sei, habe bereits zum Absturz ausgesagt. Demnach sei der Tiger vor ihm urplötzlich und ohne einen Notruf mit der Nase nach vorne gekippt und dann sofort im Sturzflug zu Boden gegangen.

    Laut einer Mitteilung von MINUSMA deuteten erste Erkenntnisse auf technisches Versagen als Ursache des Absturzes hin. 

    Helis wegen Friedensmission unterwegs

    Der Helikopter und die Besatzungsmitglieder waren im Auftrag einer UNO-Friedensmission in Mali im Einsatz. Der Bundestag hatte im Januar beschlossen, den deutschen Einsatz in Mali auszuweiten. Demnach können sich bis zu 1000 deutsche Soldaten am etwa 15'000 Soldaten und Polizisten umfassenden UNO-Einsatzes MINUSMA beteiligen.

    Aufgabe ist die Überwachung des Friedensabkommens zwischen der Regierung und den Rebellen. Frankreich entsandte 2013 Truppen in seine frühere Kolonie, um islamistische Kämpfer zu vertreiben, die den Norden des Landes überrannt hatten. Seitdem halten sich 4000 französische Soldaten in der Region auf, um gegen die Islamisten zu kämpfen. (SDA)

    ++ Update folgt ++

    Dem Motorsägen-Mann drohen bis zu 20 Jahre Haft: Muss Franz Wrousis in den Knast oder in die Therapie?

    Dem Motorsägen-Mann drohen bis zu 20 Jahre Haft: Muss Franz Wrousis in den Knast oder in die Therapie?


    SCHAFFHAUSEN - Der Motorsägen-Angreifer hat fünf Menschen verletzt. Einen davon schwer. Nun ist er in Haft. Strafrechtsprofessor Felix Bommer (52) erklärt, was dem Motorsägen-Mann droht. Franz Wrousis (51) sitzt endlich hinter...

    SCHAFFHAUSEN - Der Motorsägen-Angreifer hat fünf Menschen verletzt. Einen davon schwer. Nun ist er in Haft. Strafrechtsprofessor Felix Bommer (52) erklärt, was dem Motorsägen-Mann droht.

    Franz Wrousis (51) sitzt endlich hinter Gittern. Die ganze Schweiz ist erleichtert. Bei dem Motorsägen-Angriff auf die CSS in der Altstadt von Schaffhausen am Montag wurden fünf Menschen verletzt. Ein Mitarbeiter der Versicherung liegt noch im Spital.

    Und Wrousis war auch vor der Tat kein unbeschriebenes Blatt. Der Schweizer ist vorbestraft. 2014 und 2016 wurde er wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz verurteilt.

    Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Nun stellt sich die Frage, welche Strafe dem Motorsägen-Angreifer droht. «Es kommt darauf an, was der Beschuldigte wollte. Wollte er verletzen oder töten?», erklärt Felix Bommer (52), Professor für Strafrecht an der Universität Luzern.

     

    Strafmass hängt von Schuldfähigkeit ab

    Das werde die Untersuchung zeigen. Der Strafbestand der vorsätzlichen schweren Körperverletzung könne eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren nach sich ziehen, versuchte Tötung eine Freiheitsstrafe bis zu 20 Jahren.

    «In diesem konkreten Fall wird wohl ein psychiatrisches Gutachten erstellt, das die Schuldfähigkeit abklärt. Der Mann scheint verwirrt oder gestört zu sein», sagt der Experte.

    Das Strafmass hänge auch davon ab, ob und in welchem Masse er schuldfähig sei. «Wenn er wegen einer geistigen Störung für schuldunfähig erklärt wird, kann er nicht bestraft werden. Wenn er für teilweise schuldfähig erklärt wird, ist die Bestrafung milder», sagt Bommer.

    Massnahme wäre zeitlich unbefristet

    Das heisst aber nicht, dass Wrousis freikommen würden. Vielmehr stellt sich die Frage einer Massnahme. «Eine solche Massnahme will eine besondere Rückfallgefahr, die im Zusammenhang mit der Störung steht, senken. Sie wird in einer geeigneten Einrichtung vollzogen. Das kann ein Massnahmezentrum oder eine psychiatrische Anstalt sein.»

    Wie lange Wrousis dort bleiben müsste, entscheidet die Vollzugsbehörde. Bommer: «Eine solche Massnahme hat keine absolute zeitliche Befristung, sondern endet, wenn ein Erfolg aussichtslos geworden oder eingetreten ist.»

    Heinzer muss nach Fecht-K.o. Heimreise verschieben: «Ich sah nur noch Sternchen»

    Heinzer muss nach Fecht-K.o. Heimreise verschieben: «Ich sah nur noch Sternchen»


    Die Stimme wirkt belegt, der Kopf schmerzt weiter. Fechter Max Heinzer blickt auf seinen Sturz im WM-Finale zurück – und kündigt eine Party an. Der Physiotherapeut drückt Max Heinzer einen Eisbeutel an den Hinterkopf. Daneben steht ein Eimer,...

    Die Stimme wirkt belegt, der Kopf schmerzt weiter. Fechter Max Heinzer blickt auf seinen Sturz im WM-Finale zurück – und kündigt eine Party an.

    Der Physiotherapeut drückt Max Heinzer einen Eisbeutel an den Hinterkopf. Daneben steht ein Eimer, falls der er erbrechen muss. Heinzer sitzt benommen hinter dem Podium und schaut auf den Resultat-Screen. Was der Schweizer Fechter dabei zu sehen bekommt, schmerzt. Zusätzlich zu seinem körperlichen Leiden – er erlitt wenige Minuten zuvor wohl eine leichte Hirnerschütterung – kommen die seelischen Schmerzen. Die Schweiz vergibt in den letzten zweieinhalb Minuten des WM-Finals gegen Frankreich trotz 32:29-Führung  den Sieg, am Ende steht es 43:45. 

    Das alles geschieht am Dienstagabend in der Fechthalle von Leipzig. Als BLICK am folgenden Tag mit Heinzer spricht, liegt er auf seinem Bett im Hotel – er ist immer noch in Leipzig. «Meine Teamkollegen sind nach Hause gereist. Ich aber bleibe vorsichtshalber noch hier», erzählt der 29-Jährige. Längst ist auch er stolz auf die Silbermedaille, die so unerwartet kam wie sein fataler Sturz im finalen Gefecht. «Aber feiern lag für mich, im Gegensatz zu den anderen, natürlich nicht drin.»

    Heinzer blickt auf seinen Unfall, bei dem er mit dem Hinterkopf hart auf die Planche schlug, zurück: «Ich sah nur noch Sternchen. Da es innerhalb der Fecht-Maske sowieso dunkel ist, wirkten sie besonders hell. Als kleiner Bub bin einmal voll gegen eine Wand gelaufen – damals war es ähnlich.»

    Die Auswirkungen sind diesmal allerdings schmerzhafter. «Nach 30 Sekunden wollte ich aufstehen. Das ging aber nicht wirklich, weshalb wir ein medizinisches Timeout nahmen.» Das Problem: Auch nach vier von fünf Minuten fühlt sich der Schwyzer schlecht, der Schädel brummt, er kann sich nicht einmal an den Wochentag erinnern. Heinzer gibt auf.

    Und jetzt? Der zweifache Olympiateilnehmer hat mit Verbandsarzt Gery Büsser telefoniert. «Er sagte mir, dass ich mich bald aufs Velo setzen sollte. Wenn ich dann kein Kopfweh mehr habe, kann ich nach vier bis fünf Tagen wieder normal trainieren.» Wobei: Eigentlich hat Heinzer jetzt sowieso Ferien. Verreisen wird er aber noch nicht, schliesslich steht noch ein besonderer Tag bevor – am 7. August feiert Heinzer seinen 30. Geburtstag. «Klar, dass dann auch meine Fecht-Kollegen zur Party eingeladen sind. Ich will schliesslich auch noch auf die Silber-Medaille anstossen!»

    Kiew-Star Jarmolenko heute gegen YB: Aufgepasst auf diesen Dynamo-Hitzkopf!

    Kiew-Star Jarmolenko heute gegen YB: Aufgepasst auf diesen Dynamo-Hitzkopf!


    Andrej Jarmolenko (27) müsste längst im Ausland spielen. Aber der Kiew-Star rastet immer wieder mal gehörig aus. Bleibt er heute gegen YB ruhig? Verfolgen Sie das Champions-League-Qualispiel ab 18.30 Uhr live bei BLICK! Es gibt nicht wenige in der...

    Andrej Jarmolenko (27) müsste längst im Ausland spielen. Aber der Kiew-Star rastet immer wieder mal gehörig aus. Bleibt er heute gegen YB ruhig? Verfolgen Sie das Champions-League-Qualispiel ab 18.30 Uhr live bei BLICK!

    Es gibt nicht wenige in der Ukraine, die halten Dynamo Kiews Superstar Andrej Jarmolenko (27) für ebenso begabt wie Andrej Schewtschenko, den ehemaligen Milan-Stürmer. Schewtschenko selber sagte vor einem Jahr als Assistenztrainer der ukrainischen Nationalmannschaft: «Ich rate Milan dringend, ihn zu verpflichten.»

    Auch bei Chelsea, Everton, Bayern und Dortmund war Jarmolenko im Gespräch. Dass der schnelle, wuchtige Flügel mit dem grossartigen linken Fuss und dem eindrücklichen Gardemass von 1,89 Metern weiter bei Dynamo Kiew spielt, liegt wohl vor allem an seinem überbordenden Temperament.

    Unmittelbar vor der EM 2016 rastete Jarmolenko im ukrainischen Spitzenspiel gegen Erzrivale Schachtar Donezk wieder einmal total aus. Nach dem 3:0 für Schachtar kam es zu einer Rudelbildung, in deren Verlauf er seinem Gegenspieler Taras Stepanenko mit voller Wucht gegen das Schienbein trat. Im Laufe der wüsten Schlägerei betätigte sich der 70-fache Internationale als Boxer und Karatekämpfer.

    Bereits 2015 hatte Jarmolenko seinem Lieblingsfeind Stepanenko von Schachtar mit einer Brutalo-Attacke beinahe das Bein gebrochen. Dass sich die beiden Nationalspieler danach umarmten und die Trikots tauschten, war nicht viel mehr als ein grosses Theater. Jarmolenko warf den Dress danach achtlos auf den Rasen.

    Dabei kann er auch ganz anders. Von 2014 bis 2017 war Jarmolenko bester Spieler der Ukraine. In den beiden Partien dieser Saison traf der Dynamo-Captain einmal. Kiew führt die Tabelle mit sechs Punkten an.

    YB sollte vor Jarmolenko auf der Hut sein, zumindest im Hinspiel. Ob der Dynamo-Star im Rückspiel in einer Woche dabei ist, scheint allerdings fraglich. Die AS Roma möchte ihn unbedingt verpflichten.

    Ob Jarmolenko heute zuschlägt? Verfolgen Sie das Champions-League-Qualispiel zwischen Dynamo Kiew und YB live ab 18.30 Uhr im BLICK-Liveticker und -Stream!

    Das sagt Mark Streit zu seiner Rückkehr: «Für Montreal verzichte ich gerne auf Geld»

    Das sagt Mark Streit zu seiner Rückkehr: «Für Montreal verzichte ich gerne auf Geld»


    NHL-Crack Mark Streit (39) setzt seine Karriere dort fort, wo vor 12 Jahren sein Nordamerika-Abenteuer begann – und nimmt sogar eine saftige Lohneinbusse in Kauf. Back to the roots! Mark Streit bleibt der NHL erhalten und kriegt bei den Montreal...

    NHL-Crack Mark Streit (39) setzt seine Karriere dort fort, wo vor 12 Jahren sein Nordamerika-Abenteuer begann – und nimmt sogar eine saftige Lohneinbusse in Kauf.

    Back to the roots! Mark Streit bleibt der NHL erhalten und kriegt bei den Montreal Canadiens einen Einjahresvertrag – für 700'000 Dollar.

    «Ich bin enorm happy mit diesem Deal! Ich habe diesen Transfer vor allem dem ehemaligen Schweizer Nationalspieler Doug Honegger zu verdanken, der mit der Agentur CAA die besten Kontakte zu Montreal besitzt. Doug hat sich bei den Canadians für mich stark gemacht», erklärt der Berner gegenüber BLICK.

    Für seine alte Liebe verzichtet der 39-Jährige freiwillig auf einen besser dotieren Vertrag. «Klar, vielleicht hätte ich in finanzieller Hinsicht von einem anderen Klub ein noch lukrativeres Angebot erhalten, wenn ich bis im August gewartet hätte. Aber aufgrund der hohen Lebensqualität in Montreal verzichte ich gerne auf etwas Geld. Ich hatte eine wunderbare Zeit in Montreal, die Stadt und die Menschen hier sind grossartig.» 

    Bei den Canadiens machte Streit zwischen 2005 und 2008 217 Spiele, in welchen er insgesamt 113 Skorerpunkte erzielte. Jetzt kehrt er mit Ehefrau Fabienne und Töchterchen Victoria zurück in die kanadische Metropole.

    «Es gibt von Zürich aus einen Direktflug nach Montreal, was für meine Angehörigen ein wichtiges Detail ist. Das sind alles Gründe, warum ich selbst dann für 600'000 Dollar in Montreal unterschrieben hätte, wenn mir ein Klub aus einer weniger günstig gelegenen NHL-Stadt einen 1,5 Millionen-Dollar-Vertrag angeboten hätte», begründet Streit zudem seine Entscheidung. (mwp/rae)

    Hockey-Serie – Valentin Lüthi als Künstler: Dieser Biel-Verteidiger zeichnet Johnny Depp

    Hockey-Serie – Valentin Lüthi als Künstler: Dieser Biel-Verteidiger zeichnet Johnny Depp


    Valentin Lüthis Bleistift-Zeichnungen können sich sehen lassen. Der Verteidiger des EHC Biel ist bei seinem neu entdeckten Hobby ein Perfektionist. Wenn Valentin Lüthi zeichnet, nimmt er sich Zeit und vergisst alles um sich herum. Mit dem Bleistift...

    Valentin Lüthis Bleistift-Zeichnungen können sich sehen lassen. Der Verteidiger des EHC Biel ist bei seinem neu entdeckten Hobby ein Perfektionist.

    Wenn Valentin Lüthi zeichnet, nimmt er sich Zeit und vergisst alles um sich herum. Mit dem Bleistift skizziert er seine Werke zuerst, und vollendet sie in mehreren Schritten. Jeder Strich soll sitzen. «Wenn ich male, bin ich perfektionistisch und es dauert lange, bis ich hundertprozentig zufrieden bin», erzählt der 24-Jährige.

    Der Hockeyspieler hat seine zweite Leidenschaft gefunden, weil er seiner ersten nicht frönen konnte: Zwei Hüft-Operationen im Frühjahr 2015 zwangen den damaligen Lakers-Verteidiger zu einer längeren Pause. Die folgende NLB-Saison absolvierte er zwar mit dem SCRJ, «jedoch unter Schmerzen». In Biel wieder in der NLA angekommen, konnte er die Saison 2016/17 nicht durchspielen, erneut mussten beide Hüften operiert werden, diesmal jedoch «nur» arthroskopisch.

    «Das war nur Gekritzel»

    Plötzlich hatte der Verteidiger, der sich momentan im Aufbautraining befindet, viel Zeit. «Eines Tages sah ich auf Youtube eine Anleitung einer Bleistift-Zeichnung eines unglaublich realistisch wirkenden Auges», erinnert sich Lüthi, der sich sogleich Stift und Papier schnappt und es versucht. «Aus dem Auge wurde dann ein ganzes Gesicht.» Lüthi ist fasziniert. Er habe früher in der Schule schon immer gerne gezeichnet, «aber das war Gekritzel, ich bin nie hingesessen und habe mir Mühe gegeben». Dies tut er jetzt dafür umso lieber.

    Die Faszination des Bleistiftzeichnens sind für den Verteidiger die vielen möglichen Abstufungen der Schattierungen. Vor allem bei Gesichtern. Die Charakterzüge müssen stimmen, die Proportionen auch, dafür hat Lüthi langsam einen Blick bekommen. Dies sieht man bei seinem Werk von Schauspieler Johnny Depp, für das er das Titelbild von dessen Biografie als Vorlage genommen hat.

    Neues Bleistift-Set

    «Dieses Bild habe ich immer mal wieder beiseite gelegt und bestimmt sieben Mal drüber gemalt», sagt Lüthi, der von der Freundin eines Bruders ein professionelles Bleistift-Set geschenkt bekommen hat. Aktuell zeichnet er ein Porträt von seiner Freundin Eliane (24) und sich selbst. «Das hat sie sich gewünscht. Aber mein eigenes Gesicht zu zeichnen ist schon etwas komisch.» Doch auch hier wird am Ende jeder Bleistiftstrich sitzen.

    Patrizia Yanguela ist der heisseste Instagram-Star der Schweiz: «Ich will in den Playboy!»

    Patrizia Yanguela ist der heisseste Instagram-Star der Schweiz: «Ich will in den Playboy!»


    Patrizia Yanguela ist auf den sozialen Medien ein Star: Mit Sexyness und Disziplin hat es die Zürcherin zu 1,3 Millionen Followern gebracht. Selbst Xenia Tchoumitcheva kann nicht mit ihr mithalten. Fitnessmodel Patrizia Yanguela (31) ist mit 1,3...

    Patrizia Yanguela ist auf den sozialen Medien ein Star: Mit Sexyness und Disziplin hat es die Zürcherin zu 1,3 Millionen Followern gebracht. Selbst Xenia Tchoumitcheva kann nicht mit ihr mithalten.

    Fitnessmodel Patrizia Yanguela (31) ist mit 1,3 Millionen Followern auf Instagram eine der erfolgreichsten Influencer der Schweiz – und lässt sogar Stars wie Xenia Tchoumitcheva (29, 1,2 Millionen Insta-Fans) und Anja Zeidler (23, 326'000 Insta-Fans) hinter sich. Sie führt die Influencer-Liste auf Likeometer.ch klar an.

    Nicht ohne Grund: Die Halb-Dominikanerin hat mit ihrem durchtrainierten Körper, den vollen Lippen und ihrer freizügigen Art den wohl heissesten Instagram-Account der Schweiz! Ihr Zielpublikum scheint sie damit gefunden zu haben. «Es ist schon so, dass mir mehr Männer als Frauen folgen», sagt sie zu BLICK. Doch der Erfolg im Internet reicht ihr nicht. «Ich will in den Playboy!», erzählt sie. «Das ist doch der Traum jeder Frau.»

    Kein Problem für ihren Ehemann

    Bis heute gabs noch keine Anfrage vom Männermagazin. Nackte Haut gibt es bei ihr trotzdem zu sehen: Auf Instagram zeigt sich die Zürcherin sehr freizügig. Für ihren Ehemann Luis (42) ist das kein Problem. «Er ist mein grösster Fan und unterstützt mich bei allem.» Trotzdem ist für sie klar: «Gewisse Dinge überlasse ich der Fantasie.»

    Von Insta-Fotos zur eigenen Kleider-Linie

    Finanziell scheint sich ihre Arbeit als Fitnessmodel und Influencerin zu lohnen. «Ich verdiene deutlich mehr als in meinem alten Job als Projektmanagerin», sagt sie. Wie viel es ist, will sie nicht sagen. Aber: «Es lässt sich gut damit leben.»

    Der Aufwand, den sie für ihr Einkommen betreibt, sei jedoch nicht zu unterschätzen. «Täglich bin ich drei bis vier Stunden alleine mit Instagram beschäftigt. Die Fotos zu bearbeiten, hochzuladen und dann auf Kommentare zu antworten braucht ziemlich viel Zeit.» Dazu kommen noch Shootings und administrative Arbeiten.

    Die Instagram-Schönheit will es aber nicht bei heissen Bildern auf der Foto-Plattform belassen – sie lanciert bald eine Modelinie und veröffentlicht einen Kalender.

    Schwitzen für den trainierten Körper

    Zur Arbeit zählt sie auch das Fitnesstraining. Sie schwitzt  fünf bis sechs Mal pro Woche im Gym. Immer mit Personaltrainier, denn: «Ohne meine Trainer könnte ich mich nicht für den Sport motivieren. Sie sind mittlerweile Teil meiner Familie.» 

    «Noch habe ich keine Schönheitsoperationen gemacht»

    Anderweitig ihrer Schönheit nachzuhelfen, ist für sie im Moment keine Option. «Noch habe ich keine OP gemacht. Ich stehe auf Natürlichkeit und finde, dass ich etwas, was ich nicht habe, nicht machen lassen will.»

    Motorsägen-Mann hatte zwei im Gepäck: So gefährlich ist eine Pistolenarmbrust

    Motorsägen-Mann hatte zwei im Gepäck: So gefährlich ist eine Pistolenarmbrust


    Als Motorsägen-Mann Frank Wrousis verhaftet wurde, hatte er zwei geladene Pistolenarmbrüste dabei. Diese gelten zwar nicht als Waffen, können aber trotzdem tödlich sein. Mit einer Motorsäge lief Franz Wrousis (51) am Montagvormittag in eine...

    Als Motorsägen-Mann Frank Wrousis verhaftet wurde, hatte er zwei geladene Pistolenarmbrüste dabei. Diese gelten zwar nicht als Waffen, können aber trotzdem tödlich sein.

    Mit einer Motorsäge lief Franz Wrousis (51) am Montagvormittag in eine CSS-Filiale in Schaffhausen und verletzte mehrere Personen – eine davon schwer. Dann floh er.

    Am Mittwoch um 18.50 Uhr konnte ihn die Polizei dank Hinweisen aus der Bevölkerung in Thalwil ZH verhaften. Er liess sich ohne Gegenwehr festnehmen und verhielt sich «anständig und kooperativ», wie die Polizei sagt.

    Es hätte allerdings auch anders herauskommen können. Denn Wrousis führte in einem Plastiksack zwei geladene Pistolenarmbrüste und zwei angespitzte Holzstücke mit sich.

    Mit den Armbrüsten hätte er jemanden schwer verletzen oder gar töten können, wie die Chefin eines Bogensportgeschäfts, die anonym bleiben will, zu BLICK sagt. «Wenn eine gefährliche Person damit rumläuft, würde ich mich sehr schnell verziehen.» So können mit einer Pistolenarmbrust Metallbolzen mit über 200 km/h verschossen werden.

    Trotzdem: «Pistolenarmbrüste gelten nicht als Waffen, sondern sind Sportgeräte. Darum ist der Kauf nicht bewilligungspflichtig», sagt Charlotte Schläpfer vom Bundesamt für Polizei zu BLICK.

    Sie fügt aber an: «Wie bei einer Kettensäge kann auch der missbräuchliche Einsatz der Pistolenarmbrust tödlich sein. Spaziert ein Mensch mit einer Pistolenarmbrust durch die Stadt, darf die Polizei sie konfiszieren, weil sie dann eine Gefährdung für andere Menschen darstellen könnte.»

    Die Armbrüste sind billig zu haben. Ein Stück kostet zwischen 70 und 150 Franken, wie die Armbrustverkäuferin zu BLICK sagt. Für einen Amok-Lauf sei sie allerdings nicht geeignet: Einerseits müsse man sie immer nachladen, andererseits sind sie nur auf rund 15 Meter zielgenau.

    In den falschen Händen reicht dies aber aus, um grosses Leid anzurichten. (sas/fr)

    W. S. (64) sass vier Monate in U-Haft: Aargauer Pädo-Pfarrer kommt frei!

    W. S. (64) sass vier Monate in U-Haft: Aargauer Pädo-Pfarrer kommt frei!


    AARAU - Seit Ende März sitzt W. S. (68) in Untersuchungshaft. Der Verdacht: Der pensionierte Pfarrer soll seine Enkel missbraucht haben. Dennoch kommt er jetzt frei. Der pensionierte Pfarrer W. S.* (68) aus dem Aargau soll seine...

    AARAU - Seit Ende März sitzt W. S. (68) in Untersuchungshaft. Der Verdacht: Der pensionierte Pfarrer soll seine Enkel missbraucht haben. Dennoch kommt er jetzt frei.

    Der pensionierte Pfarrer W. S.* (68) aus dem Aargau soll seine eigenen Enkel missbraucht haben. Seine Familie hatte ihn angezeigt. Ende März wurde er verhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt. Diese wurde schon einmal verlängert. Es bestand Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr.

    W. S. kommt in den nächsten Tagen frei 

    Jetzt zeigen BLICK-Recherchen: W. S. kommt frei! «Ich kann bestätigen, dass der Beschuldigte in den nächsten Tagen nach Ablauf der U-Haft freikommt», sagt Elisabeth Strebel von der Staatsanwaltschaft.

    Die Staatsanwaltschaft war der Meinung, dass U-Haft weiterhin angebracht gewesen wäre. Aber, so Strebel: «Aufgrund des letztmaligen Obergerichts-Entscheids und dessen Ausführungen haben wir auf einen weiteren Antrag verzichtet.» Offenbar standen die Chancen zu schlecht.

    W. S. soll ein Kontaktverbot bekommen

    Aber die Staatsanwaltschaft hat einen Antrag auf Ersatzmassnahmen gestellt. «Unter anderem soll er nach seiner Entlassung aus der U-Haft keinen Kontakt mehr zu den betroffenen Kindern haben dürfen», sagt Strebel.

    Was letztendlich jedoch für Ersatzmassnahmen angeordnet werden und wann W. S. genau entlassen wird, über dies entscheidet das Zwangsmassnahmengericht. Sicher ist: Er kommt in den nächsten Tagen definitiv frei.

    * Name der Redaktion bekannt

    «Blüemlisalphorn» und «Alpenrose»: SRF-«Meteo» widmet Polo (†72) die Wetterkarte

    «Blüemlisalphorn» und «Alpenrose»: SRF-«Meteo» widmet Polo (†72) die Wetterkarte


    Mit Polo Hofer (†72) hat die Schweiz einen ihrer Mundart-Helden verloren. Die ganze Schweiz trauert – und der Musiker wird auch von unerwarteten Seiten geehrt. Der gestrige Abend stand auf SRF1 ganz im Zeichen von Polo Hofer (†72). Die...

    Mit Polo Hofer (†72) hat die Schweiz einen ihrer Mundart-Helden verloren. Die ganze Schweiz trauert – und der Musiker wird auch von unerwarteten Seiten geehrt.

    Der gestrige Abend stand auf SRF1 ganz im Zeichen von Polo Hofer (†72). Die Musiklegende, die in der Nacht auf Sonntag im Schlaf verstorben ist, wurde mit einem grossen «Tschou Polo»-Special geehrt. Dabei kamen alte Bandkollegen, Freunde und Bewunderer zu Wort. 

    Ortsnamen als Hommage

    Doch das Schweizer Fernsehen ehrte das Schaffen von Polo noch zusätzlich auf kreative Weise. Als während der Wettervorhersage bei «Meteo» die Schweizer Karte eingeblendet wurde, erkannten Polo-Fans  sofort zwei bekannte Namen: «Blüemlisalphorn» und «Alpenrose» – Anspielungen auf Hofers grössten Hit. Moderator Thomas Kleiber (46) ging während der Sendung zwar nicht weiter auf die spezielle Ortswahl ein, dennoch ist es eine  schöne Geste. 

    Ein schöner «Abschiedsgruss»

    «Das Team von SRF-Meteo hat auf seine Art einen Abschiedsgruss gesendet», sagt SRF-Mediensprecher Stefan Wyss auf Anfrage von BLICK. Alpenrose ist dabei kein Bergdorf, sondern ein Flurname – das heisst, ein Name, der von den ansässigen Bewohnern geprägt und oft ohne schriftliche Fixierung im örtlichen Sprachgebrauch weitergegeben wird. Auch wenn Alpenrose keine konkrete Ortschaft ist, ist für Wyss klar: «Polo Hofer hat mit seinem Lied einen Ort dafür in vielen Herzen geschaffen.»

    Auch Pfadibewegung gedenkt Polo

    Es ist nicht die einzige überraschende Ehrung für Polo. Im «Tages-Anzeiger», der «Basler Zeitung» und der «Berner Zeitung» wurde von der Pfadibewegung Schweiz eine Todesanzeige für die Musik-Legende geschaltet. «Ein Leben lang hast du unter deinem Pfadinamen Musik gemacht», steht da. «Danke für deine Lieder. Sie werden an den Lagerfeuern der Schweizer Pfadis weiterleben.» Polo Hofer hiess eigentlich Urs Alfred, sein Künstlername wurde ihm im Pfadilager verliehen. (klm)

    Pizzeria-Chef gab den Tipp: «Ich habe den Motorsägen-Mann sofort erkannt»

    Pizzeria-Chef gab den Tipp: «Ich habe den Motorsägen-Mann sofort erkannt»


    SCHAFFHAUSEN/THALWIL ZH - Nach anderthalb Tagen auf der Flucht wurde Motorsägen-Mann Franz Wrousis am Abend in Thalwil ZH verhaftet – dank Liman Kabashi! Pure Erleichterung. Nach knapp 36 Stunden Ausnahmezustand erlöste gestern...

    SCHAFFHAUSEN/THALWIL ZH - Nach anderthalb Tagen auf der Flucht wurde Motorsägen-Mann Franz Wrousis am Abend in Thalwil ZH verhaftet – dank Liman Kabashi!

    Pure Erleichterung. Nach knapp 36 Stunden Ausnahmezustand erlöste gestern Abend die Nachricht von der Festnahme des Motorsägen-Mannes Franz Wrousis (51) die Bevölkerung. Die Polizei hat ihn in Thalwil ZH aufgegriffen und verhaftet. Nach wie vor unklar ist, wie es Wrousis von Schaffhausen in die rund 63 Kilometer entfernte Gemeinde am linken Zürichsee-Ufer schaffte. Liman Kabashi, Chef der Pizzeria Pipponi, erkannte den Gesuchten. Er sagt zu BLICK: «Er lief gegen 17.30 Uhr an der Pizzeria vorbei. Sein ­Gesicht habe ich sofort erkannt und darauf die Polizei gerufen.»

    Er lief Richtung Migros

    Kabashi berichtet von den bangen Minuten: «Er hatte eine Tasche dabei und lief Richtung Migros. Ich ging ihm nach, um wirklich sicher zu sein, dass er es auch ist. Er wirkte verträumt, in sich gekehrt. Ich habe dann via Whatsapp befreundete ­Polizisten informiert.» Der erlösenden Mitteilung war ein angespannter Tag vorausgegangen. Nach erfolgloser Suche in der Nacht präsentierte die Schaffhauser Polizei am Morgen frische Fahndungsbilder. Sie zeigen Franz Wrousis an einem Bancomaten: In Outdoorjacke und mit Stirnglatze. Die Bilder leiten eine internationale Fahndung nach dem Angreifer ein.
    Die Nervosität gipfelte am Mittag in der Stürmung eines Linienbusses durch die Schaffhauser Polizei. Ein Leser meldete BLICK den Zugriff: «Mindestens zehn Beamte stürmten gegen 12.20 Uhr bei der CMC-Haltestelle den Bus.» Eine verdächtige Person wurde kontrolliert, ohne Fahndungserfolg.

    Sirenen und Helikopter

    Auch sonst waren in der Stadt immer wieder Sirenen und Helikopter zu hören. In Feuerthalen ZH kreiste ein Helikopter lange über einem Waldgebiet. In Schlatt TG sammelten sich am späten Nachmittag ebenfalls Kräfte, um ein naheliegendes Waldstück zu durchforsten.

    Auf Facebook gab die Schaffhauser Polizei zwischenzeitlich sogar Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung bekannt, falls man auf den Gesuchten trifft. So wurde vor Aktivitäten in Wäldern gewarnt. Betroffen waren davon auch etliche Schaffhauser Kinder, die einen Ausflug geplant hatten. Laut «Radio Top» mussten verschiedene Aktivitäten des Ferienpasses der Stadt abgesagt werden – zwei Events in Wäldern der Umgebung wurden ersatzlos gestrichen. Die Verantwortliche Désirée Steffenoni: «Die Eltern haben erleichtert reagiert, die Kinder waren enttäuscht. Wir können die Veranstaltungen nicht nachholen.»

    Heute früh um zehn Uhr will die Schaffhauser Polizei auf einer Pressekonferenz mehr Details bekannt geben.

    Darum integrieren sich Portugiesen in der Schweiz so schlecht: Hier chrampfen, von der Heimat träumen

    Darum integrieren sich Portugiesen in der Schweiz so schlecht: Hier chrampfen, von der Heimat träumen


    LISSABON - Portugiesen sind fleissig und haben einen guten Ruf. Aber warum schaffen sie es nicht nach oben und integrieren sich kaum? Ein Blick in ihre Heimat liefert die Antwort. Die ersten Gastarbeiter aus Portugal kamen in den...

    LISSABON - Portugiesen sind fleissig und haben einen guten Ruf. Aber warum schaffen sie es nicht nach oben und integrieren sich kaum? Ein Blick in ihre Heimat liefert die Antwort.

    Die ersten Gastarbeiter aus Portugal kamen in den 1970er-Jahren. Inzwischen sind sie hinter den Italienern und Deutschen zur drittgrössten Ausländergruppe in der Schweiz geworden. Zurzeit leben rund 270’000 Portugiesen hier, Tendenz steigend. Viele stammen aus kleinen Dörfern der Provinz Braga, denn im nördlichen Landesinnern litten und leiden die Leute am meisten unter der Wirtschaftskrise.

    Es fällt auf: Nur wenige Portugiesen schaffen es in der Schweiz in eine Führungsposition. Dafür sind die Männer auf jeder Baustelle anzutreffen, wo sie körperlich harte Arbeit verrichten. Ihre Frauen halten oft als Putzkräfte die Schweizer Spitäler, Hotels und Haushalte sauber.

    Fast ein Viertel bricht nach vier Jahren Schule ab

    Dass Portugiesen Billig-Jobs verrichten, hat seinen Grund. Portugiesen haben im Vergleich zu anderen Migrantengruppen einen niedrigen Bildungsstand. Bis zur Nelkenrevolution, die 1974 das Ende der Diktatur besiegelte, war das Bildungssystem in Portugal miserabel.

    Aber auch heute ist es nicht viel besser. Vorgeschrieben ist zwar seit kurzem der Besuch von zwölf Schuljahren, aber 23 Prozent besuchen die Schule nur bis zur vierten Klasse! Berufslehren auf Schweizer Niveau gibt es nicht. Die Zürcherin Isabel Bartal (53), Soziologin mit Spezialgebiet Migration, sagt: «Viele Schüler verlassen die Schule schon frühzeitig, die Kontrollen funktionieren schlecht.»

    Dazu komme, dass es während der ganzen Schulzeit keine Selektion gebe. Das heisst, alle Leistungsniveaus sind in der gleichen Klasse vereint. Da geben die Leistungsschwächeren gerne auf, während die Leistungsstarken gebremst werden.

    Keine Schulmotivation durch die Eltern

    Isabel Bartal weiss, wovon sie spricht. Die portugiesisch-schweizerische Doppelbürgerin war Projektleiterin der 2010 veröffentlichten Studie «Die portugiesische Bevölkerung in der Schweiz», herausgegeben vom Bundesamt für Migration.

    Diese Studie zeigt unter anderem, dass es portugiesische Schüler in der Schweiz schwieriger haben als andere. Im Vergleich mit Schweizer Kindern brauchen doppelt so viele Portugiesen zusätzliche schulische Unterstützung. An den Gymnasien sind Portugiesen unterdurchschnittlich vertreten. Eine Rolle spielen dabei die Eltern: Sie vermitteln ihren Kindern, dass Arbeiten wichtiger sei als eine hohe Schulbildung.

    Chrampfen, verdienen und schnell wieder heim

    Portugiesen geniessen zwar wegen ihres Arbeitswillens einen guten Ruf, fallen aber überdurchschnittlich oft aus. Laut Studie ist ihre IV-Rate fast zweimal höher als jene der Schweizer, weil sie wegen ihrer körperlich anstrengenden Arbeit oft unter Gelenk- und Rückenbeschwerden leiden.

    Neben dem Bildungsrückstand haftet den Portugiesen ein weiterer Makel an: der mangelnde Integrationswille. Das hängt einerseits damit zusammen, dass sie wegen ihrer niedrigen Bildung nur schwer eine Fremdsprache erlernen. Auf der anderen Seite haben sie gar kein Interesse an der Bindung zur Schweiz. Viele Portugiesen kommen aus rein wirtschaftlicher Not, in der Absicht, Geld zu verdienen – um nach einigen Jahren wieder nach Hause zurückzukehren.

    «Unsichtbar, aber unentbehrlich»

    Isabel Bartal, die 1984 der Liebe wegen in die Schweiz kam, erklärt: «Portugiesen sind eher Pendler als Immigranten. Ihr wirtschaftliches Zentrum ist zwar die Schweiz, ihr Zuhause aber bleibt Portugal.» Mit den billigen Flügen nutzten sie jede Gelegenheit, nach Hause zu fliegen – sei es, um Verwandte zu sehen oder einfach, um den Zahnarzt zu besuchen.

    Für Isabel Bartal sind die Portugiesen in der Schweiz «unsichtbar, aber unentbehrlich». Sie besetzen keine Führungsjobs, verrichten dafür harte und schmutzige Arbeiten, die kein Schweizer machen wolle. Bartal: «Sie sind Helden des Alltags.»

    Darunter leiden die Bauern: Deutscher Billigkäse flutet die Schweiz

    Darunter leiden die Bauern: Deutscher Billigkäse flutet die Schweiz


    Für die Milchbauern kommt es doppelt bitter: Im Ausland sinkt die Nachfrage nach Schweizer Käse. Gleichzeitig steigt der Import von ausländischer Billigware. Die Schweizer Milchbauern geraten noch stärker unter Druck. Zwar verdienen sie mit der...

    Für die Milchbauern kommt es doppelt bitter: Im Ausland sinkt die Nachfrage nach Schweizer Käse. Gleichzeitig steigt der Import von ausländischer Billigware.

    Die Schweizer Milchbauern geraten noch stärker unter Druck. Zwar verdienen sie mit der Milchproduktion für Käse noch immer am meisten. 70 Rappen erhalten sie derzeit pro Liter Käsemilch – knapp 20 Rappen mehr als für normale.

    Doch nun stockt der Export. Im ersten Halbjahr wurden 77 Tonnen weniger Käse ins Ausland geliefert – ein Rückgang um 0,2 Prozent auf 31'879 Tonnen, wie die Switzerland Cheese Marketing AG mitteilt. 

    Als wäre das nicht genug, importieren Grosshändler, Gastronomie und Industrie immer mehr ausländischen Käse. Insgesamt stiegen die Käse-Einfuhren im ersten Halbjahr um 4,4 Prozent auf 30'479 Tonnen. Besonders Billigkäse aus Deutschland flutet die Schweiz. Die Importe aus dem nördlichen Nachbarland stiegen um 18,4 Prozent auf 8297 Tonnen. 

    Deshalb ist deutscher Käse so billig

    Grund: Käse aus Deutschland kostet nur 3.90 Franken pro Kilogramm – Schweizer Käse ist mit 8.29 Franken mehr als doppelt so teuer. Schuld sei der tiefe Milchpreis in Deutschland, sagt SCM-Sprecherin Manuela Sonderegger zu BLICK.

    Hinzu kommt: «In der Schweiz produzieren rund 600 Dorfkäsereien die verschiedenen Sorten.» In Deutschland hingegen gäbe es viel mehr grosse Industriebetriebe, die Billigkäse herstellten. Dieser wird etwa für verarbeitete Produkte wie Fertigpizzen und Tiefkühl-Lasagnen verwendet.

    Die Billigimporte bereiten Sonderegger Sorgen. Milchbauern und Käser leiden darunter. Beunruhigt ist auch Reto Burkhardt vom Verband Swissmilk. 42 Prozent der Milch gehe in die Käseproduktion, sagt er. «Für diese Käsereimilch erhalten die Bauern heute noch anständige Preise. Wenn nun der Absatz stockt, ist das dramatisch für die Schweizer Milchproduzenten.» 

    Behörden wussten von nichts: Knie macht Guerilla-Werbung

    Behörden wussten von nichts: Knie macht Guerilla-Werbung


    Die Knies hatten riesige Lust auf ein nächtliches Spektakel. Das ist ihnen gelungen. Es wurde lebhaft rund ums beschauliche Hafenbecken von Rapperswil SG. In der Nacht auf gestern rückte ein Manitou-Stapler und ein Team von neun Kinderzoo-Angestellten...

    Die Knies hatten riesige Lust auf ein nächtliches Spektakel. Das ist ihnen gelungen.

    Es wurde lebhaft rund ums beschauliche Hafenbecken von Rapperswil SG. In der Nacht auf gestern rückte ein Manitou-Stapler und ein Team von neun Kinderzoo-Angestellten mit jeder Menge Textil aus, um bei strömendem Regen den Parkhaus-Betonbunker zu verhüllen, mit einem Tuch voll bunter Regenschirme. «Wir brauchten von viertelnachzwölf bis viertelnachsechs», sagt Kinderzoodirektor Benjamin Sinniger (56) zu BLICK. «Von dieser Guerilla-Aktion wusste niemand, auch die Behörden nicht. Zum Glück ist unser Geschenk an die Stadt von allen Seiten sehr gut aufgenommen worden.» 

    3500 Klicks innert fünf Stunden

    Entsprechend arbeitete das Team unter Adrenalin. Denn um halbdrei tauchte plötzlich die Polizei auf. «Mein Herz begann zu rasen, denn ich dachte, sie kommen wegen uns», so Sinniger. «Zum Glück haben sie nur die Autos beim Seedamm kontrolliert.» Die Leute hätten am Morgen schön gestaunt, als der kahle Betonbunker nun in Farben strahlte. Auch die Fans auf Facebook waren begeistert und zeigten das mit 3500 Klicks innert fünf Stunden.

    Pop-up-Restaurant «H Downtown»

    Und weshalb das alles? Es ist die Vorankündigung des Pop-up-Restaurants «H Downtown» von Franco (62) und Claudia Knie (50), das am Freitag eröffnet wird. Die frischen Shrimps fliegt Sponsor Thai Airways täglich ein. Neun Wochen lang soll ihr Thai-Street-Market bleiben und das Gefühl vermitteln, man sei mitten in den Strassen von Bangkok – und das am Fischmarktplatz in Rapperswil.

     

    Chris von Rohr würdigt Polo Hofer (†72): Der gepanzerte Songschmied aus Interlaken

    Chris von Rohr würdigt Polo Hofer (†72): Der gepanzerte Songschmied aus Interlaken


    Exklusiv für BLICK schreibt Chris von Rohr (65) über das bewegte Leben von Polo Hofer, der am letzten Samstag 72-jährig gestorben ist. Das letzte Handy-Filmchen von Polo, das ich auf meinem Handy habe, ist ein Backstage-Shot nach seinem Konzert...

    Exklusiv für BLICK schreibt Chris von Rohr (65) über das bewegte Leben von Polo Hofer, der am letzten Samstag 72-jährig gestorben ist.

    Das letzte Handy-Filmchen von Polo, das ich auf meinem Handy habe, ist ein Backstage-Shot nach seinem Konzert in Solothurn 2014. Die Stimmung war zuerst eher verhalten, seine Bandkumpels erhoben selten das Wort. Er stellte diesen kleinen Repetierdrachen vor mir auf und sagte: «Dr Chris von Rohr isch än Altrocker!» Das Spielzeug wiederholte das Gesagte in Robotersprache. Er lachte schelmisch und fragte mich, was ich gerade mache. Ich erzählte ihm, dass ich nebst der Musik viel schreibe, neuerdings auch Nachrufe. Er schaute mich mit blinzelnden Augen an: «Schreib bei mir: Er sah die Berge von unten, die Kirchen von aussen und die Beizen von innen.» Der Polo-Klassiker.

    In letzter Zeit hatte ich ihn etwas aus den Augen verloren. Ich sah dieses schreckliche Bob-Dylan-Porträt am Schweizer Fernsehen und machte mir wie viele andere auch so meine Gedanken. Mittlerweile pflegte ich mehr Kontakt zu seiner Frau Alice. Das war aber nicht immer so.

    Das erste Treffen mit Polo

    Mein erstes Treffen mit Polo fand 1975 im Sinus-Aufnahmestudio in Bern statt, wo Krokus ihr erstes Album einspielten. Er nahm mit den Rumpelstilz gerade das legendäre Album «Füüf Narre im Charre» auf. Wir sangen mit diesen Voralpendesperados darauf den Song «Jodel», ein witziges Loblied auf die weibliche Hanfpflanze! 

    1976 zeichnete Polo unseren ersten LP-Umschlag: ein Krokussli, das aus dem Eis brach, daneben sexy Schmetterlingsfrauen und im Hintergrund die Skyline von Manhattan. Er sagte später immer, er habe eben die Vision gehabt, dass wir es nach Amerika schaffen würden, etwas, worum er uns offen beneidete. Und wir hatten stets ein paar Stilz-Kassetten auf unseren langen US-Trips dabei. Das war eine Art Heimat für uns.

    Als wir 1977 zusammen auf der «Dolce Vita»-Tournee waren, endete kein Abend vor den frühen Morgenstuden. Unvergessliche Stunden der Ausgelassenheit. Menschlich und musikalisch stand mir meist sein Tastenmann Hannery Amman näher. Polo war härter und ständig herausfordernd mit seinen Weggefährten. Beruflich flutschte es aber gut zwischen ihm und mir. Ich fuhr mal nach Bern mit dem Bild eines amerikanischen Chrom-Tasten-Telefons. Es war der Umschlag des neuen Gotthard-Albums, an dem ich gerade arbeitete und bei dem mir der passende Titel fehlte. Nach ein paar Cüpli meinte er: «Dial Rock», «Dial Now», «Dial Hard», und fertig war der Rockkuchen. Er konnte spontan extrem kreativ und witzig sein.

    Ein unglaublicher Geschichtenerzähler

    Freudig schrieb er mir Jahre später 1991 ein schönes Vorwort für mein «Hunde wollt ihr ewig rocken»-Buch. Seine Story einer US-Reisebegegnung mit diesem Jungen aus dem 65-Seelen-Dorf Plummer im US-Bundesstaat Idaho. Polo kaufte bei ihm im Laden eine Flasche Rotwein mit dem Schweizerkreuz drauf und zeigte mit dem Finger drauf: «Daher komme ich.» Worauf der Boy erwiderte. «Was? Wow! Kennst du denn Krokus?» Und als ihm das Bürschchen am Schluss noch zurief «And don’t fall off the Alps, man», schrieb er mir: Jetzt glaub ich’s dir, Chris, ihr habt es wirklich geschafft, denn welcher Ami weiss schon, dass sich die Alpen in der Schweiz befinden!

    Was mich bei Polo immer beeindruckte, war nicht nur seine Belesenheit, sondern vor allem seine Erzählkunst. Er war ein unglaublicher Geschichtenerzähler. Was andere in 20 Sekunden abhandeln, konnte er minutenlang genüsslich und präzise ausschmücken. Eine Kunst, die leider am Aussterben ist. Ich sagte ihm immer wieder: Du solltest Sprechplatten aufnehmen, da toppt dich niemand. Ich habe noch heute auf meiner Homepage einen lustigen Talk zwischen Baschi, Polo und mir aufgeschaltet, wo es ums Thema Groupies im Alpenland ging und er uns genüsslich erklärte, wie das in der Einsamkeit der Berge so laufe, wenn man plötzlich merke, dass es ginge. Ja, er konnte uns zum Lachen bringen, immer wieder, und das ist wertvoll.

    Im Duett mit Willy DeVille

    Einmal konnte ich ihn wirklich überraschen. Es war während der Albumproduktion «Härzbluet» 1999, wo ich als Produzent und Songschreiber mitwirkte. Ich verbrachte damals ein paar Tage mit dem legendären US-Sänger Willy DeVille, und mir kam die Idee, ihn für ein Duett mit Polo zu gewinnen. Der von Natur aus misstrauische Berner wollte mir nicht glauben, dass ich das hinkriege.

    Als wir schliesslich für diese crazy Session alle im Studio landeten, erlebte ich zum ersten Mal einen verängstigten Polo. Willy, gerade auf Heroinentzug, hielt ihm plötzlich seinen langen Dolch an die Gurgel, weil Polo die Übersetzung des englischen Songs vertagen wollte: «You do it here ... and you do it now!», war die hammerharte Ansage. Und das war kein Joke. Daraus entstand eines der besten Lieder, das Polo je gesungen hat: «Who’s Gonna Shoe Your Pretty Little Foot». Am stärksten fand ich Polo sowieso immer, wenn er die feinen Töne anschlug. Die Balladen «D’ Rosmarie und I», «Im letschte Tram», «Stilli Wasser» oder «Wenn mys letschte Stündli schlaht» berühren uns tief. Da spüren wir das Herz und die Seele dieses Mannes.

    Ein Mann, der seinem Werk alles unterordnet

    Dieser gepanzerte Songschmied aus Interlaken zeigte sein Inneres selten den Kumpels und Mitstreitern, gab lieber den polternden, provozierenden Oberlehrer. In den letzten Jahren war er dann, wie es vielen geht, mehr Sender als Empfänger. Nahe an ihn heranzukommen, war nahezu unmöglich. Wohl nur seine letzte grosse Liebe Alice erlebte den anderen Polo, wenn die Lichter ausgingen und er nichts mehr beweisen musste. Ich fragte mich oft, wie er als Kind oder als Vater war, doch das ist eine widersinnige Frage, denn er ordnete eh alles seinem Lebenswerk unter.

    Letzten Frühherbst sagte mir eine Stimme: Geh noch mal nach Oberhofen, es gibt da noch was abzuschliessen. Also machte ich mich auf den Weg.

    «Schön, du bist mit dem Schiff gekommen», meinte ein magerer, ausgezehrter Polo zu mir. Wir sassen fünf Stunden auf dem Balkon, nur kurz von der Spitex unterbrochen. Die Altweibersonne streichelte uns und wir sprachen über Musiker, Bandstreitereien, Subventionen, Frauen, Drohnen und Politik. Es war ein nährendes und schönes Gespräch. Als es dunkel wurde, kam Alice dazu und wir öffneten die Flasche Veuve Clicquot, die ich mitgebracht hatte: «Auf das Leben.»

    Polos letztes Geschenk

    Zum Abschied schenkte er mir ein Bild, das er gemalt hatte und das Buch «Memoiren aus dem Bordell», das Kernthema eines Songs, den wir gerade gecovert hatten und den beide liebten: «The House of the Rising Sun». Getoppt wurde das Ganze ein paar Monate später, als er mich zu sich einlud und mir eine Vergrösserung des ersten Krokus-Album-Artworks mit Widmung schenkte. Das hat mich echt überrascht, und es war ein schöner, herzlicher Abschied.

    Danke, Polo, für das, was du mir und uns allen gegeben hast. Es war nicht immer einfach mit dir, aber meistens bereichernd, spannend und lustig. Du wirst uns fehlen. Die Schweiz verliert einen grossartigen Entertainer, Querulanten und Texter. In deinen Liedern und Geschichten wirst du weiterleben.

    Chris von Rohr (65) wurde am 24. Oktober 1951 in Solothurn geboren und hat die Schweizer Rockszene nachhaltig geprägt. Der begnadete Drummer ist Gründungsmitglied von Krokus, Hitproduzent (u. a. Gotthard) und Bestsellerautor. Mit Polo Hofer (†72) verbindet ihn eine jahrzehntelange Freundschaft. 

    Milchpreis-Krise zwingt Bauer Hagenbuch zum Verkauf seiner Kühe: «Als ob man mir den Lebensnerv durchschneidet»

    Milchpreis-Krise zwingt Bauer Hagenbuch zum Verkauf seiner Kühe: «Als ob man mir den Lebensnerv durchschneidet»


    UNTERLUNKHOFEN AG - Seit Kindsbeinen war Hans Hagenbuch um Kühe herum. Seit Samstag ist Schluss damit. Hagenbuch hat alle Kühe verkauft. Der tiefe Milchpreis liess ihm keine andere Wahl. Auf diesen Tag hat sich Hans Hagenbuch...

    UNTERLUNKHOFEN AG - Seit Kindsbeinen war Hans Hagenbuch um Kühe herum. Seit Samstag ist Schluss damit. Hagenbuch hat alle Kühe verkauft. Der tiefe Milchpreis liess ihm keine andere Wahl.

    Auf diesen Tag hat sich Hans Hagenbuch eineinhalb Jahre lang vorbereitet. Morgens um sieben Uhr fährt der Viehhändler Erwin Bühlmann auf seinem Hof vor und holt die letzten der ehemals 75 Kühe ab. 20 gehen mit der ersten Ladung weg. Die letzten zehn holt ein zweiter Laster kurz nach elf Uhr. 

    Für Hagenbuch ist das ein sehr emotionaler Tag. Seine Kühe werden auf einem anderen Hof weiterleben, doch für ihn geht ein Lebensabschnitt zu Ende. Immer war er Milchbauer. Als Bub half er morgens vor der Schule dem Vater im Stall. Ausgerechnet an seinem 59. Geburtstag wird er erstmals ohne Kühe aufwachen. 

    «Nur ein Chüeni war ich nie»

    Hagenbuch ist ein drahtiger Typ, hellwach, topfit, ständig unter Strom. Ein gebrochener Mann sieht anders aus. Dass ihm der Verkauf der Kühe so zu schaffen macht, hat ihn selbst überrascht. «Ein richtiger Chüeni schaut den Kühen besser als der Frau. So einer war ich nie», sagt er.

    Nie setzte er nur auf die Milchwirtschaft. Er baute einen Maschinenhandelsbetrieb auf, war zwölf Jahre lang Gemeindepräsident in Oberlunkhofen AG und sass für die SVP im Grossen Rat. Um die Kühe kümmerte sich hauptsächlich ein Mitarbeiter.  

    Der Kopf hat entschieden, aber der Bauch macht nicht mit

    «Ich habe immer gesagt, wenn ich keinen Mitarbeiter mehr finde, dann rufe ich am nächsten Tag den Viehhändler an», sagt Hagenbuch. Anfang 2016 war es so weit. Hagenbuch fand keinen mehr. Doch die Kühe verkaufen, das ging nicht. Er konnte nicht mehr schlafen. Stürzte in ein tiefes Loch. «Ich habe mich von einer neuen Seite kennengelernt.»   

    Hunderte von Bauern stehen jedes Jahr vor der gleichen Situation. 14'000 Milchbauern stiegen in den letzten 15 Jahren aus. Pro Jahr hängen drei Prozent den Melkstuhl an den Nagel. Damit sei «der Strukturwandel in diesem Bereich deutlich höher als in der Landwirtschaft insgesamt», steht in der Milchstatistik 2015.

    Bauern erhalten 35 Prozent weniger für die Milch

    Die Bauern kapitulieren unter dem Zerfall des Milchpreises. Im Jahr 2000 kriegten sie knapp 80 Rappen für den Liter Milch, im April 2017 noch 52 Rappen. Wenn er strikt betriebswirtschaftlich rechne, bleibe ihm ein Stundenlohn von 10 Franken, sagt Hagenbuch. «Es kann doch nicht sein, dass alle anderen gut verdienen an der Milch, aber der Bauer nichts erhält.»

    Im Kopf stand der Entscheid zum Ausstieg schon lange. Hagenbuch legte sich ein Programm zurecht, um Bauch und Herz zu überzeugen. Seine Therapie: Er kümmerte sich von morgens bis abends nur noch um die Kühe. «Ich habe mich so unter Druck gesetzt, bis ich nicht mehr konnte.»

    Hagenbuchs Rezept funktioniert

    Hagenbuchs Rezept funktioniert ganz gut an diesem Morgen. Solange er in Bewegung ist, ist ihm nichts anzumerken. Beim Verladen der Tiere legt er kräftig Hand an, ist überall anzutreffen. Wie ein Jungspund hüpft er über die Trennwände im Stall. Nur wenn nichts läuft, kommen die trüben Gedanken.

    Wie es ihm gehe, will die Tochter wissen, als die erste Ladung weg ist. «Wenn ich allein bin, gut», scheucht er sie weg. Und schon tut es ihm leid. Die Kühe wegzugeben sei, als ob man ihm dem Lebensnerv durchschneide, sagt er. «Aber ich schaffe das», redet er sich Mut zu.

    Viele Bauern können sich den Ausstieg nicht leisten

    Hagenbuch kann sich den Ausstieg leisten. Stall und Maschinen sind abgeschrieben, der Kredit bei der Bank ist abgestottert. Andere Bauern haben diese Freiheit nicht. Der Ausstieg wäre ihr Ruin. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als für den Hungerlohn zu arbeiten, den ihnen die Abnehmer für die Milch zahlen. 

    Was wird er anfangen mit all der Zeit, die er nun hat? Hagenbuch wird sich wieder um den Maschinenhandel kümmern. «Zudem werde ich Freundschaften pflegen und Bekannte besuchen. Darauf freue ich mich.»  

    Und ganz auf seine Lieblingstiere verzichten muss er auch in Zukunft nicht: Unter den Obstbäumen wird er eine Handvoll Rinder weiden lassen. 

    Unsere Fechter in Leipzig: WM-Silber nach Heinzer-Verletzung

    Unsere Fechter in Leipzig: WM-Silber nach Heinzer-Verletzung


    Die Schweizer Degen-Mannschaft holt an der Fecht-WM in Leipzig sensationell die Silbermedaille. Frankreich entscheidet den Krimi für sich: 45:43. Max Heinzer verletzt sich im Final am Kopf. Führung. Schock. Krimi. Niederlage. Der Degen-Team-Final an...

    Die Schweizer Degen-Mannschaft holt an der Fecht-WM in Leipzig sensationell die Silbermedaille. Frankreich entscheidet den Krimi für sich: 45:43. Max Heinzer verletzt sich im Final am Kopf.

    Führung. Schock. Krimi. Niederlage. Der Degen-Team-Final an der Fecht-WM in Leipzig ist für unsere Jungs eine dramatische Angelegenheit.

    Gegen Favorit Frankreich reichts unseren vier Degenkämpfern nicht zum ersten Team-WM-Titel der Schweizer Fechtgeschichte. WM-Gold für den Olympiasieger nach 45:43-Sieg. Dennoch: Silber ist ein hervorragendes Ergebnis für das Quartett Max Heinzer, Benjamin Steffen, Michele Niggeler und Georg Kuhn.

    Zwischenzeitlich führt das Schweizer Team mit einem Vorsprung von sieben Treffern. Doch dann die Schockszene: Schlussfechter Max Heinzer greift Gegner Yannick Borel an. Dieser weicht aus. Heinzer läuft ins Leere, kommt ins Straucheln – und stürzt voll auf den Hinterkopf. Heinzer muss mit Verdacht auf Hirnerschütterung ausgewechselt werden.

    Ersatz Georg Kuhn kommt für Heinzer rein – und kämpft gut. Borel, der erste der Weltrangliste, spielt aber seine ganze Klasse aus. Und führt in der Schlussphase doch noch die Wende für die topgesetzten Franzosen herbei. 2,45 Sekunden vor Schluss landet Borel den entscheidenden Treffer zu WM-Gold. (red)

    Neuer alter NHL-Klub: Mark Streit kehrt zu den Canadiens zurück

    Neuer alter NHL-Klub: Mark Streit kehrt zu den Canadiens zurück


    Mark Streit (39) hat in der NHL einen neuen Klub gefunden. Er kriegt bei den Montréal Canadiens einen Einjahresvertrag. Der General Manager der Montreal Canadiens Marc Bergevin gibt es am Dienstag bekannt: Das Team vereinbart mit Mark Streit (39)...

    Mark Streit (39) hat in der NHL einen neuen Klub gefunden. Er kriegt bei den Montréal Canadiens einen Einjahresvertrag.

    Der General Manager der Montreal Canadiens Marc Bergevin gibt es am Dienstag bekannt: Das Team vereinbart mit Mark Streit (39) einen Einjahresvertrag – für 700'000 Dollar.

    Für den Berner Verteidiger ist es eine Rückkehr zu jenem Klub, bei dem er in der besten Eishockey-Liga der Welt den Durchbruch schaffte. Bei den Canadiens machte Streit zwischen 2005 und 2008 217 Spiele, wo er 113 Skorerpunkte erzielte.

    Ab 2008 war Streit für die New York Islanders, den SC Bern, die Philadelphia Flyers und die Pittsburgh Penguins tätig. Mit den Penguins stemmt er kürzlich die Stanley-Cup-Trophäe.

    Auch Müller mit Vertrag

    Mirco Müller (22) kriegt bei den New Jersey Devils einen Zweijahresvertrag. Dort trifft der Verteidiger auf Nr.1-Draft Nico Hischier. Müller kam erst im Juni von den San Jose Sharks zu den Teufeln.

    Dieser Kontrakt schenkt dem jungen Winterthurer ein: Im ersten Jahr verdient er 775'000 Dollar, im zweiten dann 925'000 Dollar. (leo)

    «In einer Urne – zack! – gen Himmel»: So will Polo (†72) beerdigt werden

    «In einer Urne – zack! – gen Himmel»: So will Polo (†72) beerdigt werden


    Polo Hofer (†72) sprach mehrmals darüber, was nach dem Tod mit ihm passieren soll. Er wünschte sich weder eine Aufbahrung noch eine Abdankung, stand in der Pressemitteilung, die Polo Hofers (†72) Familie am Montag nach seinem Tod verschickte. Wird...

    Polo Hofer (†72) sprach mehrmals darüber, was nach dem Tod mit ihm passieren soll.

    Er wünschte sich weder eine Aufbahrung noch eine Abdankung, stand in der Pressemitteilung, die Polo Hofers (†72) Familie am Montag nach seinem Tod verschickte. Wird es tatsächlich keine Trauerfeier im klassischen Sinn geben?

    «Als Kissen nehme ich eine Gitarre»

    Polo sprach in früheren Interviews mehrmals darüber, was mit ihm passieren soll, wenn er sterbe. 2012 äusserte er sich in «Glanz & Gloria» anlässlich der Atelier-Eröffnung seiner Frau Alice – sie kreiert Särge und Urnen – zu seiner Vorstellung: «Meinen Sarg möchte ich selber bemalen, mit vielen Farben. Als Kissen nehme ich eine Gitarre. Dann möchte ich ja verbrannt werden. Die Asche kommt in eine Urne und damit gehts hoch auf den Berg. Dort wird eine grosse Rakete darunter montiert und – zack! – gen Himmel. Vom Winde verweht, tschou Polo!»

    2015, anlässlich seines 70. Geburtstags wiederholte der Sänger seinen Wunsch im Gespräch mit der «Schweizer Illustrierten»: «Ich will, dass meine Asche in einer Urne von Alice auf dem Niesen in den Himmel gefeuert wird.» 

    «Ich hatte nie Angst vor dem Tod»

    Wer sich so klar mit seinem eigenen Ableben auseinandersetzt, fürchtet sich wohl kaum davor, irgendwann zu gehen. «Der Tod hat mich schon immer beschäftigt, schon als junger Mann. Ich hatte nie Angst vor ihm, auch jetzt nicht», sagte Polo noch im Mai 2017 zur «Berner Zeitung». In der SRF-Dokumentation «Rhythmus, Rausch und Rampenlicht», die 2014 ausgestrahlt wurde, gab Polo aber zu, immerhin vor dem Sterben Angst zu haben.

    Das Schweizer Fernsehen widmet unserer Mundart-Legende heute Abend ein Special. Sven Epiney begrüsst um 20.05 Uhr auf SRF 1 Freunde und Weggefährten zur Spezialsendung «Tschou Polo – Erinnerungen an Polo Hofer». (msi) 

    Tunesier Mohamed Ben Brahim (39) über die Schweiz: «Hier ist alles sehr pünktlich»

    Tunesier Mohamed Ben Brahim (39) über die Schweiz: «Hier ist alles sehr pünktlich»


    In der Schweiz arbeitet er als Taxifahrer, da ist für Mohamed Ben Brahim Pünktlichkeit natürlich wichtig. Ein wenig lockerer könnten es die Schweizer aber doch nehmen, meint der Tunesier. Mohamed Ben Brahim (39) ist gleich zweifacher Ausländer: Der...

    In der Schweiz arbeitet er als Taxifahrer, da ist für Mohamed Ben Brahim Pünktlichkeit natürlich wichtig. Ein wenig lockerer könnten es die Schweizer aber doch nehmen, meint der Tunesier.

    Mohamed Ben Brahim (39) ist gleich zweifacher Ausländer: Der Tunesier wuchs in Deutschland auf, bevor er vor einiger Zeit in die Schweiz einreiste. Jetzt arbeitet er im Taxigewerbe und schätzt das, was er im Beruf am meisten braucht: «Hier ist alles sehr pünktlich und geradlinig.»

    Manchmal könne das aber auch nervig sein. In seiner Heimat sei das anders: «Wir gehen Dinge locker an, wenn sie nicht heute oder morgen erledigt sein müssen.» Was den Taxifahrer auch stört, sind die Preise: «Die sind überteuert! Das nimmt den Menschen ein Stück Lebensqualität.» Obwohl man in Tunesien weniger verdiene, könne man sich dort mehr leisten. «Und man ist zufrieden mit dem, was man hat», sagt Mohamed.

    Südfrankreich: Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen Waldbrände

    Südfrankreich: Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen Waldbrände


    Hunderte Feuerwehrleute haben am Montag in Südfrankreich gegen grossflächige Waldbrände gekämpft. Eines der grössten Feuer wütete auf Korsika, wo nach Angaben der Einsatzkräfte rund 900 Hektar in Flammen standen. Bei Biguglia an der Nordostküste...

    Hunderte Feuerwehrleute haben am Montag in Südfrankreich gegen grossflächige Waldbrände gekämpft. Eines der grössten Feuer wütete auf Korsika, wo nach Angaben der Einsatzkräfte rund 900 Hektar in Flammen standen.

    Bei Biguglia an der Nordostküste mussten zahlreiche Einwohner in Sicherheit gebracht werden. Zehn Autos brannten aus, ein Sägewerk brannte nieder. Drei Löschflugzeuge waren im Einsatz. Ein weiteres Feuer auf Korsika zerstörte bei der Stadt Aleria rund 110 Hektar Land; am Montag war es unter Kontrolle.

    Im Luberon im Département Vaucluse standen rund 800 Hektar Wald unkontrolliert in Flammen. Im Dorf Mirabeau und in einem Nachbarort mussten etwa hundert Häuser evakuiert werden. Im nahen Département Var standen mehr als 200 Hektar in Flammen - ganz in der Nähe liegt der Hafenort Saint-Tropez. Nördlich von Nizza wurden ein Haus und drei Autos Opfer der Flammen, mehr als 270 Feuerwehrleute waren vor Ort. (SDA)

    Reaktionen zum Tod von Polo Hofer (†72): «Er war der schweizerische Weltstar»

    Reaktionen zum Tod von Polo Hofer (†72): «Er war der schweizerische Weltstar»


    Schweizer Persönlichkeiten erinnern sich an den grossen Schweizer Mundart-Rocker Polo Hofer. Alt Bundesrat Adolf Ogi (75): «Er war der schweizerische Weltstar für seine musikalische Ausrichtung. Polo war ein lebensfroher Mensch. Er war Vertreter einer...

    Schweizer Persönlichkeiten erinnern sich an den grossen Schweizer Mundart-Rocker Polo Hofer.

    Alt Bundesrat Adolf Ogi (75): «Er war der schweizerische Weltstar für seine musikalische Ausrichtung. Polo war ein lebensfroher Mensch. Er war Vertreter einer Region, die immer wieder Musiker hervorbringt, Interlaken und das Berner Oberland. Seine wunderbaren Songs werden ihn länger überleben. Polo wird in die Geschichte eingehen als einer der allergrössten Mundartrocksänger in der Schweiz. Er hat über die Landesgrenze hinweg Aufmerksamkeit erhalten dank seiner Art, dank seinem Stil, seinem Menschsein, seiner Musik. Ich habe ihn gekannt, unsere Wege haben sich gekreuzt. Ich kenne auch seine Frau. Ihr möchte ich mein herzliches Beileid zum Ausdruck bringen.»

    Bundesrat Alain Berset (45): «Polo Hofer hat wie kein anderer vor ihm die Mundart und die Rockmusik zusammengeführt. Er hat auch ganzen Generationen in allen Sprachregionen der Schweiz gezeigt, wie viel Kraft, wie viel Geist, wie viel Poesie in der Berner Mundart steckt.»

    Sänger Marc «Cuco» Dietrich (69): «Als ich im ‹Alperose›-Musical mitgespielt habe, warst du auch etwa zwölf Mal dabei. Wir sind Backstage zusammengesessen, haben gelacht und es gut gehabt. Ich habe dich im Smart irgendwo aufgeladen und wir sind zu einem Bergbeizer gefahren. Du warst ein guter, wahnsinnig gewitzter Typ. Hast nicht nach links und nicht nach rechts geschaut. Machs gut. Und bleib dert obe, wie du bist.

    Berns alt Stadtpräsident Alex Tschäppät (65): «Polo war ein sturer, unbeirrbarer Musiker und hat die Szene geprägt wie kein Zweiter.»

    Musiker Toni Vescoli (75): «Ich bin sehr traurig, werde Polo vermissen. Ich hatte viele schöne Erlebnisse mit ihm. Besonders gerne erinnere ich mich daran, als er mich 1993 in den Ferien in den USA, in Austin, Texas, überraschte und mich am Bahnhof zusammen mit Christine Lauterburg abholte. Und natürlich haben wir auch gemeinsam Musik gemacht, wir haben einen Bob-Dylan-Song im Duett aufgenommen. Ich bin einfach nur traurig.»

    Monika Kaelin (62), Präsidentin der Show Szene Schweiz: «Ich bin wahnsinnig traurig, es ist nun doch sehr überraschend gekommen. Dass es so schnell gegangen ist, hat niemand gewusst. Ich habe mit seiner Frau Alice immer wieder Kontakt gehabt. Ich wünsche ihr viel Kraft und Gottes Segen.»

    Reggae-Sänger Dodo (39): «Es ist krass, aber jetzt ist es so. Es geht weiter und ich wünsche ihm eine gute Reise. Ich habe ihn 2015 in der Garderobe getroffen, als er Schweizer des Jahres wurde. Als er mich sah, hat er als Erstes gesagt, er habe mit ‹Kiosk› das erste Schweizer Reggae-Lied geschrieben. Polo war ein Rockstar, dafür respektiere ich ihn.»

    Alt Bundesrat Moritz Leuenberger (70): «Ein Stück meiner Generation, meines Denkens und eigenen Fühlens ist gestorben, darum setzt es mir sehr zu. Ich erinnere mich, als ich ihn das erste Mal am Radio gehört habe, ich war sehr jung und dachte nur, hey, der singt ja gar nicht englisch, sondern schweizerdeutsch. Viel später ist er in Schwierigkeiten gekommen. Er war politisch engagiert, hat sich stark gegen den Konsum harter Drogen eingesetzt. Und prompt hat so ein sacksturer Staatsanwalt ihm vorgeworfen, den Haschisch-Konsum anzuheizen. Ich war sein Verteidiger, es gab einen Freispruch, da kamen wir uns sehr nahe. Polo war sensibel, politisch, hat sich eingesetzt.

    Rocker-Legende Jimy Hofer (62): «Auch wenn man gewusst hat, wie schlecht es ihm geht, überrascht es einen doch, dass er nun gegangen ist. Ich habe Polo 46 Jahre lang gekannt. Lieber Polo. Es het gfägt mit dir. Ich würde mit dir alles wieder so machen, wie wir’s getan haben.»

    Unternehmer Hausi Leutenegger (77): «Polo habe ich gut gekannt. Wir mochten uns einfach gut leiden und hatten immer Spass, wenn wir uns sahen. Ich wünsche der Familie viel Kraft.»

    Sänger Pino Gasparini (71): «Polo Hofer habe ich natürlich gut gekannt. Sein Tod macht mich traurig, ich habe für ihn eine Kerze angezündet. Polo war unvergleichlich, als Mensch und als Musiker. Ich bin überzeugt, dass es die Schweizer Mundart-Rockszene in der Form, wie sie es heute gibt, ohne Polo nicht gäbe. In einer Zeit, in der die Bands nur englisch gesungen habe, hatte er den Mut, einfach auf Schweizerdeutsch zu singen.»

    Pop-Star Luca Hänni (22): «Ich bin traurig. Der Berner Musiker hat natürlich auch mich geprägt. Ich bin froh, dass er einschlafen konnte. Aber es ist auf jeden Fall eine traurige Geschichte. Wir haben zweimal nacheinander gespielt, uns getroffen und geredet. Polo war ein lieber Typ.»

    Unia-Chefin über Kosten und Nutzen der Ausländer für AHV, IV und Arbeitslosenkasse: «Soziale Sicherheit fördert die Integration»

    Unia-Chefin über Kosten und Nutzen der Ausländer für AHV, IV und Arbeitslosenkasse: «Soziale Sicherheit fördert die Integration»


    Ausländer belasten die Sozialversicherungen und werden überdurchschnittlich oft arbeitslos. Aber sie arbeiten genauso hart wie Schweizer, sagt Gewerkschaftschefin Vania Alleva. Zu Sozialfällen würden sie wegen der Arbeitsbedingungen, nicht wegen...

    Ausländer belasten die Sozialversicherungen und werden überdurchschnittlich oft arbeitslos. Aber sie arbeiten genauso hart wie Schweizer, sagt Gewerkschaftschefin Vania Alleva. Zu Sozialfällen würden sie wegen der Arbeitsbedingungen, nicht wegen ihrer Herkunft.

    BLICK: Frau Alleva, Ausländer belasten gewisse Sozialversicherungen in der Schweiz stark. Das kann doch nicht im Sinn der Gewerkschaften sein!
    Vania Alleva: Es ist falsch, Schweizer und Ausländer gegeneinander auszuspielen. Unsere Sozialversicherungen sind Versicherungen für alle, die in diesem Land leben und arbeiten – und so mithelfen, sie zu finanzieren. Ihr Nutzen ist, dass sie den Leuten bei Arbeitslosigkeit, Invalidität und im Alter Sicherheit geben. Zudem fördert soziale Sicherheit die soziale Integration. 

    Ausländische Staatsbürger beziehen mehr Arbeitslosengelder, als sie in diesen Topf einzahlen. Wie erklären Sie sich diesen Fakt?
    Leider werden Ausländer von Arbeitgebern immer noch als Konjunkturpuffer betrachtet, obwohl viele von ihnen seit langem in der Schweiz leben. Gerade in Branchen mit saisonalen Schwankungen arbeiten besonders viele ausländische Arbeitnehmende. In der Zwischensaison werden sie von den Arbeitgebern entlassen. Darüber hinaus müssen dringend strukturelle Diskriminierungen behoben werden: So ist es kein Geheimnis, dass die Stellensuche gerade für junge Leute mit ausländisch klingenden Namen oft schwierig ist. 

    Sitzen gewisse Ausländer ganz bewusst den Schweizern auf dem Portemonnaie?
    Nein. Ausländer arbeiten genauso hart wie Schweizer – und umgekehrt.

    Bei gewissen Nationalitäten ist das Missverhältnis frappant. Wieso werden Portugiesen so oft arbeitslos?
    Viele Portugiesen sind im Gastgewerbe oder auf dem Bau tätig. Diese Branchen kennen starke saisonale Schwankungen. Gerade auf dem Bau sind portugiesische Arbeitskräfte in den Sommermonaten willkommen, im Winter wird ihnen gekündigt, und sie sind auf Arbeitslosengeld angewiesen.

    Auch die Sozialhilfequote der Ausländer ist fast dreimal so hoch wie bei den Schweizern.
    Viele Migranten arbeiten in Branchen mit Tieflöhnen. Eine Krankheit, eine Scheidung, ein Jobverlust kann diese Menschen in arge Bedrängnis bringen. Im Asylbereich ist es hingegen ein Problem, dass Asylsuchende die ersten drei Monate gar nicht arbeiten dürfen und auch danach kaum Arbeit finden. Da müssen wir handeln und Geflüchtete rasch in den Arbeitsprozess integrieren. 

    Politiker, welche die Personenfreizügigkeit als Segen betrachten, argumentieren stets damit, dass die ausländischen Arbeitnehmer die AHV entlasteten. Ist diese kurzfristige Sichtweise nicht fatal?
    Nein. Die AHV ist die nachhaltigste Altersvorsorge. Denn in die AHV zahlen alle ein. Auch der frühere CS-Chef Brady Dougan musste auf seinen Millionenlohn volle AHV-Beiträge bezahlen, während er in der Schweiz arbeitete. Er wird aber dereinst nicht mehr AHV erhalten als normale Arbeitnehmende. Diese solidarische Finanzierung macht die AHV so wichtig für alle Leute mit tiefen und mittleren Einkommen. 

    Rechte Politiker machen Stimmung und reden von ausländischen IV-Schmarotzern. Dabei subventionieren die Ausländer die IV – zum Nutzen der Schweizer. Haben Sie eine Erklärung, weshalb Schweizer im Vergleich zu den Ausländern überdurchschnittlich oft von der IV abhängig werden?
    Die Wahrscheinlichkeit, eine IV-Rente beziehen zu müssen, hängt nicht vom Pass ab, sondern von der Art der Erwerbstätigkeit. Auf dem Bau ist die Wahrscheinlichkeit, aufgrund eines Unfalls invalid zu werden, am höchsten. Andererseits häufen sich IV-Fälle infolge psychischer Leiden in Branchen, wo die Leute grossem Stress ausgesetzt sind, was auch Dienstleistungsjobs betrifft. Dies zeigt: Nicht die Herkunft, sondern die Arbeitsbedingungen bestimmen die Wahrscheinlichkeit einer Invalidität.

    Exklusive Ergebnisse einer landesweiten Umfrage: So fühlen sich Ausländer in der Schweiz

    Exklusive Ergebnisse einer landesweiten Umfrage: So fühlen sich Ausländer in der Schweiz


    Portugiesen haben am meisten Heimweh, Franzosen am wenigsten: Eine landesweite Studie zeigt, wie Ausländer sich in der Schweiz fühlen. BLICK analysiert exklusiv. Die wenigsten Migranten bereuen, in die Schweiz gekommen zu sein. Obwohl über ein Drittel...

    Portugiesen haben am meisten Heimweh, Franzosen am wenigsten: Eine landesweite Studie zeigt, wie Ausländer sich in der Schweiz fühlen. BLICK analysiert exklusiv.

    Die wenigsten Migranten bereuen, in die Schweiz gekommen zu sein. Obwohl über ein Drittel angibt, hier schon Diskriminierung erlebt zu haben. Das zeigen erste Ergebnisse einer noch unveröffentlichten grossen Studie, die BLICK exklusiv vorliegen.

    Forscher der Universitäten Neuenburg und Genf suchten nach Antworten auf die Frage: Wie geht es den Ausländern in unserem Land? Dazu befragten sie knapp 6000 Migranten aus allen Landesteilen. Die Auswertung ihrer Antworten zeigt unter anderem: Neun von zehn Ausländern sind rückblickend eher bis sehr zufrieden mit ihrer Einwanderung. Am glücklichsten sind die Österreicher: Über die Hälfte der Befragten gab an, total zufrieden zu sein. 

    Dabei war der Zuzug in die Schweiz für viele auch mit Problemen verbunden. Stolperstein Nummer eins: die Sprache. Aber auch über Heimweh und Einsamkeit klagen viele Migranten. Das Gefühl des Alleinseins war für zehn Prozent der Befragten ein sehr grosses Thema. Jeder Zehnte sagt zudem, dass er seine Heimat nach der Ankunft in der Schweiz sehr stark vermisst habe. Besonders gross ist das Heimweh bei den Portugiesen; weit weniger Tränen dürften gemäss der Studie die Franzosen, Deutschen und Österreicher beim Gedanken an ihr Herkunftsland vergossen haben. 

    Unterschiedliche Motive und Interessen

    Die Franzosen sind es auch, die sich am stärksten mit der Schweiz verbunden fühlen – sogar stärker als mit ihrer Heimat! Die geringste Verbundenheit mit ihrem neuen Zuhause verspüren die Portugiesen, gefolgt von den Österreichern und Spaniern. Die Einwanderer aus südeuropäischen Staaten interessieren sich zudem am wenigsten für die Schweizer Politik.

    «Das Gefühl der Verbundenheit hängt stark von der Vorstellung ab, die ein Einwanderer von Migration hat», erklärt Philippe Wanner (53), Projektleiter der Migrationsstudie, die Unterschiede. Werde die Migration als Chance betrachtet, zum Beispiel in Form einer beruflichen Herausforderung, sei die Verbundenheit grösser.

    Franzosen würden zudem oft aus Unzufriedenheit mit der Situation im Herkunftsland in die Schweiz kommen, was ihre geringe Verbundenheit mit der Heimat erklärt. «Bei den Portugiesen hingegen spiegelt sich das Konzept der ‹Migration aus Notwendigkeit›. Sie migrieren, um den Lebensstandard zu erhöhen.» Migrations-Forscher Wanner betont: «Der Grad der Verbundenheit mit der Schweiz sagt überhaupt nichts aus über die Integration der Migranten!»

    Deutsche fühlen sich wegen Nationalität diskriminiert

    Die Forscher haben die Ausländer zudem zu ihren Erfahrungen mit Diskriminierung im Alltag befragt. 35 Prozent der befragten Migranten geben an, in den vergangenen zwei Jahren schon einmal Diskriminierung erlebt zu haben. Jeder fünfte sah sich mindestens in einem Fall als Opfer von Rassismus, wobei die Zahl bei Migranten aus Westafrika mit 75 Prozent markant über dem Durchschnitt liegt.

    Von Diskriminierung aufgrund der Nationalität fühlen sich besonders Deutsche betroffen. Jeder neunte deutsche Einwanderer sagt, schon einmal benachteiligt worden zu sein, bloss weil er aus Deutschland stammt. Über religiöse Diskriminierung indes hat in der Studie kaum ein Migrant geklagt.